Ein User auf X berichtet über ein Vorkommnis auf einem Elite-Gymnasium in Berlin Prenzlauer Berg:
Mein in zwei Wochen 18-jähriger Stiefsohn wollte mit mir reden. Ob ich die Sache mit Charlie Kirk mitbekommen hätte. Er besucht die 12. Klasse eines Elite-Gymnasiums auf dem Prenzlauer Berg. Dort gehen die Kinder von populären Medienleuten und Unternehmer zur Schule, die meisten Eltern sind ziemlich wohlhabend, einige sehr. Alle (!) Mitschüler würden den Mord feiern. Also, nicht direkt feiern, aber sie fänden es irgendwie gut. Vor allem nicht schlecht. Und im Politik-Unterricht am Tag danach sei nicht drüber gesprochen worden. Das sei normalerweise immer der Fall.
In mir macht das was. Die Aufklärung ist tot. Der Regenbogen hat sie vollständig abgelöst. ALLE (bis auf ihn) in dieser Klasse sind doppelt, manche dreifach geimpft, ALLE hassen die AfD bis aufs Blut, ALLE glauben an mehr als zwei Geschlechter. Meinungsfreiheit existiert für sie nicht. Es gibt für sie gut und böse. Anstand, Menschen anderer Meinung zu tolerieren, einfach so ein Gefühl, dass Menschen eine Würde besitzen, auch wenn sie nicht an den Klimawandel glauben, das ist dort, wenn, dann als kümmerlicher Rest vorhanden. Mir tun diese Kinder auch ehrlich leid. Wir schlittern in eine raue Zukunft. Macht euch das klar.
https://x.com/julianadrat/status/1966821398485053477?s=61
Die hier aufgeschriebenen Beobachtungen von @JulianAdrat geben ein Phänomen wieder, das ich auch wahrnehme, das wohl jeder mitkriegt, der noch die Weltbetrachtung gekannt hat, die bis ca. 1990 mehr oder weniger gültig war:
Nämlich dass die Wirklichkeit durchaus mittels einer gesamtgesellschaftlich geteilten Übereinstimmung per Wissenschaft, Aufklärung, Diskussion und Faktizität erklärbar war – und zwar sogar unabhängig von dem Gesellschaftssystem, in dem man lebte.
Kommunisten und Anhänger des Kapitalismus waren sich zumindest darüber einig, dass 1 + 1 =2 ist, dass Biologie und Physik für alle gelten und dass Wissenschaft der Versuch ist, die materielle Welt zu erklären und für die Menschheit nutzbar zu machen.
Diese Zeiten sind vorbei. Die westlichen Gesellschaften, einstmals die Pioniere von Aufklärung und Wissenschaftlichkeit, sind in der Irrationalität gelandet.
Sie sind zurückgekrochen zu einer moralischen Weltsicht, die keine Fakten und keine der Wahrheitssuche dienende Diskussion mehr kennen will, sondern auf moralischen Urteilen über Gut und Böse beruht. Es ist die Rückkehr in die geistige Sphäre des Mittelalters, aus der sich Europa seit dem 17. und 18. Jahrhundert bereits verabschiedet hatte.
In der umfassenden kollektiven Atomisiertheit, in der nichts mehr sicher ist, in der keine verlässlichen Werte mehr gelten (gerade darum werden sie ja heutzutage ständig so lautstark beschworen!), in der selbst die seit 300 Jahren den Westen definierende Aufklärung und Wissenschaft keine Gültigkeit mehr haben, bleibt dem Individuum keinerlei Handhabe mehr, sich die Gesellschaft zu erklären, ihre Mechanismen zu verstehen und für seine Interessen einzutreten.
Jenseits der mittlerweile auf den Einzelnen reduzierten Filterblasen, in denen es nur noch auf die private Gefühligkeit und aggressive Einforderung des „Respekts“ aller anderen für die eigene private Macke geht, gibt es nichts mehr. Keine Klassen, keine Interessenvertretung wie Gewerkschaften, keine aufgrund der Situation in der sozialen Hierarchie oder der Arbeitswelt definierte Gemeinschaft.
Was macht man also, wenn man ein Minimum an staatlicher Kohärenz und öffentlicher Sicherheit braucht, um überhaupt noch zusammenleben zu können? Man ruft nach dem FÜHRER, der das alles irgendwie – und zwar ebenso gefühlt-moralisch, wie man selbst mittlerweile die Welt zu sehen gelernt hat – mit harter Hand zusammenhält und dirigiert.







