Die Ein-Staat-Lösung für Palästina

In Deutschland ist die Forderung nach dem Ende des Staates Israels verboten. Die Strafverfolgungsbehörden verfolgen und ahnden solche Aussagen. Jeder, der diese Forderung oder auch nur die Idee in der Öffentlichkeit äußert, gerät ins Visier des Staatsschutzes, der die pro-zionistische Staatsraison Deutschlands streng exekutiert. Er läuft Gefahr, als Antisemit angeklagt und verurteilt zu werden.

Die Begründung dafür sind die angeblichen Lehren, die Deutschland aus den Verbrechen des Hitlerfaschismus gezogen haben will und die in einer entschiedenen Parteinahme für die damaligen Opfer des Völkermordes (sofern sie jüdisch waren) mündeten, kulminierten – und sich erschöpften.

Das „Nie wieder“ des bürgerlichen Antifaschismus deutscher Provenienz erschöpft sich in dem „Nie wieder Völkermord an JUDEN“. Völkermord an Russen, sofern sie im Donbas leben und ins Visier ukrainischer Nazis geraten, sowie generell Krieg gegen Russen, verträgt sich bestens mit deutscher Staatsräson, ergänzt sie sogar aufs Vortrefflichste um die Hoffnung auf einen nachgeholten Endsieg gegen den alten Feind.

So ergibt sich in und für Deutschland die merkwürdige Situation, dass der eigene Völkermord von damals auf eine bizarre und verquere Weise den heutigen Völkermord, den die damaligen Opfer an den Palästinensern in Gaza und Westbank begehen, RECHTFERTIGT, denn die Parteinahme für das zionistische Staatsprojekt „Israel“ in Palästina ist unbedingt und total. Das schlechte Gewissen der staatlichen Nachfahren Hitlers manifestiert sich als philosemitische Apologetik aller und jeder Verbrechen, die der „jüdische Staat“ begeht und begehen KANN, um sich damit – so die selbstgerechte Logik dieser Ent-Schuldigung – auch von der eigenen (völker-)mörderischen Vergangenheit loszusagen, zu reinigen und – FREIZUSPRECHEN. 

Die Schlussfolgerung, die sich jedem verständigen Menschen angesichts des live gestreamten, seit zweieinhalb Jahren andauernden Völkermordes in Gaza aufdrängt, dass nämlich ein Staatswesen seine Existenzberechtigung verliert, das solche Perversionen und Gewaltorgien gegen als Untermenschen und Tiere betrachteten Menschen veranstaltet – das gilt in Deutschland als Verbrechen.

Der zionistische Apartheidstaat „Israel“ hat sich mit seinem rassistischen Vernichtungskrieg gegen die Bevölkerung Gazas aus der zivilisierten Menschheit verabschiedet. Ein ethno-religiös begründeter Siedler- und Kolonialstaat hätte auch ohne Genozid an der einheimischen Bevölkerung des kolonisierten Landes keinen Platz in der Welt des 21. Jahrhunderts – erst recht nicht vor dem Hintergrund des Völkermordes, den dieser Staat vor den Augen der Welt an einer Bevölkerung begeht, die er in einem riesigen Freiluftgefängnis einer Art Eingeborenen-Reservat einsperrt und der er schon in „Friedenszeiten“ nach Gutdünken von Strom-, Wasser-, und Nahrungsmittelversorgung abschneidet.

Ein solcher Staat darf nicht existieren. Nicht weil er „jüdisch“ ist, sondern weil er zionistisch ist. Die zionistische Ideologie erzeugt und verhärtet den rassistischen Überlegenheitswahn, die Vernichtungsbereitschaft gegenüber den minderwertigen „menschlichen Tieren“, deren Konsequenz – ethnische Säuberung und Völkermord – seit zwei Jahren in Gaza zu besichtigen ist. 

Der Staat Israel hat mit dem Völkermord in Gaza sein eigenes Ende besiegelt. Er wird sich nie mehr aus diesem Abgrund erheben, er ist so umfassend und endgültig diskreditiert wie es der deutsche NS-Staat im Mai 1945 war. 

Es mag noch eine Weile dauern, vielleicht sogar viele ‎Jahre, bis „Israel“ von der Landkarte verschwindet und ein wahrhaft demokratischer palästinensischer Staat seinen Platz einnimmt- ein Staat, in dem keine Ethnie und keine Religion sich als Herrenvolk definiert und in dem Juden, Muslime, Christen und nichtreligiöse Menschen friedlich zusammenleben. 

Möglicherweise ist eine „Zwei-Staaten-Lösung“ ein realpolitischer Zwischenschritt auf dem Weg zu einer Ein-Staat-Lösung, doch die Einsicht, die Konsequenz, die NOTWENDIGKEIT aus dem Abgrund von Dehumanisierung und hassgetränkter Perversion, in den „Israel“ sich mit Begeisterung hineingestürzt hat, ist die Beendigung der staatlichen Existenz dieser Entität.

Israel, Iran und der „Westen“: Rassismus ist der Grundstoff des Imperialismus

Die Jubler und vor Genugtuung mental ejakulierenden Israel-Fans in Politik und Medien befremden mich. Erst recht ihre Claqueure in Sozialen Medien.

Bei Russlands Militäroperation gegen die NATO-Ausdehnung und ukrainischen Nazismus wollten sie alle unbedingt einen „unprovozierten“, gar „brutalen“, auf jeden Fall aber „völkerrechtswidrigen Angriffskrieg“ sehen – obwohl Russland gute völkerrechtliche Gründe hatte, nach unzähligen Versuchen, die Krise diplomatisch zu lösen, den Donbas-Republiken und der russischen Bevölkerung in der damaligen Ukraine zu Hilfe zu kommen.

Jetzt startet Israel – nicht nur unter Verzicht auf jedweden diplomatischen Lösungsversuch, sondern WÄHREND der US-iranischen Verhandlungen – einen tatsächlich völkerrechtswidrigen, unprovozierten Angriffskrieg, inklusive terroristischen Mordanschlägen auf führende Wissenschaftler und Militärs des Iran (und samt deren Familien und Nachbarn übrigens, die zufällig im selben Gebäude waren, als Israels Raketen oder Drohnen angriffen). 

Und plötzlich ist die Befürwortung eines Angriffskrieges, die im Falle von Russland noch durch extra geänderte Paragraphen strafrechtlich verfolgt und mit saftigen Geldbußen geahndet wird, überall unwidersprochen und straffrei möglich. 

Es ist ja Israel, die dürfen das. Weil „Präventivschlag“. Wirklich?

Merkt keiner mehr was? Sie jubeln und feiern diesen Angriffskrieg Israels; sie feixen über die Bombardierung eines Fernsehsenders während einer Live-Übertragung. Gleichzeitig verschweigen und ignorieren sie die reichlich anfallenden zivilen Opfer der israelischen Bombardierungen und Attentate. 

Ich will auf etwas hinaus:

Je mehr ich von diesen unappetitlichen Jublern und Angriffskriegs-Fans in Politik, Medien und ihren privaten Nachbetern hier auf X oder in anderen Sozialen Medien lese und höre, umso mehr beschleicht mich das Gefühl, dass hinter all dem Jubel, der Doppelmoral, den zweierlei Maßstäben und der selektiven Empörung vor allem eines steckt: rassistische Arroganz.

Die schäbige, Jahrhunderte alte, stinknormale Herablassung und Verachtung, die die weißen Kolonialisten Europas (und ihre Abkömmlinge in Amerika und Israel) schon immer gegen die Völker hatten, von deren Kultur und Geschichte sie keine Ahnung hatten und haben wollten, deren HAUTFARBE und uneuropäischen Sitten sie in den Augen der Kolonialisten, der Imperialisten, der Werteverbreiter und Zivilisationsbringer zu Menschen zweiter Klasse oder gleich zu Tieren macht.

Israelische Regierungsvertreter, die von „menschlichen Tieren“ reden und öffentlich räsonieren, ob und wann sie fremde Staatsoberhäupter ermorden, wenden die „Sprache des Unmenschen“, die Sternberger, Storz und Süskind noch dem deutschen „Totalen Staat“ des Dritten Reiches attestierten, heute ganz unverhohlen in Bezug auf ihr palästinensisches und iranisches Feindbild an. Ihre westlichen Unterstützer sind nicht weit davon entfernt.

Der ideologische Tenor, die Sprachregelung in der politischen und medialen Öffentlichkeit ist die eines berechtigten präventiven Gewalteinsatzes gegen Leute bzw. Staaten, die „unsere“ weißen, zivilisierten, auf jeden Fall aber überlegenen Werte mit ihrem primitiven, barbarischen, unverständlichen Hass angreifen, „und uns vernichten wollen“.

Dass Araber, Palästinenser und Iraner – ebenso wie alle anderen ursprünglichen Bewohner von Weltgegenden, die der weiße europäische Kolonialismus in den letzten 400 Jahre unter seine imperiale Obhut genommen hat – ein paar sehr gute Gründe haben für ihre Gegnerschaft zum Imperialismus und dessen Inanspruchnahme von Land, Ressourcen und menschlichem Inventar der kolonisierten Regionen, fällt unter den Tisch. Sonst wäre es ja nicht mehr möglich, den besetzten, eroberten, kolonial verwalteten und annektiertem Völkerschaften diese rätselhafte, unerklärliche FEINDSCHAFT zu unterstellen, die diese Aufbegehrenden erstaunlicherweise gegen ihre weißen Beglücker aus den Zentren der Zivilisation hegen. 

Die politische und mediale Blase pro-zionistischer Gewaltfans, der im Falle Israels jedes Völkerrecht egal ist, sind dieselben Rassisten und Propagandisten westlich-abendländischer Überlegenheit wie seit einem halben Jahrtausend. Der imperialistische Vorposten Israel, der Pfahl im Fleisch der arabischen Welt, macht das und spricht das aus, was ein moderner Imperialismus sich heutzutage nicht mehr oder nur verklausuliert zu machen und zu tun wagt: den minderwertigen Völkern mit Gewalt die westlichen Werte aufzudrücken und ihnen jeden Widerstand dagegen als unerklärliche, in der primitiven Natur dieser nich-weißen Horden begründete Feindseligkeit anzukreiden – die ausgelöscht gehört.

Mit Israel und seinem zionistischen Siedlerprojekt ist der Westen, sind Imperialismus und europäischer Kolonialismus wieder ganz bei ihren Wurzeln angekommen: der unverhüllten rassistischen Gewalt gegen den Globalen Süden, der Verachtung gegen nicht-weiße, nicht-europäische Völker. Es wird wohl ihr letztes Beschwören dieser Tradition sein, da sie jetzt schon wie aus der Zeit gefallen wirken. Der Kollektive Westen, samt staatlicher Kreaturen wie in Israel, ist der Kaiser, der zwar noch teilweise die Machtmittel hat, die unterworfenen einzuschüchtern und empfindlich zu treffen – aber Kleider hat er schon nicht mehr, er steht da in seiner nackten Hässlichkeit. Er fuchtelt, droht und wütet, und bedient sich dabei der sachlich-vernünftigen Sprache des Unmenschen, der sich an 400 Jahre Herrschaft über den Globus gewöhnt hat: „Alles unter Kontrolle, wer aufmuckt, wird bestraft, unsere Herrschaft ist sicher!“ 

So pfeift es aus dem dunklen Wald westlicher Hegemonie und imperialer Hybris, aus Regierungszentralen, Redaktionsstuben und von den Sofas der pro-zionistischen Privatmeute, und mit jedem iranischen Vergeltungsschlag, mit jedem Tag, den die Bevölkerung Palästinas dem israelischen Völkermord standhalten muss, vor allem aber mit dem Sieg Russlands über die NATO in der Ukraine, wird das Pfeifen ein bißchen wütender, aber auch ein bißchen kläglicher.

Israel hat immer recht

‪Wenn das Stichwort „Israel“ fällt, kennt der demokratische deutsche Bürger nur einen Reflex, nämlich den der bedingungslosen Unterstützung des zionistischen Projektes in Palästina. Der mentale und intellektuelle Gehalt dieses Reflexes lässt sich auf einen Satz reduzieren: „Israel hat das Recht auf Selbstverteidigung!“.

Für die Nazi-Enkel gilt dieser Satz immer und unter allen Umständen. Sie tragen ihn wie eine Monstranz vor sich her, er ist das Brett vor ihrem Kopf, mit dem sie ihre bedingungslose Solidarität mit Israel in ihren Schädeln einmauern – unabhängig davon, welche Völkerrechtsverstöße, Kriege, Kriegsverbrechen und sonstigen Scheußlichkeiten die israelische Besatzungsmacht in den eroberten und besetzten Gebieten und anderswo durchführt und begeht.

Das ist der deutsche Philosemitismus, das Abziehbild des ebenso deutschen Antisemitismus, der hier in neuer Verkleidung daherkommt und verkündet „Wir sind geheilt! Wir sind jetzt so sehr FÜR die Juden, dass wir sogar die Verbrechen des jüdischen Staates gutheißen!“

‪Eine psychologisch-ideologisch begründete Umkehrreaktion:‬
‪Die Volksgruppe, die man früher als minderwertig und gefährlich betrachtete und sie zu vernichten versuchte (weitgehend erfolgreich), wird jetzt von jeder Schuld freigesprochen – auch wenn sie ihrerseits auf dem von ihr okkupierten Territorium andere Volksgruppen vernichtet. ‬

‪Das hat ganz wenig mit Israel oder Judentum zu tun und ganz viel mit der deutschen Selbstabsolution durch die blinde und totale Unterstützung des zionistischen Staates.‬

‪Der deutsche Nazi-Enkel kann mittels seines staatsräsonal verankerten Philosemitismus den inneren Judenmörder in Schach halten und sich und der Welt beweisen, dass er jetzt wirklich ein ganz anderer ist, quasi das Gegenteil von früher.‬

‪Sein „Nie wieder“ heißt in Wahrheit „Nie wieder DURCH UNS – aber gerne durch Israel an den Palästinensern“‬

Wie „enthauptete Babies“ für die freiwillige „Selbstenthauptung“ – der Abtrennung jeder journalistischen Redlichkeit und kritischer Intelligenz – beim bürgerlichen Mainstream sorgen

Das einzige Land, das in seinem rassistischen Furor und seiner systematischen, institutionalisierten Grausamkeit gegen „volksfremde“ Elemente an das faschistische deutsche „Dritte Reich“ heranreicht, ist ausgerechnet das Staatsprojekt einer der Opfergruppen des Hitlerfaschismus, der „jüdische Staat“ Israel.

Zur Rechtfertigung seiner völkermörderischen Politik und seines Terrors gegen die „menschliche Tiere“ genannten Opfer des israelischen Siedlerkolonialismus erfindet die israelische Propaganda gerne Gräueltaten, die sie den Gegnern anhängt – und ist dabei dank der Mittäterschaft der westlichen Politiker und Medien höchst erfolgreich.

Von „enthaupteten Babies“ bis zu „Massenvergewaltigungen“ wird nichts ausgelassen, was dazu taugt, die ethnische Säuberung Gazas und die rücksichtslose Ermordung zehntausender palästinensischer Zivilisten als „Recht auf Selbstverteidigung“ eines grundlos überfallenen Staatswesens darzustellen.

Max Blumenthal von „The Greyzone“ entlarvt die einschlägigen Lügen und schaut hinter die Kulissen der Gräuelpropaganda, die den westlichen Leitmedienkonsumenten als Tatsachen verkauft werden:

Der Angriff der Hamas am 7. Oktober war kein Terroranschlag

Larry Johnson im Gespräch mit Judge Napolitano über den korrupten Internationalen Strafgerichtshof, der zur Abwechslung und gezwungenermaßen jetzt auch mal die Richtigen anklagt (nicht ohne, aus politischen Gründen und zum Appeasement seiner westlichen Förderer, gleichzeitig auch die Repräsentanten der Opfer der israelischen Okkupation anzuklagen):

„Der Angriff der Hamas am 7. Oktober war kein Terroranschlag. Es war eine militärische Operation mit zwei klaren Zielen.



Ziel 1: Angriff und Zerstörung der israelischen Militärstützpunkte im Umkreis. Das haben sie getan, sie haben die Galani-Brigade in einem Fall besiegt.

Zweitens: Geiseln nehmen, die als Druckmittel verwendet werden können, um mehr als 3.000 Palästinenser freizubekommen, die von der israelischen Regierung als Geiseln genommen worden waren.

Die Hamas so zu behandeln, wie sie Bibi Netanjahu und die Leute behandeln, die legitimerweise Frauen und Kinder töten … die Israelis behaupten ständig: „Oh, die Hamas hat alle … sie hat diese 40 Babys ermordet!“ – Geben Sie uns die Namen! Gebt uns die Namen, listet sie auf! Das haben sie nicht, weil es nicht passiert ist.

Die Hamas hat nicht einen Haufen Babys ermordet, sie haben keine Babys geköpft, sie haben keine Babys in Öfen gesteckt – es ist eine Lüge, und es ist wirklich eine verdammenswerte Lüge.“

Krankenhäuser als Angriffsziele

Die Übertreibung dieser Karikatur ist minimal und innerhalb der satirischen Grenzen. Tatsächlich greift die israelische Armee GEZIELT Krankenhäuser an, um die Arbeit der Notfallmediziner und des sonstigen medizinischen Personals zu erschweren und zu verhindern. Dabei macht es für die IDF keinen Unterschied, ob es sich um Einrichtungen der palästinensischen Zivilverwaltung in Gaza oder solche der UN handelt.

Die Absicht solcher Kriegsverbrechen (die stets mit dem „Kampf gegen die Hamas“ gerechtfertigt werden) lässt nicht viele Zweifel offen über die rassistische, kolonialistische Vernichtungspolitik der zionistischen Besatzungsmacht gegenüber den nicht nur störenden, sondern auch noch widerständigen Arabern, die zum Ärger der Zionisten dummerweise das Land bewohnen, das Israel für sich beansprucht.

Wem da Analogien zu einer bestimmten Ideologie aus dem Deutschland der 1930er und 1940er Jahre einfallen, die auf „Lebensraum“ im Osten aus war und die die dort ansässige Bevölkerung per se als Untermenschen und menschliche Tiere zur Ausrottung vorsah, liegt unter Umständen gar nicht so falsch.

Kriegsverbrechen und ihre Unterstützer

Diese beiden Kinder wurden lebend aus den Trümmern gerettet, die Resultat eines israelischen Bombenangriffs auf ein Flüchtlingslager sind.

Zehn- bis fünfzehntausend Tote bis jetzt durch die israelischen Bomben auf Gaza, ca. 4.000 davon Kinder. Ein Mehrfaches an teilweise schwerst verletzten Opfern der unaufhörlichen, wahllosen Bombardierungen, ohne dass die Möglichkeiten bestehen, sie wenigstens notdürftig zu versorgen.

Unter den 10-15.000 sicher gelegentlich auch mal ein Hamas-Mitglied.

Grausamer als die unterschiedslose Bombardierung von Frauen, Kindern und alten Menschen scheint mir die mentale Akrobatik zu sein, mit der Unterstützer Israels auch solche Kriegsverbrechen zu rechtfertigen wissen:

Mit dem „Recht zur Selbstverteidigung Israels“, wohlgemerkt das „Recht“ eines Okkupationsregimes, sich in den von ihm illegal besetzten Gebieten zu „verteidigen“ – nämlich gegen den ohnmächtigen Widerstand der entrechteten Besetzten.

Und wenn dieser Widerstand mal ein bißchen (oder deutlich weniger) ohnmächtig ausfällt, ist für die Unterstützer der israelischen Besatzungsmacht klar, dass hier nur Terroristen und menschliche Tiere am Werk sein können.

Die Rechtfertigung und Unterstützung der israelischen Bombenangriffe auf die Zivilbevölkerung macht alle westlichen Politiker und Medien zu Komplizen dieser Kriegsverbrechen.

Geschichten die das Leben schrieb: wie ich mal durch ein im Fernsehen gesendetes Interview ganz unbeteiligt zu Schaden kam

Aus Richtung Fernseher dringt der pseudo-einfühlsame professionelle Reportertonfall eines der unaufhörlichen Expertengespräche zum Thema Nahostkrieg an mein Ohr.  Die verlogene Intonation und die standardisierten Sprachregelungen verraten mir, dass es sich um einen der ganz oder teilweise vom deutschen Staat kontrollierten Sender handeln muss.

Ich versuche, so gut es geht, wegzuhören und mich meiner mehr oder weniger kreativen Tätigkeit in meiner Lese- und Zeichenecke zu widmen. Aus dem Interview, das Dunja Halali mit irgendeinem „Experten“ oder Regierungsvertreter führt (ein ausländischer, da der Mann übersetzt wird), dringt trotz meiner Ignorierungsbemühungen ein Satz an mein Ohr, der heraussticht aus dem Einerlei gegenseitiger Bestätigung imperialistischer Moral, welches hier von Interviewtem und Interviewerin für das Fernsehpublikum inszeniert wird.

„Nun ist es ja selbstverständlich, dass Israel das Recht zur Selbstverteidigung gegen den Terror hat, aber bei der Gegenreaktion kommen ja unvermeidlich auch Zivilisten zu Schaden…“, problematisiert die Staatsenderjournalistin in Richtung Gesprächspartner. Was dieser antwortet, höre ich schon nicht mehr (irgendein Bedauern über und Rationalisieren des „Unvermeidlichen“ wird es sein; der Mann ist wohl entweder amerikanischer oder israelischer Militär oder Politiker). 

Vor den Augen der Welt findet also nicht ein erbarmungsloser Bombenkrieg gegen die eingesperrte palästinensische Zivilbevölkerung des Gaza-Streifens statt, jedenfalls nicht für Journalisten deutscher Leitmedien, sondern „es kommen auch Zivilisten zu Schaden“. Diese Späne, die nun mal leider anfallen beim durch und durch gerechtfertigten antiterroristischen Hobeln der israelischen Armee, sind – so suggerieren es Reporterin und Befragter – zwar irgendwie nicht sehr schön. Man würde sie auch gerne möglichst vermeiden, aber – verständige Menschen wissen das – es gibt im Krieg nun mal leider auch Opfer. 

Beziehungsweise eigentlich gar keine Opfer, sondern von Pech heimgesuchte Zivilisten, die bei einem unvermeidlichen Geschehen „zu Schaden gekommen“ sind. Sie stellen insofern höchstens ein theoretisches, weil moralisches, aber kein wirkliches Problem dar für die erfolgreiche Kriegführung Israels und deren mediale Nachbeter. 

Der abgebrühte Zynismus der Formulierung „zu Schaden kommen“ für die Opfer eines Bombenterrors, der genozidale Züge hat, passt zu dem kürzlich durchgesickerten Brevier mit Sprachregelungen für die ganz oder teilweise vom deutschen Staat kontrollierten Sendeanstalten. In diesen Anweisungen wird im Detail festgelegt, wie und mit welchen Ausdrücken und Formulierungen Nachrichtensprecher, Reporter usw. dem Publikum den gegenwärtigen Nahostkrieg zu vermitteln haben. Das sprachliche Framing dient dazu, die Handlungen der israelischen Seite als gerechtfertigt und notwendig, die der Hamas dagegen als terroristisch und archetypisch böse darzustellen.

Während ich die aufsteigende Übelkeit in mir bekämpfe, sinniere ich darüber, wie Frau Halali wohl drei Generationen zuvor ihre militärisch-politischen Gesprächspartner befragt hätte. Vielleicht so: „Herr Eichmann, nun sind ja in den Konzentrationslagern auch Zivilisten zu Schaden gekommen, was können Sie den Zuschauern an der Heimatfront denn dazu mitteilen…?“. Und Eichmann so: „Danke für diese Frage, Frau Halali. Zunächst mal muss ich festhalten, dass es natürlich unser gutes Recht ist, uns gegen den jüdisch-bolschewistischen Terror zur Wehr zu setzen…“ usw.

Ich komme zu dem Schluß, dass bei der Berichterstattung über die Konflikte auf der Welt (vor allem aber bei der über den Krieg Israels gegen Gaza) vor allem Journalismus, Ehrlichkeit und jeder menschliche Anstand auf Seiten der politischen und journalistischen Kriegsbefürworter zu Schaden gekommen sind. Und die Gehirne der Fernsehkonsumenten, die dieser Propaganda täglich ausgesetzt sind.