Die völlige Abhängigkeit der lohnarbeitenden Bevölkerung von den Gewinnberechnungen und Entscheidungen der Eigentümerklasse
Die harte Wirklichkeit des kapitalistischen Grundprinzips, dass das variable Humankapital nur einer von mehreren Kostenfaktor ist, die es in der Krisensituation zu reduzieren gilt (und Krisensituation ist, wenn die erwartete Kapitalvermehrung für Eigentümer Aktionäre nicht so eintritt wie geplant)
Die ebenso erbarmungswürdige wie erbärmliche Unterwerfung der Arbeitsmannschaft unter ihr unentrinnbares und hoffnungsloses Ausgeliefertsein
Das pseudo-tapfere, traurig-putzige Gestammel der interviewten Proletarier, denen als Argument gegen die Interessen der Kapitalisten an Rentabilitätsoptimierung durch Werksschließungen und Entlassungen nur einfällt, „Ich habe Familie“ oder „Ja, schlimm.“
All das kann man einem Tagesthemen-Bericht entnehmen, in dem über die geplanten Kostensenkungsmaßnahmen beim deutschen Vorzeige-Automobilkonzern VW berichtet wird, als handle es sich um ein unbeeinflussbares und gottgebenes Wetterphänomen, das leider sehr viele nass machen und nur die üblichen Verdächtigen im Trockenen sitzen lassen wird.
So ist die Welt nun mal, kammanixmachen, ist schlimm.
Kapitalismus als Schicksal.
Fünf Minuten später können die gebeutelten Proleten sich wenigstens wieder mit Fußball ablenken.
Gerade die „heute“-Nachrichten in der Halbzeitpause des Achtelfinalspiels Portugal – Spanien gesehen.
Die Ablesefrauen im Studio berichten über die russischen Luftschläge auf Drohnenfabriken, militärische Kommandozentralen, Munitionslager und dergleichen in der Ukraine – hauptsächlich in Kiew – von letzter Nacht.
Dass heißt, darüber berichten sie natürlich explizit NICHT. Wenn man ihnen glaubt, hat der Russe aus schierer russenhafter Boshaftigkeit einfach mal einen Raketenhagel auf die unschuldigen Kiewer Hauptstadtbewohner losgelassen, um möglichst viele zu ermorden.
Aber auch darin ist der Russe voll der Loser, denn trotz fünfhundert Raketen und Drohnen hat er nur 22 Leute getötet. Der Widerspruch fällt den ZDF-Propagandisten natürlich nicht auf. Der circa zweiminütige Bericht bespielt die Klaviatur der Emotionen und der aufs Stammhirn zielenden Parteilichkeit. Er verzichtet dabei auf jegliche Hintergründe, Ziele, strategische Implikationen usw., sogar auf die selbst in den russophoben Bürgermedien normalerweise übliche Pseudoausgewogenheit des „Die russische Seite behauptet, die Ziele gelten militärischen Einrichtungen. Unabhängig überprüfen lässt sich das nicht“:
„Scheinbar grundlose Angriffe“ (die Bilder zeigen ein beschädigtes Wohnhaus) und „Es kann jeden treffen!“ barmt der ZDF-Reporrer und zerrt dann die unvermeidlichen örtlichen Augenzeugen vor die Linse. Die bestätigen in wenigen kurzen Sätzen die feststehende Grundvoraussetzung solcher Berichte: Russe böse, mordet friedliche Ukrainer ohne Grund, tapferer Präsident Selenski aber jetzt beim NATO-Gipfel, der ihm hoffentlich hilft.
Was Russland mit den Angriffen laut eigener Ankündigung erreichen will, nicht müde wird zu erklären, aufgrund der westlichen Eskalationspolitik reziprok und präzise umsetzt, welches Kalkül dahinter steckt, was die Kriegsziele sind – über all das wird der ZDF-schauende Fernsehbürger nicht nur im Unklaren gelassen, sondern gefüttert mit einem Brei aus Desinformation, Lügen, kontrafaktischen Behauptungen und dem Gegenteil von dem, was eigentlich passiert.
All das ist debiler, dümmer und infantiler als die Tele-Tubbies. Diese Art „Nachrichtensendung“ will nicht informieren, sie will desinformieren. Sie lässt absichtlich wesentliche Bestandteile der Ereignisse weg (obwohl diese allgemein zugänglichen Quellen ohne weiteres entnommen werden können). Zweck ist die Abrichtung des Medienkonsumenten zur Parteinahme, zur Identifikation mit der ukrainischen Kriegspartei.
Zu guter letzt wird noch „Unser Mann in Kiew“, der deutsch-ukrainische Boxchampion Vitali Klitschko gezeigt, der mit hartem russischen Akzent bekannt gibt, dass das alles ganz schlimm sein und dass er gesehen hat, wie man Tote aus den Gebäuden holte. Mit diesem faustkämpfenden Sympathieträger, praktischerweise Bürgermeister des Berliner Stadtteils Kiew, ist ein für alle mal klar, dass es sich hier eigentlich schon nicht mehr um Krieg handelt, sondern im Grunde um Terrorismus. Der Oberterrorist Putin hat gewissermaßen seinen Terrorstaat in Form der russischen Terrorarmee auf die Ukraine, also im Grunde auf uns, losgelassen und richtet ganz ganz Schlimmes an.
Zum Glück aber sind die Nachrichten jetzt zu Ende und der Fußball geht weiter.
In einem der in Privatbesitz befindlichen Konzernmedien-Portale erscheint ein weiterer Artikel aus der endlosen Prozession alarmistischer Warnungen vor russischer Unterwanderung von was auch immer (diesmal gleich der ganzen „Gesellschaft“ und der „Demokratie“). So wird dem Volkskörper unablässig die Kriegstüchtigkeit einmassiert, ohne die er in Form seiner Einzelglieder nicht zum Marschieren gegen den Feind im Osten zu gebrauchen ist – Feindbildpflege ist und war schon immer DAS Mittel der Wahl, um den Bürgern all die Zumutungen und Härten schmackhaft zu machen, die so ein Krieg schon in Vorkriegszeiten mit sich bringt.
Auf „Facebook“ wird der Blödsinn dann wie folgt verwurstet:
Russische Geheimdienste versuchen nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden gezielt, Nordrhein-Westfalen zu destabilisieren. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) spricht von Spionage, Cyberangriffen, Sabotage und Desinformation. Ziel sei es, die Gesellschaft zu verunsichern und das Vertrauen in die Demokratie zu schwächen. In den vergangenen Monaten wurden nach Angaben der Behörden mehrere mutmaßliche Spionage- und Sabotagefälle in NRW aufgedeckt. Betroffen seien unter anderem Bahntransporte, Unternehmen und Unterstützer der Ukraine. Bund und Länder haben ihre Zusammenarbeit gegen Bedrohungen deshalb ausgebaut.
Das bewegt mich zu einer anerkennenden Danksagung:
Danke, „RTL West“ und NRW-Innenminister Herbert Reul!
Dank euch weiß ich jetzt, dass nicht Kriegskurs, Verarmung, Schleifen des Sozialstaates, illegale Sanktionen sogar gegen Privatleute, strafrechtliche Verfolgung regierungs- und ukrainekritischer Standpunkte, Teuerung, Aufrüstung und freiwilliger ökonomischer Selbstmord durch Verzicht auf günstige Erdgasimporte aus Russland „die Demokratie schwächen“ und “die Gesellschaft verunsichern“.
Nein: es ist – wer hätte das gedacht – schon wieder DER RUSSE!
Na wenn das so ist, dann ist die von euch andauernd geforderte Kriegstüchtigkeit ja anscheinend doch nötig. Dieser Russe ist ja wohl zu ALLEM fähig. So ein Schlawiner! Spioniert, sabotiert, führt Cyberangriffe durch und desinformiert!!
Ist denn, „RTL West“ und NRW-Innenminister Herbert Reul, dieser „Russe“ gerade hier in diesem Raum? Also dort, wo ihr seid?
Ja? Ist er? Und er greift gleich „ganz Europa“ an mit seiner russentypischen Bosheit?
Alexander Mercouris berichtet in seinen heutigen Podcast, dass es sich bestätigt hat, dass die „ukrainischen“ Drohnen, die für ein paar Schäden an den Tanklagern einer Moskauer Erdölraffinerie, hauptsächlich aber für medienwirksame dicke schwarze Rauchwolken gesorgt haben, tatsächlich mit zusätzlichen Benzintanks ausgestattet waren.
Grund: die bei dem Angriff verursachten Explosionen sollten extra-eindrucksvolle dunkle Rauchwolken für die kognitive Kriegsführung der NATO produzieren. Vor allem sollten sie aber dem leichtgläubigen und leicht beeindruckbaren US Präsidenten zeigen, dass mit der Ukraine weiter zu rechnen ist und dass deren fortgesetzte oder erneute Belieferung mit Kriegsgerät durch die USA sich lohnt.
Das ist die Art von Theatralik, mit der NATO und Ukro-Faschismus inzwischen versuchen, noch ein paar Punkte in dem für sie an allen Frontabschnitten verlorenen Krieg zu machen. Mit dem drogenabhängigen Penisklavierspieler, der der Kiewer Mafia vorsteht, haben die westlichen Drahtzieher des Kriege sicherlich die geeignetste Figur gefunden, die sich für solche Zirkusnumnern denken lässt.
Ich habe heute Abend durch Zufall etwas mitkriegen müssen, was ich sonst tunlichst vermeide, nämlich die Nachrichten im staatlich kontrollierten Propagandasender der BRD. Ist so passiert, weil ich in das Spiel Spanien – Cabo Verde reingeschaut hatte; im Anschluss daran kam gleich die „Tagesschau“.
Wenn man seit Jahren entwöhnt ist von derlei Volksverhetzung und -verblödung, empfindet man dabei eine Mischung von Entsetzen und Amüsement, übergehend in Ekel, über die dümmliche und rotzfreche Chuzpe, mit der dieses Format sogenannte Nachrichten für die gleichgeschaltete Volksgemeinschaft aufbereitet.
Immerhin weiß ich jetzt, dass die aktuelle Sprachregelung für die imperialistischen Kernstaaten, die sich in den G7 versammeln, nicht mehr „die größten westlichen Industriestaaten“ ist, sondern jetzt „die größten DEMOKRATISCHEN Industriestaaten“ lautet. Damit ist dem bundesdeutschen Sofadeppen mit einem kleinen Adjektivwechsel untergejubelt, dass alles, was außerhalb der transatlantisch-imperialistischen Epsteinwelt wirtschaftsmäßig unterwegs ist, schon mal auf keinen Fall demokratisch sein kann. Im Gegenteil gehören Nicht-G7-Staaten im Zweifel zu den Autokratien oder – noch schlimmer – Diktaturen, gegen die wir zurecht gerade aufrüsten und Krieg führen oder zu führen beabsichtigen. China und Russland müssen gar nicht mehr erwähnt werden; der gelernte Staatsmedien-Konsument weiß, wer gemeint ist.
Die Vorlesetante hinter dem News-Pult befragt einen Vor-Ort-Journalismussimulanten nach Gesprächsthemen und möglichen Ergebnissen des G-7-Gipfels, speziell aber nach der Reaktion des „Regimes“ – damit ist die Regierung des Iran gemeint – auf Trumps großartigen Erfolg einer Vereinbarung, die den Krieg beenden soll.
Die lächerliche Masche, alles, was sich der imperialistischen Kriegsmaschine zu entziehen versucht oder tatsächlich dagegen opponiert, als Regime statt als Regierung zu bezeichnen, kennt man und überhört es als schmerzfreier Beobachter imperialistischer Propaganda schon fast automatisch – viel interessanter an der Meldung ist jedoch die komplett unkritische Parteinahme und Identifikation der „Tagesschau“-Redaktion mit dem US-Imperialismus und seinen europäischen Vasallen, die in diesem Fall einmal als Gesamtgebilde verstanden werden (sollen).
Dessen universal wohltätiges und vernunftgebotenes Interesse an einer gedeihlichen prosperierenden Weltwirtschaft wird nämlich, so suggeriert uns die „Tagesschau“, andauernd von irgendwelchen fiesen Mullahs, finsteren „Regimen“ und deren Hisbollanten, Hamassiten und sonstigen Allahu-Akbar-Proxies behindert und sabotiert, und zwar durch den naturgegebenen terroristischen Charakter, der diesen Gesellen zu eigen ist.
Dort unten ist jedenfalls wegen all dieser sinnlos bösartigen, also islamischen, vom Iran bewaffneten Freiheitsfeinde immerzu unsere freiheitlich-friedliche Weltordnung in Gefahr, was selbstverständlich einige sehr robuste Antworten erfordert. Diese werden vor allem von unserem amerikanischen Verbündeten gegeben, aber auch die einzige Demokratie im Nahen Osten, der tapfere kleine Judenstaat, ist gerne mit dabei, wenn es darum geht, den Araberhorden ringsum ihre angeborene Lust an Gewalt und Terror auszutreiben.
Ganz schlimm auch eine fürchterlich gruselige Truppe namens Hisbollah, die im Libanon unseren Lieblings-Holocaustopfern, den Israelis, das Leben schwer macht, weshalb diese den Libanon dauerhaft besetzen müssen, um eine Sicherheitszone zu schaffen. Die „Tagesschau“ präsentiert diesen Umstand als so grundvernünftig und keiner weiteren Diskussion würdig, wie wenn man kommuniziert, dass man sich mit Autan einreibt, wenn man in einem Mückengebiet wandert.
Wiederum verdutzt und befremdet die unverhohlene propagandistische Identifikation des staatlichen „Nachrichten“-Propagandaschlachtschiffes mit dem zionistischen Apartheid- und Völkermordstaat und seinen expansionistischen militaristischen Abenteuern.
Zwei-Minuten-Hass: russophobes Highlight der Tagespropagandaschau
Dann aber kommt das Highlight der heutigen Propagandisierung des Volkskörpers: die obligatorischen Zwei-Minuten-Hass gegen den Feind im Osten!
Dieser hat nämlich gestern Nacht – höchstwahrscheinlich aufgrund seiner grundlos bösen und gewalttätigen Russennatur, denn andere oder überhaupt IRGENDWELCHE Gründe für die russischen Angriffe mit Drohnen und Marschflugkörpern erfahren wir nicht – unsere demokratischen Helden in Kiew bombardiert und dabei eine Kloster-Kathedrale beschädigt, die UNESCO Weltkulturerbe ist, darum also für die „ukrainische Identität“ steht – behauptet jedenfalls die Tagesschau.
Tatsächlich ist die historische religiöse Stätte seit Jahren Verfolgung und krimineller Gewalt durch die Kiewer Machthaber ausgesetzt: orthodoxe Mönche wurden vertrieben, Priester inhaftiert, die Stätte wurde entweiht als Plattform für bekannte ukrainischen Nazis wie Dmitro Korchinsky sowie für militärische Zeremonien wie Medaillenverleihungen u.ä. genutzt. Die gestrigen Schäden wurden laut Auskunft russischer Stellen von Kiewer Streitkräften verursacht, entweder durch eine Luftabwehrrakete oder durch vorsätzliche Brandstiftung.
Solche Feinheiten interessieren natürlich die „Tagesschau“ nicht; sie zerrt stattdessen eine „Olexandra“ und eine „Natalja“, jedenfalls nachnamenslose Ukrainerinnen, vor die Kamera, damit sie die Sätze aufsagen, auf die es der Redaktion ankommt und die der Zuschauer wissen soll: Der Russe will die ukrainische Kultur zerstören! Er will die Identität der ukrainischen Nation eliminieren, denn eine Nation ohne Identität lässt sich einfacher auslöschen, beziehungsweise nach Russland absorbieren!
Nachdem so die dämonische Natur das russischen Untermenschen – hinterlegt von beschädigten und brennenden Kathedralenkuppeln aus allen Perspektiven – mal wieder eindeutig belegt ist, kommt noch ein bedenkenträgerischer weiterer „Tagesschau“-Journalismussimulant vor die Kamera. Dabei handelt es sich um einen deutsch-ukrainischen Hardcore-Propagandisten, den mit allen Wassern transatlantischer pro-ukrainischer Gehirnwäsche gewaschenen Wassili Golod, dessen Statements genauso gut direkt aus dem ukrainischen Präsidialbüro in der Bankova stammen könnten. Golod fasst alles noch mal in zwei oder drei einprägsamen Sätzen zusammen und ordnet es damit für den Staatsfunk-Konsumenten so ein, dass dieser die Propagandahäppchen gut verdauen und lange etwas davon haben kann: „Museen, Kulturzentren, Klöster – Russland greift verstärkt die Orte an, die für die historischen Wurzeln der Ukraine stehen…“
Wäre die „Tagesschau“ eine Nachrichtensendung und kein staatliches Propagandaorgan der kriegführenden BRD-Regierung, könnten wir tatsächlich Informationen erhalten über den gestrigen Luftschlag Russlands auf Kiew und andere Orte in der Ukraine.
Die Angriffe galten folgenden Zielen:
JSC „Kiewer Radarwerk“, das Komponenten für unbemannte Langstreckenflugzeuge entwickelt und herstellt sowie militärische Radarsysteme produziert und repariert;
einer Werkstatt für die Produktion und Einsatzvorbereitung (Einstellung) von Lang- und Mittelstrecken-UAVs auf dem Gelände des Dovzhenko-Filmstudios;
LLC „Unmanned Technologies“, die die groß angelegte Montage ausländischer Komponenten für Langstrecken-Angriffs-UAVs durchführt;
JSC „Mayak-Werk“, das Kampfkomponenten für UAVs und Startbeschleuniger für „Flamingo“-Marschflugkörper herstellt;
JSC „Burevestnik-Werk“, das Lang- und Mittelstrecken-UAVs sowie Radargeräte für die Streitkräfte der Ukraine herstellt;
LLC „Ukr Arm Tech“, die Kampfkomponenten (Munition) für UAVs und verschiedene Raketentypen montiert;
JSC „Kyiv Aggregate Plant“ und „Civil Aviation Repair Plant No. 410“, die Luft- und Raumfahrzeuge, Flugzeugturbostrahltriebwerke sowie Komponenten für Lang- und Mittelstrecken-UAVs herstellen;
JSC „New Mail Innovation Terminal“, das Dual-Use-Produkte liefert und lagert, unter anderem für die Herstellung von UAVs, Roboterkomplexen und elektronischen Kampfsystemen;
Darüber hinaus wurden Militärflugplätze in Wasilkow, Uman, Tscherkassy und Krasna Slobodka sowie territoriale Rekrutierungszentren in Kiew getroffen.
Ist noch jemandem außer mir aufgefallen, dass die „Berichterstattung“ des westlichen Mainstreams in Bezug auf Russlands (und „Putins“) bevorstehenden Untergang/seinen ökonomischen Zusammenbruch/einen unmittelbar bevorstehenden Putsch/die generelle und ultimative Abwendung der Bevölkerung von Staat und Regierung – dass jedenfalls die Beschreibung all dieser Szenarien, die sich laut westlichen Medien für Russland abzeichnen, immer wilder und hysterischer wird?
Praktisch JEDE Zeitung, die man aufschlägt, jedes Informationsportal, das man aufruft (sofern dem westlichen Mainstream zuzuordnen), überschlägt sich mit düster dräuenden Krisenmeldungen aus dem Dunkelreich des östlichen Feindes – und zwar in einem Ausmaß, das mittlerweile unfreiwillig komisch ist und das mit der Realität und den Fakten (vor allem denjenigen in der Zone der Militärischen Sonderoperation) genau NULL zu tun hat.
Simplicius the Thinker hat einen netten Artikel zu dem Thema verfasst:
Die Moskauer Parade zum Tag des Sieges ist reibungslos über die Bühne gegangen. Selenskyj erhielt den Anruf von Trump und wurde sofort auf Linie gebracht, nachdem er eine Woche lang harte Töne angeschlagen und angedeutet hatte, die Ukraine könne Russlands heiligen Feiertag stören.
In Wirklichkeit griff Russland die Ukraine nach Belieben an, während Selenskyj einen Tag zuvor seinen belanglosen einseitigen „Waffenstillstand“ verkündet hatte, der die Feierlichkeiten zum Tag des Sieges in Moskau in den Schatten stellen und ihnen zuvorkommen sollte.
Doch während der russischen Parade lernte Selenskyj, wo sein Platz ist, und versuchte nicht, seiner eigenen angeschlagenen Herrschaft den Todesstoß zu versetzen – insbesondere nachdem Russland ein aktuelles Überwachungsvideo veröffentlichte, das mit einer mutmaßlichen Gerbera-Drohne direkt über der Werchowna Rada in Kiew aufgenommen wurde:
Bei Maybritt Illgner sitzen sie und sind sich einig wie noch nie, dass es mal wieder endlich Zeit für Krieg und uns‘re Tüchtigkeit den Waffengang auch zu besteh‘n. Und fragt ihr sie: „Ja, gegen WEN?“ Dann können sie es nicht versteh‘n, wie man als Volk so dumm sein kann: Der Russe ist mal wieder dran!
Mir fällt gerade der alte Abzählreim ein, mit dem wir in der Kindheit „Verstecken“ spielten.
„1,2,3,4 Eckstein alles muss versteckt sein, hinter mir und vor mir, 1,2,3, ich komme!“
Die deutschen Leit- und Mainstreammedien zählen so ähnlich ab, wenn es um die Epstein-Akten geht.
Die Mischung, die die zugrundeliegenden politisch-psychologischen Muster unaussprechlicher Perversion mit der für diese Eliten garantierten Straffreiheit für jedwedes Verbrechen eingehen, wollen unsere Medien dem Publikum auf keinen Fall zumuten.
Es könnte ja auf den naheliegenden Schluss kommen, dass diese sichtbaren Spitzen etwas mit dem darunter liegenden Eisberg von Kapitalismus und Imperialismus zu tun haben.
Die bürgerlichen Propagandamedien machen also, neben der Wegerklärung all der perversen Scheußlichkeiten als Verfehlungen unerklärlicherweise böser Individuen – das Naheliegende und zählen wie folgt ab:
„1,2,3,4 Epstein alles muss versteckt sein, hinter mir und vor mir, 1,2,3, – s‘war PUTIN!!“
Im Spiegelversum betritt man eine BRD der 1960er Jahre, ohne Sanktionskrieg und daraus resultierende Energiepriesexplosion und Deindustrialisierung, eine Welt in der Deutschland als wirtschaftlicher Motor Europas brummt, in der Europa der Nabel der Welt ist und in der die größte Sorge „der Politik“ ist, das Staatsschiff weise durch die kleinen Untiefen zu steuern, die durch Inkompetenz und Feindseligkeit Dritter entstanden sind.
Ansonsten ist in dieser besten aller denkbaren Welten aber alles so vollkommen zufriedenstellend geordnet, dass sie im Grunde ein einziger langer AUFSCHWUNG ist.
Beide nehmen jeweils sich selbst und die andere Branche sehr ernst. Die Medien natürlich, weil es heute zum medialen Überlebensmodus gehört, so zu tun, als wären die politischen Charaktermasken, denen sie eigentlich auf die Finger schauen sollten, ihre Dienstherren, deren Entschlüsse sie grundsätzlich so zu kolportieren haben, dass diese nicht infrage gestellt werden. Allenfalls ist eine gewisse geschmäcklerische Kommentierung erlaubt, die aber niemals die Grundsätze des fundamentalen Einverständnisses von Herrschaft und Hofberichterstattern infrage stellen würde.
Die Komplizenschaft der journalistischen Hofberichterstatter ist jedenfalls wirklich fast ebenso gruselig wie die Tatsache, dass der peinliche politische Gartenzwerg Merz und sein pathologischer Russenhaß in Deutschland hingenommen wird als hätte ein böser Gott uns dazu verurteilt, erneut unter einem fanatischen Führer in den Krieg gegen Russland zu ziehen.
Man kann sich‘s nicht erklären; selbst die naheliegende (und sicherlich korrekte) Analyse der Kräfteverhältnisse und Ambitionen des deutschen Imperialismus in der Staatenkonkurrenz als eines (mal wieder) um einen „Platz an der Sonne“ erfolgreicher kapitalistischen Geschäftemacherei bemühten Rudelführer eines europäischen Staatenbundes bringt einen nicht unbedingt weiter.
Es scheint zusätzlich noch eine Komponente ideologischen Wahns und unerbittlicher „Nach mir die Sintflut“-Psychose vorzuliegen, gerade auch bei Charaktermasken wie Merz und ähnlich strukturierten Wichtigtuern, deren Selbstdarstellung wohl die Kompensation für die intellektuelle Dürftigkeit sein soll, die der Mann vermutlich selber verspürt.
Auf deutsch: je impotenter, schmalbrüstiger und generell mental zu kurz gekommen der politische Protagonist, umso wuchtiger das Säbelrasseln und das verbale Lautsprechertum kriegsbereiter Entschlossenheit und Vernichtungswut gegen „den Feind“.