España salva al fútbol

Das gesamte argentinische Team wirkte im Endspiel der WM so, als hätten sie sich zum Ziel gesetzt, den Fußball zu zerstören und möglichst hässliche Fouls zu begehen. Selbst Messi, aber der machte es auf elegantere Art:

„Es gab einen Moment, in den letzten Sekunden der regulären Spielzeit, in dem Messi plötzlich zum Leben erwachte. Er hatte den Großteil der vorangegangenen 90 Minuten in glorreicher Isolation verbracht und aus der Ferne zugesehen, wie Spanien die argentinische Abwehr in einen Zustand der Hypnose versetzte. Er hatte den Ball kaum berührt, geschweige denn seine gewohnte Magie entfalten können. Doch ein Spieler von Messis Kaliber bleibt nie lange still.

Und so, kurz nach der roten Karte für Fernández, griff er tief in die Trickkiste … und verpetzte Marc Cucurella, weil dieser mit der Hand vor dem Mund mit ihm gesprochen hatte. Der Schiedsrichter ließ sich davon nicht beeindrucken.“ (New York Times, USA)*

Gut, das diese Truppe, die wie ein Rudel Kampfhunde über den Platz lief – aber zum Glück von den überlegenen Spaniern jederzeit dominiert wurde – verdient verloren hat. Und auch in der Niederlage zeigten die Argentinier, was für stil- und respektlose Verlierer sie sind:

„Bei der Medaillenverleihung der Weltmeisterschaft bildeten die spanischen Spieler eine Ehrengarde für die argentinischen Spieler, angeführt von einem tränenreichen Lionel Messi, als diese auf die Bühne gingen, um ihre Silbermedaillen entgegenzunehmen.

Als jedoch Spanien an der Reihe war, seine Goldmedaillen entgegenzunehmen und den Weltmeisterpokal in die Höhe zu recken, begaben sich die argentinischen Spieler auf die andere Seite des Spielfelds und drehten ihren Gegnern den Rücken zu, um ihren eigenen Fans zuzuwenden – was wie eine Geste der Respektlosigkeit wirkte.“ (The Independent, UK)

Von ähnlicher schwer erträglicher Infantilität und Boshaftigkeit erwies sich einmal mehr der fettleibige Clown, der derzeit als Diktator und Gottkönig der USA fungiert:

„Ein emotional unterentwickelter, nach Bestätigung gieriger, narzisstischer Trottel hat einmal mehr bewiesen, dass er psychologisch nicht in der Lage ist, sich eine Situation vorzustellen, in der sich nicht alles um ihn dreht.

Während er grinsend wie ein Kleinkind, das auf eine Belohnung wartet, im Mittelpunkt der Bühne stand, fehlte diesem Aufmerksamkeitssucher die emotionale Intelligenz, die Bescheidenheit, die Anmut oder das Selbstbewusstsein, um zu erkennen, dass er einen besonderen, einmaligen Moment für die spanische Fußballnationalmannschaft ruinierte.

Statistiken zeigen, dass der 79-jährige Trottel im WM-Finale null Minuten spielte, null Tore schoss, null Vorlagen gab und null Paraden zeigte, aber in der Kategorie „sich psychopathisch in die Leistung eines anderen einzumischen“ der Beste auf dem Platz war.

Es wird vermutet, dass der Mann Spaniens historischen WM-Sieg damit feiern wird, dass er eine Statue von sich selbst errichten lässt.“ (The Shovel, Australien)

  • „Die Hand vorm Mund“ wird seit neuestem auf Anweisung der FIFA geahndet, um rassistische Beleidigungen auf dem Platz zu unterbinden.

Richtige, aber zahnlose Kritik

Der WEMEZE-Text ist in seiner Beschreibung der Zustände akkurat, lässt aber den Leser mit der Frage zurück, WARUM das nun alles eigentlich passiert. Weil die handelnden Politiker böse Gesellen sind? Weil die Welt nun mal schlecht ist?

Wie so viele präzise beobachtende Artikel bleibt auch dieser bei der Beschreibung stehen und vermeidet es, sich mit den Ursachen des autoritären Staatsumbaus zu befassen. Da würde er nämlich auf die INTERESSEN stoßen, die sich in einer kapitalistischen Gesellschaft IMMER durchsetzen – aus dem einfachen Grunde, dass Staat und Gesellschaft für und von diesen Interessen eingerichtet sind: kapitalistisches Eigentum, Kapitalvermehrung, unausweichliche Verbindlichkeit der kapitalistischen Eigentumsordnung (und damit der Klassengesellschaft) für alle Bewohner des auf diese Weise beherrschten Territoriums, garantiert von der Staatsmacht.

Diese schönen Verhältnisse sehen auch die Kritiker des autoritären Staatsumbaus – den manche auch „Faschisierung“ nennen – im Normalfall als erstrebenswert, alternativlose, bestmögliche Ordnung usw.

Das macht ihre (richtige) Kritik so zahnlos, so wirkungslos, so ausschließlich auf Empörung und moralische Verurteilung des Kritisierten gerichtet. Sie wollen nicht n die BASIS der von ihnen beschriebenen Zustände, die sie als Fehlentwicklung einer grundsätzlich richtigen Sache sehen. Sie wollen nicht die EIGENTUMSFRAGE stellen. Sie wollen den Kapitalismus behalten – aber der soll doch bitte nicht so rücksichtslos gegen sein Verwertungsmaterial (ob menschlich oder dinglich) sein.

Sie fürchten den Kommunismus (so nennen sie den Sozialismus). Und ohne „Kommunismus“, ohne eine sozialistische Organisation der wesentlichen Teile gesellschaftlicher (Re-)Produktion wird uns der Kapitalismus auf seinem gegenwärtigen Weg mal wieder in einen Krieg führen, von dem diesmal niemand sagen kann, ob und wie ihn irgendjemand überleben wird.

Man muss sich die Eleganz dieses politischen Moments auf der Zunge zergehen lassen, sofern man sich das Schlucken noch leisten kann. Während man dem Publikum weiterhin die Illusion eines komplizierten Reformgeschehens vorspielt, wird im Hintergrund mit bewundernswerter Konsequenz an der einfachsten aller Lösungen gearbeitet: der Entkernung. Nicht laut, nicht dramatisch, sondern mit der Geduld eines Verwaltungsakts, der weiß, dass seine größte Stärke darin liegt, niemanden mehr zu interessieren.

Der autoritäre Umbau kommt nicht im Stiefel daher, sondern im Sparpaket. Er spricht nicht von Macht, sondern von Effizienz, nicht von Kontrolle, sondern von Notwendigkeit. Und wer sich wundert, warum ausgerechnet im Gesundheitssystem gekürzt wird, der hat den feinen Humor dieser Politik noch nicht verstanden. Eine Bevölkerung, die sich ihre seelische Stabilität nicht mehr leisten kann, ist berechenbarer. Wer permanent damit beschäftigt ist, nicht auseinanderzufallen, stellt keine lästigen Fragen mehr nach dem Zustand des Ganzen.

Die Einschnitte bei Psychotherapeutinnen sind daher kein Versäumnis, sondern eine strategische Glanzleistung. Man entzieht der Gesellschaft die Fähigkeit zur Selbstreflexion und verkauft das als Haushaltsdisziplin. Der Bürger wird nicht mehr behandelt, er wird verwaltet. Und wer verwaltet wird, der widerspricht nicht, er funktioniert oder fällt aus der Statistik.

Parallel dazu verschwindet das Transparenzgesetz mit jener Diskretion, die man sonst nur von Absprachen kennt, die besser nie getroffen worden wären. Transparenz ist schließlich gefährlich, weil sie Zusammenhänge sichtbar macht. Ein autoritärer Umbau aber lebt davon, dass alles fragmentiert erscheint, als eine lose Abfolge von Einzelmaßnahmen, die zufällig alle in dieselbe Richtung weisen. Wer das Muster erkennt, hat schon zu viel gesehen.

Dass gleichzeitig die Mittel für ein NSU-Dokumentationszentrum gestrichen werden, ist dabei kein Zufall, sondern ein Bekenntnis. Erinnerung stört. Sie stellt Vergleiche her, wo man lieber Einzelfälle hätte. Sie zwingt dazu, Kontinuitäten zu erkennen, wo man doch so viel Wert darauf legt, alles als notwendige Gegenwartspolitik zu deklarieren. Eine Gesellschaft ohne Gedächtnis ist leichter zu formen, weil sie nicht mehr weiß, was sie verloren hat.

Und so marschieren CDU, CSU und SPD mit bemerkenswerter Einigkeit durch dieses Programm der schleichenden Verrohung, das sich selbst noch als Vernunft ausgibt. Es ist die große Koalition der Entleerung, die sich nicht einmal mehr die Mühe macht, ihre Ziele zu verschleiern, weil sie weiß, dass die Aufmerksamkeitsspanne längst auf Sparflamme läuft.

Lars Klingbeil kommt dabei eine fast tragische Rolle zu, wenn Tragik nicht voraussetzen würde, dass jemand die Lage erkennt. Er führt seine Partei nicht in den Untergang, er verwaltet ihn. Und man muss ihm zugestehen, dass er das mit einer Konsequenz tut, die in ihrer Schonungslosigkeit fast wieder Respekt einflößt. Es ist die Ehrlichkeit des Abrisses, der nicht mehr so tut, als wolle er renovieren.

Am Ende bleibt eine Ordnung, die niemand beschlossen hat und die doch alle betrifft. Sie wächst nicht aus Überzeugung, sondern aus Gewöhnung. Und genau darin liegt ihre Stärke. Der autoritäre Umbau braucht keine großen Gesten, solange er die kleinen Schritte besitzt, die niemand mehr zählt. Wer noch mitzählt, gilt bereits als Störung. Und Störungen werden, wie man weiß, früher oder später beseitigt, ganz im Sinne einer Politik, die sich selbst für alternativlos erklärt und damit jede Alternative zum Verdacht macht.

Zum Original-Posting (Facebook)

VW verkauft weniger Autos: das müssen die Arbeiter büßen

Screenshot
  • Die völlige Abhängigkeit der lohnarbeitenden Bevölkerung von den Gewinnberechnungen und Entscheidungen der Eigentümerklasse
  • Die harte Wirklichkeit des kapitalistischen Grundprinzips, dass das variable Humankapital nur einer von mehreren Kostenfaktor ist, die es in der Krisensituation zu reduzieren gilt (und Krisensituation ist, wenn die erwartete Kapitalvermehrung für Eigentümer Aktionäre nicht so eintritt wie geplant)
  • Die ebenso erbarmungswürdige wie erbärmliche Unterwerfung der Arbeitsmannschaft unter ihr unentrinnbares und hoffnungsloses Ausgeliefertsein
  • Das pseudo-tapfere, traurig-putzige Gestammel der interviewten Proletarier, denen als Argument gegen die Interessen der Kapitalisten an Rentabilitätsoptimierung durch Werksschließungen und Entlassungen nur einfällt, „Ich habe Familie“ oder „Ja, schlimm.“

All das kann man einem Tagesthemen-Bericht entnehmen, in dem über die geplanten Kostensenkungsmaßnahmen beim deutschen Vorzeige-Automobilkonzern VW berichtet wird, als handle es sich um ein unbeeinflussbares und gottgebenes Wetterphänomen, das leider sehr viele nass machen und nur die üblichen Verdächtigen im Trockenen sitzen lassen wird.

So ist die Welt nun mal, kammanixmachen, ist schlimm.

Kapitalismus als Schicksal.

Fünf Minuten später können die gebeutelten Proleten sich wenigstens wieder mit Fußball ablenken.

Russe enthemmt: „Es kann jeden treffen!“

Achdujeh. 

Gerade die „heute“-Nachrichten in der Halbzeitpause des Achtelfinalspiels Portugal – Spanien gesehen.

Die Ablesefrauen im Studio berichten über die russischen Luftschläge auf Drohnenfabriken, militärische Kommandozentralen, Munitionslager und dergleichen in der Ukraine – hauptsächlich in Kiew – von letzter Nacht.

Dass heißt, darüber berichten sie natürlich explizit NICHT. Wenn man ihnen glaubt, hat der Russe aus schierer russenhafter Boshaftigkeit einfach mal einen Raketenhagel auf die unschuldigen Kiewer Hauptstadtbewohner losgelassen, um möglichst viele zu ermorden. 

Aber auch darin ist der Russe voll der Loser, denn trotz fünfhundert Raketen und Drohnen hat er nur 22 Leute getötet. Der Widerspruch fällt den ZDF-Propagandisten natürlich nicht auf. Der circa zweiminütige Bericht bespielt die Klaviatur der Emotionen und der aufs Stammhirn zielenden Parteilichkeit. Er verzichtet dabei auf jegliche Hintergründe, Ziele, strategische Implikationen usw., sogar auf die selbst in den russophoben Bürgermedien normalerweise übliche Pseudoausgewogenheit des „Die russische Seite behauptet, die Ziele gelten militärischen Einrichtungen. Unabhängig überprüfen lässt sich das nicht“:

„Scheinbar grundlose Angriffe“ (die Bilder zeigen ein beschädigtes Wohnhaus) und „Es kann jeden treffen!“ barmt der ZDF-Reporrer und zerrt dann die unvermeidlichen örtlichen Augenzeugen vor die Linse. Die bestätigen in wenigen kurzen Sätzen die feststehende Grundvoraussetzung solcher Berichte: Russe böse, mordet friedliche Ukrainer ohne Grund, tapferer Präsident Selenski aber jetzt beim NATO-Gipfel, der ihm hoffentlich hilft.

Was Russland mit den Angriffen laut eigener Ankündigung erreichen will, nicht müde wird zu erklären, aufgrund der westlichen Eskalationspolitik reziprok und präzise umsetzt, welches Kalkül dahinter steckt, was die Kriegsziele sind – über all das wird der ZDF-schauende Fernsehbürger nicht nur im Unklaren gelassen, sondern gefüttert mit einem Brei aus Desinformation, Lügen, kontrafaktischen Behauptungen und dem Gegenteil von dem, was eigentlich passiert. 

All das ist debiler, dümmer und infantiler als die Tele-Tubbies. Diese Art „Nachrichtensendung“ will nicht informieren, sie will desinformieren. Sie lässt absichtlich wesentliche Bestandteile der Ereignisse weg (obwohl diese allgemein zugänglichen Quellen ohne weiteres entnommen werden können). Zweck ist die Abrichtung des Medienkonsumenten zur Parteinahme, zur Identifikation mit der ukrainischen Kriegspartei.

Zu guter letzt wird noch „Unser Mann in Kiew“,  der deutsch-ukrainische Boxchampion Vitali Klitschko gezeigt, der mit hartem russischen Akzent bekannt gibt, dass das alles ganz schlimm sein und dass er gesehen hat, wie man Tote aus den Gebäuden holte. Mit diesem faustkämpfenden Sympathieträger, praktischerweise Bürgermeister des Berliner Stadtteils Kiew, ist ein für alle mal klar, dass es sich hier eigentlich schon nicht mehr um Krieg handelt, sondern im Grunde um Terrorismus.  Der Oberterrorist Putin hat gewissermaßen seinen Terrorstaat in Form der russischen Terrorarmee auf die Ukraine, also im Grunde auf uns, losgelassen und richtet ganz ganz Schlimmes an. 

Zum Glück aber sind die Nachrichten jetzt zu Ende und der Fußball geht weiter.

Feindsender verbreiten ist strafbar!

Gute Nachrichten für die Freunde alleinseligmachender Wahrheiten:

Unsere gütige Obrigkeit tut alles, um uns vor der bösen und fehlleitenden Stimmungsmache und Agitation des Feindsenders zu schützen.

Nur unsere deutsche und europäische Obrigkeit und von ihr zugelassene Medien garantieren verlässliche, seriöse, zutreffende und RICHTIGE Meldungen.

„Der EU-Gerichtshof hat die strafrechtliche Verfolgung von Personen in EU-Ländern zugelassen, die Videos von „Russia Today“ (RT) auf öffentlichen Kanälen und Websites veröffentlichen. Dies geht aus der Entscheidung des EU-Gerichtshofs zu der Klage von drei deutschen Bürgern hervor, gegen die wegen der Weiterverbreitung von RT-Videos auf öffentlichen Plattformen ermittelt wird.

„In Deutschland wurden drei Personen strafrechtlich zur Verantwortung gezogen, weil sie wiederholt Videos des Kanals RT – Russia Today Germany auf einer öffentlich zugänglichen Website verbreitet hatten. In der Europäischen Union ist die Ausstrahlung dieses Kanals aufgrund von restriktiven Maßnahmen gegen die Russische Föderation verboten“, heißt es in der Urteilsbegründung des Gerichts.

Das Gericht entschied, dass das durch die EU-Sanktionen verhängte Ausstrahlungsverbot für RT „auch für öffentlich zugängliche Websites gilt“. Das Gericht stellte fest, dass „es keine Rolle spielt, ob die Ausstrahlung im Rahmen einer wirtschaftlichen Tätigkeit erfolgt“, und dass das Verbot nicht „vom Inhalt oder der Dauer des Videos“ abhängt. In dieser Hinsicht tragen Personen, die RT-Materialien verbreiten, in Europa die volle Verantwortung.

Wer braucht schon Demokratie?“

Telegram-Kanal „Zwei Majore“: https://t.me/s/two_majors

Danke, Fußballgott!

Wenigstens haben die durchweg hässlichen und grobschlächtigen (Ausnahme Musiala und Amiri) fußballerischen Repräsentanten des BRD-Imperialismus heute ihre Grenzen aufgezeigt bekommen. Es ist zu wünschen, dass das recht bald auch den politischen Charaktermasken dieses lernresistenten Volkskörpers so ergeht (Russland arbeitet angeblich schon dran).

Gut, wenn der nationale Größenwahn den verdienten Dämpfer verpasst bekommt, und wenn’s nur bei den Kickern ist.

Kaum etwas ist erfreulicher als die betretenen und beleidigten Gesichter der national kostümierten Narren, die um die hemmungslose Identifikation mit ihrer idealisierten Staatsmacht („Nation“) geprellt worden sind, kaum etwas unterhaltsamer als das ratlose Gestammel der „Experten“, die sich um ihr Recht auf deutsche Größe und Erfolge betrogen sehen und im Nachhinein immer schon alles vorher gewusst haben.

Danke, Weltgeist!
¡Y Gracias, equipo paraguayo!

Der Wille zum Krieg

In den Medien der Epstein-Klasse wird unverhohlen jubelnd von einem „ukrainischen Drohnenangriff auf Moskau“ berichtet, obwohl jeder (der es wissen will) weiß, dass es nicht die Ukraine ist, die diese Angriffe durchführt. Die Ukraine ist so sehr oder wenig der Angreifer, wie der Pfeil eines Bogenschützen „der Angreifer“ ist.

Die Drohnen entstammen europäischer Produktion, aus Gründen der „deniable plausibility“ gerne zum Teil auch in der Ukraine zusammengebaut. Die Zielfestlegung und -erfassung, die Satellitensteuerung und -lenkung ist ohne NATO-Beteiligung überhaupt nicht möglich. Nicht ohne Grund wird dieser Krieg des Westens gegen Russland vom amerikanischen European Headquarter in Wiesbaden aus gesteuert. Die Ukraine hat die Rolle des nützlichen und bereitwilligen Idioten, der für den Westen buchstäblich „bis zum letzten Ukrainer“ in den Stellvertreterkrieg gegen Russland zu ziehen (und zu sterben) bereit ist.

Das Triumphgeheul der westlichen Medien illustriert den Willen zum Krieg, dem die Epstein-Klasse kollektiv verfallen ist. Zwei Generationen nach der letzten Niederlage gegen Russland (damals als Sowjetunion) sind die Europäer unter deutscher Führung erneut bereit, sich Russland als Gegner vorzunehmen. Russland weiß, wer die Ukraine ausstattet, alimentiert, ihnen die Waffen gibt und die Ziele festlegt.

Unterdessen greift die NATO mittels ihrer ukrainischen Stellvertreterarmee nicht nur russische Raffinerien und Erdöllagerstätten für eindrucksvolle PR-Bilder an, sondern führt auch gezielte Terroranschläge auf ausschließlich zivile Ziele durch: Studenten in Schlafsälen, Fußballmannschaften in Bussen, Private Kfz auf Autobahnen und gewöhnliche Wohngebäude. 

Russland weiß, wer der Angreifer ist. Wenn die ukrainische Armee auf dem Schlachtfeld besiegt ist (und dieser Zeitpunkt rückt gerade mit Riesenschritten näher), werden keine beeindruckenden Rauchwolken von brennenden Erdöltanks mehr der kognitiven Kriegsführung von NATO /Ukraine Fleißpunkte verschaffen. Wenn die NATO zu jenem näherrückenden Zeitpunkt noch nicht genug hat, werden die Rauchwolken über den Waffenproduktions- und Entscheidungszentren der europäischen Sponsoren des ukrainischen Nazismus zu sehen sein. Vielleicht schon vorher.

Propagandaschau

Ich habe heute Abend durch Zufall etwas mitkriegen müssen, was ich sonst tunlichst vermeide, nämlich die Nachrichten im staatlich kontrollierten Propagandasender der BRD. Ist so passiert, weil ich in das Spiel Spanien – Cabo Verde reingeschaut hatte; im Anschluss daran kam gleich die „Tagesschau“.

Wenn man seit Jahren entwöhnt ist von derlei Volksverhetzung und -verblödung, empfindet man dabei eine Mischung von Entsetzen und Amüsement, übergehend in Ekel, über die dümmliche und rotzfreche Chuzpe, mit der dieses Format sogenannte Nachrichten für die gleichgeschaltete Volksgemeinschaft aufbereitet.

Immerhin weiß ich jetzt, dass die aktuelle Sprachregelung für die imperialistischen Kernstaaten, die sich in den G7 versammeln, nicht mehr „die größten westlichen Industriestaaten“ ist, sondern jetzt „die größten DEMOKRATISCHEN Industriestaaten“ lautet. Damit ist dem bundesdeutschen Sofadeppen mit einem kleinen Adjektivwechsel untergejubelt, dass alles, was außerhalb der transatlantisch-imperialistischen Epsteinwelt wirtschaftsmäßig unterwegs ist, schon mal auf keinen Fall demokratisch sein kann. Im Gegenteil gehören Nicht-G7-Staaten im Zweifel zu den Autokratien oder – noch schlimmer – Diktaturen, gegen die wir zurecht gerade aufrüsten und Krieg führen oder zu führen beabsichtigen. China und Russland müssen gar nicht mehr erwähnt werden; der gelernte Staatsmedien-Konsument weiß, wer gemeint ist.

Die Vorlesetante hinter dem News-Pult befragt einen Vor-Ort-Journalismussimulanten nach Gesprächsthemen und möglichen Ergebnissen des G-7-Gipfels, speziell aber nach der Reaktion des „Regimes“ – damit ist die Regierung des Iran gemeint – auf Trumps großartigen Erfolg einer Vereinbarung, die den Krieg beenden soll. 

Die lächerliche Masche, alles, was sich der imperialistischen Kriegsmaschine zu entziehen versucht oder tatsächlich dagegen opponiert, als Regime statt als Regierung zu bezeichnen, kennt man und überhört es als schmerzfreier Beobachter imperialistischer Propaganda schon fast automatisch – viel interessanter an der Meldung ist jedoch die komplett unkritische Parteinahme und Identifikation der „Tagesschau“-Redaktion mit dem US-Imperialismus und seinen europäischen Vasallen, die in diesem Fall einmal als Gesamtgebilde verstanden werden (sollen).

Dessen universal wohltätiges und vernunftgebotenes Interesse an einer gedeihlichen prosperierenden Weltwirtschaft wird nämlich, so suggeriert uns die „Tagesschau“, andauernd von irgendwelchen fiesen Mullahs, finsteren „Regimen“ und deren Hisbollanten, Hamassiten und sonstigen Allahu-Akbar-Proxies behindert und sabotiert, und zwar durch den naturgegebenen terroristischen Charakter, der diesen Gesellen zu eigen ist.

Dort unten ist jedenfalls wegen all dieser sinnlos bösartigen, also islamischen, vom Iran bewaffneten Freiheitsfeinde immerzu unsere freiheitlich-friedliche Weltordnung in Gefahr, was selbstverständlich einige sehr robuste Antworten erfordert. Diese werden vor allem von unserem amerikanischen Verbündeten gegeben, aber auch die einzige Demokratie im Nahen Osten, der tapfere kleine Judenstaat, ist gerne mit dabei, wenn es darum geht, den Araberhorden ringsum ihre angeborene Lust an Gewalt und Terror auszutreiben.

Ganz schlimm auch eine fürchterlich gruselige Truppe namens Hisbollah, die im Libanon unseren Lieblings-Holocaustopfern, den Israelis, das Leben schwer macht, weshalb diese den Libanon dauerhaft besetzen müssen, um eine Sicherheitszone zu schaffen. Die „Tagesschau“ präsentiert diesen Umstand als so grundvernünftig und keiner weiteren Diskussion würdig, wie wenn man kommuniziert, dass man sich mit Autan einreibt, wenn man in einem Mückengebiet wandert. 

Wiederum verdutzt und befremdet die unverhohlene propagandistische Identifikation des staatlichen „Nachrichten“-Propagandaschlachtschiffes mit dem zionistischen Apartheid- und Völkermordstaat und seinen expansionistischen militaristischen Abenteuern.

Zwei-Minuten-Hass: russophobes Highlight der Tagespropagandaschau

Dann aber kommt das Highlight der heutigen Propagandisierung des Volkskörpers: die obligatorischen Zwei-Minuten-Hass gegen den Feind im Osten! 

Dieser hat nämlich gestern Nacht – höchstwahrscheinlich aufgrund seiner grundlos bösen und gewalttätigen Russennatur, denn andere oder überhaupt IRGENDWELCHE Gründe für die russischen Angriffe mit Drohnen und Marschflugkörpern erfahren wir nicht – unsere demokratischen Helden in Kiew bombardiert und dabei eine Kloster-Kathedrale beschädigt, die UNESCO Weltkulturerbe ist, darum also für die „ukrainische Identität“ steht – behauptet jedenfalls die Tagesschau. 

Tatsächlich ist die historische religiöse Stätte seit Jahren Verfolgung und krimineller Gewalt durch die Kiewer Machthaber ausgesetzt: orthodoxe Mönche wurden vertrieben, Priester inhaftiert, die Stätte wurde entweiht als Plattform für bekannte ukrainischen Nazis wie Dmitro Korchinsky sowie für militärische Zeremonien wie Medaillenverleihungen u.ä. genutzt. Die gestrigen Schäden wurden laut Auskunft russischer Stellen von Kiewer Streitkräften verursacht, entweder durch eine Luftabwehrrakete oder durch vorsätzliche Brandstiftung. 

Solche Feinheiten interessieren natürlich die „Tagesschau“ nicht; sie zerrt stattdessen eine „Olexandra“ und eine „Natalja“, jedenfalls nachnamenslose Ukrainerinnen, vor die Kamera, damit sie die Sätze aufsagen, auf die es der Redaktion ankommt und die der Zuschauer wissen soll: Der Russe will die ukrainische Kultur zerstören! Er will die Identität der ukrainischen Nation eliminieren, denn eine Nation ohne Identität lässt sich einfacher auslöschen, beziehungsweise nach Russland absorbieren! 

Nachdem so die dämonische Natur das russischen Untermenschen – hinterlegt von beschädigten und brennenden Kathedralenkuppeln aus allen Perspektiven – mal wieder eindeutig belegt ist, kommt noch ein bedenkenträgerischer weiterer „Tagesschau“-Journalismussimulant vor die Kamera. Dabei handelt es sich um einen deutsch-ukrainischen Hardcore-Propagandisten, den mit allen Wassern transatlantischer pro-ukrainischer Gehirnwäsche gewaschenen Wassili Golod, dessen Statements genauso gut direkt aus dem ukrainischen Präsidialbüro in der Bankova stammen könnten. Golod fasst alles noch mal in zwei oder drei einprägsamen Sätzen zusammen und ordnet es damit für den Staatsfunk-Konsumenten so ein, dass dieser die Propagandahäppchen gut verdauen und lange etwas davon haben kann: „Museen, Kulturzentren, Klöster – Russland greift verstärkt die Orte an, die für die historischen Wurzeln der Ukraine stehen…“

Wäre die „Tagesschau“ eine Nachrichtensendung und kein staatliches Propagandaorgan der kriegführenden BRD-Regierung, könnten wir tatsächlich Informationen erhalten über den gestrigen Luftschlag Russlands auf Kiew und andere Orte in der Ukraine.

Die Angriffe galten folgenden Zielen:

  • JSC „Kiewer Radarwerk“, das Komponenten für unbemannte Langstreckenflugzeuge entwickelt und herstellt sowie militärische Radarsysteme produziert und repariert;
  • einer Werkstatt für die Produktion und Einsatzvorbereitung (Einstellung) von Lang- und Mittelstrecken-UAVs auf dem Gelände des Dovzhenko-Filmstudios;
  • LLC „Unmanned Technologies“, die die groß angelegte Montage ausländischer Komponenten für Langstrecken-Angriffs-UAVs durchführt;
  • JSC „Mayak-Werk“, das Kampfkomponenten für UAVs und Startbeschleuniger für „Flamingo“-Marschflugkörper herstellt;
  • JSC „Burevestnik-Werk“, das Lang- und Mittelstrecken-UAVs sowie Radargeräte für die Streitkräfte der Ukraine herstellt;
  • LLC „Ukr Arm Tech“, die Kampfkomponenten (Munition) für UAVs und verschiedene Raketentypen montiert;
  • JSC „Kyiv Aggregate Plant“ und „Civil Aviation Repair Plant No. 410“, die Luft- und Raumfahrzeuge, Flugzeugturbostrahltriebwerke sowie Komponenten für Lang- und Mittelstrecken-UAVs herstellen;
  • JSC „New Mail Innovation Terminal“, das Dual-Use-Produkte liefert und lagert, unter anderem für die Herstellung von UAVs, Roboterkomplexen und elektronischen Kampfsystemen;
  • Darüber hinaus wurden Militärflugplätze in Wasilkow, Uman, Tscherkassy und Krasna Slobodka sowie territoriale Rekrutierungszentren in Kiew getroffen.

Der Vakuumserwartungswert des Higgs-Feldes: Claude und ich diskutieren über Quantenphysik

Eine Unterhaltung mit Claude über die Wechselwirkung zwischen verschiedenen Quantenfeldern, die sich in der Raumzeit überlagern und überhaupt erst das hervorbringen, was wir als Materie wahrnehmen, entwickelt sich in eine interessante Richtung. Theoretische Physik ist stellenweise so mystisch, dass man ganz trunken davon wird. Hicks.. äh: Higgs!

Ich:

Claude so:

Geschichten, die das Leben schrieb: der Verarmungstrend ist bei der bürgerlichen Mittelschicht angekommen

In den letzten Wochen und Monaten macht sich nicht nur die gefühlte Teuerung verstärkt bemerkbar (man merkt es z.B. am Einkaufswagen, den man mit 100 Euro nur noch zur Hälfte füllt im Vergleich zu dem, was noch vor ein oder zwei Jahren dafür zu bekommen war), sondern eine Extra-Ausgabe jagt die nächste:

  • Die Nachzahlung der Nebenkosten geht ins fast Vierstellige. Die Nebenkostenvorauszahlung wird deswegen vom Vermieter gleich mal um zusätzliche 100 Euro im Monat angepasst.
  • Das Auto muss nicht nur über den TÜV, sondern hat diverse Macken, da die alte Möhre mittlerweile auch schon 17 Jahre hinter sich hat . Wieder ein niedriger vierstelliger Betrag dahin.
  • Meine eigene Blödheit bzw. lohnarbeitsbedingte Überarbeitung hat mich in den letzten 6 Wochen knapp 400 Euro Blitzer-Bußgeld gekostet.
  • Einige Bekleidungsstücke und Schuhe mussten neu angeschafft werden: 300 Euro dahin (bei mir), dies allerdings nur ein Bruchteil des Betrags, den die Liebste („Das MUSSTE ich einfach kaufen, sieht toll aus, oder?!“) für Betuchung investiert hat. 

Inzwischen aber stellen wir fest, dass unsere Konten nicht nur viel schneller leer werden als früher, dass also „immer mehr Monat am Ende des Geldes übrig bleibt“, sondern dass der Geldabfluss jetzt dauerhaft den Zustrom übersteigt. Die Konten sind bis auf eine kurze Phase direkt nach Gehalts-, Lohn- oder Renteneingang fast permanent am Anschlag oder überzogen.

Das ist erstaunlich, denn laut KI stehen wir mit unserem kumulierten Haushaltsnettoeinkommen recht gut da:

„Euer Äquivalenzeinkommen liegt knapp oberhalb der Mittelschicht, also im Bereich der sogenannten “oberen Mitte” oder unteren Oberschicht.

Die Einkommensungleichheit in Deutschland, gemessen am Gini-Koeffizienten, beträgt laut aktueller Datenlage rund 0,31 für verfügbare Haushaltseinkommen.  Auf der Verteilungskurve dürftet ihr in etwa im 75.–80. Perzentil liegen, also besser als rund drei Viertel aller Haushalte in Deutschland.

Fazit in der Praxis: Ihr lebt komfortabel über dem Median, habt keine finanziellen Engpässe bei normalen Lebenshaltungskosten, gehört aber nicht zur eigentlichen Einkommenselite (die erst jenseits des 90. Perzentils beginnt). Gerade im Rhein-Ruhr-Raum, wo die Lebenshaltungskosten moderat sind verglichen mit München oder Frankfurt, ist das eine solide, entspannte Ausgangslage.“

Die Frau, ihres Zeichen Diplom-Betriebswirtin und Controllerin bei einem internationalen Finanzdienstleister, sieht uns aber bereits mit einem Bein unter der Rheinknie-Brücke lebend und mit dem anderen am Hungertuch nagen. Sie läutet eine neue Zeit äußerster Haushaltsdisziplin ein und bestimmt, dass „ab jetzt die Moppen zusammengehalten werden!“

Sogleich lässt sie ihren Worten Taten folgen, erfaßt sämtliche Ausgaben in einem Haushaltsbuch, und verkündet mir schon nach ein paar Tagen, dass ihr die Augen geöffnet worden seien. Nämlich wie schnell das Geld weg geht und für wieviel Unsinn man es ausgibt. Vor allem aber dafür, wie teuer alles geworden sei! Deswegen würden hinfort nur noch die wirklich nötigen Dinge eingekauft, vor allem aber – das gilt mir – „kein Scheiß im Internet bestellt!“

Als armutserprobter Proletarier bin ich natürlich abgebrühter als die Liebste, habe mich aber zwischenzeitlich an das komfortable Mittelschichtsleben gewöhnt, in dem man fast immer finanziellen Spielraum hat und auch mal eben 50 Euro auf den Kopf hauen kann, ohne groß drüber nachzudenken.

Jetzt allerdings sind ganz neue Töne zu vernehmen seitens meiner berufsbedingt Controlling-affinen Gattin: das Auto ist ein einziger Kostenfaktor! Die Versicherung! Die Steuern! Der Unterhalt! Für den Urlaub könnten wir uns doch auch eins leihen und warum ich das Auto für den Arbeitsweg nutze, will sich ihr ebenfalls nicht recht erschließen – sie fährt ja auch per ÖPNV zur Arbeit, und ich hätte es doch viel kürzer als sie. 

Jetzt wird’s also ernst und geht direkt an meine essentiellen Bequemlichkeiten: mit Bahn und Bus in die Pflegeeinrichtung fahren und – zusätzlich zu der Zumutung, mit streng riechenden Idioten unentrinnbar in stickigen Zügen und (noch schlimmer) Bussen eingepfercht zu sein – auch noch jedesmal zehn Minuten oder mehr zu den jeweiligen Haltestellen zurücklegen zu müssen? Das ist ein Dasein, das mir nicht erstrebenswert erscheint. Es gilt, dieses Disaster abzuwenden.  Mein schwaches Gegenargument ist, dass so ein altes Auto doch noch vergleichsweise günstig sei. Wir sollten es doch fahren, bis es auseinander fällt, fände ich. Und außerdem müsse man wirklich keine Vollkaskoversicherung bei so einer alten Kiste bezahlen. 

Damit beiße ich allerdings auf Granit bei meiner Liebsten, die ihre finanz- und betriebswirtschaftliche Expertise einem Versicherungskonzern zur Verfügung stellt: „Ach ja? Denk doch mal vor ein paar Jahren, als du den Wagen fast geschrottet hast. Hätten wir keine Vollkasko, hätten wir jetzt kein Auto mehr!“ Dem kann ich schlecht widersprechen. Ich hoffe, dass das Thema erstmal in Vergessenheit gerät und ich weiter mit dem Auto zur Arbeit fahre.

Aber auch sich selbst schont sie nicht, denn eine Controllerin hat vor allem sachlich, neutral und ohne Ansehen der Person zu agieren. Ihre Ausgaben für die Volksdroge Alkohol haben sich in letzter Zeit bereits deutlich reduziert (ich selber, habe ganz damit aufgehört), jetzt aber macht sie Nägel mit Köpfen oder hört sich jedenfalls so an: „Ich glaube, ich komm nicht drum herum: ich muss mit der Raucherei aufhören.“

Sie hat nämlich festgestellt, dass sie jeden Monat mehrfach dreistellig für die schädlichen Nikotinstengel ausgibt. Da ich diese Ankündigung allerdings seit vielen Jahren immer mal wieder höre, ist mein Glaube gering, dass dem diesmal Taten folgen werden. Immerhin ist Nikotin nicht nur eine Droge, die fest in Kreislauf und Stoffwechsel der Abhängigen eingebunden, sondern die eben auch eine Kompensation für alles mögliche, vor allen Dingen aber für jede Art von Stress ist. 

Zur Feier all diese Entscheidungen und als Inauguration der neuen Zeiten , die jetzt in unserer privaten Volkskommune anbrechen, geht sie runter zum Kiosk an der Ecke, kauft sich eine Flasche italienischen Rotwein und raucht sich erstmal eine. „That’s my girl!“ denke ich bei mir und sinniere über die seltsamen Zeiten, in denen wir leben und die schlechter statt besser, dümmer statt intelligenter, gefährlicher statt friedlicher werden. Vor allem aber teurer.

Was macht angesichts der immer ungemütlicheren Vorkriegszeiten diejenige Gesellschaftsklasse, die keinen Puffer, keine Substanz, keine Ressourcen hat, auf die sie zur Abfederung der permanenten Kostensteigerungen in allen Lebensbereichen zurückgreifen kann? Einfache Antwort: den Lebensunterhalt kürzen, verarmen.

Die bürgerliche Mittelschicht ist noch nicht ganz so weit, aber ich habe das Gefühl, sie ist sind auf dem Weg dorthin.