
Beide nehmen jeweils sich selbst und die andere Branche sehr ernst. Die Medien natürlich, weil es heute zum medialen Überlebensmodus gehört, so zu tun, als wären die politischen Charaktermasken, denen sie eigentlich auf die Finger schauen sollten, ihre Dienstherren, deren Entschlüsse sie grundsätzlich so zu kolportieren haben, dass diese nicht infrage gestellt werden. Allenfalls ist eine gewisse geschmäcklerische Kommentierung erlaubt, die aber niemals die Grundsätze des fundamentalen Einverständnisses von Herrschaft und Hofberichterstattern infrage stellen würde.
Die Komplizenschaft der journalistischen Hofberichterstatter ist jedenfalls wirklich fast ebenso gruselig wie die Tatsache, dass der peinliche politische Gartenzwerg Merz und sein pathologischer Russenhaß in Deutschland hingenommen wird als hätte ein böser Gott uns dazu verurteilt, erneut unter einem fanatischen Führer in den Krieg gegen Russland zu ziehen.
Man kann sich‘s nicht erklären; selbst die naheliegende (und sicherlich korrekte) Analyse der Kräfteverhältnisse und Ambitionen des deutschen Imperialismus in der Staatenkonkurrenz als eines (mal wieder) um einen „Platz an der Sonne“ erfolgreicher kapitalistischen Geschäftemacherei bemühten Rudelführer eines europäischen Staatenbundes bringt einen nicht unbedingt weiter.
Es scheint zusätzlich noch eine Komponente ideologischen Wahns und unerbittlicher „Nach mir die Sintflut“-Psychose vorzuliegen, gerade auch bei Charaktermasken wie Merz und ähnlich strukturierten Wichtigtuern, deren Selbstdarstellung wohl die Kompensation für die intellektuelle Dürftigkeit sein soll, die der Mann vermutlich selber verspürt.
Auf deutsch: je impotenter, schmalbrüstiger und generell mental zu kurz gekommen der politische Protagonist, umso wuchtiger das Säbelrasseln und das verbale Lautsprechertum kriegsbereiter Entschlossenheit und Vernichtungswut gegen „den Feind“.