
Dieses Medium vermittelt die Illusion, man befinde sich auf einer Art dörflichem Marktplatz unter Freunden, wo man sich trifft, Käffchen trinkt (oder auch mal ein Bierchen), und wo grundsätzlich ein zivilisierter und freundschaftlicher Umgang gepflegt wird – unabhängig von Meinungsverschiedenheiten über Gott, die Welt und das, was dazwischen liegt.
Das ist ein Irrtum.
Gerade die Pseudo-Anonymität des Mediums verleitet Leute, auf Facebook Sachen rauszuhauen, die sie vermutlich im direkten Gespräch so nicht äußern würden. Auch Menschen, die man im wirklichen Leben kennt und sogar als Freunde versteht, trauen sich aus der Deckung und werden – wenn ihnen danach ist oder weil sie nicht anders können – grob unhöflich und nutzen die privaten Information, die sie haben oder zu haben meinen, um mittels argumentum ad hominem das Gegenüber anzugehen.
Das ist unfein und häßlich, und man setzt sich dem fast automatisch aus, wenn man hier unterwegs ist. Ich mache mich darum lieber wieder so rar wie möglich auf Zuckerbergs CIA-Plattform. Dies ist einfach nicht der Ort für freundlichen und angemessen anständigen Austausch.
Oder ich bin einfach alt für den Scheiß.