Ich stehe hier vor meiner Truppe wie eine grüne Anziehpuppe: Die Jacke – seid mal ehrlich – die macht mich echt gefährlich!
Von Wehr und Krieg bring ich euch Kunde und gucke grimmig in die Runde. Ich muss euch heute leider sagen: Der Iwan will uns an den Kragen!
Warum? Das ist doch wohl egal! So ist der Russe nun einmal! Und so wie damals will er jetzen unser Abendland besetzen!
Damit wir nicht erneut verlieren müsst nach Osten ihr marschieren! Ihr, und Raketen, Bomben, Drohnen – der Heldentod wird euch belohnen. Das Vaterland wird‘s euch gedenken und ein paar Ehrenmale schenken!
Ich gucke ernst, ich guck’ entschlossen: Ab übermorgen wird geschossen! Diese Jacke soll euch sagen: Es nützt nichts, sich noch zu beklagen! Jetzt heißt es: Kampf und Tod und Leichen! Bei euch, klar – nicht bei meinesgleichen!
Wir lassen aber eure Seelen sich nicht im Fegefeuer quälen: Die Kirchen werden für euch beten – Kanonenfutter, weggetreten!
Bei Maybritt Illgner sitzen sie und sind sich einig wie noch nie, dass es mal wieder endlich Zeit für Krieg und uns‘re Tüchtigkeit den Waffengang auch zu besteh‘n. Und fragt ihr sie: „Ja, gegen WEN?“ Dann können sie es nicht versteh‘n, wie man als Volk so dumm sein kann: Der Russe ist mal wieder dran!
Man sieht hier drei Politgestalten wie Sie Panzerbilder halten. Sie zeigen gern die Bilder her – Die Rüstungsfirma freut es sehr. An ihrem Grinsen lässt sich ahnen dass sie bereits den Einsatz planen.
Der Ausdruck hohler Dümmlichkeit belegt, wie freudig kriegsbereit sich diese Säbelrassler geben – es ist ja schließlich nicht IHR Leben das gerne sie zum Opfer bringen wenn sie den Endsieg neu erringen.
Albrecht Müller schreibt in den NDS über Bilder und Botschaften, an die die deutsche Bevölkerung inzwischen gewöhnt wurde, die aber von früheren BRD-Regierungen so nicht zu sehen waren. Er hat recht, auch wenn sich sicher nicht behaupten läßt, dass der BRD-Imperialismus zu Zeiten seiner relativen Zurückhaltung irgendwie harmloser war.
Meine eigenen Gedanken dazu:
Das wirkt alles so, als hätten die einschlägigen Kreise nur darauf gewartet, dass ENDLICH, ENDLICH wieder aufgerüstet, militarisiert und Krieg geführt werden darf.
Der deutsche Imperialismus war nie friedlich geworden oder „geläutert“, sondern hatte sich seine relative Zurückhaltung als „Wir haben aus unserer Geschichte gelernt“-Methode zurechtgelogen, um auf Taubenfüßen zurück an den „Platz an der Sonne“ imperialistischer Weltaufteilung zurückzugelangen.
Kaum war die DDR annektiert, fiel die bisherige Zurückhaltung fort und das neue Großdeutschland fühlte sich stark genug, wieder Kriege zu führen.
Inzwischen rechtfertigt die Erzählung über den Ukraine-Konflikt in ihrer politischen und medialen Verzerrung einen Russenhaß, der wohl nie überwunden, sondern nur aus Opportunitätsgründen sediert blieb.
Der Haß auf alles Russische, die aberwitzige Dämonisierung des neuen alten Feindes bis hin zur regelrechten Luziferisierung des russischen Präsidenten erinnert nicht nur an die faschistische Propaganda gegen den „jüdischen Bolschwismus“. Es ist die direkt Fortsetzung davon.
Man spürt, wie froh, wie dankbar, wie erleichtert Politiker und journalistische Schreibtischpolitiker sind, das sie endlich aus ihrem Herzen keine Mördergrube mehr machen müssen. Russophobes Berserkertum ist Mainstream, Miltarisierung der gesamten Gesellschaft ist oberste Bürgerpflicht, Abweichler und Kritiker der politisch-medialen Gleichschaltung sind „Putinknechte“, „Erfüllungsgehilfen der russischen Propaganda“: Volksverräter, die der Wehrhaftigkeit der Heimatfront einen Bärendienst erweisen.