Zuspruch vom Kanzler

Ich stehe hier vor meiner Truppe
wie eine grüne Anziehpuppe:
Die Jacke – seid mal ehrlich –
die macht mich echt gefährlich! 

Von Wehr und Krieg bring ich euch Kunde 
und gucke grimmig in die Runde.
Ich muss euch heute leider sagen:
Der Iwan will uns an den Kragen!

Warum? Das ist doch wohl egal!
So ist der Russe nun einmal!
Und so wie damals will er jetzen
unser Abendland besetzen!

Damit wir nicht erneut verlieren
müsst nach Osten ihr marschieren!
Ihr, und Raketen, Bomben, Drohnen –
der Heldentod wird euch belohnen.
Das Vaterland wird‘s euch gedenken
und ein paar Ehrenmale schenken!

Ich gucke ernst, ich guck’ entschlossen:
Ab übermorgen wird geschossen!
Diese Jacke soll euch sagen:
Es nützt nichts, sich noch zu beklagen!
Jetzt heißt es: Kampf und Tod und Leichen!
Bei euch, klar – nicht bei meinesgleichen!

Wir lassen aber eure Seelen
sich nicht im Fegefeuer quälen:
Die Kirchen werden für euch beten – 
Kanonenfutter, weggetreten!

Der Weg in den (digitalen) Faschismus

Der Weg in den Faschismus:

Heute komplett technologisch, smart, algorithmenbasiert und natürlich nur, „um die Demokratie zu schützen“.

Davon hätten sich braunhemdtragende und parolengrölende Primitivlinge aus den 1930ern ein fette Scheibe abschneiden können.

Eines allerdings ist „wie damals“: Die Bereitschaft zum Mitmachen bzw. zum resignierten „Kammanixmachn“ ist in Deutschland nach wie vor ungebrochen.

Es lässt sich 2026 sogar viel eleganter und mit gutem Gewissen mitmachen, weil man das Gefühl haben darf (und soll), dass Faschisierung und militaristisch-reaktionärer Staatsumbau eigentlich etwas ganz anderes sind, nämlich die Stärkung der Demokratie, und dass man sogar als gesinnungsschnüffelnde Meldemuschi, Polizist oder Staatsanwalt diesmal auf der Seite der Guten, also der demokratischen Verteidiger „unserer liberalen Werte gegen Rechts!“ steht.

„Was hier entsteht, ist die deutsche Variante jenes Überwachskapitalismus, den die Tech-Oligarchie weltweit durchsetzt. Nicht mit Stiefeln und Hakenkreuz, sondern mit Verträgen, Cloud-Anbindungen und dem wohlfeilen Versprechen, dass der Zweck – „die Sicherheit“ – alle Mittel heiligt. Es ist die Kapitulation der Politik vor der Technologie, die Kapitulation des Rechts vor der Effizienz.

Das Menschenbild, das hier propagiert wird, ist das des gläsernen Bürgers: folgsam, durchschaubar, jederzeit kontrollierbar. Wer sich dieser totalen Transparenz verweigert, macht sich automatisch verdächtig. Die Umkehrung von Freiheit ist perfekt, denn plötzlich muss derjenige seine Unschuld beweisen, der nicht überwacht werden will.

Die vermeintliche Zäsur, vor der wir angeblich stehen, entlarvt sich bei genauerem Hinsehen als das, was sie in Wahrheit ist: keine Revolution, sondern eine Konsolidierung. Der Überwachungsstaat, der sich heute mit Palantir-Software und KI-gestützten Analysesystemen auftürmt, ist keine neue Gruppe, die plötzlich die Macht an sich reißt – er ist die logische Vollendung jener Kräfte, die unsere Wirtschaft seit dem Zeitalter des Computers leiten. Die Tech-Oligarchen erfinden nichts Neues. Sie perfektionieren nur ein altes Versprechen.

Thiel recycelt dabei die Ideologie der „konservativen Revolution“ der Weimarer Zeit. Bei ihm treffen Oswald Spenglers Untergangsrhetorik und Carl Schmitts Freund-Feind-Denken auf milliardenschwere Finanzkraft, um den faschistischen Staat von heute zu bauen.“

https://perspektive-online.net/2026/03/palantir-feilt-am-faschistischen-ueberwachungsstaat-deutschland-guckt-es-sich-ab