Die Liebste kommt am Ende eines langen Arbeitstages, der um 5:00 Uhr morgens begann und mit der letzten Runde mit dem Hund endete, zur Tür herein. Der Hund stürzt sich nach Hundeart auf mich, als hätte er mich Jahre nicht gesehen. Die Frau nicht – sie wischt sich den Schweiß von der Stirne, kickt sich die Schuhe von den Füßen und setzt diverse Taschen und Beutel ab.
„Ich hab was eingekauft!“ verkündet sie, „Obwohl ich eigentlich pleite bin.“ Damit weiß ich schon mal, dass sie nicht Lebensmittel oder Drogerieartikel besorgt hat, sondern irgendetwas für ihr eigenes Wohlbefinden, also Kleidung oder Kosmetik.
„Bekleidung, oder?“ frage ich überflüssigerweise. „Ja! Komm mal her. Ich werde die schönste Frau an der Ostsee!“ Die Gattin steht vor dem riesigen Ganzkörperspiegel neben dem Kleiderschrank, hat sich inzwischen bis auf die Unterwäsche entkleidet und schlüpft nun in niedliche graue Strand-Shorts, die unten an den Beinöffnungen in weißen Spitzenbordüren enden, und in ein ärmelloses Nichts von einer Sommerbluse mit einer großen Stoffblume auf der rechten Schulter.
Sie zupft ein bißchen an den neu erworbenen Kleidungsstücken herum, dreht sich vor dem Spiegel in allerlei Positionen, um die Wirkung des Outfits zu überprüfen und fragt mich auffordernd. „Ist doch toll, oder?!“
Natürlich ist das keine Frage, sondern mein Stichwort für ein solides, anerkennendes, keinesfalls jedoch zu überschwängliches, sondern faktisch begründbares, ehrliches Lob ihrer Erscheinung. Tatsächlich sieht sie hinreißend aus in dem Fummel, sozusagen zum Stehlen süß.
Ich lobe ihre Neunschaffung und preise ihre Erscheinung in wohl bedachten und -gewählten Worten. Nach einer Weile frage ich. „Und kostenmäßig? Was hast du in dem Laden gelassen? So dreistellig, oder?“ Zufällig weiß ich nämlich, dass „der Laden“ zu den nicht ganz preisgünstigen Edelboutiquen unseres Nobelstadtteils gehört.
„Will ich überhaupt wissen, was das gekostet hat?“ setze ich hinzu, nachdem sie mit einem Kopfnicken und einem affirmativem „Mmm…“ die Frage nach der Dreistelligkeit beantwortet hat.
„Nee, willst du nicht. Du willst eine schöne Frau, das kostet eben.“
„Die oder keine!“ war und ist seit jeher das Leitmotto meiner Verbindung mit dieser Vertreterin des anderen Geschlechts. Darum ist bei mir auch diesmal wieder Kritikfähigkeit, Rationalität und Kostenbewusstheit ausgesetzt und ich freue mich mit ihr über die fesche Neuanschaffung für ihre Garderobe.
Gerade die „heute“-Nachrichten in der Halbzeitpause des Achtelfinalspiels Portugal – Spanien gesehen.
Die Ablesefrauen im Studio berichten über die russischen Luftschläge auf Drohnenfabriken, militärische Kommandozentralen, Munitionslager und dergleichen in der Ukraine – hauptsächlich in Kiew – von letzter Nacht.
Dass heißt, darüber berichten sie natürlich explizit NICHT. Wenn man ihnen glaubt, hat der Russe aus schierer russenhafter Boshaftigkeit einfach mal einen Raketenhagel auf die unschuldigen Kiewer Hauptstadtbewohner losgelassen, um möglichst viele zu ermorden.
Aber auch darin ist der Russe voll der Loser, denn trotz fünfhundert Raketen und Drohnen hat er nur 22 Leute getötet. Der Widerspruch fällt den ZDF-Propagandisten natürlich nicht auf. Der circa zweiminütige Bericht bespielt die Klaviatur der Emotionen und der aufs Stammhirn zielenden Parteilichkeit. Er verzichtet dabei auf jegliche Hintergründe, Ziele, strategische Implikationen usw., sogar auf die selbst in den russophoben Bürgermedien normalerweise übliche Pseudoausgewogenheit des „Die russische Seite behauptet, die Ziele gelten militärischen Einrichtungen. Unabhängig überprüfen lässt sich das nicht“:
„Scheinbar grundlose Angriffe“ (die Bilder zeigen ein beschädigtes Wohnhaus) und „Es kann jeden treffen!“ barmt der ZDF-Reporrer und zerrt dann die unvermeidlichen örtlichen Augenzeugen vor die Linse. Die bestätigen in wenigen kurzen Sätzen die feststehende Grundvoraussetzung solcher Berichte: Russe böse, mordet friedliche Ukrainer ohne Grund, tapferer Präsident Selenski aber jetzt beim NATO-Gipfel, der ihm hoffentlich hilft.
Was Russland mit den Angriffen laut eigener Ankündigung erreichen will, nicht müde wird zu erklären, aufgrund der westlichen Eskalationspolitik reziprok und präzise umsetzt, welches Kalkül dahinter steckt, was die Kriegsziele sind – über all das wird der ZDF-schauende Fernsehbürger nicht nur im Unklaren gelassen, sondern gefüttert mit einem Brei aus Desinformation, Lügen, kontrafaktischen Behauptungen und dem Gegenteil von dem, was eigentlich passiert.
All das ist debiler, dümmer und infantiler als die Tele-Tubbies. Diese Art „Nachrichtensendung“ will nicht informieren, sie will desinformieren. Sie lässt absichtlich wesentliche Bestandteile der Ereignisse weg (obwohl diese allgemein zugänglichen Quellen ohne weiteres entnommen werden können). Zweck ist die Abrichtung des Medienkonsumenten zur Parteinahme, zur Identifikation mit der ukrainischen Kriegspartei.
Zu guter letzt wird noch „Unser Mann in Kiew“, der deutsch-ukrainische Boxchampion Vitali Klitschko gezeigt, der mit hartem russischen Akzent bekannt gibt, dass das alles ganz schlimm sein und dass er gesehen hat, wie man Tote aus den Gebäuden holte. Mit diesem faustkämpfenden Sympathieträger, praktischerweise Bürgermeister des Berliner Stadtteils Kiew, ist ein für alle mal klar, dass es sich hier eigentlich schon nicht mehr um Krieg handelt, sondern im Grunde um Terrorismus. Der Oberterrorist Putin hat gewissermaßen seinen Terrorstaat in Form der russischen Terrorarmee auf die Ukraine, also im Grunde auf uns, losgelassen und richtet ganz ganz Schlimmes an.
Zum Glück aber sind die Nachrichten jetzt zu Ende und der Fußball geht weiter.
Es sieht wirklich danach aus, dass die schier übermenschliche Geduld der russischen Regierung mit den immer frecheren Provokationen, der immer dreisteren Eskalation durch die westlichen Staaten und deren ukrainischem Humunkulus ein Ende gefunden hat.
Vermutlich nicht, weil Präsident, Armeeführung und Sicherheitsrat sich plötzlich von Emotionen leiten lassen. Eher werden sie sich sagen: Wenn wir die Sache jetzt nicht beenden, werden NATO & EU es drauf ankommen lassen, dem Kiewer Regime Langstrecken-Marschflugkörper zur Verfügung stellen und letztlich offen mit eigenen Truppen eingreifen.
Dies immer in der Annahme – die sie sich selbst so lange einreden, bis sie sich selber glauben – dass Russland sich alles gefallen lassen wird und nicht reagieren wird („Putin blufft nur!“), weil Moskau Angst vor Artikel 5 des NATO-Vertrages hätte. Dazu sagt das Zitat von Col. Daniel Davis weiter unten viel Interessantes und Besenkenswertes aus.
Der Telegram-Kanal „Ukraine Watch“ listet die Ziele auf, die Russland in der Nacht zum 06. Juli getroffen hat:
NEUE VARIANTE DER RUSSISCHEN DROHNE: GERAN-4 „SIKER“
Russland setzt eine neue Variante der „Geran“-Drohne („Siker“) ein, um die ukrainische Kraftstoffinfrastruktur systematisch zu zerstören, wodurch eine Kraftstoffkrise ausgelöst und die Einsatzfähigkeit der ukrainischen Streitkräfte untergraben wird.
Weitere Details zu dieser Variante:
Angriffseffektivität:
Russische Streitkräfte führen Präzisionsangriffe auf Tankstellen und Lagerstätten durch und zielen dabei auf Schwachstellen ab, um maximale Zerstörung zu erzielen.
Innerhalb von zwei Monaten wurden über 150 Tankstellenkomplexe außer Gefecht gesetzt. Anlagen in den Regionen Charkiw, Nikolajew, Tschernigow, Sumy und Saporischschja wurden zerstört.
Neue Modifikation „Geran-4 Siker“:
Die Drohne wurde mit einem Turbostrahltriebwerk, einem verbesserten Leitsystem und einer optischen Zielerfassung ausgestattet. Dies ermöglicht es den Bedienern, den Flug zu steuern und den Zielangriff anzupassen.
Vorteile gegenüber der Luftabwehr:
Die „Siker“ fliegt in größeren Höhen (bis zu 5 km) und mit höheren Geschwindigkeiten, wodurch sie für viele ukrainische Luftabwehrsysteme unerreichbar ist. In der Endphase beschleunigt die Drohne, was das Abfangen erschwert.
Wirtschaftlicher Aspekt:
Selbst wenn es von teuren Raketen (IRIS-T, NASAMS, AMRAAM) abgefangen wird, verursacht der „Siker“ wirtschaftlichen Schaden, da seine Kosten um ein Vielfaches geringer sind.
Folgen für die ukrainischen Streitkräfte:
Die Angriffe untergraben die logistische Unterstützung: Sie stören die Treibstoffversorgung des Militärs und nehmen ihm die Möglichkeit, Generatoren für militärische Zwecke zu betanken.
Dies mindert die Kampfkraft und die psychische Widerstandsfähigkeit der ukrainischen Streitkräfte. Zudem ist zu beobachten, dass zivile Transportunternehmen zunehmend zögern, Treibstofflieferungen zu übernehmen.
Col Daniel Davis/Deep Dive bringt eine gute Analogie in seinem gestrigen Podcast:
Versetzen wir uns einmal in die Lage der Russen: Wenn die Situation umgekehrt wäre und es nun die amerikanische Seite beträfe – also unser eigenes Land –, und wir würden Raketen abbekommen, die entweder von mexikanischen oder kanadischen Truppen abgefeuert würden, denen die Russen oder Chinesen die Raketenkomponenten zur Verfügung gestellt und denen sie zudem die Zieldaten übermittelt hätten.
Und dann wird Austin, Texas, getroffen, Chicago, Illinois, wird getroffen, Washington, D.C., wird getroffen, und jeden zweiten Tag gibt es Drohnenangriffe, und Anlagen in Port Arthur, Texas – unsere Ölanlagen – werden getroffen. Vielleicht sogar in Alaska. Unter keinen Umständen auf der Welt würde ich sagen: „Na ja, wir können nur gegen die Typen in Mexiko oder Kanada vorgehen, woher auch immer die Raketen kamen.“ Wir können einfach nicht gegen die Russen oder die Chinesen vorgehen. Wir müssen sie einfach ungestraft davonkommen lassen.“
Würdet ihr das tun? Ganz ehrlich, vor allem an meine kriegsbefürwortenden Freunde gerichtet: Würdet ihr das tun? Würdet ihr sagen: „Hey, wenn wir uns in einem Stellvertreterkrieg befinden und China oder Russland entweder Kanada oder Mexiko gegen uns unterstützt und sie all die Ziele treffen, die ich gerade in den Vereinigten Staaten erwähnt habe – würdet ihr dann sagen, dass das eben die Regeln sind, Freunde? Wir können nur die Abschussstellen im kanadischen oder mexikanischen Szenario angreifen, aber uns sind die Hände gebunden. Gegen China und Russland können wir nichts unternehmen, also kommen sie einfach ungeschoren davon.“
Muss ich die nächste Frage überhaupt stellen? Wir wissen, was wir tun würden. Wir drehen schon durch, wenn jemand, der mit China in Verbindung steht, auch nur wirtschaftlich in unserer Hemisphäre aktiv ist. Ganz zu schweigen von militärischen Aktionen – und erst recht davon, dass sie tatsächlich einen Angriff auf amerikanischem Boden ermöglicht hätten.
Weißt du, wie wir reagieren würden? Und Russen sind Menschen, genauso wie Chinesen Menschen sind. Amerikaner sind Menschen, Briten, Israelis, Palästinenser – Menschen sind Menschen. Sie unterscheiden sich nicht von uns. Und niemand wird ewig tatenlos zusehen, wenn er die Mittel hat, etwas zu unternehmen.
Und man sieht, dass sie sich seit viereinhalb Jahren zurückhalten. Aber wir bereiten möglicherweise arrogant unseren eigenen Untergang vor, wenn wir glauben, dass sich das niemals ändern wird. Und vor allem, wenn man die Signale aus Russland sieht, dass sie über einen Kurswechsel nachdenken – sie sprechen aktiv und offen auf höchster Ebene darüber.
Dmitri Pascov hat, glaube ich, an diesem Wochenende erneut ziemlich deutliche Worte gefunden und gesagt: „In jeder Hinsicht befinden wir uns jetzt in einem direkten Konflikt mit den NATO-Staaten.“ Das richtet sich wahrscheinlich an sein heimisches Publikum, um die Weichen zu stellen: „Hey, wir müssen etwas dagegen unternehmen“, und dieser Druck, von dem ich Ihnen erzählt habe und der von den Falken in Russland ausgeht, beginnt, Wirkung auf den Kreml zu zeigen.
Und es ist keineswegs ausgeschlossen, dass sie irgendwo innerhalb der NATO zuschlagen könnten – ob nun mit oder ohne Artikel 5 –, denn ich weiß aus einer Reihe russischer Quellen, die mir Aufschluss über die Denkweisen in den obersten Rängen der russischen Seite geben, dass viele von ihnen nicht an Artikel 5 glauben. Sie glauben, dass die Westler im Grunde Feiglinge sind und dass, wenn es hart auf hart kommt, niemand Brüssel, Amsterdam, London oder Berlin gegen irgendetwas in der Ukraine eintauschen wird.
Und sie sagen: „Wenn ihr so weitermacht, dann kommt hier der erste Schlag.“ Sie werden irgendeine militärische Einrichtung angreifen, eine Fabrik, in der Drohnenteile hergestellt werden, Raketenkomponenten produziert werden usw., oder irgendeine andere Art von militärischer Einrichtung. Vielleicht ein Kommando- und Kontrollzentrum, vielleicht einen Ort, an dem Satellitenbilder verarbeitet werden. Diese werden dann nach Kiew weitergeleitet. Ich weiß es nicht. Das ist es, was in letzter Zeit in ihrer öffentlichen Presse geschrieben wurde.
Aber wir machen uns etwas vor und steuern auf eine Katastrophe zu, wenn wir einfach in dem Glauben handeln, dass Russland niemals etwas unternehmen wird und dass Artikel 5 eine Trumpfkarte ist. Hoffen wir, dass es hier nicht so weit kommt, Leute.
In einem der in Privatbesitz befindlichen Konzernmedien-Portale erscheint ein weiterer Artikel aus der endlosen Prozession alarmistischer Warnungen vor russischer Unterwanderung von was auch immer (diesmal gleich der ganzen „Gesellschaft“ und der „Demokratie“). So wird dem Volkskörper unablässig die Kriegstüchtigkeit einmassiert, ohne die er in Form seiner Einzelglieder nicht zum Marschieren gegen den Feind im Osten zu gebrauchen ist – Feindbildpflege ist und war schon immer DAS Mittel der Wahl, um den Bürgern all die Zumutungen und Härten schmackhaft zu machen, die so ein Krieg schon in Vorkriegszeiten mit sich bringt.
Auf „Facebook“ wird der Blödsinn dann wie folgt verwurstet:
Russische Geheimdienste versuchen nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden gezielt, Nordrhein-Westfalen zu destabilisieren. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) spricht von Spionage, Cyberangriffen, Sabotage und Desinformation. Ziel sei es, die Gesellschaft zu verunsichern und das Vertrauen in die Demokratie zu schwächen. In den vergangenen Monaten wurden nach Angaben der Behörden mehrere mutmaßliche Spionage- und Sabotagefälle in NRW aufgedeckt. Betroffen seien unter anderem Bahntransporte, Unternehmen und Unterstützer der Ukraine. Bund und Länder haben ihre Zusammenarbeit gegen Bedrohungen deshalb ausgebaut.
Das bewegt mich zu einer anerkennenden Danksagung:
Danke, „RTL West“ und NRW-Innenminister Herbert Reul!
Dank euch weiß ich jetzt, dass nicht Kriegskurs, Verarmung, Schleifen des Sozialstaates, illegale Sanktionen sogar gegen Privatleute, strafrechtliche Verfolgung regierungs- und ukrainekritischer Standpunkte, Teuerung, Aufrüstung und freiwilliger ökonomischer Selbstmord durch Verzicht auf günstige Erdgasimporte aus Russland „die Demokratie schwächen“ und “die Gesellschaft verunsichern“.
Nein: es ist – wer hätte das gedacht – schon wieder DER RUSSE!
Na wenn das so ist, dann ist die von euch andauernd geforderte Kriegstüchtigkeit ja anscheinend doch nötig. Dieser Russe ist ja wohl zu ALLEM fähig. So ein Schlawiner! Spioniert, sabotiert, führt Cyberangriffe durch und desinformiert!!
Ist denn, „RTL West“ und NRW-Innenminister Herbert Reul, dieser „Russe“ gerade hier in diesem Raum? Also dort, wo ihr seid?
Ja? Ist er? Und er greift gleich „ganz Europa“ an mit seiner russentypischen Bosheit?
Gute Nachrichten für die Freunde alleinseligmachender Wahrheiten:
Unsere gütige Obrigkeit tut alles, um uns vor der bösen und fehlleitenden Stimmungsmache und Agitation des Feindsenders zu schützen.
Nur unsere deutsche und europäische Obrigkeit und von ihr zugelassene Medien garantieren verlässliche, seriöse, zutreffende und RICHTIGE Meldungen.
„Der EU-Gerichtshof hat die strafrechtliche Verfolgung von Personen in EU-Ländern zugelassen, die Videos von „Russia Today“ (RT) auf öffentlichen Kanälen und Websites veröffentlichen. Dies geht aus der Entscheidung des EU-Gerichtshofs zu der Klage von drei deutschen Bürgern hervor, gegen die wegen der Weiterverbreitung von RT-Videos auf öffentlichen Plattformen ermittelt wird.
„In Deutschland wurden drei Personen strafrechtlich zur Verantwortung gezogen, weil sie wiederholt Videos des Kanals RT – Russia Today Germany auf einer öffentlich zugänglichen Website verbreitet hatten. In der Europäischen Union ist die Ausstrahlung dieses Kanals aufgrund von restriktiven Maßnahmen gegen die Russische Föderation verboten“, heißt es in der Urteilsbegründung des Gerichts.
Das Gericht entschied, dass das durch die EU-Sanktionen verhängte Ausstrahlungsverbot für RT „auch für öffentlich zugängliche Websites gilt“. Das Gericht stellte fest, dass „es keine Rolle spielt, ob die Ausstrahlung im Rahmen einer wirtschaftlichen Tätigkeit erfolgt“, und dass das Verbot nicht „vom Inhalt oder der Dauer des Videos“ abhängt. In dieser Hinsicht tragen Personen, die RT-Materialien verbreiten, in Europa die volle Verantwortung.
Wenigstens haben die durchweg hässlichen und grobschlächtigen (Ausnahme Musiala und Amiri) fußballerischen Repräsentanten des BRD-Imperialismus heute ihre Grenzen aufgezeigt bekommen. Es ist zu wünschen, dass das recht bald auch den politischen Charaktermasken dieses lernresistenten Volkskörpers so ergeht (Russland arbeitet angeblich schon dran).
Gut, wenn der nationale Größenwahn den verdienten Dämpfer verpasst bekommt, und wenn’s nur bei den Kickern ist.
Kaum etwas ist erfreulicher als die betretenen und beleidigten Gesichter der national kostümierten Narren, die um die hemmungslose Identifikation mit ihrer idealisierten Staatsmacht („Nation“) geprellt worden sind, kaum etwas unterhaltsamer als das ratlose Gestammel der „Experten“, die sich um ihr Recht auf deutsche Größe und Erfolge betrogen sehen und im Nachhinein immer schon alles vorher gewusst haben.
In der Hitzehölle unserer Dachwohnung, die wir das Glück haben, im linksrheinischen Düsseldorfer Edelviertel Oberkassel bewohnen zu dürfen (für teures Geld natürlich), sind die alten Fenster inzwischen vom Verschleiß im Mitleidenschaft gezogen.
Diejenigen Fenster, die zur Südwestseite zeigen – die also die meiste Sonne abkriegen – lassen sich nur noch sehr schwer, oft nur mit allerlei Tricks, und manchmal überhaupt nicht mehr öffnen. Undicht sind sie zum Teil auch noch. Immerhin schickt die Hausverwaltung auf unsere Beschwerde hin umgehend einen Handwerker, der sich der Sache annehmen soll.
Dieser – ein sympathischer bosnischer Serbe – untersucht die Problemfenster von vorn bis hinten, von innen und von außen, wobei er sich lebensgefährlich mutig auf die Dachschräge begibt, und zieht dann sein Fazit: „Da ist nichts mehr zu machen. Da fehlen Teile; die sind auch einfach zu alt, diese Fenster. Die müssen ausgetauscht werden und zwar vor dem Winter.“
Er will alles dokumentieren und der Hausverwaltung beziehungsweise direkt den Eigentümern zur Kenntnis bringen. Denn diese sind diejenigen, die die aus ihrer Sicht unerwünschte Ausgabe zu stemmen haben. Während der Mann sein Handwerkszeug zusammenpackt, fachsimpeln wir ein bisschen über Ausgaben, Kosten und deren Bedeutung für die verschiedenen Gesellschaftsschichten.
„Das sind ja Adlige“ klärt er mich auf, „Die haben viele Häuser; ich bin bei dreien davon beschäftigt, da gibt’s immer was zu tun. Die haben schon ganz schön hohe Kosten…“
Diese Art, sich den Kopf der Grundrente beziehenden Eigentümerklasse zu zerbrechen, kann ich nicht unwidersprochen lassen: „Naja, die haben Kosten, vielleicht manchmal auch hohe – aber die haben sie, weil sie hohe Gewinne machen wollen mit den Häusern!“
Das Haus, in dem wir wohnen, hat erst im vorletzten Jahr den Eigentümer gewechselt und gehört jetzt einer Familie, deren Einkommensgrundlage der Immobilienbesitz ist. Jede Ausgabe für die diversen Mehrfamilienhäuser, jede Investitionen in ihre Renditeobjekte, wird von den Besitzern marktwirtschaftsgerecht als Abzug vom Gewinn betrachtet.
„Klar haben die keine Lust, einen Großteil der jährlichen Miete, die sie von uns für diese Dachbude abkassieren, für neue Fenster auszugeben. Die wollen ja möglichst viel Geld verdienen mit ihrer Immobilie und möglichst wenig reinstecken…“
Der serbische Hsndwerker nickt zustimmend. „Die haben einfach andere Maßstäbe als Leute, die normal Geld verdienen. Die machen sich immer nur Sorgen wie sie ihr Gekd vermehren, nicht ob‘s reicht…“
Ich bin einigermaßen platt über die einfachen Worte, mit denen der Mann das Grundprinzip kapitalistischer Verhältnisse nahezu marxistisch auf den Punkt bringt. Die Arbeiterklasse weiß ziemlich genau, wie der Hase läuft! Sie weiß, wer in dieser feinen Welt des freien Eigentums stets der Gewinner und wer der Verarschte ist. Warum nur zieht sie nie die naheliegenden Schlüsse aus diesem Wissen?
Für einen Grundkurs in politischer Ökonomie und Klassenanalyse ist es aber definitiv zu heiß, und der Genosse Handwerker muss auch zu einem weiteren Einsatz.
Er bekräftigt nochmal, dass er die Gesamtsituation der Fenster in unserer Dachwohnung den Eigentümern zur Kenntnis bringen wird, wünscht mir alles Gute zum Überstehen der Hitze in der Wohnung (die er gerade eine Dreiviertelstunde lang selbst erleben konnte) und wir verabschieden uns freundlich.