Geschichten die das Leben schrieb: die Ausländer und der Winterwein

Die Frau kommt etwas verstört aus dem Wohnzimmer, wo sie wohl irgendwelche Fernseh-Nachrichten geguckt hat. „Das mit dem Ausländerhass wird aber immer schlimmer, oder?“, sagt sie. „Die Leute sind richtig aufgehetzt, die wollen die alle loswerden. Als ob alle Ausländer so wären..“ 

Mit „so“ meint sie die durchgedrehten, traumatisierten Figuren, die hierzulande mit dem Leben und ihrem Platz darin nicht klar kommen und zu Gewalttätern werden. 

„Da sind die Medien aber auch selber dran schuld“, fügt sie noch hinzu.

So viele eindeutige gesellschaftspolitisch gemünzte Sätze aus dem Munde meiner Liebsten sind eine solche Seltenheit, dass ich erstaunt aufhorche. 

„‚Selber dran schuld‘ ist gut!“, entgegne ich. „Die heizen das ja mit an, die Medien und die Politiker. Damit lässt sich super Wahlkampf machen und vor allem lassen sich die Leute damit nicht nur von den wirklichen Ursachen von Migration und Flucht ablenken, sondern eigentlich von allem anderen auch, was hierzulande schief läuft. Die Wut, das Entsetzen über solche irren Mordtaten brauchen ein Ventil und einen Schuldigen….“

Ich frage sie, ob sie weiß, dass die BRD jahrzehntelang in Afghanistan Krieg geführt hat. Hat sie , aber mehr so wie die meisten: da war irgendwas, man hat schon mal irgendwie gehört, dass es da hinten Ärger gab mit so Steinzeit-Talibanesen und dass unsere Bundeswehr deswegen dem Ami beim Brunnen bohren, Frauen befreien und Demokratie verbreiten helfen musste. 

Dass der „robuste Militäreinsatz“ in Afghanistan unmittelbar mit dem Zustrom von Flüchtlingen von dort zu tun hat – dieser logische gedankliche Schritt ist den meisten schon zu kompliziert. Das empörte Bürgergemüt will Rache und Vorbeugung, es will Taten sehen und kriminelle Ausländer abschieben, und es möchte nicht mit Hintergründen, Ursachen und Gründen belästigt werden.

Das Klima, das erzeugt wird – einerseits von den anscheinend immer häufiger vorkommenden Gewalttaten hierher Geflüchteter, andererseits von den emotionalen und politischen Reaktionen darauf – ist eines der Feindseligkeit. Schon jetzt gibt es überall in Europa (und sogar außerhalb) Lager für Flüchtlinge und Asylbewerber. Für die BRD ist die Rede von Abschiebelagern, in denen Nicht-Aufenthaltsberechtigte untergebracht werden sollen, bis man sie loswerden kann. Durch die kriminellen Elemente unter ihnen gelten Asykanten und Flüchtlinge mittlerweile per se als unerwünschte Menschengruppe, derer man sich – so die Forderung an „die Politik“ erwehren muss. Sie werden nur noch als anonyme Masse gesehen, als Flut, die „uns“ überrollt – und damit entmenschlicht und zum Abschuss freigegeben.

Es bedarf keiner großen Imagination, um die zahlreichen Abschiebelager auch mit anderen Personengruppen als unerwünschten Ausländern gefüllt zu sehen. Was ist, wenn der Staatsmacht einfällt, auch unerwünschte Inländer in Lager zu sperren? Die einschlägigen Gesetze sind bei der richtigen Parteienkoalition und Stimmungslage schnell beschlossen, die Lager existieren schon,  die Neigung, Kritiker mit dem Strafrecht zu verfolgen, ebenfalls. 

Da ist noch viel Luft nach oben für eine aggressive Staatsmacht im Krisenmodus, die Ruhe an der Heimatfront braucht, um beim Volk die geforderte Kriegstüchtigkeit herzustellen.

Während ich so meinen Gedanken nachhänge, lässt sich die Gattin wieder vernehmen: „Der Winterwein, den du von Jacques‘ mitgebracht hat, der war nichts! Den trinkt man weg wie Limonade. Ich mach morgen den Pak Choi, da kommt der dann dran…“. Sie entschwebt in die Küche und fügt grinsend an: „Bei uns wird nichts verschwendet! Was nicht getrunken wird, kommt in die Suppe!“.

So schließt sich der Kreis vom Allgemeinen zum Konkreten, womit sich die Dialektik des häuslichen Lebens mal wieder aufs Schönste entfaltet hat.

Der Kapitalismus ist Schuld an der Misere, nicht die Flüchtlinge!

Die Lage: Krieg, Aufrüstung, Deindustrialisierung, Lohnabbau für die Arbeiter, Geschenke für das Kapital, Zensur, Überwachung, Verfolgung abweichender Meinung, usw.

Der Grund: die Flüchtlinge!! Hä?

Ja, das scheinen eine Menge Leute wirklich zu denken. Die in Parteien organisierten aktiven und potentiellen politischen Verwalter des Kapitalstandortes jedenfalls machen sich den Unmut der Bevölkerung zunutze: der Zorn über die ungemütlicher werdenden Verhältnisse wird berechnend und gezielt auf Flüchtlinge und Migranten gelenkt. Wer die härtesten Maßnahmen gegen den weiteren Zustrom der auswärtigen Opfer imperialistischer Politik verspricht, wer die am meisten rassistischen Parolen raushaut, verspricht sich – wahrscheinlich zu recht – den größten Zuwachs an Wählerstimmen.

Das Thema überlagert alles andere und verschafft der Kriegs- und Verarmungsagenda des BRD-Imperialismus die benötigte Atempause, in der der reaktionäre Staatsumbau weiter vorantreiben wird.

Drei Auszüge aus Artikeln in der neuen „UZ“, die mir mal wieder zeigen, dass das Abo dieser Zeitung immer noch eine gute Sache ist, egal was für fragwürdiges Geblubber der DKP-Chef manchmal ablässt.

1)
„Hunderte Milliarden hat der deutsche Staat in den vergangenen Jahren zur Verfügung gestellt, um hochzurüsten und Krieg zu führen. Mit deutschen Waffen werden palästinensische Wohnhäuser angegriffen und wird das Töten in der Ukraine verlängert. Mit deutscher Unterstützung werden Regierungen beseitigt und Regionen ins Chaos gestürzt. Auch dank deutscher Mitwirkung bereitet die NATO den großen Feldzug gegen Russland, China und eine gerechtere Weltordnung vor. Millionen fliehen vor den Kriegen des US-amerikanischen und des deutschen Imperialismus, vor der vernichtenden Ausbeutung und vor den nicht mehr zu ertragenden Lebensbedingungen.

Die Minderheit, die es bis nach Deutschland schafft, wird zur politischen und ökonomischen Verschiebemasse, nach Verwertbarkeit und Wohlgefallen sortiert. Und sie werden genutzt, um den Zorn der Bevölkerung abzulenken – weg vom Kriegs- und Krisenkurs, der Jobs vernichtet, die Inflation treibt und die Daseinsvorsorge zerstört.

Die Demonstrationen gegen den „Sündenfall“ der CDU bleiben als Signal gegen Rassismus wirkungslos, solange sie diese Zusammenhänge ausblenden und sich von eben den Parteien vereinnahmen lassen, die für die rassistische Politik der vergangenen Jahre verantwortlich sind. AfD und CDU mögen die menschenverachtendsten Reden halten – die reale Bombardierung von Krankenhäusern, Schulen und Wohnvierteln haben zuletzt andere besorgt.“
(https://www.unsere-zeit.de/schrille-worte-krasse-taten-4800305/)

2)
„Etwa 750.000 Geflüchtete waren 2015 bei den Ausländerbehörden registriert. Acht Jahre später waren es etwas über drei Millionen Menschen. Ein knappes Drittel kam aus Ukraine. Sie werden wohl in Deutschland bleiben, da die Mehrheit im Bundestag den Krieg fortsetzen möchte. Die zweitgrößte Gruppe bilden 700.000 Syrer. Dem „Wir schaffen das“ von Angela Merkel folgte die Fortsetzung der Flüchtlingsproduktion durch deutsche Kriegsbeteiligung.

Derweil wälzte die Große Koalition die Lasten weiter auf die Menschen ab. Der Wohnungsbau etwa stagnierte. Die Ampel-Koalition plante, dass jährlich 400.000 Wohnungen gebaut werden. Fertiggestellt wurden weniger als drei Viertel davon. Insbesondere die Zahl der Sozialwohnungen wurde in den letzten 25 Jahren halbiert. Als Folge steigen die Mietpreise und Menschen finden gerade in den Ballungszentren immer schwerer eine Wohnung.

Die AfD möchte mit mehr Wohngeld den Mietwucher finanzieren. In der Programmatik der CDU kommen Mieter gar nicht vor. Merz verspricht allerdings die Senkung der Strompreise um mindestens 5 Cent für alle. Damit bleibt der Strom für Haushalte mehr als 30 Prozent teurer als 2015. Die Industrie könnte sich freuen. Mit dem Sauerländer Geschenk würde sie ein Drittel weniger zahlen als vor knapp zehn Jahren.

Wer also die Hoffnung hat, dass sich durch Grenzkontrollen, Abschiebungen oder sonstige Verschärfungen für Geflüchtete irgendetwas ändert, wird enttäuscht werden. Wobei, vielleicht werden für deutsche Bürgergeldempfänger ein paar Betten in Flüchtlingsunterkünften frei. AfDCDUFDPSPDGrüne unterscheiden sich nur noch in den Schuldigen, die sie uns für ihre Politik präsentieren.“
(https://www.unsere-zeit.de/schuldkult-4800301/)

3)
„(Merz) mimt das Trumperl, weil dieses Land Führung braucht für seine Großmachtpläne.
In der Weimarer Republik gab es etliche dieser starken Männer. Heinrich Brüning wurden vom Reichstag weitreichende Rechte als Präsidialkanzler übertragen, auf dass er die Krisen bewältige und Deutschland erstarken lasse durch Aufrüstung, Unterdrückung der Arbeiterklasse und Herrschaft der Eliten von Bank und Industrie. Ernst Thälmann analysierte treffend die Politik der Brüningschen Zentrumspartei: „Sie ist die Partei, die die Faschisierung am geräuschlosesten unterstützt und fördert.“

So wie Brüning scheiterte, so wird auch das jetzige Politpersonal jeder Couleur scheitern mit den Krisenbewältigungsprogrammen auf dem Rücken der arbeitenden Bevölkerung. Dieses Aufbauschen nationaler Interessen (worunter auch die Hatz gegen Migranten zu subsumieren ist), die Verzichtspropaganda, das Kriegsertüchtigungsgeschrei und die Posen gnadenloser Grobschlächtigkeit gehören zu den Vorbereitungsetappen, auf die uns Dimitroff hingewiesen hat.“
(https://www.unsere-zeit.de/schmierentheater-2-4800103/)

Zuwanderung, Migration, Ausländer usw.: Wie man sich eine Menge falsche Gedanken darüber machen kann (und damit zu falschen Schlüssen kommt)

Im Wahlkampf, und anlässlich immer öfter auftretender Gewalttaten von Leuten „mit Migrationshintergrund“ – bzw.. denjenigen unter ihnen, die durch ihre Lebensumstände einen solchen Psychoknacks abbekommen haben, dass sie durchdrehen und zu Amokläufern (oder -fahrern) werden – wird das Asyl- und Ausländerthema mal wieder von allen Parteien benutzt, um sich staatstragend und volkstümlich zu profilieren.

Es müsste sich eigentlich keiner drüber wundern, dass unter Leuten, die aus einer Kriegszone kommen, dazu vielleicht auch noch aus Gegenden mit streng islamischem Hintergrund, überproportional viele traumatisierte und psychisch gestörte Personen sind. Das ist das eine.

Das andere: all diese Personen finden sich plötzlich in einer westlich-kapitalistischen „liberalen“ Gesellschaft wieder, mit all den Angeboten und Anblicken, die in ihrem heimischen Kulturkreis teilweise als verdorben, dekadent und sündig gelten.

Ich schwöre euch, die zuständigen Politiker, die die Einwanderungswellen initiieren und steuern, wissen das alles ganz genau.

Ihre Kalkulation ist aber eine andere: sie brauchen die Zuwanderung für die kapitalistische Profitabilität an ihrem Standort. Als Arbeitskräfte, als Einzahler in die Sozialkassen, nicht zuletzt auch als Lohndrücker und als Bereicherungsgelegenheit für die Immobilienvermieter. DAFÜR sind sie gern bereit, in Vorkasse dazu treten, und die hierher geholten Ausländer erstmal durchzufüttern.

Den Unmut der einheimischen Bevölkerung nehmen sie dabei in Kauf, versuchen, ihn zu beschwichtigen und, wenn das nicht klappt, ihn mit dem Rassismusvorwurf zu kontern…

Die gesamte Situation ist (abgesehen davon, dass Migrationsströme Resultate imperialistischer Weltaufteilung, Einmischung in andere Länder und Ausplünderung fremder Ressourcen sind) untrennbarer Bestandteil kapitalistischer Standortpolitik.

Wer daran wirklich etwas Grundlegendes ändern möchte, muss Kapitalismus als Herrschaftsform abschaffen. Mit ein paar völkischen Parolen ist dem Problem jedenfalls nicht beizukommen. Damit verschiebt man nur die „Schuldfrage“ vom Gesellschaftlichen ins Individuelle.

Nur in einer sozialistischen Gesellschaft ist kapitalistisches Wirtschaften nicht das Gift, das die gesamte Gesellschaft durchzieht und als conditio sine qua der gesellschaftlichen Reproduktion kommandiert. Erst wenn die Gesellschaft die Freiheit hat, den Kapitalismus zwar für die Entwicklung des Landes in Dienst – d.h. unter Kontrolle – zu nehmen, werden die Kalkulationen der Kapitalisten nicht mehr die gesamtgesellschaftliche/gesamtstaatliche Entwicklung bestimmen, sondern müssen sich ihr unterordnen. Damit entfällt schon mal eine wesentliche Ursache für Migration: die gewalttätige Konkurrenz um jeden Preis (eben auch den des Krieges) um Ressourcen, Waren, Arbeitskräfte und Macht über fremden Reichtum.

Kapitalismus kapieren will keiner: Antwort auf eine „Twitterperle“

Unkontrollierte Zuwanderung sorgt an einem neoliberalen Kapitalstandort neben den (unerwünschten) kulturellen und assimilierungsmäßigen Problemen vor allem für (durchaus erwünschte) ZUSÄTZLICHE Konkurrenz unter der Lohnarbeiterschaft, und zwar um die weniger werdenden Jobs und den knapper und teurer werdenden Wohnraum.

Muss sich also keiner wundern, wenn schlichtere Gemüter erstmal auf den verkürzten Schluß verfallen, dass irgendwie der Zugewanderte „schuld“ wäre.

Dass all diese schönen Begleiterscheinungen einer profitablen imperialistischen Kapitalvermehrung nicht von den armen Schweinen verursacht werden, die aufgrund der globalen Geschäftstätigkeit deutschen Kapitals ihr Glück gleich im Zentrum dieser Geschäftstätigkeit suchen – diese Zusammenhänge zu verstehen VERWEHRT ihnen ja gerade die Ideologie des „Jeder ist seines Glückes Schmied“ und „Kapitalismus ist die einzig senkrechte Wirtschaftsordnung“.

Die Ideologen der bürgerlichen Ordnung WOLLEN ja gerade nicht, dass die Untertanenschaft aus ihren alltäglichen Erfahrungen des Überlebenmüssens den Schluss zieht, dann eben diejenigen zu entmachten, die ihnen diese ungemütlichen Zustände aufzwingen.

Viel lieber ist ihnen, die Unterschichten zerfleischen sich untereinander und gönnen sich gegenseitig nicht die Butter aufs Brot. Darum ist es so unglaublich verlogen und geheuchelt, wenn die demokratischen Machthaber und ihre konditionierten Anhänger auf „Gegen RÄCHTS!!“ machen: sie selber sorgen für die Verhältnisse, die den rassistischen Unmut bei den Verarschten und Beleidigten bewirken, die immer nur den Schaden vom „Wirtschaftswachstum“ haben.

Ihr Fingerzeigen auf die bösen dummen „Rechten“ (das sind für sie alle, die die Auswirkungen der Migrationspolitik kritisieren) ist dieselbe INDIVIDUELLE Schuldzuweisung, die sie umgekehrt den Migrationskritikern beim „Hetzen gegen Zuwanderung“ vorwerfen.

Die SYSTEMISCHEN Ursachen des imperialistischen Gleichklangs von Geschäft und Gewalt, Zerstörung und Verarmung ganzer Weltgegenden inbegriffen, soll und darf nicht thematisiert werden – also bleibt nur die perfide, aber falsche Argumentation, dass hier irgendeine individuelle schlechte Eigenschaft der Grund der Probleme sei:

Rechte Asylantenhasser wittern beim Muslim oder beim andershäutigen Zuwanderer irgendeinen genetisch oder religiös bedingten Makel, der eine Integration in die deutsche Untertanenschaft problematisch macht;

„Linke“ Willkommensklatscher sehen umgekehrt beim Migrationskritiker eine individuelle Borniertheit, die ihn aus der Gemeinschaft der wohlmeinenden liberalen Bürger ausgrenzt.

Kapitalismus kapieren will keiner von ihnen, noch nicht mal die Migranten.

Falsche Migrationskritik

Ich lese seit kurzem merkwürdige „migrationskritische“ Postings und Kommentare in meiner TL.

Erstens ist es interessant, dass laut Umfragen noch im März nur ca. 30% der Bundesbürger die Zuwanderung für ein Problem hielten, nach einem halben Jahr intensiver propagandistischer Bearbeitung der Gehirne durch die Medien aber inzwischen (Oktober) über 60%. Das aber nur am Rande.

Auf einen dieser Beiträge, in dem mal wieder die große Islam-Verschwörung gewittert wurde, die uns alle demnächst entweder die Kehle durchschneidet, in Burkas hüllt oder zum Freitagsgebet in die Moscheen zwingt, habe ich etwas ausführlicher geantwortet:

„Der Muslim ist unser Unglück“ oder wie?

Islamische Länder wie die Türkei nehmen übrigens MILLIONEN von muslimischen Flüchtlingen auf, deutlich mehr als die EU. Auch in Jordanien, Libanon und Ägypten leben reichlich Palästinenser. Was diese betrifft, weigern sich die umgebenden Länder, sie in großen Zahlen aufzunehmen, weil sie damit das strategische kolonialistische Ziel Israels erfüllen würden. Die Zionisten warten nur darauf, dass alle Araber/Palästinenser aus Gaza und Westbank abhauen und das Land (aus israelischer Sicht) wieder heim ins großisraelische Reich (Eretz Israel) geholt werden kann, ohne störende Araber.

Was die anderen Migranten betrifft, die über islamische Länder aus Afrika und sonstigen Elendszonen versuchen, nach Europa zu gelangen, WOLLEN diese Leute dorthin, wo sie – ihrer Illusion nach – ein besseres Leben aufbauen können und (auch das wieder eine Illusion) besser behandelt werden als in Failed States wie Libyen oder den armen Ländern des Maghreb.

Die überwältigende Mehrheit der Migranten will einfach ein besseres Leben und die Chance auf wirtschaftlichen Aufstieg – so wie jeder Mensch – und zwar dort, wo sie denken, dass sie es am ehesten erreichen können. Das sind Leute aus Ländern, die seit Jahrhunderten vom westlichen Kolonialismus ausgebeutet und ausgeplündert wurden und auch heute noch mit Knebel-Handelsverträgen u. dgl. als Zulieferer westlichen Reichtums zu funktionieren hatten und haben.

Den Migranten vorzuwerfen, dass sie sich in Bewegung setzen und ins „Goldene Europa“ ziehen – das mittlerweile alles andere als „golden ist, aber das wollen sie nicht wahrhaben – ist Unsinn.

Machthaber wie Merkel, Scholz, Macron, von der Leyen etc. BENUTZEN die Migrationswellen erstens um im imperialistischen Verteilungskampf ein Mitspracherecht beim Weltaufteilen zu haben (wer 1,5 Millionen Syrer ins Land lässt, hat eine viel wuchtigere Stimme bei der Zurichtung Syriens zu einer weiteren NATO-abhängigen Kolonie) und zweitens, um in der BRD die Konkurrenz um Jobs und Wohnungen zu schüren, eine allzeit erpressbare Arbeitsmannschaft für das Kapital zur Verfügung zu haben und nebenher auch noch ein paar „Fachkräfte“ einzusammeln.

Wenn unter den Millionen auch ein paar sektiererische fundamentalistische Spinner sind, liegt das in der Natur der Sache – das ist einfach statistisch begründet. Alle muslimischen Freunde, die ich so habe (und das sind viele) haben mit dem religiösen Zinnober wenig am Hut und wenn, wollen sie in Ruhe ihre Religion ausüben, so wie andere Religionsgruppen ihre. Vor allem wollen sie ein friedliches Leben mit Arbeit und Unterkunft und vielleicht eine Karriere machen. Alles sehr menschlich also.

Dass sie das in ihrer Heimat nicht können, liegt nicht an ihnen, sondern an demselben Imperialismus, der von Figuren wie den EU-Machthabern aufrechterhalten und mit Gewalt durchgesetzt wird. Immerhin ist es ja jetzt dank Russland, China, BRICS, SCO usw. (und des praktischen Einspruchs der Russischen Föderation gegen den westlichen Weltordnungsanspruch) tendenziell vorbei mit der westlichen Hegemonie. Damit eröffnet sich auch zum ersten Mal seit fünfhundert Jahren die Chance für die Afrikaner, auf ihrem eigenen Kontinent ein anständiges Leben aufzubauen und nicht mehr gezwungen zu werden, ihr Glück in der Migration zu suchen.

Islamophobe Spintisierer, die irgendeinen großangelegten Verschwörungsplan des Weltislamismus hinter der Tatsache wittern, dass viele Migranten aus islamisch geprägter Ländern kommen, verstehen NICHTS von all diesen Zusammenhängen und reduzieren die Migrationsproblematik auf den Kampf irgendwelcher Religionen gegeneinander. Damit liegen sie falsch.

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„Wir müssen die Schleuserkriminalität bekämpfen“

Deutsche Wasserwege in Gefahr? 
Was ist da los an Schleusen, Schifffahrtswegen und im Verkehrswasserbau??

„Wir müssen die Schleuserkriminalität bekämpfen“

Eine gepresst quäkende Frauenstimme salbadert in den Fernsehnachrichten minutenlang über „die Schleuserkriminialität“, die „wir bekämpfen müssen“. Als fernsehabstinenter Mensch, der nur gelegentlich mit halbem Ohr mithört, was die momentan in der Küche weilende Frau in den Staatssendern hört und sieht, ist mir anhand aufgeschnappter Informationsbrocken in den letzten Tagen bereits aufgefallen, dass der BRD-Imperialismus offensichtlich beschlossen hat, sein Menschenmaterial mal wieder neu zu sortieren. 

Die Facharbeiter, die „wir“ unbedingt benötigen, sollen schon mal auf jeden Fall NICHT ungebeten über die Grenzen kommen, sondern nur per Abwerbung woanders und mittels eines strengen Auswahlverfahrens, damit sie sich für unseren Kapitalstandort optimal rentieren. Das macht diejenigen Elends- und Kriegsflüchtlinge, die immer noch meinen, ausgerechnet in der zukünftigen Drittweltzone Europa ihr Glück machen zu müssen, zu unerwünschtem Beifang des marktwirtschaftlichen Schleppnetzes, welche vor allem die BRD als Noch-EU-Vormacht ins Meer des Reichtums Vorderasiens, Afrikas und zahlreicher anderer Weltgegenden geworfen hat. 

Die „Nachrichten“ und diesbezüglichen Meldungen, dass da schon wieder ein „nicht verkraftbarer“ Andrang an den Außengrenzen herrscht, häufen sich nämlich seit geraumer Zeit. Nicht verkraftbar ist der Andrang (je nach Medium auch gerne „Ansturm“ oder „Flut“ genannt) angeblich vor allem für den braven deutschen Arbeitsmann. Der leidet nämlich ganz furchtbar darunter, wenn seine Obrigkeit nicht nur ihn als verfügbare Untertanenmasse betrachtet, fürs Geschäftemachen rannimmt und seine Lebensumstände immer ungemütlicher macht, sondern wenn sie sich obendrein noch um auswärtige Figuren derselben Art kümmert und deren Nützlichkeit für den deutschen Weltmachtehrgeiz berechnend als Förderung und/oder Beschränkung von Zuwanderung kalkuliert.

„Zuviele“ Flüchtlinge (die Definition, was nun zu viele sind, schwankt je nach Maßgabe der staatlichen und wirtschaftlichen Bedürfnisse und Berechnungen) soll der deutsche Lohnsteuerzahler empörend finden, da ihm – so wie jedem Marktwirtschaftsinsassen – die beiden grundlegenden als Sachzwang verkleideten Lügen einleuchten, die jeder als erstes in der Konkurrenzgesellschaft lernt: erstens kostet alles Geld, und zweitens ist nie genug davon da. Und wenn man die schöne Kohle für volksfremde Armutsgestalten ausgibt, bleibt unter Umständen nicht genug übrig, um die eigene Armut abzufedern. Die eigene Armut, deren Gegebenheit der deutsche Lohnarbeiter als conditio sine qua non seiner gesamten ökonomischen Existenz zu rationalisieren gelernt hat.

Die Herrschaften, die ihn zu seinem Lohnarbeiterdasein verdammen und die die Verhältnisse einrichten, in denen Arbeit und Reichtum so schön getrennt sind, dass Arbeit (oder die Abwesenheit bezahlter Arbeit) sich immer auf der Seite der Arbeitskräfte einstellt, Reichtum dagegen immer auf der Seite derer, die bereits Reichtum in Form von Kapital HABEN – diese Herrschaften wissen natürlich um den Unsinn, den sie ihrem Menschenmaterial erzählen. IHNEN muss keiner weismachen, dass ausgerechnet die von Migrationsströmen zwangsläufig und sehr marktwirtschaftsgemäß auf den Plan gerufenen Geschäftemacher (als böse „Schleuser“ und „Schlepper“ verschrieen, weil die Ware, mit der sie ihre unternehmerische Tätigkeit ausüben, nun mal der Fortbewegungs- und Migrationsdrang von echten Menschen ist) schuld wären an Zuwanderung, Flüchtlingskrisen und den damit verbundenen Belastungen für den Standort.

Die verantwortlichen Standortpolitiker wissen, dass die Ursache für Migration ökonomische Ausnutzung, Regime Change, Krieg und dergleichen in Afrika und sonst wo ist – schließlich haben sie‘s ja selber inszeniert und profitieren aufs Erquicklichste davon. Sie wissen auch, dass die „Schleuserkriminalität“ den von ihrem politischen Handeln ausgelösten Migrationsströmen folgt wie die Motte dem Licht; Ursache und Wirkung vertauschen SIE ganz bestimmt nicht. 

Ursache und Wirkung VERTAUSCHEN und sich über die unerfreulichen, hässlichen und die einheimischen Arbeitskräfte belastenden Folgen der Zuwanderung gebührend EREIFERN soll sich der deutsche Arbeitsmann und sein treues Weib, die deutsche Arbeiterin. Sie SOLLEN denken, dass das wirkliche Übel ein kriminelles Schleuserwesen ist, das aus unerfindlichen, jedenfalls aber in der grundbösen Natur dieser Leute liegenden Gründen, die ganzen ungewollten Neubürger hierher bringt.

Während nämlich kriminelle Schleuser und Menschenhändler vor ein paar Jahrzehnten noch (wenn sie die Richtigen geschleust haben) glasklare Helden der Freiheit im Kampf gegen eine unmenschliche kommunistische Herrschaft waren, sind diese Machenschaften zu schlichtem kriminellen Verhalten undefiniert worden, seit es keine Zonenbewohner mehr von der SED-Diktatur zu befreien gilt. Heutzutage soll der deutsche Bürger immer wieder neu lernen, dass die Welt nun mal aus lauter einzelnen Überlebenskämpfern besteht, die sich in der Konkurrenz durchzusetzen versuchen – dass aber leider einige diesen Kampf mit unerlaubten Mitteln führen, weshalb die Regierung als Schiedsrichter der überall auszumachenden gegensätzlichen Interessen ihnen deshalb Einhalt gebieten muss. Schuld an Verarmung, Konkurrenz um Jobs und Wohnungen mit den Zuwanderern, Kriminalität der gettoisierten Neuankömmlinge und an den gelegentlichen Feindseligkeiten aufgrund unterschiedlicher kultureller Konditionierungen sind immer nur einzelne schlechte Menschen, niemals aber politisches Handeln der nationalen Führung, ihre politökonomischen Entscheidungen etc.

Zwar muss der staatliche Aufpasser über einheimisches und zugezogenes menschliches Arbeits- und Betreuungsmaterial gelegentlich ein bißchen auf die moralische Bremse treten und die durchaus gewünschte Zwietracht und Konkurrenz zwischen angestammter und neu hinzugekommener lohnarbeitsfähiger Bevölkerung in rechtsstaatlich geordnete Bahnen lenken (misstrauisches Beäugen der Fremden und deren Sitten geht in Ordnung, der Übergang zur gewalttätigen Ausgrenzung von Leuten mit anderem Aussehen, anderen Sitten und dem falschen Allah ist allerdings ein Verstoß gegen hierzulande geltende Gebote), im Grunde aber WILL er sein Volk auf diese Weise (dank des Konkurrenzdrucks) als stets verfüg- und dienstbare Arbeitsmannschaft bereitstehen haben.

Die TV-Stimme quäkt und presst weiter ihr „Die Schleuserkriminalität bekämpfen!“ hervor, etwa in jedem dritten Satz der endlosen drei Minuten, in denen die unbedarfte Sprechpuppe irgendeiner Regierungspartei die Standardfloskeln der amtlichen Lügner und Volksbetrüger herunterbetet. Schließlich habe ich Erbarmen mit mir selbst, erhebe mich aus meinem gemütlichen Sessel, in den ich mich mitsamt Getränk und iPad verzogen hatte, und gehe rüber zur Fernsehfernbedienung, um den Mute-Knopf zu drücken. Das wird mir zwar keine Pluspunkte bei der gegen diese Art Geplapper immunen Liebsten einbringen, schont aber fürs erste meine Nerven..