„Viel Zeit bleibt nicht, um diesen Wahnsinn aufzuhalten.“

Den „Rotfuchs“ hab ich seit 2013 abonniert. Ich sah mich damals – noch in Weimar – zu einem Leserbrief an die Redaktion veranlasst, als mir die Zeitschrift durch Zufall in die Hände fiel. Ich schrieb etwas ironisch in der Art „Ist ja alles gut und schön, und korrekte Standpunkte habt ihr auch,  aber irgendwie, besonders wenn man die Gratulationen zu diversen Geburtstagen liest, kommt einem das ein bißchen vor wie eine DDR-Nostalgie und -Rentnergazette“

Es meldet sich darauf hin der damals noch sehr lebendige Klaus Steiniger, Gründer und Herausgeber des „Rotfuchs“. Wir tauschen einige E-Mails aus und telefonierten dann des Öfteren miteinander.

Uns verband eine gemeinsame Liebe zu Portugal, einem Land, in dem wir beide etliche Jahre unseres Lebens verbracht hatten. Allerdings nicht zur gleichen Zeit, denn Klaus Steiniger wurde während der portugiesischen Revolution vom „Neuen Deutschland“ dorthin entsendet, um vor Ort von diesem einmaligen Ereignis einer Revolution in einem westeuropäischen NATO-Land zu berichten. Ich dagegen kam 1980 oder 1981 zum ersten Mal nach Portugal und lebte dort einige Jahre Ende der 1980er.

Seine Aufzeichnungen und Bücher darüber sind übrigens für jeden an Portugal und am Sozialismus Interessierten extrem aufschlußreich und spannend zu lesen, da Klaus Steiniger nicht nur berichtete, sondern „mitten drin statt nur dabei“ war. Er unterhielt intensive Kontakte zu führenden Persönlichkeiten der Nelkenrevolution hatte, darunter dem legendären PCP-Chef Álvaro Cunhal und dem von 1974-75 amtierenden Ministerpräsidenten der revolutionären provisorischen Regierung, Vasco Gonçalves, der ihm ein persönlicher Freund wurde.

Der langen Rede kurzer Sinn: seitdem bin ich „Rotfuchs“-Abonnent und -Leser, stelle aber in letzter Zeit vermehrt fest, dass die mit Informationen und Analysen dicht bestückte Zeitschrift auch manchmal liegen bleibt, ohne dass ich viel davon gelesen habe. Heute wollte ich es anders machen und griff mir die Zeitung, um sie mal aufmerksam von vorne nach hinten zu studieren.

Das war das beste, was ich tun konnte, denn gleich zu Beginn stieß ich auf einen Beitrag von Doktor Ralf Hohmann, einem Fachanwalt für Strafrecht und gelegentlichem Autoren sowohl im “Rotfuchs“ wie bei der „UZ“. Hohmann beschreibt sachkundig denen Kriegskurs der Regierung der mittlerweile alle Lebensbereiche durchdringt.

Angesichts der umfassenden Vorbereitungen der Bevölkerung (des Militärs und der staatlichen Strukturen sowieso) auf den kommenden Krieg gegen Russland ist es erstaunlich, dass all diese einsehbaren, weitgehend öffentlich stattfindenden und bekanntgemachten Maßnahmen medial und vor allen Dingen wahrnehmungsmäßig in der Bevölkerung quasi unter dem Radar laufen.

Wüssten die Leute, was geplant ist und was auf sie zukommt, wären sie wohl nicht bereit, weiterhin so zu tun, als ob es nichts zu sehen gäbe, als ob nichts wäre und als ob man wie immer Dienst nach Vorschrift machen könnte.

„Auf 146 Seiten Vertragstext findet sich die Vokabel „Sicherheit“ 126 mal. „Meinungsfreiheit“ erscheint dreimal, aber nur im Kontext, wie sie einzuschränken sei.

Auch eingefleischte bürgerliche Verfassungsrechtler stellen mit Schrecken fest, zu welchen Kapriolen Orwell’schen Ausmaßes die Kriegsherbeireder fähig sind. Zukünftig liegt die Regierung fest was wahr ist.  Eine „staatsferne (Guter Witz!) Medienaufsicht“ sorgt dann für Inhaltskontrolle in Netz und Redaktionsstuben.

Denn ab sofort unterfällt die Verbreitung von falschen Tatsachenbehauptungen nicht mehr der Meinungsfreiheit. Darauf ist selbst Nancy Faeser nicht gekommen.

Damit beim braven Aufsagen der Tagesschauwahrheiten auch keiner aus der Reihe tanzt, kündigt der Koalitionsvertrag nicht nur die Erweiterung des Volksverhetzungs-Paragraphen 130 StGB und die Ausdehnung der Strafbarkeit staatsgefährdender Vorbereitungshandlungen an. 

Ganz im Sinne der durch den zu 95 % geheimen „Operationsplan Deutschland“ vorgegebenen Verzahnung des militärisch-industriellen und zivilen Sektors gilt, „was die Feinde der Demokratie angeht, der Grundsatz ‚null Toleranz‘“ und die Staatsräson „jedweder Destabilisierung unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung entgegenzuwirken“. 

Auf der Agenda der neuen Koalition steht auch, dass im Sinne effektiver Kriegsvorbereitung weiter Hand an die Verfassung gelegt werden wird. Ein beliebiges Hineingleiten in das Kriegsrecht als Notstandsrecht soll gewährleistet.

Die Phase vor dem eigentlichen Kriegsfall (bisher hieß der Bündnisfall Verteidigungsfall und Spannungsfall) und damit der Eintritt ins harte Kriegsrecht wird diffus nach vorne verlegt. „Durch eine Änderung der Rechtslage in der zivilen Verteidigung ermöglichen wir Handlungsfähigkeit bereits vor dem Spannungsfeld- und Verteidigungsfall. Die Gesamtverteidigung wird als militärische und zivile Aufgabe auf Ebene der Bundesregierung gemeinsam gesteuert und koordiniert“. 

Viel Zeit bleibt nicht, um diesen Wahnsinn aufzuhalten.“

https://rotfuchs.net/files/rotfuchs-ausgaben-pdf/2025/RF-327-05-25.pdf

Dicks with no clue: the Baltic chihuahuas

‪Ein Banner „Putler war criminal“ wird in Estland am Tag des Sieges 2025 enthüllt: Wenn man als russophobes Zäpfchen im Rektum des alten und neuen Nazismus steckt, kommt sowas bei raus. ‬

‪Die baltischen Zwergstaaten definieren sich – ähnlich wie die Bandera-Ukraine – ausschließlich über ihre Feindschaft gegen Russland. ‬

‪Sie haben begriffen, dass SS-Gedenkmärsche veranstalten, Nazi-Symbole vorzeigen und den ukrainischen Faschismus unterstützen zwar in Ordnung geht, dass aber der ideologischen Guru hinter all dem, der damalige deutsche Führer, aus bestimmten historischen Gründen schlecht beleumundet ist und im Wolkenkuckucksheim des bürgerlichen Antifaschismus die Rolle des unerklärlichen und archetypischen Urbösen spielt.‬

‪„Hitler“, so haben sie gelernt, ist die Chiffre für alles grundlos Böse, für alles nicht verstandene politische Handeln, das heutzutage aus verschiedenen Gründen (hauptsächlich, weil es militärisch vernichtend geschlagen wurde) als nicht nachzuahmendes Beispiel gilt.‬

‪Diese politische Ikonographie haben sie verinnerlicht. Sie stimmen offiziell ein in die Verurteilung des deutschen Faschistenführers – wegen der Juden und so, da hat er es dann doch ein blichen übertrieben – auch wenn sie die politischen Ziele des NSDAP-Reichskanzlers im Grunde gar nicht so schlecht finden. Immerhin war der Mann ja zumindest in Bezug auf DEN RUSSEN ganz auf heutiger baltischer und ukrainischer Linie.‬

‪„Hitler“ gilt also bürgerlichen Demokraten als politischer Gottseibeiuns, so wie fromme mittelalterliche Katholiken den Leibhaftigen zu fürchten und verurteilen gelernt hatten. Ein ebensolches Scheusal wollen russophobe Politgläubige im russischen Präsidenten sehen, und es stört sie dabei überhaupt nicht, dass letzterer der Repräsentant des Landes ist, das den Faschismus besiegt hat und selber, so wie seine gesamte Familie und die überwältigende Mehrheit seiner multiethnischen Nation, ausgewiesener und erklärter Antifaschist ist.‬

‪Um Begrifflichkeiten und Definitionen geht es hier allerdings auch gar nicht, schon gleich nicht um eine auch nur halbwegs sinnvolle und korrekte Faschismusdefinition. Es geht um die Dämonisierung des Feindes, um die Entnenschlichung des zum Leibhaftigen erklärten Gegners. Da kommt das psycho-ikonographische Hitler-Bild wie gerufen, um dem russischen Präsidenten eine ebensolche grundlose, unerklärliche, atavistische und vollkommen unerklärliche Bosheit zu unterstellen.‬

‪Natürlich stimmt das schon in Bezug auf den Führer des „Dritten Reiches“ nicht, dessen politisches Denken ganz klare und explizit erklärte (deshalb auch erklärbare), auf staatlichen und ökonomischen Interessen beruhende Gründe und Ursachen hatte. In Bezug auf den Führer des heutigen Russlands stimmt es erst recht nicht, was auch jedem verständigen und nicht an Russophie erkrankten Zeitgenossen einleuchtet. ‬

‪Baltische Polit-Chihuahuas und ähnlich mental überschaubar strukturierte emotionale Kläffer ficht das jedoch nicht an. Ihnen geht es um die Emotionen, die Empörung, die fingerzeigende Verurteilung des von ihnen als DAS BÖSE Empfundenen und Definierten. Eine im Kern infantile und prä-zivilisatorische Einstellung, die bestens geeignet ist, als Hebel zur Manipulation schlichter Gemüter und von Leuten zu dienen, die weder Zeit noch Lust noch Energie haben, sich neben ihrem freiheitlichen Überlebenskampf mit Hintergründen, Details und Komplexitäten historischer und aktueller Politik zu befassen.‬

‪Fazit:
Passt schon. Je dümmer und propagandistisch platter, desto Putler.‬
‪Der intellektuelle Gehalt solcher Bildchen entspricht dem Niveau von Penis-Kritzeleien auf Autobahntoilette und weist die Urheber als genau das aus: Dicks with no clue.‬

Zum Tag des Sieges: »Runter die Fahne!«

Möchtest du vielleicht erfahren,
Wie vor achtzig, neunzig Jahren
Hitlers Nazis sich benahmen
gegenüber Russenfahnen?

Du musst keine Bücher lesen
oder damals dort gewesen.
Den Geist des Führers sieht man zieh‘n
durch das heutige Berlin.

»Runter die Fahne!«

Am Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park wird ein Mann von Einsatzkräften der Berliner Polizei abgeführt.

Sein »Verbrechen«: das Mitführen einer russischen Flagge und einer Fahne mit einer Friedenstaube

(Junge Welt auf X)

Das Wunder von 1945: Kriegsende durch göttliche Fügung

Kinder, habt ihr mal ein Ohr?
Uschi liest euch Märchen vor:

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„Vor achtzig Jahren legten Feinde die Waffen nieder“

Wie schön, dass da plötzlich all die Länder, die gegeneinander Krieg führten, wohl plötzlich zur Einsicht kamen und keine Lust mehr hatten. So ganz anlasslos, einfach weil sie dachten „Och nö, das bringt ja irgendwie doch nix mit dem Geballere und so…“.

Ursula findet das auch ganz toll, weil dadurch das wunderbare Friedensprojekt EU möglich wurde, die „Union des Friedens, der Demokratie und der Solidarität“, ein „Anker der Stabilität“!

Wir fragen sie besser nicht, was denn ihr Opa so gemacht hat, bevor ihn die göttliche Einsicht überkam, aufgrund derer alle Armeen plötzlich und überraschend „die Waffen niedergelegt“ haben, damals, in jenen merkwürdigen Zeiten (die letztlich aber auch wieder etwas Gutes hatten, denn ohne sie gäbe es ja nicht unser europäisches Menschheitsbeglückungsprojekt).

Bruno Baum: Aufstand der Todgeweihten

„Bruno Baum kam am 18. Januar 1945 aus dem Vernichtungslager Auschwitz, das vor der heranrückenden Roten Armee „evakuiert“ worden war, nach Mauthausen. Das Martyrium des Juden und Berliner Kommunisten in Mauthausen währte etwas mehr als ein Vierteljahr. Da lagen bereits fast zehn Jahre Nazi-Haft hinter ihm. Er war 1936 zu dreizehn Jahren wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ verurteilt worden. 1965 erschien in Berlin sein Buch „Die letzten Tage von Mauthausen“, es sollte sein letztes sein: Baum starb Ende 1971 in Potsdam.“

Ich möchte meine Follower und die Gelegenheitsleser auffordern, diesen Text von Bruno Baum aus der aktuellen UZ zu lesen.

Er macht deutlich, was heute gefeiert wird.

Präziser: die Befreiung von WAS eigentlich ist zu feiern ist an diesem Tag, an dem es vor 80 Jahren endgültig vorbei war mit Handlungen wie in dem Text geschildert, mit der Ideologie, die diese Handlungen rechtfertigte und mit dem Staat, der diese Maßnahmen gegen seine wirklichen oder vermuteten Feinde ins Werk setzte.

Der Text macht ebenfalls deutlich, warum Russland heute den gleichen antifaschistischen Befreiungskrieg führt wie die Völker der Sowjetunion damals:

Die barbarische Lust an Gewalt, Demütigung und Vernichtung, die die deutschen Faschisten ausgezeichnete, wiederholt sich heute in dem faschistischen Regime, dass der kollektive Westen in Kiew an die Macht gebracht hat, und mittels dessen er heute erneut Krieg gegen Russland führt.

Damals wie heute gilt: „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!“. – heute umso dringlicher als in den ersten Jahren nach der Niederlage des deutschen Faschismus.

Der Schwur von Buchenwald wurde inzwischen mehrfach gebrochen und der Imperialismus – vorneweg mal wieder der deutsche – wittert Morgenluft. Er nimmt einen erneuten Anlauf, mit Faschismus und Krieg den Störenfried im Osten, das Hindernis seiner seiner Weltordnung und globalen Hegemonie, zu vernichten.

Dank euch, ihr Sowjetsoldaten!
Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

Die politische Elite, die ihre Legitimität auf der Grundlage von Werten beansprucht, begeht Selbstmord

Wer von diesen netten Beiden
kennt sich aus im Halsdurchschneiden?
Beide! Hättet ihr‘s gedacht?
Doch einer nur hatˋs selbst gemacht –
der and‘re, hier beim Freundbegrüßen,
LÄSST lieber metzeln, morden, schießen.

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„Die politische Elite, die ihre Legitimität auf der Grundlage von Werten beansprucht, begeht Selbstmord:

Die liberale Demokratie wird heutzutage verteidigt, indem man die Opposition verhaftet, Wahlergebnisse annulliert, die Meinungsäußerung kriminalisiert und sich mit Terroristenführern verbündet“

(Glenn Diesen auf X)

Salomon der Weise spricht

Wiederum sah ich alles Unrecht an, das unter der Sonne geschieht, und siehe, da waren Tränen derer, die Unrecht litten und keinen Tröster hatten. Und die ihnen Gewalt antaten, waren zu mächtig, so daß sie keinen Tröster hatten.

Da pries ich die Toten, die schon gestorben waren, mehr als die Lebendigen, die noch das Leben haben.

Und besser daran als beide ist, wer noch nicht geboren ist und des Bösen nicht innewird, das unter der Sonne geschieht.

Ich sah alles Mühen an und alles geschickte Tun: da ist nur Eifersucht des einen auf den andern. Das ist auch eitel und Haschen nach Wind.

Ein Tor legt die Hände ineinander und verzehrt sein eigenes Fleisch.

Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.

Wiederum sah ich Eitles unter der Sonne:

Da ist einer, der steht allein und hat weder Kind noch Bruder, doch ist seiner Mühe kein Ende, und seine Augen können nicht genug Reichtum sehen. Für wen mühe ich mich denn und gönne mir selber nichts Gutes? Das ist auch eitel und eine böse Mühe.

So ist’s ja besser zu zweien als allein; denn sie haben guten Lohn für ihre Mühe.

Fällt einer von ihnen, so hilft ihm sein Gesell auf. Weh dem, der allein ist, wenn er fällt! Dann ist kein anderer da, der ihm aufhilft.

Auch, wenn zwei beieinander liegen, wärmen sie sich; wie kann ein einzelner warm werden?

Einer mag überwältigt werden, aber zwei können widerstehen, und eine dreifache Schnur reißt nicht leicht entzwei.

(Quelle: DER PREDIGER SALOMO (KOHELET), 4. Kapitel: Bedrückung, Arbeitseifer, Vereinsamung 4.1 – 4.12)

Gesinnungsjournalismus verweist Pflegekräfte auf ihren Platz in der Konkurrenzgesellschaft

Ja ja, die journalistischen Hofnarren und Zäpfchen der kapitalistischen Ausbeuterordnung…

Die wissen halt vorausschauend und mitfühlend immer, was ihren Brötchengebern nützlich und dienlich ist!

Die lohnarbeitende Klasse, speziell die in den sozialen Berufen und ganz besonders diejenigen, die die altersbedingt vom Verwertungsprozess Aussortierten zu versorgen haben, sollen gefälligst klaglos und zufrieden ihre Arbeit machen und gar nicht erst auf den Gedanken kommen, dass ihre besondere Tätigkeit (die viele gar nicht bis zum Pensionsalter durchhalten) irgendein – und sei es noch so kleines – Extra verdient.

Das bringt die anderen Proleten doch nur auf dumme Gedanken, weiß Frau Salomon.

Für diese ideologische Schwerarbeit hat sich Martina Salomon dann auch ganz gewiss das sicher nicht schmale Salär verdien, das Propagandisten wie sie beziehen, wenn sie solche Leitartikel direkt aus dem Rektum der herrschenden Klasse zur Erbauung der Untertanen verfassen.