Falsch verstandener Antifaschismus

Ein Facebook-Freund postet dieses Meme:

Ich antworte:

Stephan, du bringst mich immer (naja, manchmal) ans Verseschmieden:


Im dunklen Wald ruft laut die Eule:
„Der Stephan schwingt die Nazi-Keule!“

Ein jeder bringt den Kopfschutz mit
besucht er Stephan Messerschmidt,
denn dieser zetert “Ach!“ und „Weh“
über die blaue AfD.

Auf jeden Zweifler geht mitunter
besagte Nazikeule runter,
Auch wird von Stephan uns erzählt
dass jeder, der die Blauen wählt
im Grunde selber Nazi ist.
Wobei man hier den Sinn vermisst:

Wer Deutschland braun und ärmer macht;
wer rüstet, dass es nur so kracht;
wer Ukrainer-Nazihorden
losschickt, um Russen zu ermorden;
wer, „um Demokratie zu retten“,
die Bürgerrechte legt in Ketten;
Wer gegen jedem, dem das stinkt,
den Staatsanwalt zum Einsatz bringt –

DAS, lieber Nazi-Geisterseher,
das sind doch nicht die AfDer!
Es gibt zur Zeit wohl eine nur
die Kriege plant, und Diktatur.
Wir wissen‘s doch, es ist kein Scherz:
Es ist die Staatsmacht unter Merz.

Faschisten sind heut‘ Demokraten.
Frech rühmen sie sich ihrer Taten:
die, die sie schon inszeniert
(Deutschland deindustrialisiert),
und die, die sie grad vorbereiten:
KRIEG! So wie alten Zeiten,
und zwar gegen den alten Feind –
DAS ist‘s, was man mit „Nazis“ meint.

Im dunklen Wald ruft laut die Eule:
„Der Stephan schwingt die Nazi-Keule!“

Sie würden es ohne zu zögern wieder tun

Ein Freund postet dieses Bild auf X und schreibt dazu: „Gegen das Vergessen. Sie würden es sofort wieder tun – wenn sie könnten.“

Exhumierung eines Massengrabes mit Opfern der Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei, des SD und der Gestapo in Orjol, Zentralrussland, August 1943

Dem stimme ich zu, und ergänze:

Wenn man die russophoben Beiträge und Kommentare in Sozialen Medien so liest, hat man sowieso keine Zweifel mehr, dass sich genügend Freiwillige finden werden, die die permanente Kriegshetze und antirussische Agitation der deutschen Politiker und Medien in der abgebildeten Art und Weise umsetzen würden.

Und zwar freiwillig und mit Begeisterung.

Die ukrainischen Nazi-Verbände machen‘s ja auch schon, im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

Die Anstifter und Brandbeschleuniger dieser Art der Kriegsführung sind die gestriegelten, gebildeten Anzug- und Uniformträger, die uns Tag für Tag im Fernsehen und allen anderen Medien erklären, dass der Russe aufgrund seiner Russennatur nichts anderes in seinem Russensinn hat, als „Europa anzugreifen“ und zu erobern.

Warum er, also „der Russe“, das eigentlich machen sollte, erklärt einem keiner, und es gibt auch keinen vernünftigen Grund dafür. Aber als Schreckgespenst und Buhmann taugt das Feindbild vom bösen angriffslustigen Russen immer noch bzw. immer wieder.

Heutige Politiker wissen es genauso geschickt zu benutzen, um die Bevölkerung aufzuhetzen und kriegstüchtig zu machen wie ihre faschistischen Vorgänger vor 90 Jahren.

Ihr irrationaler, hysterischer Hass auf Russland, und dessen personalisierte Projektion auf den russischen Präsidenten – der als eine Art Mischung aus Hitler und Beelzebub selbst porträtiert wird – macht es für die schlichteren Gemüter unter den Untertanen, die ein Leben lang mit dieser Propaganda gefüttert wurden, umso einfacher, der Entmenschlichung des Feindes zu folgen, die seine Politiker ihm vormachen.

Dass sich aus einer solcherart propagandisierten Soldateska ohne weiteres die abscheulichsten Metzeleien und Kriegsverbrechen fast von selbst ergeben, davon zeugen Taten wie die der deutschen Faschisten in der Sowjetunion Anfang der 1940er Jahre und die der israelischen Okkupationsarmee in Gaza in der Mitte der 2020er Jahre.

„Drecksarbeit“ damals

Der Hamburger Hafenarbeiter Fiete Schulze wurde bereits im April 1933 verhaftet.

Nach 2 Jahren Haft in den Gestapo-Kellern wurde er am 10. Januar 1935, wegen antifaschistischer Tätigkeit, von der NS-Justiz verurteilt und am 6. Juni 1935 in Hamburg mit dem Handbeil enthauptet.

Mein Großvater saß etwa zur selben Zeit in den Hamburger Gestapokellern. Vielleicht war Fiete Schulze einer seiner Zellennachbarn.

Ich erinnere mich an seine Berichte über diesen Aufenthalt. Er sprach über die Schreie der Gefolterten in den Nachbarzellen: „Als die mich entlassen haben. sollte ich den Hitlergruß machen. Hab ich auch gemacht, weil mir die Schreie von den anderen noch in den Ohren klangen und ich nichts als raus da wollte“

Hat ihm nicht viel genutzt, er wurde erneut verhaftet und ins Strafbataillon 999 zwangsrekrutiert. In Nordafrika konnte er desertieren und landete in britischer Kriegsgefangenschaft.

Friedrich Merz‘s Großvater diente mit Begeisterung den damaligen Kriegsherren, er selbst als aktueller Kriegs(vorbereitungs)herr Deutschlands finanziert und bewaffnet ukrainische Nazis und lobt die israelischen Kriegsverbrechen als „Drecksarbeit“, die die IDF „für uns“ erledigen.

Dieser Kanzler muss weg. Jeden Tag, den der Mann im Amt bleibt, ist einer zu viel.

Die Geister die sie riefen. Die Monster die sie schufen.

Der Chef der ukrainischen Neo-Nazi-Verehrer Asow macht deutlich, was auf Europa und die Welt zukommt. Ukrainische Faschisten verlangen nach nuklearer Bewaffnung ihres Staates. Gegen wen diese dann zum Einsatz kommen sollen, braucht man nicht fragen.

Der westliche Imperialismus hat diese Monster geschaffen, indem er die in Deutschland dominierende Ideologie der 1930er und 1940er Jahre mit dem ukrainischen Nationalismus gekreuzt, diesen scheußlichen Humunkukus bewaffnet und ihn dann auf Russland losgelassen hat.

Mit Frankensteins Monster musste man Mitleid haben, über Goethes Zauberlehrling konnte man lachen (jedenfalls in der Disney-Version) – DIESE staatgewordene Vernichtungsphantasie ukrainischer Neonazis bedarf im Grunde nur einer Antwort: die vollständige Ausschaltung ihrer Träger und ihres Staates.

Dass Russland sich knapp 90 Jahre später erneut an die Verteidigung der Menschheit gegen den faschistischen Zivilisationsbruch machen muss, ist traurig genug. Dass die faschistischen Monster in der Ukraine vom Westen gezüchtet, genährt, finanziert und bewaffnet werden, ist noch viel trauriger.

Man kann nur – und muss – Russland bei der Demilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine den Erfolg wünschen, den es auch 1941-45 schließlich hatte und damit der Menschheit den größten denkbaren Dienst erwies.

Zum Tag des Sieges: »Runter die Fahne!«

Möchtest du vielleicht erfahren,
Wie vor achtzig, neunzig Jahren
Hitlers Nazis sich benahmen
gegenüber Russenfahnen?

Du musst keine Bücher lesen
oder damals dort gewesen.
Den Geist des Führers sieht man zieh‘n
durch das heutige Berlin.

»Runter die Fahne!«

Am Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park wird ein Mann von Einsatzkräften der Berliner Polizei abgeführt.

Sein »Verbrechen«: das Mitführen einer russischen Flagge und einer Fahne mit einer Friedenstaube

(Junge Welt auf X)

Bruno Baum: Aufstand der Todgeweihten

„Bruno Baum kam am 18. Januar 1945 aus dem Vernichtungslager Auschwitz, das vor der heranrückenden Roten Armee „evakuiert“ worden war, nach Mauthausen. Das Martyrium des Juden und Berliner Kommunisten in Mauthausen währte etwas mehr als ein Vierteljahr. Da lagen bereits fast zehn Jahre Nazi-Haft hinter ihm. Er war 1936 zu dreizehn Jahren wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ verurteilt worden. 1965 erschien in Berlin sein Buch „Die letzten Tage von Mauthausen“, es sollte sein letztes sein: Baum starb Ende 1971 in Potsdam.“

Ich möchte meine Follower und die Gelegenheitsleser auffordern, diesen Text von Bruno Baum aus der aktuellen UZ zu lesen.

Er macht deutlich, was heute gefeiert wird.

Präziser: die Befreiung von WAS eigentlich ist zu feiern ist an diesem Tag, an dem es vor 80 Jahren endgültig vorbei war mit Handlungen wie in dem Text geschildert, mit der Ideologie, die diese Handlungen rechtfertigte und mit dem Staat, der diese Maßnahmen gegen seine wirklichen oder vermuteten Feinde ins Werk setzte.

Der Text macht ebenfalls deutlich, warum Russland heute den gleichen antifaschistischen Befreiungskrieg führt wie die Völker der Sowjetunion damals:

Die barbarische Lust an Gewalt, Demütigung und Vernichtung, die die deutschen Faschisten ausgezeichnete, wiederholt sich heute in dem faschistischen Regime, dass der kollektive Westen in Kiew an die Macht gebracht hat, und mittels dessen er heute erneut Krieg gegen Russland führt.

Damals wie heute gilt: „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!“. – heute umso dringlicher als in den ersten Jahren nach der Niederlage des deutschen Faschismus.

Der Schwur von Buchenwald wurde inzwischen mehrfach gebrochen und der Imperialismus – vorneweg mal wieder der deutsche – wittert Morgenluft. Er nimmt einen erneuten Anlauf, mit Faschismus und Krieg den Störenfried im Osten, das Hindernis seiner seiner Weltordnung und globalen Hegemonie, zu vernichten.

Dank euch, ihr Sowjetsoldaten!
Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

Russlands antifaschistischer Kampf in der Ukraine ist derselbe wie der antifaschistische Kampf der Sowjetunion vor achtzig Jahren

Wer nicht versteht, dass der antifaschistische Kampf Russlands gegen NATO/EU und ihre ukrainischen Humunkuli in der Kontinuität des antifaschistischen Kampfes der Sowjetunion gegen den Hitlerfschismus steht, hat den gesamten Ukraine-Konflikt nicht verstanden und sollte besser dazu schweigen.

Bildquelle: Aleksey Berzudski

„Erinnert euch!“ – Ja, machen wir, sagen die Imperialisten, darum wollen wir’s ja ungeschehen machen

Es ist einigermaßen müßig, den deutschen Imperialisten in ihrer heutigen Version – der Farce, als die die Geschichte sich wiederholt – zuzurufen „Erinnert euch!“

Sie tun, was sie tun, WEIL sie sich erinnern – und weil die Erinnerung an ihren Hälsen hängt wie ein Mühlstein, den sie unbedingt loswerden wollen.

Sie würden gerne die Erinnerung dazu nutzen, das ungeschehen zu machen, an das sie sich gezwungenermaßen erinnern müssen.

Eine Farce, wie gesagt. Wenn auch eine kostspielige (für uns, die lohnabhängige Klasse und Normalbürger) und gefährliche.

Antifaschismus gegen die „Antifaschisten“, die die EU faschisieren

Facebookfreund Klaus Linder, Slavyangrad zitierend, schreibt:

Durch die Konterrevolution in den EU-Faschismus:

„Tschechische Abgeordnete fordert neue Blockade Leningrads

Miroslava Nemtsova schrieb in den sozialen Medien:
„Die EU hat die Sanktionen gegen Russland ausgeweitet. Während wir der Opfer des Holocaust gedenken, feiert Russland den Jahrestag der Aufhebung der Blockade Leningrads im Zweiten Weltkrieg. Die Russen müssen das noch einmal erleben. Die Sanktionen müssen noch härter sein. Daumen drücken!““

Wundert einen nicht mehr wirklich, nachdem zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee nicht nur die russophoben europäischen Politiker und Würdenträger erschienen waren, um Grinse-Selfies zu machen, sondern sogar der aktuelle Machthaber des banderafaschistischen Kiewer Regimes an der Stelle geschichtsfälschenden Müll erzählen durfte, an der seine ideologischen Vorgänger bis zu einer Million Leute umgebracht haben.

Es ist eine bizarre und krank(machend)e Wendung der Geschichte, dass Anti-Faschismus heute in erster Linie GEGEN die selbsternannten Anti-Faschisten der westlichen Machthaber zu richten ist, die den sich zügig desintegrierenden Westblock ebenso zügig faschisieren.