„In Stadt und Land, ihr Arbeitsleute, wie sind die stärkste der Parteien!“

Die Woche beginnt mit strahlendem Sonnenschein, Frühling liegt in der Luft, und das Viertel brummt vor Aktivität. Überall ist die Arbeiterklasse unterwegs und tätig. Ohne sie geht NICHTS, gar nichts. Die Reichen würden in heruntergekommenen Häusern und auf verstopften Klos sitzen, ihre Keller würden von nicht entsorgtem Müll stinken und überquellen. Vor allem: ihre ganze Einkommensgrundlage – die Arbeit anderer, die sie als Klasse bereichert – entfiele.

Wann werden sich diejenigen, die die ganze Arbeit machen, darüber klar, dass sie diejenigen sind, die die Ansagen machen können, wie die Gesellschaft organisiert wird?

Wenn schütteln sie den Mehltau der Unterordnung, des Befehlsempfängertums, der Schicksalsergebenheit ab, der sie zu abhängigen Schachfiguren der Berechnung Dritter macht?

Und vor allem: wo ist die Partei, die diese bitter nötige Erhebung organisiert?

Geschichten die das Leben schrieb: Hütt es ons alles ejal, mir fiere Karneval

Mein Tablet meldet mir kritischen Batteriestand und Ich gehe ins Wohnzimmer, um es dort aufzuladen. Die Frau sitzt auf dem Sofa und schaut ausnahmsweise mal nicht Fernsehen, sondern liest ein Buch, weshalb es angenehm still ist. „Ich hab mein iPad leer gedaddelt!“, gebe ich ihr den Grund meines Auftauchen bekannt. Sie schaut auf und fragt: „Und, was hast du Neues erfahren?“

Ich gebe ihr einen kurzen Zwischenstandsbericht über die Lage, diesmal mit Fokus auf der Geschichte, die eigentlich auf jeder Titelseite, in jeder Nachrichtensendung, jeder Talkshow, im „Presse-Club“, „Brennpunkten“ usw. diskutiert werden müsste: den Akt staatlichen Terrorismus, den die USA, unterstützt von Norwegen, an der deutschen Energie-Infrastruktur mittels Sprengung der NordStream Pipelines durchgeführt haben. Eigentlich. Bekanntlich herrscht weitgehendes Schweigen im Medienwalde, und die derzeitige Nachrichtenlage wird bestimmt von UFOs, die auf einmal überall auftauchen und von den NATO-Luftraumschützern abgeschossen werden müssen – ein Schelm, wer „Ablenkungsmanöver“ dabei denkt.

Die Frau hört interessiert zu und meint: „Also eins verstehe ich nicht: das müsste doch ein gefundenes Fressen für jede Opposition sein! Warum hört man da nichts? Wieso bleiben die stumm?“

„Wenn die ‚Opposition‘ noch transatlantischer ist als die Regierung – was soll man da erwarten?“, versuche ich eine Erklärung.

Ich räsoniere noch ein bißchen weiter: „In einer normale Welt wäre so ein Vorgang – eine Regierung lässt sich von den eigenen Verbündeten die lebenswichtige Infrastruktur wegbomben, weiß davon und schweigt dazu – mindestens eine Absetzung der Regierung wert. Sowas ist im Grunde Hochverrat, Landesverrat.. jedenfalls nichts, was sich mit dem Amtseid selbst einer bürgerlichen Regierung vereinbaren lässt…“

„Das interessiert keinen, Kay“, stellt die Liebste mit definitivem Gestus fest. Sie denkt kurz nach und kommt dann mit der ultimativen Begründung für diese Einschätzung: „Außerdem haben wir KARNEVAL!“

Da hat sie natürlich recht. An Karneval könnte Deutschland offiziell in den Krieg eintreten und die ersten Zirkons und Iskanders in Berlin einschlagen – in Köln und Düsseldorf würden die Jecken trotzdem feiern. DIESE Auszeit vom Leben unter den immer ungemütlicheren Umständen des bundesdeutschen Freiheitsladens will sich hier keiner nehmen oder verderben lassen.

Nicht umsonst heisst es im bekanntesten Düsseldorfer Karnevalslied: „Die Sterne funkele, mir Düsseldorfer schunkele, hütt es ons alles ejal, mir fiere Karneval!“

„Wir haben ja nichts gewusst!“

Wer es wissen will, kann es wissen. Die Informationen stehen zur Verfügung. Der mainstream-mediale Mantel des Schweigens, der über die Hersh-Enthüllungen (und über Nachrichten wie diese hier vom „Anti-Spiegel“ Thomas Röpers) ausgebreitet wird, reicht für die weiter andauernde Ruhigstellung der Masse, die zwischen Lohnarbeit und Freizeit- und Erholungsbedürfnis weder Zeit noch Lust hat auf Beschäftigung mit Hintergründen hat, zumal solchen, die das Weltbild in Frage stellen, dass sie ihr ganzes Leben lang von ihrer Regierung und eben diesen Mainstreammedien verabreicht bekommen haben.Wer es wissen will, kann es wissen. Die Informationen stehen zur Verfügung. Der mainstream-mediale Mantel des Schweigens, der über die Hersh-Enthüllungen (und über Nachrichten wie diese hier vom „Anti-Spiegel“ Thomas Röpers) ausgebreitet wird, reicht für die weiter andauernde Ruhigstellung der Masse, die zwischen Lohnarbeit und Freizeit- und erholungsbedürftige weder Zeit noch Lust hat auf Beschäftigung mit Hintergründen, zumal solchen, die da Weltbild in Frage stellen, dass sie ihr ganzes Leben lang von ihrer Regierung und eben diesen Mainstreammedien verabreicht bekommen haben.

Grundsätzlich aber gilt – wie schon mit den Informationen über gewisse Internierungsformen und massenhafte „Sonderbehandlungen“ bestimmter Personengruppen unter einem früheren deutschen Staatswesen, dass sich ebenfalls dem Sieg über Russland verschrieben hatte – dass WENN MAN WILL die Informationen zugänglich sind.

Das „Wir haben ja nichts gewusst“ gilt heute sowenig wie damals. Die Konsequenzen aus dem „Wir haben ja nichts gewusst“ werden vermutlich ebenfalls dieselben sein wie damals.

Geschichten die das Leben schrieb: Der Charme des Verfalls ist gar keiner, sondern Bote des bevorstehenden Untergangs

Ein ausgedehnter Spaziergang durchs Wohnviertel und die angrenzenden Parkanlagen bringt mich in Kontakt mit dem Grad an Vermüllung und Achtlosigkeit, der einem überall begegnet. Selbst in einem Oberschichtsviertel wie Oberkassel liegen in auffallender Menge Flaschenscherben, Essensverpackungen, Masken, und jedweder sonstiger Müll herum. Ist die Stadtreinigung im Streik? Kommen die nur noch einmal die Woche? Ist sowieso schon alles egal?

Es scheint so, als ob sehr viele Zeitgenossen sämtliche Utensilien, alles Material, was nicht mehr gebraucht wird, unter sich fallen lassen, ohne Achtung und ohne Respekt für Umgebung und andere Leute, die sich den Dreck dann angucken müssen. Und – sofern sie Hundehalter sind – auch noch aufzupassen haben, dass der Vierbeiner nicht in die Scherben tritt.

Auf gewisse Weise ist ein solches Verhalten natürlich sehr passend zum Credo des kapitalistischen Menschenbildes des homo oeconomicus, der eben nur das tut (und tun MUSS, wenn er Erfolg in der Konkurrenz haben will!) was seinem eigenen unmittelbaren Vorteil dient.

Ich wende mich an die Liebste: „Sag mal, kriege ich jetzt das Alter-Mann-Meckersyndrom und maule über etwas, was ich früher gar nicht wahrgenommen habe, oder ist das in den letzten Jahren tatsächlich so deutlich mehr geworden mit dem Müll, der hier überall rumliegt?“

Die Frau, im Gegensatz zu mir nicht erst seit fünf, sondern seit 35 Jahren im Viertel wohnhaft, überlegt kurz und antwortet: „Nee, das stimmt schon. Ich würde sagen, seit Corona hat das so zugenommen. Das ist schon auffällig.“

Wir unterhalten uns über den schleichenden, aber sichtbaren Verfall in unserem vergleichsweise wohlhabenden Stadtteil. Neben einer Menge Bau- und Renovierungstätigkeit an der vierteltypischen Altbausubstanz (ganze Altbauten werden entmietet und kernsaniert, um sie in hochpreisige Eigentumswohnungen für die nach wie vor zahlungsfähige Oberschicht umzuwandeln) springen einem überall Geschäftschließungen und leere Läden ins Auge.

Selbst der große Bio-Supermarkt im Neubaugebiet, Anlaufstelle der grünen Jungmütter mit ihren Lastenfahrädern, musste schließen – der Umsatz ließ aus Sicht der Geschäftsleitung an diesem Standort nicht mehr genug Profit übrig, um die Ladenmiete von monatlich 20.000,00 Euro zu stemmen.

Was nachkommt, sind in der Regel Filialen und Franchises von bundes- oder NRW-weit tätigen Ketten, manchmal auch extrem hochpreisige Modegeschäfte, die ihr Glück in diesem immer noch überdurchschnittlich kaufkraftstarken Viertel versuchen.

Insgesamt komme ich mir bei diesen Rundgängen (und generell in diesem Leben) mehr und mehr vor wie jemand, dem ein gut geschminkter und parfümierter Adliger begegnet, der trotz etwas in die Jahre gekommener Klamotten noch recht ansehnlich aussieht – aber nur von weitem. Kommt man näher, sieht man die Pestbeulen und die offenen Geschwüre unter der Schminke, und der Gestank von Fäulnis dringt einem in die Nase. Als ob es nur eine Frage der Zeit sei, bis sich dies alles – dann endgültig für jeden sichtbar und erkennbar – in Richtung Kollaps, Untergang und Tod bewegt.

Und das ist genau das Ende, das ich diesem Gesellschaftssystem, diesem Kapitalismus wünsche und gönne – auch wenn mir vor den Begleiterscheinungen dieser Entwicklung für die lohnarbeitende Klasse gruselt.

Je fanatischer das Feindbild, desto inhumaner die Methoden

Je fanatischer das Feindbild, desto inhumaner die Methoden, die man sich bei der Bekämpfung dieses Feindes gestattet. Die Verrohung und Dehumanisierung im NATO-Krieg gegen Russland hat auf ukrainischer Seite anscheinend das Niveau deutscher Wehrmachts-Sonderkommandos und SS-Einsatzgruppen erreicht.

Für das ukrainische Militär gelten bekanntlich nicht einmal mehr die „normalen“ Kriegsregeln, die Tötung und Misshandlung von Kriegsgefangenen verbieten. Die Filmaufnahmen, auf denen ukrainische Soldaten russische Kriegsgefangene, die in einem Hof mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden liegen, per Schuss in den Hinterkopf ermorden, sind im Gedächtnis und den Archiven der Weltöffentlichkeit aufbewahrt, auch wenn das wertewestliche Publikum davon natürlich nichts erfuhr.

Jetzt wollen die blau-gelben NATO-Proxies auch noch ein Geschäft mit Kriegsgefangenen machen:

„Ukrainische Soldaten der 10 separaten Gebirgsjägerbrigade fordern Lösegeld von den Angehörigen unserer Gefangenen. Normale Militärs und nicht irgendwelche schrecklichen Söldner oder regelrechte Nazis, die unsere Leute gefangen genommen haben, erpressen ihre Frauen. Sie drohen mit Gewalt.

Nur ist jetzt der Grund für ihre bestialische Bosheit nicht der Wunsch, die Ukraine zu schützen, sondern der Wunsch, ein Lösegeld zu bekommen. Die Korrespondenz wird von AFU Romanyuk Andrey geführt, einem bekannten Tik-Toker. Als er merkte, dass sein Rang es ihm nicht erlaubte, mit unserem Kommando zu sprechen, kontaktierte der Freak die Frau unseres Soldaten und forderte ein Lösegeld von 5.000 Dollar.

Die Regeln und Gebräuche des Krieges für die regulären Militärangehörigen der Ukraine existieren nicht mehr. Sie erpressen Geld von den Ehefrauen der Gefangenen, verwenden giftige Substanzen, erschießen unsere Soldaten, die bereits gefangen genommen wurden, und foltern Zivilisten.

Der ukrainische Soldat ist endgültig zum Terroristen geworden und damit ein legitimes Ziel für die Sicherheitskräfte eines jeden Landes, das dieses Übel bekämpft.“

Quelle: Russian Head

Wie kann man das ertragen?

Das Autoradio so: „Europa kann Herz zeigen. Das hat die EU mit der Aufnahme von Hunderttausenden ukrainischer Flüchtlinge gezeigt, nachdem Russland den Krieg in der Ukraine entfesselt hat.“

Bevor ich mich übergeben kann, schaltet mein Verstand in den Überlebensmodus und schickt ein Signal an den Magen, dem Brechreiz nicht nachzugeben. Es geht in dem Nachrichtenbeitrag anscheinend um den Brüsseler EU-Gipfel, auf dem auch der koksende Schauspieler und Kriegsverbrecher Elendskij auftrat und sich wie ein Popstar feiern ließ.

Ein bizarres, absolut degeneriertes und widerwärtiges Schauspiel, bei dem die nicht gewählten Führer der EU ein letztes Mal (?) ihre gruselige Propaganda-Show zugunsten des Kiewer Nazi-Regimes aufführen, um das gesamteuropäische Publikum auf den Kriegskurs gegen Russland und weitere Entbehrungen und Härten einzuschwören.

Es gibt keine Worte für die monumentale Verlogenheit, mit der der wertwestliche kollektive Propagandaapparat seine ukrainischen Humunkuli zu Demokraten und Freiheitshelden erster Klasse läutert, während dieselben Kreaturen inzwischen 16jährige Kinder für ihr Militär mustern lassen, um sie als Kanonenfutter an die Ostfront zu schicken.

Aushaltbar ist das alles inzwischen nicht mehr, auch Drogen helfen nur vorübergehend.

Zuhause angekommen laufe ich frontal in das Geplärre des Volksempfänger-Flachbildschirms, aus dem betroffen emotionalisiert dreinschauende Sprechblasenaufsager über die Erdbebenopfer in der Türkei und in Syrien berichten. Bzw. über Syrien nur am Rande, denn dann bestünde ja die Gefahr, dass sie auch die völkerrechtswidrigen Sanktionen gegen dieses Land erwähnen müssten, aufgrund derer kein Medikament und keine Decke dorthin gelangen kann.

Stattdessen wird ein tränenheischender Bericht über ein deutsches Team im türkischen Erdbebengebiet gesendet, das noch 100 Stunden eine Frau unter den Trümmern lebend herausgezogen hat. Schluchzen, Dankbarkeit, Tränen, Betroffenheit, alle sind emotional besoffen vor Rührung; vor allem aber ist die Absicht knüppeldick zu spüren, mit der solche emotionalisierenden Reportagen nicht nur das edle und selbstlos hilfsbereite deutsche Wesen unterstreichen sollen, sondern in erster Linie davon abzulenken haben, das dieselbe deutsche Anteilnahme sich im Falle Syriens auf die Anteilnahme und staatliche Förderung islamistischer Halsabschneider, Beteiligung am Krieg der NATO zum Sturz der syrischen Regierung und leichenträchtige Sanktionen gegen die Bevölkerung des Landes erstreckt.

Soviel gekonnte Heuchelei und großäugig vorgetragene allgemein-menschliche Betroffenheit zur Ablenkung von Ursachen und Verursachern der syrischen Tragödie sind selbst nach den Maßstäben erprobter bürgerlicher Verlogenheit ein neuer Meilenstein der allgegenwärtigen Idiotie freiheitlicher Meinungsbildung, die immer nur eines weiß und wissen will: wir sind die Guten und der Russe ist schlecht.

Was nun der Russe mit den Erdbebenopfern und Syrien zu tun hat (außer dass Russland – im Gegensatz zum Westen – mit Soforthilfe bei Bergung und Versorgung von Opfern und Überlebenden, mit finanzieller und logistischer Unterstützung usw. tätig ist), muß man als westlicher Medienkonsument gar nicht wissen. Hat nicht sowieso der Russe unserem Ordnungsbemühen dort unten ein Bein gestellt und einfach die rechtmäßige und gewählte Regierung Syriens unterstützt statt unsere islamistischen freiheitskämpfenden Halsabschneider von IS, Al-Nusra, Al-Qaida & Co den syrischen Präsidenten stürzen lassen? Das beweist ja schon wieder, dass dem Kreml nur Böses zuzutrauen ist.

Ich vergesse meine Einsicht von soeben, dass Drogen nur vorübergehend helfen und öffne eine Flasche Rotwein. Vorübergehend reicht mir vollkommen aus.

Geschichten aus dem Pflegeheim: Umzugsökonomie und Karnevalsalarm!

Noch sechs Tage bis „Altweiber“(so nennt man im Rheinland den Donnerstag vor dem Karnevalswochenende), und natürlich muß ein fundamental wichtiges Datum wie dieses in einem rheinischen Pflegeheim entsprechend gefeiert werden. Seit Wochen laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, die einschlägigen Jecken-Kapellen und Hupfdohlen sind einbestellt und das gesamte Team des Sozialen Dienstes, dem anzugehören ich das zweifelhafte Vergnügen habe, ist zu ernsthaftester und umfassender Frohsinnsvorbereitung abgestellt.

Die gesamte Einrichtung ist vor neun Monaten in ein niegelnagelneues Gebäude umgezogen ist und hat zu diesem Anlass beinahe alles, was im alten Haus lagerte, „aus Platzgründen“ entsorgt, u.a. kistenweise Faschingsutensilien, Dekomaterial usw. Das alte Haus, ein gemütliches Gebäude aus den 1960er Jahren, mit parkähnlichem Garten, gelegen in einer eingewachsenen gemischten Nachbarschaft bot viel Platz in Kellern und Abstellräumen.

Die supermoderne neue Einrichtung gleicht dem Sitz eines Versicherungskonzerns oder einem Tagungshotel. Alles sieht schick aus, aber der Architekt hat anscheinend eher die Effizienz einer kostengünstigen Altenaufbewahrungsstätte im Sinn gehabt, als dass er für die Bedürfnisse der Bewohner eines Pflegeheims geplant hätte. Jedenfalls gibt es in der neuen Einrichtung überhaupt keine Kellerräume – außer der Tiefgarage für die Fahrzeuge der Einrichtungsleitung – und kaum Stau- und Lagerraum.

Beim Umzug erging deshalb die Order an die Mitarbeiter, alles zu entsorgen bzw. stehen zu lassen, was nicht unbedingt benötigt wurde. Die Umzugskosten sollten um jeden Preis minimiert werden – was zu dem grotesken Spektakel führte, dass der Auftrag für den Umzug an eine private Klitsche erging, die dann den Umzug einer kompletten Pflegeeinrichtung mit achtzig Bewohnern mit ZWEI Mitarbeitern zu bewältigen hatte. Dies wiederum hatte zur Folge, dass der gesamte Umzug sich über mehr als die vereinbarten Tage hinzog und die Arbeit schließlich eingestellt wurde, da die Einrichtung nicht bereit war, den beiden Möbelpackern mehr als den vereinbarten Preis zu zahlen.

Ende vom Lied: Einrichtungs und-Bewohnermobiliar und -gegenstände blieben teilweise zurück und mussten mühsam in privaten Transporten ins neue Heim geschafft werden. Dass der eine oder andere Gegenstand bei dieser Art des Umzugs anschließend nicht mehr aufzufinden war, dürfte niemanden verwundern.

Zurück zu den Arbeitsmaterialien: Der Hinweis, dass viele der Materialien Bestandteil der täglichen oder saisonalen Aktivitäten von Sozialem Dienst und Pflege sind, wurde mit der großspurigen Antwort „Dann wird das eben neu angeschafft!“ bedacht. Schon bei den bisher im neuen Haus angefallenen jahreszeitlichen Festlichkeiten war bemerkbar, dass die Einrichtungsleitung sich an die eigene Direktive hält: alles was benötigt wurde, konnte umstandslos neu gekauft werden.

Erst recht beim Karneval! Der Einrichtungsleiter ist nämlich Kölner, weshalb dieses Ereignis für ihn einen Stellenwert hat, als fielen Ostern, Weihnachten, Geburtstag und Lottogewinn auf einen Tag. Wir erhalten also den Auftrag, für eine angemessene und einigermaßen üppige Dekoration auf den Wohnbereichen zu sorgen und für unsere Bewohner ein Minimum an Helau- und Täterä-Utensilien zur Verfügung zu stellen.

Helau, weil Neuss im Einzugsbereich des Düsseldorfer Karnevals (KARNEVAL, wohlgemerkt, keineswegs „Fasching“! – das sagen nur Süddeutsche) liegt und von daher das kölsche „Alaaf“ Ketzerei und Teufelsbeschwörung gleichkommt. Gerade hat die Düsseldorfer Karnevalsikone Jacques Tilly, der Gestalter der Motivwagen des Düsseldorfer Karnevals, einen Aufkleber zugunsten Wohnungsloser vorgestellt, auf dem „Ich bin so froh, dass ich kein Kölner bin!“ zu lesen ist.

Meine deutsch-russische Kollegin und ich fahren also kurzentschlossen zu „Deiters“, einem rund ums Jahr geöffneten Karnevals-Supermarkt (oder besser -Einkaufszentrum), das auf der Fläche von vier Fußballfeldern alles feilbietet, was das Jeckenherz begehrt. Um es kurz zu machen: wir lassen knapp 300 Euro dort und ziehen mit zwei gigantischen Papiertüten voller Masken, Hütchen, Clownsgesichtern, Federboas und all dem üblichen Karnevalszeug von dannen.

Vorher verbringen wir eine ganze Weile mit der Erforschung und Erprobung all der Verkleidungen und maskerademäßiger Witzigkeiten. Bei den Schnurrbärten, Perücken und Augenbrauen zeigt mir die Kollegin breit grinsend ein Hitlerbärtchen und sagt: „ Guck mal, das ist doch was für Herrn L.!“ (Herr L. ist ein etwa 90jähriger strammdeutscher Patriot, der auch heute noch gerne mal mit markigen Sprüchen aus dem tausendjährigen Reich zu vernehmen ist (daran erinnert er sich nämlich noch, während sich viele spätere Erinnerungen demenzbedingt aus seinem Gedächtnis verabschiedet haben).

Wir albern ein bißchen herum und ich halte eine spontane Kurzansprache als Reichskanzler mit Bärtchen: „Volksgenossen! Dörr Rosse moss schon wöderr in seine Schrranken gewöhsen werrden! Daförr brraucht onserre okraönische Heeresgroppe ONBEDÖNGT onsere hervorrrragöndön Leopard-Panzer!!“

Die Kollegin lacht und freut sich über die Vorstellung. „Weißt du, die Deutschen kapieren nicht, was das für Russland bedeutet, mit diesen Panzern. Und der Unterstützung der Ukraine. Putin hat’s doch gesagt auf der Pressekonferenz (sie meint die PK vom 02.02. zum Stalingrad-Gedenken), da sollten die mal zuhören…. Meine Schulkameraden von früher sind alle im Krieg! Alle! Also die Männer. Kein einziger ist zuhause, die kämpfen alle gegen die Nazis…“

Sie weiß, dass sie mit mir über dieses Thema sprechen kann; ansonsten hält sie sich absolut bedeckt und konsumiert auch keine Medien mehr, um sich nicht der NATO-Propaganda auszusetzen.

Wir fahren zurück in die Einrichtung, teilen die Beute auf die Wohnbereiche auf und begeben uns an die Arbeit. Vorher ermahnt sie mich noch, auch ja die Zeit, die wir mit dem Einkauf zugebracht haben, als Arbeitszeit aufzuschreiben: „Ich schreib mir ab 12:30 auf! Du hast mich abgeholt, also musst du ab 12:00 aufschreiben! Ich bekomme sowieso nicht viel raus, aber ich will das, was mir zusteht!“

Deiters Düsseldorf

Geschichten, die der Kaffee schrieb: Musst du kiffen dazu!

Ein paar mal in der Woche steht der sympathische italienische Betreiber von Bacio e Amore vor der St. Antonius Kirche in Oberkassel und friert sich (jedenfalls in dieserJahreszeit) den Arsch ab, um die Kundschaft mit lecker Espresso, Cappucino etc. zu beglücken.

Heute kam ich auf der Hunderunde, wie üblich mit Kopfhörern auf den Ohren, vorbei und orderte einen Espresso macchiato. „Was hörst du da?“ fragte er mich. Die “Reggae Essentials“ Playlist lief gerade und ich setzte ihm die Kopfhörer auf. Er grinste und meinte „Musst du kiffen dazu!“

„Später!“ versicherte ich ihm meine feste Absicht kongenialer spiritueller Musikbegleitung, und er war’s zufrieden.

Nochmal zum US-Terroranschlag auf die deutsche Energieinfrastruktur

Bei der Behandlung dieser Informationen in den westlichen offiziellen (also staatsnahen und Konzernmedien, die im wesentlichen die NATO-Version der Ereignisse verbreiten) muß man sich immer darüber bewusst sein, dass wir hier in NATOstan in einer ziemlich abgeschotteten Filterblase beispielloser und Jahrzehnte alter Propaganda leben.

Außerhalb der 15% Weltbevölkerung, die in den Ländern des kollektiven Westens leben, sieht es ganz anders aus. Nicht nur die Bevölkerung der restlichen Welt, sondern vor allem deren Regierungen, werden sehr genau wissen, welche Schlüsse aus diesen Enthüllungen zu ziehen sind (und Enthüllungen sind es weniger als Bestätigung für etwas, was ohnehin – außerhalb des wertewestlichen Lügenimperiums – als bis gestern unbestätigte Tatsache bekannt war).

Jeder weiß jetzt, wie weit der ehemalige Hegemon zu gehen bereit ist in der Durchsetzung seiner hegemonialen Interessen.

Wie Garland Nixon formuliert: dies ist nicht mehr der Elefant im Raum, dies ist der Blauwal in der Telefonzelle, der keinen Raum mehr läßt, ihn NICHT zu sehen.

Die Katze ist aus dem Sack und kein Dementi der üblichen Verdächtigen kann daran etwas ändern.

Es ist bezeichnend, dass die Terrorpaten in Washington sich in beredtes Schweigen hüllen und nur ihre Sprecher vorschicken. Ein eigenes Dementi würde sie in legale Schwierigkeiten bringen, wenn sie eines Tage unter Eid im Kongress aussagen müssten.

Die unvorsichtige Neigung der NeoCons, mit ihren Taten auch noch zu prahlen (Biden beim Scholz-Besuch in Washington, Blinken nach dem Anschlag, Nuland vor kurzem in einem Kongress-Hearing) hat unter Garantie die militärischen und geheimdienstlichen Teile des US-Regierungsapparates in Verlegenheit gebracht und entsetzt.

Es ist davon auszugehen, dass die vier Drahtzieher des Anschlags jetzt eindringlich beraten wurden, statt irgendwelcher Dementis besser gar nichts zu sagen. Mal sehen, ob sie sich dran halten.