Tränen lügen nicht

Von linksextremen Israelhassern und Terrorsympathisanten wurden die ehrlichen Tränen unseres Bundeskanzlers in der neueröffneten Münchner Synagoge hämisch kritisiert.

Jetzt hat der aufrichtige Freund Israels auf dem deutschen Kanzlerstuhl es allen gezeigt und die unzensierten Bilder seines Auftrittes veröffentlichen lassen.

Der bescheidene Mittelschichtspolitiker hat damit hieb- und stichfest klargestellt, WIE schlimm die deutschen Nazis, die ganz Europa „judenfrei“ machen wollten, damals zu allen Juden waren. Nämlich so schlimm, dass es heute voll in Ordnung geht, wenn Israel zur Entschädigung Gaza palästinenserfrei macht.

Wer das bezweifelt, erweist sich als glasklarer Antisemit und kann nicht zur deutschen Volksgemeinschaft gehören.

Zurück ins Mittelalter

Ein User auf X berichtet über ein Vorkommnis auf einem Elite-Gymnasium in Berlin Prenzlauer Berg:

Mein in zwei Wochen 18-jähriger Stiefsohn wollte mit mir reden. Ob ich die Sache mit Charlie Kirk mitbekommen hätte. Er besucht die 12. Klasse eines Elite-Gymnasiums auf dem Prenzlauer Berg. Dort gehen die Kinder von populären Medienleuten und Unternehmer zur Schule, die meisten Eltern sind ziemlich wohlhabend, einige sehr. Alle (!) Mitschüler würden den Mord feiern. Also, nicht direkt feiern, aber sie fänden es irgendwie gut. Vor allem nicht schlecht. Und im Politik-Unterricht am Tag danach sei nicht drüber gesprochen worden. Das sei normalerweise immer der Fall.

In mir macht das was. Die Aufklärung ist tot. Der Regenbogen hat sie vollständig abgelöst. ALLE (bis auf ihn) in dieser Klasse sind doppelt, manche dreifach geimpft, ALLE hassen die AfD bis aufs Blut, ALLE glauben an mehr als zwei Geschlechter. Meinungsfreiheit existiert für sie nicht. Es gibt für sie gut und böse. Anstand, Menschen anderer Meinung zu tolerieren, einfach so ein Gefühl, dass Menschen eine Würde besitzen, auch wenn sie nicht an den Klimawandel glauben, das ist dort, wenn, dann als kümmerlicher Rest vorhanden. Mir tun diese Kinder auch ehrlich leid. Wir schlittern in eine raue Zukunft. Macht euch das klar.

https://x.com/julianadrat/status/1966821398485053477?s=61

Die hier aufgeschriebenen Beobachtungen von @JulianAdrat geben ein Phänomen wieder, das ich auch wahrnehme, das wohl jeder mitkriegt, der noch die Weltbetrachtung gekannt hat, die bis ca. 1990 mehr oder weniger gültig war:

Nämlich dass die Wirklichkeit durchaus mittels einer gesamtgesellschaftlich geteilten Übereinstimmung per Wissenschaft, Aufklärung, Diskussion und Faktizität erklärbar war – und zwar sogar unabhängig von dem Gesellschaftssystem, in dem man lebte.

Kommunisten und Anhänger des Kapitalismus waren sich zumindest darüber einig, dass 1 + 1 =2 ist, dass Biologie und Physik für alle gelten und dass Wissenschaft der Versuch ist, die materielle Welt zu erklären und für die Menschheit nutzbar zu machen.

Diese Zeiten sind vorbei. Die westlichen Gesellschaften, einstmals die Pioniere von Aufklärung und Wissenschaftlichkeit, sind in der Irrationalität gelandet.

Sie sind zurückgekrochen zu einer moralischen Weltsicht, die keine Fakten und keine der Wahrheitssuche dienende Diskussion mehr kennen will, sondern auf moralischen Urteilen über Gut und Böse beruht. Es ist die Rückkehr in die geistige Sphäre des Mittelalters, aus der sich Europa seit dem 17. und 18. Jahrhundert bereits verabschiedet hatte.

In der umfassenden kollektiven Atomisiertheit, in der nichts mehr sicher ist, in der keine verlässlichen Werte mehr gelten (gerade darum werden sie ja heutzutage ständig so lautstark beschworen!), in der selbst die seit 300 Jahren den Westen definierende Aufklärung und Wissenschaft keine Gültigkeit mehr haben, bleibt dem Individuum keinerlei Handhabe mehr, sich die Gesellschaft zu erklären, ihre Mechanismen zu verstehen und für seine Interessen einzutreten.

Jenseits der mittlerweile auf den Einzelnen reduzierten Filterblasen, in denen es nur noch auf die private Gefühligkeit und aggressive Einforderung des „Respekts“ aller anderen für die eigene private Macke geht, gibt es nichts mehr. Keine Klassen, keine Interessenvertretung wie Gewerkschaften, keine aufgrund der Situation in der sozialen Hierarchie oder der Arbeitswelt definierte Gemeinschaft.

Was macht man also, wenn man ein Minimum an staatlicher Kohärenz und öffentlicher Sicherheit braucht, um überhaupt noch zusammenleben zu können? Man ruft nach dem FÜHRER, der das alles irgendwie – und zwar ebenso gefühlt-moralisch, wie man selbst mittlerweile die Welt zu sehen gelernt hat – mit harter Hand zusammenhält und dirigiert.

Irrationalismus als letztes Stadium westlicher „Kultur“

Wissenschaftsfeindlichkeit und Anti-Aufklärung als Zeitgeistphänomen:

Der Kollektive Westen ist in das Zeitalter der finalen Infantilität, Gefühligkeit und Beliebigkeit eingetreten.

Wer nicht einmal mehr weiß, was Mann und Frau ist, wie soll der wissen, was Krieg und Frieden oder Arbeit und Reichtum ist?

Russophober Irrsinn im Quadrat: Neue Normalität im kriegsertüchtigten Deutschland

Eine deutsche Staatsanwaltschaft, weisungsgebunden durch die Berliner Machthaber, ermittelt wegen Feindbegünstigung.

Unfreiwillige Satire, aber 1941 all over again.

Ich will hier nur noch raus.

Verbotene Seife aus Russland! 🪆🇷🇺

Ein Mann bekommt per Post ein kleines Geschenk aus Russland – eine Holzfigur, Seife und eine CD. Jetzt wird er wegen angeblicher Umgehung der EU-Sanktionen angeklagt.

Der Wert des Geschenks beträgt 28 €, die beiden hatten sich auf einer Landwirtschaftsmesse kennengelernt.

„Die Ermittlungen in Sachsen hat Anfang des Monats die Staatsanwaltschaft Schwerin übernommen. Denissen wird vorgeworfen, gegen § 18 Außenwirtschaftsgesetz verstoßen zu haben. Verstöße werden mit einer Freiheitsstrafe von mindestens drei Monaten bis zu fünf Jahren geahndet.“

Falsche Begriffe führen zu falschem Verständnis: „links“ ist „rechts“ und oben ist unten in einer komplett absurden Debatte unter Anhängern des bürgerlichen Staates


Die Diskussionen um die Ermordung von Charlie Kirk kochen hoch. Dabei fällt nicht nur auf, dass recht viele Leute aus dem Lager der woken, linksgrünen Radikalen Mitte seinen Tod explizit feiern und sich dabei – ganz im Gegensatz zu den weltenretterischen „humanistischen“ Inklusions- und Diversitätsparolen, die sie sonst verkünden – als unappetitlich widerwärtige und schadenfreudige Fanatiker outen.

Die zweite Auffälligkeit ist ein Phänomen, das schon länger zu beobachten ist: dem GEGENLAGER zur Radikalen Mitte der linksgrünen Kleinbürger, dem anti-grünen, konservativen bis völkisch-rechtem Kleinbürgermilieu, gilt umstandslos alles als „linksradikal“, „linksextrem“ oder gleich einfach als „links“, was sie an ihren Kontrahenten aus der Radikalen Mitte kritisieren und festmachen.

Es handelt sich um eine Begriffsverschiebung, die den Mainstream-Kleinbürgern der rotgrünen bis schwarzgelben politischen Mitte, der Anhängerschaft der ehemaligen „Volksparteien“, zu Unrecht ein Etikett verpasst, das diese gar nicht verdienen. Denn „links“, gar „linksextrem“ ist an der zutiefst bürgerlichen Status-Quo-Fraktion der gesellschaftlichen Beharrungskräfte gar nichts. Der Begriff „Radikale Mitte“ passt viel besser zu diesen grünen bis schwarzen Spieß- und Kleinbürgern, deren pseudo-aufgeklärte, pseudo-tolerante und pseudo-humanistische Staatsfrömmigkeit nichts anderes ist als die übliche Anpassungsleistung braver kapitalistischer Untertanen an die Erfordernisse des Kapitalstandortes, die ihnen von Regierung und Medien vorbuchstabiert werden.

Die von den schimpfenden AfD-Kleinbürgern ausgemachten „Linksextremen“ sind die eifrigsten und treuesten Fans der Staatsmacht und ihrer repressiven Maßnahmen gegen den Kriegs- und Verarmungskurs, die man sich denken kann. Sie sind die Fanatiker der „Demokratie“, die sie zu schützen beabsichtigen, indem sie sie abschaffen bzw. deren Abschaffung durch den bürgerlichen Staat sie begrüßen, weil ihnen einleuchtet, das das alles „Gegen rechts!“ passiert.

Wirkliche Linksextreme (in der Definition bürgerlicher Soziologen und staatskonformer Politiker) sind Gegner des bürgerlichen Staates, Gegner der kapitalistischen Eigentumsordnung, Gegner des Klassenstaates. Nichts davon trifft auf die Radikale Mitte von CDUSPDFDPGRÜNELINKE zu. Diese ist im Gegenteil der entschiedenste Verteidiger von bürgerlicher Ordnung, kapitalistischer Eigentumsordnung und Klassenstaat.

Jetzt nochmal zu Charlie Kirk:

Dessen Thesen und politischen Ansichten entsprachen mehr oder weniger dem GEGENLAGER der Radikalen Mitte, er äußerte sich gerne anti-woke, pro-trumpistisch, gender & diversity-kritisch usw.

Teil seines Einflusses und seiner Popularität beruhte drauf, das er seine Auffassungen zur Diskussion stellte, dass er gerne und gut debattierte. Er wollte überzeugen ohne zu missionieren. Egal was man von seinen Ansichten hielt, er war in seinem Einsatz für die Verbreitung seiner Ideen geradezu ein Musterbeispiel demokratischer Debattenkultur. „Convince me that I’m wrong“ war seine Devise, mit der er in Debatten mit politischen Gegnern ging. Er hörte zu, argumentierte und versuchte, seine Standpunkte nachvollziehbar darzulegen.

Wer die Ermordung diese Mannes feiert, hat seinen Platz in der Gemeinschaft zivilisierter Menschen verloren und belegt, dass es ihm nicht um Diskussion geht, sondern um rechthaberische Gewalt und diktatorische Definition des Diskussionsraumes. Und das ist nicht „links“ oder „linksextrem“, sondern zutiefst rechts, autoritär und, ja: faschistisch.

Und im übrigen zeigt der Vorfall und die anschließende hitzige Debatte der beiden verfeindeten ideologischen Lager – die sich immer noch beide INNERHALB der bürgerlichen Weltsicht eines kapitalistischen Staatswesens bewegen – dass die herkömmlichen Begriffe von „links“ und „rechts“ nicht mehr tauglich sind, um die widerstreitenden ökonomischen, ideologischen und kulturellen Interessen innerhalb des realen Kapitalismus zu beschreiben.

Kapitalismus funktioniert PERFEKT, und das ist das Problem.

Naja, Sozialismus hatte ja nun noch nicht so viel Zeit um „auf Dauer“ seine Überlegenheit zu zeigen, auch wenn er es in China recht eindrucksvoll tut.

Kapitalismus zeigt seit immer, was er ist – ob er nun als Kolonialismus, Sklaverei, Plünderung des gesamten Planeten oder imperialistische Kriegsmaschine daherkommt.

Kapitalismus funktioniert PERFEKT, und das ist das Problem. Natürlich nicht das der Kapitalisten, aber unseres als Menschheit und als lohnarbeitende Normalbevölkerung.

Die politische Ökonomie des Kapitalismus garantiert der besitzenden Klasse die Konzentration von fantastischem Reichtum und immenser Macht in wenigen Händen und eine uneingeschränkte Kontrolle über die Gesellschaft der Besitzlosen sprich: der Lohnabhängigen.

Sein perfektes Funktionieren ist genau das, weshalb er von den Leuten, die von diesem Funktionieren profitieren, eingerichtet und mit Gewalt aufrecht erhalten wird.

Und da wir irgendwo beginnen müssen, mit der Errichtung einer Gesellschaft, die ein anständiges Leben für alle ermöglicht, werden wir die Produktionsmittel in ihren wesentlichen Teilen einer gesellschaftlichen Kontrolle und Planung unterwerfen müssen, um das Überleben der Mehrheit der Leute auf diesem Planeten zu gewährleisten.

Und diese Art der gesellschaftlichen Reproduktion heißt nun einmal Sozialismus.

Aus den ersten Schritten zu einer solchen Gesellschaft, die in den osteuropäischen Ländern gemacht wurden, ist dabei zu lernen, ebenso wie von dem höchst erfolgreichen chinesischen Experiment einer sozialistischen Marktwirtschaft.

Man muss in diesem Kontext in historischen Dimensionen denken lernen. Der Kapitalismus hatte 500 Jahre, um an seinen jetzigen Punkt des kompletten degenerativen Niedergangs und Verfalls zu kommen. Sozialismus gibt es – mit Unterbrechungen – seit 1917. Wir stehen erst am Anfang der Entwicklung einer Welt, die wahrhaft menschlich und damit sozialistisch ist .

Zwei Meldungen zu Grenzüberschreitungen aus Qatar und Polen

Israel ermordet (mal wieder) gezielt ein Verhandlungsteam, das sich aufgrund amerikanischer Vorschläge/Versprechungen in einem Drittland (diesmal Qatar) trifft. 

Der ungeheuerliche Vorgang, politische Vertreter der Gegenseite, die man unter dem Vorwand der Diplomatie an einen bestimmten Ort lockt, umstandslos zu ermorden, bricht (mal wieder) ein Tabu, das sich in allen Zeiten und Aspekten der Menschheitsgeschichte bis hin ins Kriegsrecht gehalten hat: die Verhandlungsführer der Gegenseite werden in Ruhe gelassen, um eine Konfliktlösung zu ermöglichen. 

Es handelt sich dabei um eine grundlegende zivilisatorische Einstellung und, wenn man so will, Tradition. Israel hält sich nicht daran, und zeigt erneut, dass es sich selbst als außerhalb der Weltgemeinschaft stehend betrachtet, als Schurkenstaat, für den keine Regeln eines minimal zivilisierten Umgangs der Spezies untereinander gelten. 

Ein solcher Zivilisationsbruch durch Israel wie die gezielte Ermordung von Verhandlungsteams der Gegenseite geschieht im Falle des zionistischen Kolonialstaats nicht ohne Wissen und Genehmigung seitens der USA.

Bevor auch nur ansatzweise die dämonische Dimension dieses anti-zivilisatorischen und anti-humanen Verbrechens ins Bewusstsein einer ohnehin auf pro-zionistischen Apologetik trainierten westlichen Öffentlichkeit dringt, fliegen passenderweise ein paar russische Drohnen über polnisches Gebiet. Vermutlich aufgrund gegenseitiger elektronischer Störmanöver, das die Drohnen vom Weg zu ihrem eigentlichen Ziel abkommen lässt, möglicherweise auch gezielt abgelenkt oder gleich von interessierter (ukrainischer) Seite in Richtung Polen dirigiert. 

Die russische Seite bleibt nüchtern und kommentiert: Es war ein Angriff auf militärische Einrichtungen in der Ukraine. Sie zählt die Angriffsziele in der Westukraine auf und fügt an, dass „auf polnischem Gebiet keine Objekte als Angriffsziele vorgesehen (waren)“, man aber trotzdem „ bereit (sei), zu diesem Thema Konsultationen mit dem polnischen Verteidigungsministerium durchzuführen“, um  sich an der Klärung der Situation zu beteiligen. 

Sofort hyperventiliert die gesamte politische und mediale Sphäre westlicher Kriegsparteien und deliriert sich selbst in eine Art „Jetzt aber!! JETZT muss es endlich RICHTIG KRIEG GEBEN mit dem RUSSEN!!“-Ekstase.

Der Vorfall kommt wie gerufen: nicht nur kann einer sowieso schon hysterisierten und von ständiger Kriegspropaganda aufgehetzten und -geheizten Öffentlichkeit ein weiterer „Beweis“ russischer Aggression präsentiert werden, dem man JETZT ABER ENDLICH am besten mit sofortigem Weltkrieg begegnen müsste. Die einschlägigen politischen Kampfzwerge in den europäischen Hauptstädten sehen nun mal wieder bewiesen, wie der Russe ihre, in ihrer Weltsicht also „unsere“, „Sicherheit“ bedroht und fühlen sich in ihrem Aufrüstungs- und Konfrontationskurs demonstrativ bestätigt. 

Der nicht unwillkommene Nebeneffekt der Sache ist gleichzeitig ein NEBEL-Effekt: er ermöglicht den imperialistischen Kriegsparteien und ihren Medien nämlich, den ungleich größer dimensionierten Vorgang in Doha, die gezielte Ermordung des palästinensischen Verhandlungsteams durch Israel, in die Versenkung zu verschieben. Ein Zivilisationsbruch von wahrhaft monströsem Ausmaß (und nicht einmal der erste dieser Art, den die Militärmaschine des westlichen Siedler- und Kolonialprojektes in Palästina begeht) wird medial mit einem Sturm im Wasserglas um ein paar vom Weg abgekommene unbemannte Flugobjekte ersetzt.

Wer da auf den Gedanken kommt, das eine hätte mit dem anderen etwas zu tun, diene sogar der willkommenen Ablenkung von einem Verbrechen, das im Gegensatz zu ein paar verirrten Drohnen tatsächlich die Aufmerksamkeit und die Verurteilung durch die Weltöffentlichkeit verdient – der liegt wahrscheinlich nicht falsch.

Ball der Vampire kurz vor Morgengrauen

Der kollektive Westen, speziell auch die Berliner Machthaber, hat beschlossen, so zu tun, als wäre die Welt noch die der 1990er oder frühen Zweitausenderjahre; eine Zeit, in der das westliche Imperium noch unangefochten die globale Hegemonie ausübte und anderen Staaten und Völkern seinen Willen aufzwingen konnte.

Der Westen hat sich kollektiv entschlossen, weiter in einer Fantasiewelt zu leben, die nicht mehr existiert, in einer Weltordnung, die es seit circa zehn Jahren mit einer immer größeren Absetzbewegung der Weltmehrheit zu tun hat und die jetzt endgültig abgelöst wird von einer neuen, faireren multipolaren Weltordnung gleichberechtigter Staaten.

Es ist faszinierend, die Rhetorik wahrzunehmen, die aus den westlichen Hauptstädten kommt. Würde es sich um individuelle Personen handeln, die so erbittert und mit immer obsessiverer Entschlossenheit an Verhältnissen festhalten, die es nicht mehr – oder nur noch im Wunschdenken der wenigen Staaten des westlichen Lagers – gibt, lägen etliche psychoanalytische Diagnosen klar auf der Hand. 

Die immer absurderen Treffen der europäischen Machthaber, der so genannten „Koalition der Willigen“, wirken wie ein Ball der Vampire kurz vor Morgengrauen, bei dem die neue geopolitische Realität bereits die Tore verriegelt und die Särge zugenagelt hat. Vielleicht ahnen sie, dass ihre gewohnte Position in der globalen Ordnung nicht mehr aufrechtzuerhalten ist, aber sie tun verzweifelt und immer panischer so, als wäre das möglich – und ignorieren die Realität um sie herum auf Kosten ihrer Bevölkerungen.