Was die „Epstein Files“ politisch und sozialpsychologisch für die westlichen Gesellschaften bedeuten. Zwei lesenswerte Beiträge 

Mord, sexueller Missbrauch von Männern, Frauen und Kindern, Kannibalismus – es gibt kein Verbrechen, und sei es noch so viehisch und widerwärtig, dem die westlichen Eliten in Kapital, Politik und Medien sich nicht begeistert gewidmet haben, sobald sich via Jeffrey Epstein die Gelegenheit dazu bot.

Das, liebe Mitbürger, sind die Eliten, denen ihr bereitwillgst die Märchen von Demokratie, Wohlstand, Kriegstüchtigkeit und überlegener westliche Moral abkauft, mit denen sie euch seit Jahrzehnten einseifen.

Das sind die Eliten, deren Herrschaft(ssystem) ihr mit jeder Wahl neu ermächtigt.

Das sind übrigens auch die Eliten, die euch verarmen und verarschen, um (im Namen ihrer auf Epstein‘s Insel und anderswo demonstrierten WERTE) von ihrer ukrainischen Stellvertreterarmee Russen töten zu lassen.

Insofern, werte(westliche) Freiheitundmarktwirtschaft-Fans, seid ihr alle kleine Epsteins.

Das schönste der „absurden Ersatznarrative“ mit der sich, im Zuge der Epstein-Dokumente, die leitmediale Mehrheit derzeit in ihrer hektischen Bemühung blamiert, von dem abzulenken, was sie nicht mehr leugnen oder verschweigen kann, ist der erbärmliche Versuch, der ganzen Geschichte den gewohnten Russland.- bzw. Putin-Spin zu geben. „Epstein war ein KGB-Spion“ und „Alle Spuren führen nach Moskau“ war der erwartbare Dreh, der dieser Geschichte verpasst wird.

Möglicherweise können die Propandamedien einer Elite, die jetzt durch die Veröffentlichungen der perversen Machenschaften eines wesentlichen Teils von ihr bloßgestellt ist, noch darauf bauen, dass das irgendwie, eine Weile vielleicht, bei einem Teil ihres gründlich russophob verhetzten Publikums funktioniert.

Vermutlich aber gilt selbst für die umfassend propagandisierte „Mehrheitsgesellschaft“, die moderne Kapitalstandorte bevölkert, der alte, Abraham Lincoln zugeschriebene Satz “You can fool all of the people some of the time, and some of the people all of the time, but you cannot fool all the people all the time.“

Das dürfte – müsste – der Effekt der teilweisen Aufdeckung der unaussprechlichen Verbrechen der Herren dieser Welt durch die Epstein-Dokumente sein. Dagegen sprechen zwei Aspekte: einmal die Lethargie der „Kammersowiesonixmache“-Bürger, die zu großen Teilen längst resigniert haben. Zum anderen (wesentlichen) Teil die Beharrungskraft – und die Möglichkeiten – der herrschenden Klasse, v.a. derjenigen Teile von ihr, die die Fäden ziehen, an denen Medien, Politik und Justiz hängen. Das sind dieselben Kreise und Individuen, die ihre kranken Perversionen im Gefühl ihrer Unantastbarkeit auf Epsteins Insel und anderswo ausgelebt haben. Und vermutlich noch ausleben.

Man kann sich vorstellen, mit welcher hektischen Aktivität in diesen Zirkeln derzeit Schadensbegrenzung zu betreiben versucht wird.

Letztlich wird es am Souverän liegen, die Konsequenzen aus diesem real gewordenen Albtraum einer komplett monströsen, dämonisch enthemmten herrschenden Klasse zu ziehen sind. Bestimmte seinerzeit innovative Instrumente aus dem Frankreich des späten 18. Jahrhunderts kommen einem in den Sinn, mit denen man sich damals der parasitären, zutiefst dekadenten ausbeuterischen Oberschicht entledigt hat.

Aber bei uns? Heutzutage und hierzulande? Ich wage es zu bezweifeln.


1) Aya Velazquez (Journalistin, Kulturanthropologin)

Meine 5 Cent zu den Epstein-Files: Wir erleben gerade ohne jeden Zweifel ein Hyper-Event im Massenbewusstsein, allerdings mit ambivalenten Implikationen. Dass sich plötzlich reihenweise Menschen bei als „Verschwörungstheoretikern“ gebrandmarkten Personen wie Xavier Naidoo entschuldigen, dass Springer-Journalisten öffentlich ihre völlige Konsternierung offenbaren – hinter diese grundlegende Erkenntnis geht es nun nicht mehr zurück. Es ist ein ultimativer „Black Pill“-Moment für den Mainstream. Arroganz gegenüber abgefahren klingenden Verschwörungstheorien lässt sich ab jetzt nicht mehr so einfach als „Default“-Sichtweise vertreten, ohne die eigene Ignoranz gegenüber neuen, offiziellen Erkenntnissen zur Schau zu stellen.

Denn es handelt sich um offizielles Regierungsmaterial. Dagegen lässt sich – in Analogie zu den RKI-Files – nun einmal schwer gegen andiskutieren. Man kann die Causa Epstein höchstens ignorieren (siehe rechtspopulistisch-zionistische Medien wie Nius oder Apollo, aber auch unsere üblichen „linken“ Faktenchecker vom Dienst, etwa die Amadeu-Antonio-Stiftung, sind plötzlich eigenartig verstummt) oder sich mit albernen „Russland“-Behauptungen vollkommen zum Löffel machen (BILD).

Die Realität ist – ab sofort amtlich bestätigt – noch viel abgefahrener, als die abgefahrensten Verschwörungstheoretiker es seit Jahren behauptet haben. Hinter diese Erkenntnis geht es nun nicht mehr zurück – zumindest, wenn man sich auch nur rudimentär in sozialen Medien informiert. Soviel zum durchaus erfreulichen Aspekt dieser Veröffentlichung.

Man muss sich jedoch eines ganz klar bewusst machen: Solange es keine Verhaftungen gibt, handelt es sich hier vor allem um Massentraumatisierung und Verstetigung von schwersten Verbrechen als „Privilegien“ der Superreichen und Mächtigen. Öffentliche Beschämung ist das einzige, was der Öffentlichkeit bislang als „Strafe“ oder „Sühne“ der Verantwortlichen dargeboten wird. Kindesmissbrauch und -mord wird somit in unseren Köpfen als „neues Normal“ und „ultimatives Statussymbol“ installiert: Wer DAS straffrei tun darf, ist WIRKLICH reich und mächtig. Das ist okkultes Social Engineering. 

Michael A. Hoffman beschrieb es in seinem Buch „Secret Societies and Psychological Warfare“ als ‚the Revelation of the Method‘, zu Deutsch „die Offenlegung der Methode“: Man verrät, was man macht, und wie man es macht, und konditioniert damit das Massenbewusstsein hin zu einer neuen Realität. Die dadurch erzeugte Ohnmacht ist eine weitere bewusste Demütigung, Machtdemonstration, und Verstetigung dieser Macht. Er spricht von einer „clown-like, grinning mockery of the victims“ – einer clownesken, grinsenden Verhöhnung der Opfer.

Solange es keine Verhaftungen gibt, dient die Epstein-Files-Veröffentlichung in erster Linie solchen „Social-Engineering“-Zwecken: Eine okkulte Konditionierung des Massenbewusstseins hin zur Anerkennung einer für die Massen bis dahin neuen, monströsen Realität als „normal“. Nur wenn rechtliche Konsequenzen folgen, kann hier von einer echten Aufklärung die Rede sein. Ich bezweifle, dass solche Konsequenzen folgen werden, denn für Razzien und Verhaftungen war seit Epsteins Verhaftung nun wirklich genug Zeit. Daher bin ich – bei aller Erfreulichkeit des bahnbrechenden Erkenntnisgewinns für Normies –  hier eher bei Michael A. Hoffman.


2) Caitlin Johnston (australische Bloggerin)

Sie müssen verstehen, dass hinsichtlich der Epstein-Akten nichts unternommen werden wird.

Gar nichts.

Die in den Dokumenten genannten Personen werden keine Konsequenzen zu befürchten haben. Die Institutionen, die für die Missbräuche verantwortlich sind, von denen Sie erfahren haben, werden nichts an ihrer Vorgehensweise ändern. Ihre Regierung wird absolut nichts an ihrer Politik und ihrem Verhalten ändern.

Es wird nichts unternommen werden, wenn Sie die andere politische Partei wählen. Es wird nichts unternommen werden, wenn Sie neue Politiker wählen. Es wird nichts unternommen werden, wenn Sie Briefe an Ihre Senatoren und Abgeordneten schreiben. Es wird nichts unternommen werden, wenn Sie vor Regierungsgebäuden protestieren.

Es werden keine bedeutenden Gesetze verabschiedet werden. Es wird keine Strafverfolgungen mit nennenswerten Konsequenzen geben.

Sie glauben mir nicht? Beobachten Sie einfach und passen Sie gut auf.

Die Machtstruktur, die die Missbräuche von Epstein hervorgebracht hat, wird nichts gegen die Missbräuche von Epstein unternehmen. Das Einzige, was sich möglicherweise ändern könnte, ist, dass einige Menschen sich gegen diese Machtstruktur radikalisieren.

Das ist der einzige wirkliche Vorteil, der sich aus diesen Veröffentlichungen über Epstein ergeben könnte, die die Öffentlichkeit seit Jahren fordert. Dass vielleicht ein paar mehr Menschen erkennen, wie widerwärtig und böse die Menschen sind, die ihre Gesellschaft lenken.

Wie widerwärtig und böse der Kapitalismus und das westliche Imperium sind. Wie widerwärtig und böse Israel und der Zionismus sind. Dass die Gemeinschaft sich vielleicht etwas mehr bewusst wird, dass wir in einer Dystopie leben, die die Schlimmsten unter uns in Führungs- und Machtpositionen befördert.

Das ist es. Das ist die einzige positive Veränderung, die aus all dem hervorgehen könnte. Unsere Herrscher werden nichts tun, um das Unrecht zu beseitigen, aber die Menschen könnten etwas mehr bereit und willens sein, unsere Herrscher zu stürzen.

Das ist der einzige Weg, wie Gesundheit und Menschlichkeit diesmal gewinnen können. Indem wir ein Paar Augenlider nach dem anderen öffnen und erkennen, dass alles im Arsch ist, weil wir unter einem beschissenen System leben, das beschissene Menschen in Machtpositionen bringt, und dass wir keine gesunde Welt haben werden, solange wir dieses beschissene System nicht abschaffen, das die beschissenen Menschen an die Macht bringt.

Die Veröffentlichungen über Epstein werden nichts an der Missbräuchlichkeit des Systems ändern. Aber sie könnten die Menschen dazu bewegen, dieses System abzubauen.

Zurück ins Mittelalter

Ein User auf X berichtet über ein Vorkommnis auf einem Elite-Gymnasium in Berlin Prenzlauer Berg:

Mein in zwei Wochen 18-jähriger Stiefsohn wollte mit mir reden. Ob ich die Sache mit Charlie Kirk mitbekommen hätte. Er besucht die 12. Klasse eines Elite-Gymnasiums auf dem Prenzlauer Berg. Dort gehen die Kinder von populären Medienleuten und Unternehmer zur Schule, die meisten Eltern sind ziemlich wohlhabend, einige sehr. Alle (!) Mitschüler würden den Mord feiern. Also, nicht direkt feiern, aber sie fänden es irgendwie gut. Vor allem nicht schlecht. Und im Politik-Unterricht am Tag danach sei nicht drüber gesprochen worden. Das sei normalerweise immer der Fall.

In mir macht das was. Die Aufklärung ist tot. Der Regenbogen hat sie vollständig abgelöst. ALLE (bis auf ihn) in dieser Klasse sind doppelt, manche dreifach geimpft, ALLE hassen die AfD bis aufs Blut, ALLE glauben an mehr als zwei Geschlechter. Meinungsfreiheit existiert für sie nicht. Es gibt für sie gut und böse. Anstand, Menschen anderer Meinung zu tolerieren, einfach so ein Gefühl, dass Menschen eine Würde besitzen, auch wenn sie nicht an den Klimawandel glauben, das ist dort, wenn, dann als kümmerlicher Rest vorhanden. Mir tun diese Kinder auch ehrlich leid. Wir schlittern in eine raue Zukunft. Macht euch das klar.

https://x.com/julianadrat/status/1966821398485053477?s=61

Die hier aufgeschriebenen Beobachtungen von @JulianAdrat geben ein Phänomen wieder, das ich auch wahrnehme, das wohl jeder mitkriegt, der noch die Weltbetrachtung gekannt hat, die bis ca. 1990 mehr oder weniger gültig war:

Nämlich dass die Wirklichkeit durchaus mittels einer gesamtgesellschaftlich geteilten Übereinstimmung per Wissenschaft, Aufklärung, Diskussion und Faktizität erklärbar war – und zwar sogar unabhängig von dem Gesellschaftssystem, in dem man lebte.

Kommunisten und Anhänger des Kapitalismus waren sich zumindest darüber einig, dass 1 + 1 =2 ist, dass Biologie und Physik für alle gelten und dass Wissenschaft der Versuch ist, die materielle Welt zu erklären und für die Menschheit nutzbar zu machen.

Diese Zeiten sind vorbei. Die westlichen Gesellschaften, einstmals die Pioniere von Aufklärung und Wissenschaftlichkeit, sind in der Irrationalität gelandet.

Sie sind zurückgekrochen zu einer moralischen Weltsicht, die keine Fakten und keine der Wahrheitssuche dienende Diskussion mehr kennen will, sondern auf moralischen Urteilen über Gut und Böse beruht. Es ist die Rückkehr in die geistige Sphäre des Mittelalters, aus der sich Europa seit dem 17. und 18. Jahrhundert bereits verabschiedet hatte.

In der umfassenden kollektiven Atomisiertheit, in der nichts mehr sicher ist, in der keine verlässlichen Werte mehr gelten (gerade darum werden sie ja heutzutage ständig so lautstark beschworen!), in der selbst die seit 300 Jahren den Westen definierende Aufklärung und Wissenschaft keine Gültigkeit mehr haben, bleibt dem Individuum keinerlei Handhabe mehr, sich die Gesellschaft zu erklären, ihre Mechanismen zu verstehen und für seine Interessen einzutreten.

Jenseits der mittlerweile auf den Einzelnen reduzierten Filterblasen, in denen es nur noch auf die private Gefühligkeit und aggressive Einforderung des „Respekts“ aller anderen für die eigene private Macke geht, gibt es nichts mehr. Keine Klassen, keine Interessenvertretung wie Gewerkschaften, keine aufgrund der Situation in der sozialen Hierarchie oder der Arbeitswelt definierte Gemeinschaft.

Was macht man also, wenn man ein Minimum an staatlicher Kohärenz und öffentlicher Sicherheit braucht, um überhaupt noch zusammenleben zu können? Man ruft nach dem FÜHRER, der das alles irgendwie – und zwar ebenso gefühlt-moralisch, wie man selbst mittlerweile die Welt zu sehen gelernt hat – mit harter Hand zusammenhält und dirigiert.

Ein Stück „Identität“: Markus und die Kulturbourgeoisie


Hey Markus, wie lange hat denn dein Social Media Team an diesem peinlichen Nulltext gesessen?

Haben zwei oder drei Praktikanten (zusammen mit dem Studienabsolventen) so lange daran gefeilt, bis absolut JEDE nichtssagende Plattitüde und Politikersprechblase untergebracht war?

Also, wenn ich es richtig verstehe, brüstest du dich, deine Landesregierung, dein Bundesland und deine gesamte politische Zunft hier mit folgendem:

– Während ihr unser Land durch euren Krieg gegen Russland und der daraus resultierenden Deindustrialisierung in den Abgrund führt

während euer Kriegsminister uns „kriegstüchtig“ machen will, euer Außenminister zu Protokoll gibt, dass „Russland schon immer unser Feind“ sei, euer oberster Militär mit irrem Blick davon schwadroniert, dass die wahre Freiheit in der Abschaffung der Freiheit läge und mit Langstreckenraketen „die Tiefe des russischen Raumes“ angreifen will

während ihr zum Völkermord in Gaza schweigt und den Völkermördern Waffen liefert

während die lohnarbeitende Mehrheit der deutschen Bevölkerung verarmt und mit ihren Löhnen kaum noch über die Runden kommt,

während all dessen also macht ihr auf KULTUR und lasst euch aufgedonnert und in zu knapp sitzenden Anzügen und Kleidern ablichten, ganz die rüpelhaften primitiven Kulturbourgeois, die ihr seid.

Ja, das passt schon, Markus.

Das ist tatsächlich „ein Stück Identität“.

Nämlich diejenige von arroganten Machthabern, die nur noch in ihrer eigenen Blase Zuspruch finden und die auf die Bevölkerung, die sie für ihren Kriegs- und Verarmungskurs in Geiselhaft nehmen, pissen und ihr dabei erzählen, es würde regnen.

Kurze Buchbesprechung „Esoteric Hollywood“ (Jay Dyer)

Es stellt sich heraus, dass Jay Dyer in diesem Buch vor allem seine idealistische, kreationistische Sicht auf Aufklärung und Wissenschaft (bei ihm verächtlich „scientism“ genannt) breit tritt. Science Fiction Filme wie „Die Zeitmaschine“ und „Krieg der Welten“ oder die diversen Spielberg-Werke aus dieser Richtung („A.I.“) sind für ihn Manifestationen der satanistischen Agenda, die mit der Aufklärung und ihren Protagonisten über die Menschheit gekommen sei.

Am Allerschlimmsten aber ist nach Dyer die furchtbare Irrlehre des Marxismus, die die zerstörerische Ablehnung von Eigentum und Familie, so Dyer, zum Credo hat und die, als „cultural Marxism“, grausligerweise den kulturellen Mainstream Amerika und speziell Hollywoods bestimmt.

Das Buch erstaunt durch seine Fülle an kenntnisreichen Hintergrundinformationenen und Querverweisen, durch seine philosophischen Bezüge und durch Dyers umfangreiches Wissen über alle möglichen okkulten, magischen und „geheimen“ Bünde, Sekten, Rituale und dergleichen (die er alle ins Werk gesetzt und am Wirken sieht in den ikonographischsten und am meisten stilbildenden Hollywoodproduktionen über die Jahrzehnte).

Es stößt ab durch die (klein-)bürgerliche reaktionäre Weltanschaung, die Dyer propagiert und die er wichtigtuerisch mit ostentativer Gelehrsamkeit zu absoluten Wahrheiten aufbläst.

Ich lese es zuende, aber ich empfehle es nicht.

Werbung auf Facebook

Sowas erscheint in meiner Timeline.

Ist ja schon schlimm genug, dass man in der Facebook-App mit jedem dritten oder vierten Posting von Werbung belästigt wird. Außer maximaler Profitabilität zählt nichts in dieser dystopischen Gegenwart, egal ob das Material zur Erzielung der Bereicherung Dinge oder Menschen sind.

Eklig ist nicht so sehr die Tatsache, dass Kapitalismus nun mal so funktioniert (das weiß man ja, wenn man denn will), widerwärtig ist der Umstand, wie offen, rotzfrech und unverschämt die Apologeten dieser feinen Lebensweise ihre Anpassung an das Ausbeutungs- und Bereicherungsdogma anpreisen.

Edit:
Ich glaube, was ich am deprimierendsten an solchen Anzeigen (beziehungsweise den darin kolportierten Inhalten) finde, ist die Selbstverständlichkeit, mit der deren Protagonisten sich keineswegs als rotzfreche Zyniker empfinden, sondern als freundliche Realisten von Verhältnissen, die sie nicht geschaffen haben, in denen sie aber erfolgreich zurecht kommen müssen.

Und das ist das wirklich Traurige und Tragische an dem Konkurrenzsystem.

Der Fanatismus der Untertanen

Ein höchstinteressanter Beitrag in der „Welt“, die in Bezug auf Corona – wenn auch nachträglich – sich das erlaubt, was sie im Zusammenhang mit dem Krieg gegen Russland strikt unterbindet: Diskussion, Infragestellungen, kontroverse Debatte und Kritik an der Weisheit der politischen Entscheider.

Von dem „Pluralismus“, der „Meinungsfreiheit“ und der „liberalen Demokratie“, für die sich Staat und Medien kürzlich (anlässlich eines Jahrestages des westdeutschen „Grundgesetzes“) wieder ausgiebig selbst gefeiert haben, ist jedenfalls in all diesen Erscheinungsformen gesellschaftlichen Mit- bzw. Gegeneinanders nichts zu bemerken:

https://archive.ph/KQg00

„Träum dich in deine Märchenwelt.Eine Welt, die ganz und gar dir gehört.“

Billig-Kosmetikprodukte aus dem Drogeriemarkt versprechen sagenhafte und magische Traumwelten.

Die werden offensichtlich benötigt in einer gänzlich unmagischen Realität, in der jeder mit dem Zurechtkommen und Überleben-müssen beschäftigt ist.

Je ungemütlicher die tatsächlichen Lebensumstände, je größer die Arbeitshetze, je schwieriger das Auskommen mit dem Lohn in der immer teureren Wirklichkeit von Krieg und Verarmung, umso größer offensichtlich das Bedürfnis (oder die Notwendigkeit) nach sogenannten „kleinen Fluchten“ – zu denen einem Profiteure dieser Ordnung wie Kosmetik- und Handelskapitalisten gerne verhelfen.

Diese Fußcreme muss man einfach haben, wenn man sich einen Tag lang als Verkäuferin, als Pfleger, als irgendeiner der vielen Produktions- und Dienstleistungsberufe die Beine in den Bauch gestanden und gelaufen hat und die Füße darüber rauh und rissig geworden sind.

Dann darf man sich mit diesem 1,55 € Produkt wenigstens in eine „nur dir gehörende“ Wirklichkeit träumen, wie sie im echten Leben für die Schicht der Fußcremebenutzer nicht zugänglich und nicht vorgesehen ist.

Elendskij in Washington: Party im Irrenhaus

Zum Washingtoner Auftritt der eigens eingeflogenen ukrainischen Marionette der US-Kriegsherren und deren medialer Aufbereitung:

Mir hat der Auftritt des republikanischen Anführers Mitch McConnell gereicht, den ich bei Tucker Carlson gesehen habe.

Und das erschreckend infantile Getue von Kamala Harris und Nancy Pelosi mit der blau-gelben Nazifahne, die der Koksclown ihnen mitgebracht hatte. Diese klimaktierenden Hexen schmachteten den Komödianten an wie Schulmädchen, wobei man nicht sagen konnte, ob das gefaked oder echt war.

Die gesamte Washingtoner Elite wirkt wie eine gruselige Truppe debiler Satanisten, die gerade noch mit sabberndem Speichel ihre russophoben Talking Points in die Fernsehkameras aufsagen können. Die abgründige Dummheit, die offensichtliche und dreiste Beleidigung jedweder Intelligenz auf Seiten des Publikums, die rotzfreche Verachtung jedes Diskurses, ist so schockierend und bizarr, dass man sich in ein Panoptikum von Freaks oder eine Irrenanstalt versetzt fühlt.

Die Bilder aus dem US-Kongress sind so erschütternd, weil sie die Verkommenheit und irreparable Idiotie der westlichen Herrscher zeigt – und damit ihre Gefährlichkeit, weil diese gestörten Psychotiker aufgrund ihres Geldes und ihrer Waffen die Welt jederzeit in einer nuklear verstrahlten Trümmerhaufen verwandeln können.

Man muss jede Hoffnung aufgeben. Oder vielleicht hoffen, dass Russland und China genügend militärische Stärke haben, das Armageddeon zu verhindern, das die amerikanischen Weltkriegsfanatiker vorbereiten.

Verbales Erbrechen bringt Buchpreise

Dieses peinliche verbale Erbrechen mit einem Buchpreis auszuzeichnen hat in etwa die Güte und den Wert des Endsieges der ukrainischen Asow-Nazi-Sympathisantenkapelle beim Eurovision Song Contest.

Passt aber ins zeitgeistige Bild kompletter kultureller Umnachtung und Degeneration im Namen von Diversität und des medialen Abfeierns sexueller Minoritäten und Identitätsstörungen.

Worauf es ankommt in diesem Abziehbild von Kultur, das der Imperialismus seinen Untertanen anbietet, ist die konsequent individuelle Gefühligkeit, die Identifikation mit und Absolutsetzung von jedweder Emotion oder Macke, die dem sozial, kulturell und emotional vom Imperialismus beschädigten Individuum gerade durch den Kopf geht.

Warum? Um daraus ein „Statement“ zu machen.

Für was? Für die alternativlose, unabänderliche, erbärmliche Reduzierung des Einzelnen auf ein isoliertes, jedem sozialen Kontext enthobenes Wesen. Die Sorte Lebewesen, die der degenerierte Imperialismus braucht, um seine Herrschaft über die Gesellschaft noch ein wenig zu verlängern (und die wohl auch viele Individuen brauchen, um das Leben unter solchen Verhältnissen überhaupt noch auszuhalten).