Mord, sexueller Missbrauch von Männern, Frauen und Kindern, Kannibalismus – es gibt kein Verbrechen, und sei es noch so viehisch und widerwärtig, dem die westlichen Eliten in Kapital, Politik und Medien sich nicht begeistert gewidmet haben, sobald sich via Jeffrey Epstein die Gelegenheit dazu bot.
Das, liebe Mitbürger, sind die Eliten, denen ihr bereitwillgst die Märchen von Demokratie, Wohlstand, Kriegstüchtigkeit und überlegener westliche Moral abkauft, mit denen sie euch seit Jahrzehnten einseifen.
Das sind die Eliten, deren Herrschaft(ssystem) ihr mit jeder Wahl neu ermächtigt.
Das sind übrigens auch die Eliten, die euch verarmen und verarschen, um (im Namen ihrer auf Epstein‘s Insel und anderswo demonstrierten WERTE) von ihrer ukrainischen Stellvertreterarmee Russen töten zu lassen.
Insofern, werte(westliche) Freiheitundmarktwirtschaft-Fans, seid ihr alle kleine Epsteins.
Das schönste der „absurden Ersatznarrative“ mit der sich, im Zuge der Epstein-Dokumente, die leitmediale Mehrheit derzeit in ihrer hektischen Bemühung blamiert, von dem abzulenken, was sie nicht mehr leugnen oder verschweigen kann, ist der erbärmliche Versuch, der ganzen Geschichte den gewohnten Russland.- bzw. Putin-Spin zu geben. „Epstein war ein KGB-Spion“ und „Alle Spuren führen nach Moskau“ war der erwartbare Dreh, der dieser Geschichte verpasst wird.
Möglicherweise können die Propandamedien einer Elite, die jetzt durch die Veröffentlichungen der perversen Machenschaften eines wesentlichen Teils von ihr bloßgestellt ist, noch darauf bauen, dass das irgendwie, eine Weile vielleicht, bei einem Teil ihres gründlich russophob verhetzten Publikums funktioniert.
Vermutlich aber gilt selbst für die umfassend propagandisierte „Mehrheitsgesellschaft“, die moderne Kapitalstandorte bevölkert, der alte, Abraham Lincoln zugeschriebene Satz “You can fool all of the people some of the time, and some of the people all of the time, but you cannot fool all the people all the time.“
Das dürfte – müsste – der Effekt der teilweisen Aufdeckung der unaussprechlichen Verbrechen der Herren dieser Welt durch die Epstein-Dokumente sein. Dagegen sprechen zwei Aspekte: einmal die Lethargie der „Kammersowiesonixmache“-Bürger, die zu großen Teilen längst resigniert haben. Zum anderen (wesentlichen) Teil die Beharrungskraft – und die Möglichkeiten – der herrschenden Klasse, v.a. derjenigen Teile von ihr, die die Fäden ziehen, an denen Medien, Politik und Justiz hängen. Das sind dieselben Kreise und Individuen, die ihre kranken Perversionen im Gefühl ihrer Unantastbarkeit auf Epsteins Insel und anderswo ausgelebt haben. Und vermutlich noch ausleben.
Man kann sich vorstellen, mit welcher hektischen Aktivität in diesen Zirkeln derzeit Schadensbegrenzung zu betreiben versucht wird.
Letztlich wird es am Souverän liegen, die Konsequenzen aus diesem real gewordenen Albtraum einer komplett monströsen, dämonisch enthemmten herrschenden Klasse zu ziehen sind. Bestimmte seinerzeit innovative Instrumente aus dem Frankreich des späten 18. Jahrhunderts kommen einem in den Sinn, mit denen man sich damals der parasitären, zutiefst dekadenten ausbeuterischen Oberschicht entledigt hat.
Aber bei uns? Heutzutage und hierzulande? Ich wage es zu bezweifeln.


1) Aya Velazquez (Journalistin, Kulturanthropologin)
Meine 5 Cent zu den Epstein-Files: Wir erleben gerade ohne jeden Zweifel ein Hyper-Event im Massenbewusstsein, allerdings mit ambivalenten Implikationen. Dass sich plötzlich reihenweise Menschen bei als „Verschwörungstheoretikern“ gebrandmarkten Personen wie Xavier Naidoo entschuldigen, dass Springer-Journalisten öffentlich ihre völlige Konsternierung offenbaren – hinter diese grundlegende Erkenntnis geht es nun nicht mehr zurück. Es ist ein ultimativer „Black Pill“-Moment für den Mainstream. Arroganz gegenüber abgefahren klingenden Verschwörungstheorien lässt sich ab jetzt nicht mehr so einfach als „Default“-Sichtweise vertreten, ohne die eigene Ignoranz gegenüber neuen, offiziellen Erkenntnissen zur Schau zu stellen.
Denn es handelt sich um offizielles Regierungsmaterial. Dagegen lässt sich – in Analogie zu den RKI-Files – nun einmal schwer gegen andiskutieren. Man kann die Causa Epstein höchstens ignorieren (siehe rechtspopulistisch-zionistische Medien wie Nius oder Apollo, aber auch unsere üblichen „linken“ Faktenchecker vom Dienst, etwa die Amadeu-Antonio-Stiftung, sind plötzlich eigenartig verstummt) oder sich mit albernen „Russland“-Behauptungen vollkommen zum Löffel machen (BILD).
Die Realität ist – ab sofort amtlich bestätigt – noch viel abgefahrener, als die abgefahrensten Verschwörungstheoretiker es seit Jahren behauptet haben. Hinter diese Erkenntnis geht es nun nicht mehr zurück – zumindest, wenn man sich auch nur rudimentär in sozialen Medien informiert. Soviel zum durchaus erfreulichen Aspekt dieser Veröffentlichung.
Man muss sich jedoch eines ganz klar bewusst machen: Solange es keine Verhaftungen gibt, handelt es sich hier vor allem um Massentraumatisierung und Verstetigung von schwersten Verbrechen als „Privilegien“ der Superreichen und Mächtigen. Öffentliche Beschämung ist das einzige, was der Öffentlichkeit bislang als „Strafe“ oder „Sühne“ der Verantwortlichen dargeboten wird. Kindesmissbrauch und -mord wird somit in unseren Köpfen als „neues Normal“ und „ultimatives Statussymbol“ installiert: Wer DAS straffrei tun darf, ist WIRKLICH reich und mächtig. Das ist okkultes Social Engineering.
Michael A. Hoffman beschrieb es in seinem Buch „Secret Societies and Psychological Warfare“ als ‚the Revelation of the Method‘, zu Deutsch „die Offenlegung der Methode“: Man verrät, was man macht, und wie man es macht, und konditioniert damit das Massenbewusstsein hin zu einer neuen Realität. Die dadurch erzeugte Ohnmacht ist eine weitere bewusste Demütigung, Machtdemonstration, und Verstetigung dieser Macht. Er spricht von einer „clown-like, grinning mockery of the victims“ – einer clownesken, grinsenden Verhöhnung der Opfer.
Solange es keine Verhaftungen gibt, dient die Epstein-Files-Veröffentlichung in erster Linie solchen „Social-Engineering“-Zwecken: Eine okkulte Konditionierung des Massenbewusstseins hin zur Anerkennung einer für die Massen bis dahin neuen, monströsen Realität als „normal“. Nur wenn rechtliche Konsequenzen folgen, kann hier von einer echten Aufklärung die Rede sein. Ich bezweifle, dass solche Konsequenzen folgen werden, denn für Razzien und Verhaftungen war seit Epsteins Verhaftung nun wirklich genug Zeit. Daher bin ich – bei aller Erfreulichkeit des bahnbrechenden Erkenntnisgewinns für Normies – hier eher bei Michael A. Hoffman.
2) Caitlin Johnston (australische Bloggerin)
Sie müssen verstehen, dass hinsichtlich der Epstein-Akten nichts unternommen werden wird.
Gar nichts.
Die in den Dokumenten genannten Personen werden keine Konsequenzen zu befürchten haben. Die Institutionen, die für die Missbräuche verantwortlich sind, von denen Sie erfahren haben, werden nichts an ihrer Vorgehensweise ändern. Ihre Regierung wird absolut nichts an ihrer Politik und ihrem Verhalten ändern.
Es wird nichts unternommen werden, wenn Sie die andere politische Partei wählen. Es wird nichts unternommen werden, wenn Sie neue Politiker wählen. Es wird nichts unternommen werden, wenn Sie Briefe an Ihre Senatoren und Abgeordneten schreiben. Es wird nichts unternommen werden, wenn Sie vor Regierungsgebäuden protestieren.
Es werden keine bedeutenden Gesetze verabschiedet werden. Es wird keine Strafverfolgungen mit nennenswerten Konsequenzen geben.
Sie glauben mir nicht? Beobachten Sie einfach und passen Sie gut auf.
Die Machtstruktur, die die Missbräuche von Epstein hervorgebracht hat, wird nichts gegen die Missbräuche von Epstein unternehmen. Das Einzige, was sich möglicherweise ändern könnte, ist, dass einige Menschen sich gegen diese Machtstruktur radikalisieren.
Das ist der einzige wirkliche Vorteil, der sich aus diesen Veröffentlichungen über Epstein ergeben könnte, die die Öffentlichkeit seit Jahren fordert. Dass vielleicht ein paar mehr Menschen erkennen, wie widerwärtig und böse die Menschen sind, die ihre Gesellschaft lenken.
Wie widerwärtig und böse der Kapitalismus und das westliche Imperium sind. Wie widerwärtig und böse Israel und der Zionismus sind. Dass die Gemeinschaft sich vielleicht etwas mehr bewusst wird, dass wir in einer Dystopie leben, die die Schlimmsten unter uns in Führungs- und Machtpositionen befördert.
Das ist es. Das ist die einzige positive Veränderung, die aus all dem hervorgehen könnte. Unsere Herrscher werden nichts tun, um das Unrecht zu beseitigen, aber die Menschen könnten etwas mehr bereit und willens sein, unsere Herrscher zu stürzen.
Das ist der einzige Weg, wie Gesundheit und Menschlichkeit diesmal gewinnen können. Indem wir ein Paar Augenlider nach dem anderen öffnen und erkennen, dass alles im Arsch ist, weil wir unter einem beschissenen System leben, das beschissene Menschen in Machtpositionen bringt, und dass wir keine gesunde Welt haben werden, solange wir dieses beschissene System nicht abschaffen, das die beschissenen Menschen an die Macht bringt.
Die Veröffentlichungen über Epstein werden nichts an der Missbräuchlichkeit des Systems ändern. Aber sie könnten die Menschen dazu bewegen, dieses System abzubauen.