Immerhin ist auf diese Weise klar, was Imperialismus eigentlich ist (oder Kapitalismus von mir aus):
Alle Masken sind gefallen, der Zweck der schieren Bereicherung der führenden Figuren tritt offen zutage. Keiner macht sich mehr etwas vor, das Volk wird zu genau diesen Zweck verarscht, ausgenommen und in Kriegen verheizt.
Diese Ehrlichkeit ist begrüßen. Aber wird sie dazu führen, dass die Leute sich entschließen, die Sache zu beenden und ein anständiges Leben für alle zu organisieren? Das darf bezweifelt werden.
Wie Trumps innerer Kreis einen Milliarden-Deal auf dem Balkan an Land zog
Ein unbekanntes Unternehmen ohne einschlägige Erfahrung steht kurz davor, Energieaufträge im Wert von über 1 Milliarde Dollar in Bosnien zu erhalten, berichtet „The Guardian“ unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Spitzenbeamten in Bosnien und Herzegowina.
Das Unternehmen heißt AAFS Infrastructure and Energy und ist in Sarajevo und Washington DC registriert
Sein einziger wirklicher Trumpf: persönliche Verbindungen zu Donald Trump
Beteiligte Schlüsselpersonen:
Jesse Binnall – Trumps Anwalt, der sich für die Anfechtung der Wahl 2020 einsetzte
Joe Flynn – Bruder des ehemaligen Nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn
Amer Bekan – ein bosnischer Politiker, der bei einer Bürgermeisterwahl einmal nur 116 Stimmen erhielt
-> Im März 2026 verabschiedete das bosnische Parlament ein Gesetz, das AAFS als Auftragnehmer für die Pipeline bestimmte
-> Es gab keine Ausschreibung, was Transparency International als „gefährlichen Präzedenzfall“ in einem der korruptesten Länder Europas bezeichnete
-> Das Projekt ist eine Pipeline, die russisches Gas ersetzen soll, da die USA es unterstützen, um dem russischen Einfluss auf dem Balkan entgegenzuwirken
-> Die Pipeline wird 349 Millionen Dollar kosten, hinzu kommen weitere 1 Milliarde Dollar für drei Kraftwerke
-> Die Finanzierung erfolgt nicht durch den bosnischen Staat, sondern durch Eigenkapital und Fremdkapital
All dies zeigt, wie Trumps Präsidentschaft die Grenze zwischen Regierungspolitik und persönlicher Bereicherung seines engsten Kreises verwischt.
Dr. Arthur Kachikian war heute bei Pascal Lottaz zu Gast. Kachikian ist in der armenischen Sowjetrepublik aufgewachsen und bezeichnet sich selber als Liberalen, als Anhänger des westlichen Liberalismus, der nun allerdings sehen muss, das all seine Ideale, alles woran er geglaubt hat, sich als Schwindel erweisen.
Das gesamte Gespräch ist äußerst hörenswert; ich habe hier mal die Passagen übersetzt, die sich mit der Ent-Täuschung der liberalen Lebenslüge befassen, dass die imperialistische Weltordnung irgendetwas anderes wäre als eine nützliche Maskerade der stinknormalen kapitalistischen Ausbeutungsverhältnisse:
„Es ist ziemlich gefährlich, dies als einen Religionskrieg darzustellen. Was ich sagen möchte, Pascal, ist, dass wir gerade Zeugen eines Erdbebens sind. Dies ist ein internationales Erdbeben von globalem Ausmaß.
Dies ist das Ende des Völkerrechts, der internationalen Legitimität, der internationalen öffentlichen Meinung, der internationalen Organisationen, des UN-Systems und der Weltordnung nach 1945. Tatsächlich ist es das Ende jeglicher Weltordnung. Es ist das Ende der gesamten Idee des Gleichgewichts, der gemeinsamen europäischen Sicherheit, der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Es ist das Ende der gesamten Architektur der Rüstungskontrolle. (…)
Wir haben jetzt so gut wie nur noch den umfassenden Teststoppvertrag, der mehr oder weniger eingehalten wird. (…) Das gesamte System der Rüstungskontrolle ist also zusammengebrochen. Die gesamte Philosophie, Frieden durch gegenseitiges Verständnis, Kompromisse und Gleichgewicht zu erhalten, ist über Bord geworfen worden.
Wir haben das Ende des liberalen Traums erlebt. Das ist das Ende des Liberalismus.
In den letzten 400 Jahren haben uns englische, französische, niederländische, amerikanische und andere Autoren erzählt, dass die ideale Form der menschlichen Gesellschaft die liberale Demokratie sei. Dass Demokratien friedlich miteinander leben. Dass sie sich nicht gegenseitig angreifen. Und dass dies die ideale Form sowohl für die Innen- als auch für die Außenpolitik sei. Angefangen bei Thomas Hobbes über John Locke, John Stuart Mill, Jean-Jacques Rousseau, Montesquieu, Adam Smith bis hin zu Voltaire. All diese Menschen sind nun irrelevant geworden.
Wir sind 400 Jahre zurückgegangen. 400 Jahre liberalen Denkens. Eine führende Demokratie verhält sich seit 25 Jahren auf diese Weise. Die Leute werden mir sagen: Arthur, du übertreibst. Das ist nur eine Person. Es ist nicht nur eine Person. Fukuyama kann also zurück in die 90er Jahre gehen und sein Buch noch einmal schreiben. Das ist das Ende, aber nicht das Ende der Geschichte.
Das ist das Ende der liberalen Demokratie. Das ist das Ende der westlichen liberalen Demokratie, denn alles, was wir über die westliche liberale Demokratie wussten, ist über Bord geworfen worden. Die Pressefreiheit ist am Ende. Die Kraft, die Macht der öffentlichen Meinung ist verschwunden. Liberale Werte – man spricht von liberalen Werten, tötet 165 Kinder und redet nicht einmal darüber – sind verschwunden. Wirtschaftliche Verflechtung, institutionelle Zwänge, all diese Elemente der liberalen Theorie sind einfach auseinandergefallen. Und wir wandeln nun auf einem Friedhof der Weltordnungen und Ideale.“
Die ERPRESSBARKEIT der führenden politischen, finanziellen und kulturellen Charaktermasken des imperialistischen Systens ist die VORAUSSETZUNG für ihre EINSETZUNG als zuverlässige Funktionäre der kapitalistischen Reichtumsproduktion und deren Aneignung durch den neo-feudalen Geldadel.
Joti Brar, Co-Vorsitzende der britischen Kommunisten (CPGB-ML) schreibt präzise und klar, warum „Epstein“ kein Ausrutscher, sondern PRINZIP des imperialistischen Alltags ist:
Mandelson, Starmer, Maxwell … sie alle arbeit(et)en für die herrschende Klasse, nicht für uns.
Die tiefere Wahrheit über das Epstein-Netzwerk besteht nicht darin, dass es einen korrupten Einzelnen oder sogar ein Netzwerk von Degenerierten enthüllt, sondern dass es einige der Mittel aufdeckt, mit denen die inoffiziellen Mechanismen der kapitalistischen Klassenherrschaft hinter den Kulissen ausgeübt werden.
Epstein war nicht nur ein Vermittler sexueller Perversionen und Partyveranstalter, er war ein Geschäftsvermittler, ein Verhandlungsführer hinter den Kulissen für Banker und Regierungen und Teil der Geheimdienst-/Kompromittierungsmaschinerie der angloamerikanischen imperialistischen Staatsapparate.
Wer glaubt, er sei der Einzige gewesen, irrt sich. Genau so funktioniert das System in Wirklichkeit. Die sozialen Bindungen der Eliten auf perversen Partys gehen Hand in Hand mit dem Austausch von Informationen und dem Abschluss von Hinterzimmergeschäften.
Die Teilnahme verschafft den aufstrebenden Mandarinen der Finanzoligarchie Zugang. Und eine detaillierte Kompromat-Akte ist eine notwendige Voraussetzung für ein hohes Amt.
Lenin hatte vielleicht keine Einblicke in die sexuellen Ausschweifungen der Bourgeoisie, aber ihre Herrschaftsmechanismen waren ihm vollkommen klar. In seinem 1916 erschienenen Buch „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“ beschrieb er, wie die herrschende Klasse der imperialistischen Länder zahlenmäßig sehr klein wurde, aber auf eine Weise miteinander verbunden war, die ein persönliches und völlig ungewähltes Netzwerk der Entscheidungsfindung schuf.
„Es entsteht sozusagen eine persönliche Verbindung zwischen den Banken und den größten Industrie- und Handelsunternehmen, eine Verschmelzung der einen mit den anderen durch den Erwerb von Aktien, durch die Berufung von Bankdirektoren in die Aufsichtsräte (oder Vorstände) von Industrie- und Handelsunternehmen und umgekehrt.“ (Kapitel 2)
Wie Friedrich Engels bereits früher hervorhob:
„In der demokratischen Republik […] übt der Reichtum seine Macht indirekt, aber umso sicherer aus. Er tut dies auf zwei Arten: durch die schlichte Bestechung von Beamten, wofür Amerika das klassische Beispiel ist, und durch ein Bündnis zwischen der Regierung und der Börse.“ (Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats, 1884, Kapitel 9)
Dieser Zustand kann weder durch Untersuchungen noch durch Abstimmungen beeinflusst werden. Er ist das Ergebnis der Entwicklung kapitalistischer Produktionsverhältnisse und wird durch einen Staatsapparat durchgesetzt, der über viele Jahrhunderte der Klassenherrschaft hinweg perfektioniert wurde.
Um die abscheuliche Kriminalität abzuschaffen, die sich nicht nur in pädophilen Sexringen, sondern auch in endlosen Völkermorden in den kolonialisierten Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas zeigt, ist eine vollständige Veränderung des Sozialsystems erforderlich – die Zerschlagung der Herrschaftsmaschinerie der Finanziers und ihre Ersetzung durch die wirtschaftlichen und politischen Institutionen der Herrschaft der Arbeiterklasse.
Lies Lenins „Staat und Revolution”. Rüste dich mit Wissen. Und organisiere dich.
Mord, sexueller Missbrauch von Männern, Frauen und Kindern, Kannibalismus – es gibt kein Verbrechen, und sei es noch so viehisch und widerwärtig, dem die westlichen Eliten in Kapital, Politik und Medien sich nicht begeistert gewidmet haben, sobald sich via Jeffrey Epstein die Gelegenheit dazu bot.
Das, liebe Mitbürger, sind die Eliten, denen ihr bereitwillgst die Märchen von Demokratie, Wohlstand, Kriegstüchtigkeit und überlegener westliche Moral abkauft, mit denen sie euch seit Jahrzehnten einseifen.
Das sind die Eliten, deren Herrschaft(ssystem) ihr mit jeder Wahl neu ermächtigt.
Das sind übrigens auch die Eliten, die euch verarmen und verarschen, um (im Namen ihrer auf Epstein‘s Insel und anderswo demonstrierten WERTE) von ihrer ukrainischen Stellvertreterarmee Russen töten zu lassen.
Insofern, werte(westliche) Freiheitundmarktwirtschaft-Fans, seid ihr alle kleine Epsteins.
Das schönste der „absurden Ersatznarrative“ mit der sich, im Zuge der Epstein-Dokumente, die leitmediale Mehrheit derzeit in ihrer hektischen Bemühung blamiert, von dem abzulenken, was sie nicht mehr leugnen oder verschweigen kann, ist der erbärmliche Versuch, der ganzen Geschichte den gewohnten Russland.- bzw. Putin-Spin zu geben. „Epstein war ein KGB-Spion“ und „Alle Spuren führen nach Moskau“ war der erwartbare Dreh, der dieser Geschichte verpasst wird.
Möglicherweise können die Propandamedien einer Elite, die jetzt durch die Veröffentlichungen der perversen Machenschaften eines wesentlichen Teils von ihr bloßgestellt ist, noch darauf bauen, dass das irgendwie, eine Weile vielleicht, bei einem Teil ihres gründlich russophob verhetzten Publikums funktioniert.
Vermutlich aber gilt selbst für die umfassend propagandisierte „Mehrheitsgesellschaft“, die moderne Kapitalstandorte bevölkert, der alte, Abraham Lincoln zugeschriebene Satz “You can fool all of the people some of the time, and some of the people all of the time, but you cannot fool all the people all the time.“
Das dürfte – müsste – der Effekt der teilweisen Aufdeckung der unaussprechlichen Verbrechen der Herren dieser Welt durch die Epstein-Dokumente sein. Dagegen sprechen zwei Aspekte: einmal die Lethargie der „Kammersowiesonixmache“-Bürger, die zu großen Teilen längst resigniert haben. Zum anderen (wesentlichen) Teil die Beharrungskraft – und die Möglichkeiten – der herrschenden Klasse, v.a. derjenigen Teile von ihr, die die Fäden ziehen, an denen Medien, Politik und Justiz hängen. Das sind dieselben Kreise und Individuen, die ihre kranken Perversionen im Gefühl ihrer Unantastbarkeit auf Epsteins Insel und anderswo ausgelebt haben. Und vermutlich noch ausleben.
Man kann sich vorstellen, mit welcher hektischen Aktivität in diesen Zirkeln derzeit Schadensbegrenzung zu betreiben versucht wird.
Letztlich wird es am Souverän liegen, die Konsequenzen aus diesem real gewordenen Albtraum einer komplett monströsen, dämonisch enthemmten herrschenden Klasse zu ziehen sind. Bestimmte seinerzeit innovative Instrumente aus dem Frankreich des späten 18. Jahrhunderts kommen einem in den Sinn, mit denen man sich damals der parasitären, zutiefst dekadenten ausbeuterischen Oberschicht entledigt hat.
Aber bei uns? Heutzutage und hierzulande? Ich wage es zu bezweifeln.
1) Aya Velazquez (Journalistin, Kulturanthropologin)
Meine 5 Cent zu den Epstein-Files: Wir erleben gerade ohne jeden Zweifel ein Hyper-Event im Massenbewusstsein, allerdings mit ambivalenten Implikationen. Dass sich plötzlich reihenweise Menschen bei als „Verschwörungstheoretikern“ gebrandmarkten Personen wie Xavier Naidoo entschuldigen, dass Springer-Journalisten öffentlich ihre völlige Konsternierung offenbaren – hinter diese grundlegende Erkenntnis geht es nun nicht mehr zurück. Es ist ein ultimativer „Black Pill“-Moment für den Mainstream. Arroganz gegenüber abgefahren klingenden Verschwörungstheorien lässt sich ab jetzt nicht mehr so einfach als „Default“-Sichtweise vertreten, ohne die eigene Ignoranz gegenüber neuen, offiziellen Erkenntnissen zur Schau zu stellen.
Denn es handelt sich um offizielles Regierungsmaterial. Dagegen lässt sich – in Analogie zu den RKI-Files – nun einmal schwer gegen andiskutieren. Man kann die Causa Epstein höchstens ignorieren (siehe rechtspopulistisch-zionistische Medien wie Nius oder Apollo, aber auch unsere üblichen „linken“ Faktenchecker vom Dienst, etwa die Amadeu-Antonio-Stiftung, sind plötzlich eigenartig verstummt) oder sich mit albernen „Russland“-Behauptungen vollkommen zum Löffel machen (BILD).
Die Realität ist – ab sofort amtlich bestätigt – noch viel abgefahrener, als die abgefahrensten Verschwörungstheoretiker es seit Jahren behauptet haben. Hinter diese Erkenntnis geht es nun nicht mehr zurück – zumindest, wenn man sich auch nur rudimentär in sozialen Medien informiert. Soviel zum durchaus erfreulichen Aspekt dieser Veröffentlichung.
Man muss sich jedoch eines ganz klar bewusst machen: Solange es keine Verhaftungen gibt, handelt es sich hier vor allem um Massentraumatisierung und Verstetigung von schwersten Verbrechen als „Privilegien“ der Superreichen und Mächtigen. Öffentliche Beschämung ist das einzige, was der Öffentlichkeit bislang als „Strafe“ oder „Sühne“ der Verantwortlichen dargeboten wird. Kindesmissbrauch und -mord wird somit in unseren Köpfen als „neues Normal“ und „ultimatives Statussymbol“ installiert: Wer DAS straffrei tun darf, ist WIRKLICH reich und mächtig. Das ist okkultes Social Engineering.
Michael A. Hoffman beschrieb es in seinem Buch „Secret Societies and Psychological Warfare“ als ‚the Revelation of the Method‘, zu Deutsch „die Offenlegung der Methode“: Man verrät, was man macht, und wie man es macht, und konditioniert damit das Massenbewusstsein hin zu einer neuen Realität. Die dadurch erzeugte Ohnmacht ist eine weitere bewusste Demütigung, Machtdemonstration, und Verstetigung dieser Macht. Er spricht von einer „clown-like, grinning mockery of the victims“ – einer clownesken, grinsenden Verhöhnung der Opfer.
Solange es keine Verhaftungen gibt, dient die Epstein-Files-Veröffentlichung in erster Linie solchen „Social-Engineering“-Zwecken: Eine okkulte Konditionierung des Massenbewusstseins hin zur Anerkennung einer für die Massen bis dahin neuen, monströsen Realität als „normal“. Nur wenn rechtliche Konsequenzen folgen, kann hier von einer echten Aufklärung die Rede sein. Ich bezweifle, dass solche Konsequenzen folgen werden, denn für Razzien und Verhaftungen war seit Epsteins Verhaftung nun wirklich genug Zeit. Daher bin ich – bei aller Erfreulichkeit des bahnbrechenden Erkenntnisgewinns für Normies – hier eher bei Michael A. Hoffman.
2) Caitlin Johnston (australische Bloggerin)
Sie müssen verstehen, dass hinsichtlich der Epstein-Akten nichts unternommen werden wird.
Gar nichts.
Die in den Dokumenten genannten Personen werden keine Konsequenzen zu befürchten haben. Die Institutionen, die für die Missbräuche verantwortlich sind, von denen Sie erfahren haben, werden nichts an ihrer Vorgehensweise ändern. Ihre Regierung wird absolut nichts an ihrer Politik und ihrem Verhalten ändern.
Es wird nichts unternommen werden, wenn Sie die andere politische Partei wählen. Es wird nichts unternommen werden, wenn Sie neue Politiker wählen. Es wird nichts unternommen werden, wenn Sie Briefe an Ihre Senatoren und Abgeordneten schreiben. Es wird nichts unternommen werden, wenn Sie vor Regierungsgebäuden protestieren.
Es werden keine bedeutenden Gesetze verabschiedet werden. Es wird keine Strafverfolgungen mit nennenswerten Konsequenzen geben.
Sie glauben mir nicht? Beobachten Sie einfach und passen Sie gut auf.
Die Machtstruktur, die die Missbräuche von Epstein hervorgebracht hat, wird nichts gegen die Missbräuche von Epstein unternehmen. Das Einzige, was sich möglicherweise ändern könnte, ist, dass einige Menschen sich gegen diese Machtstruktur radikalisieren.
Das ist der einzige wirkliche Vorteil, der sich aus diesen Veröffentlichungen über Epstein ergeben könnte, die die Öffentlichkeit seit Jahren fordert. Dass vielleicht ein paar mehr Menschen erkennen, wie widerwärtig und böse die Menschen sind, die ihre Gesellschaft lenken.
Wie widerwärtig und böse der Kapitalismus und das westliche Imperium sind. Wie widerwärtig und böse Israel und der Zionismus sind. Dass die Gemeinschaft sich vielleicht etwas mehr bewusst wird, dass wir in einer Dystopie leben, die die Schlimmsten unter uns in Führungs- und Machtpositionen befördert.
Das ist es. Das ist die einzige positive Veränderung, die aus all dem hervorgehen könnte. Unsere Herrscher werden nichts tun, um das Unrecht zu beseitigen, aber die Menschen könnten etwas mehr bereit und willens sein, unsere Herrscher zu stürzen.
Das ist der einzige Weg, wie Gesundheit und Menschlichkeit diesmal gewinnen können. Indem wir ein Paar Augenlider nach dem anderen öffnen und erkennen, dass alles im Arsch ist, weil wir unter einem beschissenen System leben, das beschissene Menschen in Machtpositionen bringt, und dass wir keine gesunde Welt haben werden, solange wir dieses beschissene System nicht abschaffen, das die beschissenen Menschen an die Macht bringt.
Die Veröffentlichungen über Epstein werden nichts an der Missbräuchlichkeit des Systems ändern. Aber sie könnten die Menschen dazu bewegen, dieses System abzubauen.
Nach Scholzens Ankündigung, dass Deutschland (mal wieder) das mächtigste Militär in ganz Europa haben soll, wird jetzt EU-“Partner” und NATO-“Verbündeter” Polen, der sich lieber dem amerikanischen als dem deutschen Vormachtstreben unterordnet, durch die Hintertür in die deutsche “Europäische Luftverteidigungsinitiative” eingemeindet werden.
Das einzig Gute daran: die jetzt schon offenen Widersprüche und Konkurrenzrangeleien der verschieden Beteiligten sorgen (hoffentlich) für dysfunktionales Stückwerk und Zerwürfnisse unter den imperialistischen Geiern, die einander nicht die Butter aufs Brot gönnen:
“Berlin hat sich gegen Widerstände in Warschau durchgesetzt und wird nun doch deutsche Patriot-Flugabwehrsysteme in Polen stationieren. Dies bestätigen die Verteidigungsministerien beider Länder. Wie es heißt, müssen nur noch die Einsatzdetails abgestimmt werden.
Deutsche Flugabwehreinheiten wären dann – neben der Slowakei – in einem zweiten EU-Staat im Einsatz. Dies passt zu den Bestrebungen Berlins, unter deutscher Führung eine europäische Luftverteidigung aufzubauen (European Sky Shield Initiative, ESSI). Polen nimmt nicht an ihr teil: Es organisiert seine Flugabwehr bislang in enger Kooperation mit den Vereinigten Staaten, auf die es militärisch ohnehin orientiert.
Dabei will es an der Seite der USA laut Auskunft seines Verteidigungsministers Mariusz Błaszczak „die mächtigsten Landstreitkräfte in Europa“ aufbauen. Ein hochrangiger US-Militär bestätigt: „Polen ist unser wichtigster Partner in Kontinentaleuropa geworden“.
Mit der Stationierung der Patriot-Systeme bindet Berlin Polen nicht förmlich, aber doch faktisch in die ESSI ein. Zwei von deren drei Systemen werden in Deutschland produziert – in Zukunft auch das US-amerikanische Patriot-System.”
imperialistische Hofberichterstattungspresse im Geifer-und-Sabber-Modus über Proteste in Kuba, die unvermeidlicherweise von den einschlägigen Diensten und Medien des zombifizierten Wertewestens zum konterrevolutionären „Volksaufstand“ zurechtdeliriert werden.
Gottseidank weiß die Mehrheit der Kubaner, wer Urheber der terroristischen Sanktionen gegen das Land ist.
Ich verstehe jeden, den der Irrsinn der kapitalistischen Welt in den Wahnsinn, den Freitod, die Irrationalität oder in den ausgiebigen Drogenkonsum treibt.
Wo man hinschaut, ist alles, jede Lebensäußerung, jeder Atemzug, jede Information verknüpft, gespickt, vergiftet mit der conditio sine quasi non dieser Gesellschaft: GELD, und der überlebensnotwendigen und unerbittlichen Zwangslage, die es – namens und zum Nutzen der Reichtumsmehrung der besitzenden Klasse – dem gesamten menschlichen Inventar der Welt aufdrückt.
Keine Zeitung kann man aufschlagen, keine Website aufrufen, keinen Spaziergang machen (außer im tiefsten Wald), ohne daß diese Seuche einem permanent mit Kauf- und Aktivitätsaufforderungen auf den Pelz rückt.
Auch noch die letzte Einzelheit wird mit dem Stempel “Verkäuflich” gebrandmarkt, auch noch die Erinnerung an eines der übelsten Verbrechen der faschistischen Variante der Kapitalherrschaft garniert mit dem allgegenwärtigen Appell an den marktwirtschaftlichen Überlebensinstinkt der Sklaven der Freiheit.
Der Jahrestag der Befreiung des faschistischen Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee ist dem Nachrichtenportal von T-Online zwar eine Meldung wert, aber gleichzeitig und zuvorderst wird der Leser daran erinnert, in was für einer Welt er lebt: nämlich in einer, in der die reibungslose Kapitalakkumulation mittlerweile zwar nicht mehr die Methoden der deutschen Faschisten erfordert, aber immerhin – ganz so wie damals – in krisenhaftem Ausmaße ins Stocken geraten ist.
Der Normalbürger, das für den Kapitalerfolg immer noch benötigte Menschenmaterial, weiß sich nämlich in jeder Hinsicht abhängig von den Kalkulationen derjenigen, denen die Quellen der Reichtumsproduktion GEHÖREN, und deshalb leuchtet sowohl ihm wie dem Nachrichtenportal („..am Thema Geld kommen die Menschen nicht vorbei“!) auf Anhieb ein, dass er seine paar privaten Schäfchen nur ins Trockene bringen kann, wenn er im Rahmen seiner bescheidenen Möglichkeiten irgendwie an der kapitalistischen Reichtumsvermehrung partizipieren kann.
Zu diesem Zwecke muss er sich, so legt ihm T-Online nahe, natürlich den Kopf seiner Herrschaft zerbrechen und sich umfassend über den generellen und aktuellen Stand professioneller Geldvermehrung sachkundig machen.
Insgesamt eine Kombination von redaktionellem Beitrag und (in diesem Fall: Eigen-)Werbung, die Auskunft gibt über eine Selbstverständlichkeit dieser Gesellschaft, die so gruselig ist wie das Thema des redaktionellen Beitrages, und gleichzeitig so unbemerkt und alltäglich im Bewusstsein der Informationskonsumenten verbucht wird wie die Teilhabe am faschistischen Massenmord für die seinerzeitige Expansion des deutschen Kapitals nach Osten.
“Die Russen waren schon immer bis an die Zähne bewaffnet und saßen in ständiger Bereitschaft auf Pferden, später auf Panzern, um ihren Lieblingsbeschäftigungen nachzugehen: in der Oder Gäule tränken, am Rhein Wein tanken und vor Bordeaux noch lange nicht haltmachen.“
Die “junge Welt” beschreibt es in ihrer Aktion “Rote Sommerschule” lustig-ironisch: die Kriegsvorbereitungen der NATO, die sich nicht nur in der Rhetorik an die bewährten Leitsätze “Zehn Regeln der Kriegs-Propaganda” von Arthur Ponsonby halten –
1. Wir wollen den Krieg nicht
2. Das gegnerische Lager trägt die alleinige Verantwortung
3. Der Führer des Gegners hat dämonische Züge (“der Teufel vom Dienst”)
4. Wir kämpfen für eine gute Sache
5. Der Gegner kämpft mit unerlaubten Waffen
6. Der Gegner begeht mit Absicht Grausamkeiten, bei uns handelt es sich um Versehen
7. Unsere Verluste sind gering, die des Gegners enorm
8. angesehene Persönlichkeiten, Wissenschaftler, Künstler und Intellektuelle unterstützen unsere Sache
9. Unsere Mission ist heilig
10. Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, steht auf der Seite des Gegners (Verrat)
sondern auch das 1991 vorübergehend (wegen Selbstverstümmelung und -Entwaffnung des Gegners) nicht benutzte Feindbild reanimieren: DER RUSSE, vorzugsweise personifiziert durch den Präsidenten der Russischen Förderation, muss mal wieder in die Schranken gewiesen werden, und der Schrankenwärter kann natürlich niemand anders als das westliche Kriegsbündnis sein.
Das gruselige Newsspeak, das einem aus Politikermündern und Medien entgegen gequollen kommt (Aufrüstung gegen “russische Aggression”), ist auch deswegen so absurd, weil die behaupteten Absichten beim Gegenüber so eindeutig aus den Fingern gesogen, konstruiert und zurechtgelogen sind und in klassischer Projektion dem Gegner unterstellen, was man selber tut oder plant.
Dass das “normale Leben” angesichts des militärischen Irrsinns der führenden Imperialisten weitergeht, dass die Massen sich mit Konsum, Fußball, Unterhaltung und Überlebenmüssen abspeisen und ablenken lassen, kann einen mitunter selber in den Wahnsinn treiben, zumindestens aber in melancholische Resignation über eine Spezies, die noch im Bombenhagel und nuklearem Blitz ihren Führern folgt.
So müssen sich in den 1920er und -30er-Jahren die nicht sehr zahlreichen nachdenklicheren ZeitgenossInnen gefühlt haben, die mit dem Slogan “Wer Hitler wählt, wählt den Krieg!” vor einem der Amtsvorgänger Merkels und DESSEN Anstrengungen gewarnt haben, “unsere Werte” gegen den Feind im Osten zu behaupten.