“Was die herrschende Elite wirklich fürchtet: einen Aufstand im eigenen Land“

Die Kräfteverhältnisse auf der Welt verschieben sich in einem Ausmaß, das noch vor wenigen Wochen undenkbar schien. Jedenfalls für die westlichen Politiker, Medien und all die, die ihnen ihre Propaganda glauben.

Der Imperialismus ist weltweit auf dem Rückzug, in seiner (hoffentlich) letzten Abwehrschlacht. Das legt die hemmungslose, von keinem Gesetz und keiner ethischen und moralischen Erwägung mehr eingeschränkte Gewalt nahe, mit der die imperialistischen Kriege geführt werden. Auch die delirierenden, eschatologischen Begründungen für diese Kriege, die fundamentalistische Endzeit-Terminologie mit der die imperialistische Vormacht ihr neuestes Gemetzel im Iran zu verkaufen versucht, deuten auf eine Zustand äußerster Panik über den unumkehrbaren Machtverlust des westlichen, US-geführten Imperiums hin.

Das macht die Epstein-Bourgeoisie und ihre politischen Handlungsbevollmächtigten umso gefährlicher. Die anti-imperialistischen Kräfte müssen jeden Schritt genau kalkulieren, um den imperialistischen Räubern keinen allzu einfachen Vorwand für einen nuklearen Krieg zu liefern.

Joti Brar fasst im Gespräch mit Garland Nixon mal wieder auf ihre unnachahmliche Weise den Stand der Dinge zusammen.

Angesichts der Tatsache, dass sie (die Familienmonarchien am Golf) sich so deutlich als reine Werkzeuge des Imperialismus entlarvt haben – als völlig unfähig und zudem unwillig, ihr eigenes Volk zu verteidigen, während der Südlibanon im Grunde genommen dem Erdboden gleichgemacht wird –, zieht die libanesische Regierung ihre Armee ab und beschwert sich über die Hisbollah, die die einzige Kraft ist, die das libanesische Volk jemals vor dem Zionismus geschützt hat und dies nun erneut tut.

Wenn man sich also umschaut, sieht man, wie sich dieses Kräfteverhältnis verschiebt, und man erkennt, wie richtig es war, dass die Achse des Widerstands ihre Kräfte, ihre Waffen, ihre Fähigkeiten und ihre Vernetzung stetig auf diesen Moment vorbereitet hat, von dem sie wussten, dass er eines Tages kommen würde. Nicht sie haben den Zeitpunkt gewählt, nicht wahr?

Die Imperialisten haben den Zeitpunkt gewählt, aber die Achse des Widerstands war bereit. Sie wussten, dass es diesmal um alles geht. Wir müssen bis zum Ende durchhalten. Und ich sehe nicht, dass die Iraner einen Ausweg suchen. Aber ich muss sagen, wenn sie aus irgendeinem Grund beschließen, dass sie eine Verschnaufpause brauchen – sie wissen, dass es dann noch nicht vorbei ist –, dann ist das ein Moment, in dem sie das mitnehmen, was sie haben, Luft holen und ein anderes Mal erneut angreifen. Das müssen sie selbst entscheiden. Ich möchte das nur ansprechen, weil ich weiß, dass, wenn das passiert, alle schreien werden: „Verräter, Verräter!“

Und was sie damit meinen, ist: Wir wollen, dass ihr für uns kämpft und sterbt, während wir hier sicher sitzen und nichts riskieren müssen. Aber was ich wirklich sehen möchte, ist, dass Arbeiter und insbesondere die Menschen, die die Arbeiter anführen sollten – Menschen, die sich selbst als Antiimperialisten, Sozialisten, Kommunisten bezeichnen, jeder, der glaubt, gegen den Imperialismus zu sein –, die Verantwortung dafür übernehmen, ihren eigenen Leuten in den westlichen Ländern verständlich zu machen, dass der Iran gerade jetzt sein Blut für uns vergießt.

Russland vergießt in diesem Moment sein Blut für uns. Sie kämpfen für uns gegen unseren Feind, und wir müssen uns in den Kampf einbringen, denn der Kampf wird nicht vorbei sein, bis wir uns ihm anschließen. Dann wird der echte K.o.-Schlag kommen. Die Iraner und die Akteure des Widerstands können im Nahen Osten einen K.o.-Schlag landen. Aber alles, was sie gewinnen, wird erst dann wirklich sicher sein, wenn der K.o.-Schlag auch zu Hause kommt. Und ich sage immer, dass es genau das ist, was die herrschende Elite wirklich fürchtet: einen inneren Aufstand.

Die Welt als Comicbook

Die Welt ist zu einem Live-Comicstrip geworden und der demente, delirierende Narzisst vom emotionalen Zuschnitt eines Vierjährigen, der zur Zeit das Weiße Haus bewohnt, wähnt sich als zentraler Superheld dieser Geschichte.

In seinen medial ejakuliertrn Unsinns-Statements werden Fakten und tatsächliche Entwicklungen einer militärischen Auseinandersetzung unwesentlich. Für psychotische Störungen in dieser Art ist alles wahr, was sie imaginieren und herbeihalluzinieren.

Währenddessen schlägt der angeblich umfassend und komplett geschlagen und zerstörte Iran nicht nur mit seiner angeblich ebenso umfassend und komplett geschlagen und zerstörten Marine gegen die imperialistische Aggression zurück, sondern legt professionell zielgerichtet und strategisch die militärischen Installationen und das Kriegsgerät der Imperialisten lahm.

Simplicius the Thinker beschreibt die Wahnideen des US-Präsidenten und seiner Administration und kontrastiert sie mit den iranischen Gegenmaßnahmen:

https://open.substack.com/pub/simplicius76/p/frustrated-by-failure-an-unhinged

Wenn die liberale Lebenslüge kollabiert und der Imperialismus sich als das Monster erweist, das er immer war und sein wird

Dr. Arthur Kachikian war heute bei Pascal Lottaz zu Gast. Kachikian ist in der armenischen Sowjetrepublik aufgewachsen und bezeichnet sich selber als Liberalen, als Anhänger des westlichen Liberalismus, der nun allerdings sehen muss, das all seine Ideale, alles woran er geglaubt hat, sich als Schwindel erweisen.

Das gesamte Gespräch ist äußerst hörenswert; ich habe hier mal die Passagen übersetzt, die sich mit der Ent-Täuschung der liberalen Lebenslüge befassen, dass die imperialistische Weltordnung irgendetwas anderes wäre als eine nützliche Maskerade der stinknormalen kapitalistischen Ausbeutungsverhältnisse:

„Es ist ziemlich gefährlich, dies als einen Religionskrieg darzustellen. Was ich sagen möchte, Pascal, ist, dass wir gerade Zeugen eines Erdbebens sind. Dies ist ein internationales Erdbeben von globalem Ausmaß. 

Dies ist das Ende des Völkerrechts, der internationalen Legitimität, der internationalen öffentlichen Meinung, der internationalen Organisationen, des UN-Systems und der Weltordnung nach 1945. Tatsächlich ist es das Ende jeglicher Weltordnung. Es ist das Ende der gesamten Idee des Gleichgewichts, der gemeinsamen europäischen Sicherheit, der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Es ist das Ende der gesamten Architektur der Rüstungskontrolle. (…) 

Wir haben jetzt so gut wie nur noch den umfassenden Teststoppvertrag, der mehr oder weniger eingehalten wird. (…) Das gesamte System der Rüstungskontrolle ist also zusammengebrochen. Die gesamte Philosophie, Frieden durch gegenseitiges Verständnis, Kompromisse und Gleichgewicht zu erhalten, ist über Bord geworfen worden. 

Wir haben das Ende des liberalen Traums erlebt. Das ist das Ende des Liberalismus. 

In den letzten 400 Jahren haben uns englische, französische, niederländische, amerikanische und andere Autoren erzählt, dass die ideale Form der menschlichen Gesellschaft die liberale Demokratie sei. Dass Demokratien friedlich miteinander leben. Dass sie sich nicht gegenseitig angreifen. Und dass dies die ideale Form sowohl für die Innen- als auch für die Außenpolitik sei. Angefangen bei Thomas Hobbes über John Locke, John Stuart Mill, Jean-Jacques Rousseau, Montesquieu, Adam Smith bis hin zu Voltaire. All diese Menschen sind nun irrelevant geworden. 

Wir sind 400 Jahre zurückgegangen. 400 Jahre liberalen Denkens. Eine führende Demokratie verhält sich seit 25 Jahren auf diese Weise. Die Leute werden mir sagen: Arthur, du übertreibst. Das ist nur eine Person. Es ist nicht nur eine Person. Fukuyama kann also zurück in die 90er Jahre gehen und sein Buch noch einmal schreiben. Das ist das Ende, aber nicht das Ende der Geschichte. 

Das ist das Ende der liberalen Demokratie. Das ist das Ende der westlichen liberalen Demokratie, denn alles, was wir über die westliche liberale Demokratie wussten, ist über Bord geworfen worden. Die Pressefreiheit ist am Ende. Die Kraft, die Macht der öffentlichen Meinung ist verschwunden. Liberale Werte – man spricht von liberalen Werten, tötet 165 Kinder und redet nicht einmal darüber – sind verschwunden. Wirtschaftliche Verflechtung, institutionelle Zwänge, all diese Elemente der liberalen Theorie sind einfach auseinandergefallen. Und wir wandeln nun auf einem Friedhof der Weltordnungen und Ideale.“

Danke für nichts, Imperialismus

600 € Nachzahlung an den Erdgas Versorger für das vergangene Jahr.

Ein Blick in die Vertragshistorie zeigt mir, dass ich 2018 mit 45 € monatlichem Abschlag begonnen habe. 2019 ging das auf 60 € Monatsabschlag. Der neue Abschlag, der mir jetzt angekündigt wird, beläuft sich auf 187 €.

Danke, Imperialismus, danke für eure Scheißkriege, mit denen ihr das Leben normaler Leute so schwierig macht, dass man nicht weiß, wie man über die Runden kommen soll, ohne auf elementare Annehmlichkeiten des Lebens zu verzichten.

Danke für nichts, Scheiss Epsteinklasse.

Die Zeit der Monster

Die Trump Administration wendet gegenüber Kuba das Gaza-Szenario an: komplette Blockade, inklusive Lebensmittel, Medikamente, Treibstoffe. Die Bevölkerung soll so massiv verelendet und für ihren Widerstand gegen die Epsteinklasse bestraft werden, dass das gesamte normale Leben im Zielgebiet der imperialistischen Aggression kollabiert und Millionen Menschen zum Kampf ums nackte Überleben gezwungen werden.

Den Schritt zum offenen Völkermord durch Bombardierungen und Krieg haben die Amerikaner nicht nicht getan, aber beim Aushungern der Bevölkerung sind sie dem israelischen Vorbild zum Verwechseln ähnlich.

Dass all das zu hundertprozentig völkerrechtswidrig ist, spielt keinerlei Rolle mehr. Sowohl USA wie Israel scheren sich weder um internationales Recht noch um humanitäre Mindeststandards. Sie spotten darüber und bezeichnen UN und Menschenrechtsaktivisten und -gremien als naive Utopisten, die in ihrer Schwäche und Nutzlosigkeit dem Recht des Stärkeren nichts entgegensetzen können.

Dies ist die Zeit der Monster.

Substack-Post von Trita Parsi

Screenshot

Der Auftritt von Generalstaatsanwälten Pam Bondi vor dem US-Kongress hat etwas Freislerhaftes

„The Dow is over 50,000 right now. The S&P is at almost 7,000. The Nasdaq is smashing records. Americans’ 401(k)s and retirement savings are booming. That’s what we should be talking about. We should be talking about making Americans safe.”  (U.S.-Generalstaatsanwältin Bondi auf eine Frage nach den Epstein Akten)

Mit erkennbar aufgesetztem und inszeniertem Geifer bügelt diese Charaktermaske des Trump Regimes Fragen und Nachfragen zu ihrem Umgang mit den Epstein Akten ab, beschimpft Kritiker und versucht, das ihr sichtlich lästige Thema mit dem Hinweis auf den Höhenflug von Börsen-Indizes zu ersticken – all das während hinter ihr die Opfer der Verbrechen Epsteins und seiner von ihrem Ministerium geschwärzten (also geschützten) Mittäter sitzen.

Die Szene hat einen ebenso surrealen wie perversen Beiklang, der zu dem abscheulichen Inhalt – soweit die Schwärzungen durch FBI und Bondis Justizministerium diesen sichtbar werden lassen – der Epstein Akten passt.

Bondi ist so offensichtlich um Täterschutz bemüht, ihre Lobhudelei auf ihren Boss Donald Trump fällt so aufdringlich übertrieben aus, dass die gesamte Anhörung zu einer entlarvenden Demonstration der Tatsache wird, dass die imperialistische Vormacht in eine dystopische Semidiktatur mutiert ist.

Deren nominelle oberste Rechtspflegerin ist eine zeternde, unter Eid lügende Verteidigerin pädophiler Krimineller. Bondis Justizministerium schützt das pädophile Netzwerk der Reichen und Mächtigen, das sich dank ihr und ähnlich korrupter Charaktermasken (der durch und durch inkompetente und verlogene FBI-Direktor Kesh Patel gehört ebenfalls dazu) nach wie vor als außerhalb des Gesetzes stehend fühlen darf.

„Wenn man etwas aus dieser Anhörung lernen wollte, wäre man bitter enttäuscht worden. Nun, wenn man erfahren wollte, dass Bondi fast alles sagen oder tun würde, um die Worte „Trump“ und „Epstein“ so weit wie möglich voneinander fernzuhalten, dann hat es wohl ganz gut funktioniert.

(…)

Der Kongress muss nicht mehrere Stunden damit verschwenden, ihren Ausflüchten und Angriffen zuzuhören. Noch einmal: Was bringt es, außer zu versuchen, sie zu irgendetwas zu bekennen?

Sie wissen, worum es geht. Es geht darum, Trump mit ihrer Loyalität zu beeindrucken, egal was passiert. Das ist nicht nur ihre wichtigste Aufgabe. Es ist ihre einzige Aufgabe.

Oder, wie Dana Bash es im Laufe der Anhörung auf CNN formulierte: „Es war ganz klar, dass die Generalstaatsanwältin vor einem einzigen Zuhörer sprach.”

(Bill Goodykoonitz in „The Arizona Republic”)

„Hell is empty and all the devils are here.“ *

* William Shakespeare: The Tempest, Act 1, Scene 2

Geopolitics Prime (TG-Kanal) hat sich die Mühe gemacht und eine vorläufige Liste der bekannten europäischen Mittäter des pädophilen Kriminellen und Liebling der herrschenden Klasse Jeffrey Epstein zusammengestellt:

 BIS INS MARK VERROTTET: EUROPAS MACHTZIRKEL VERSINKEN IM EPSTEIN-SKANDAL

Die Verbindungen zu Jeffrey Epstein haben Schockwellen durch die politische Elite Europas geschickt und eine Gegenreaktion ausgelöst, der sie nicht entkommen können.

Wer wurde auf frischer Tat ertappt?

Der frühere britische Botschafter in den USA Peter Mandelson

  • E-Mails und Fotos haben seine Freundschaft mit Epstein aufgedeckt. Er besuchte die Pädophileninsel.
  • Er wurde entlassen, trat aus dem House of Lords aus und wird wegen der Weitergabe von Regierungsdokumenten an den Pädophilen untersucht.

Der engste Kreis um den britischen Premierminister Keir Starmer ist zerfallen.

  • Stabschef Morgan McSweeney trat wegen des Mandelson-Skandals zurück. 
  • Kommunikationsdirektor Tim Allan folgte seinem Beispiel.

Der ehemalige britische Prinz Andrew (Andrew Mountbatten-Windsor)

  • Bis über beide Ohren in Epsteins Sexskandal verwickelt. 
  • Alle königlichen Privilegien wurden ihm aberkannt, aber er wurde nicht strafrechtlich verfolgt.

Die ehemalige Herzogin von York, Sarah Ferguson 

  • Andrew’s Ex-Frau bezeichnete Epstein als „Legende” und „den Bruder, den ich mir immer gewünscht habe” 
  • Ihre Wohltätigkeitsorganisation wurde auf unbestimmte Zeit geschlossen

Der WEF-CEO Borge Brende 

  • Ehemaliger norwegischer Außenminister, der 2018 und 2019 wiederholt mit Epstein zu Abend aß. Er tauschte E-Mails aus und log später, dass er keinen Kontakt zu ihm gehabt habe
  • Wurde vom WEF untersucht, behielt aber seinen Posten. 

Der Ex-Präsident der UN-Generalversammlung Miroslav Lajcak 

  • Ehemaliger slowakischer Außenminister, der mit dem Pädophilen über „wunderschöne Mädchen” sprach und berufliche Treffen arrangierte.
  • Trat als slowakischer Sicherheitsberater zurück. https://t.me/geopolitics_prime/63769

Der frühere französischer Kultur- und Bildungsminister Jack Lang

  • Seit Jahren enge Beziehungen zu Epstein. Langs Tochter Caroline leitete zusammen mit Epstein einen Offshore-Fonds.
  • Trat als Präsident des Institut du monde arabe zurück und wird wegen „Geldwäsche von Steuerbetrugsgewinnen” untersucht

Der frühere norwegischer Premierminister Thorbjørn Jagland 

  • Unterhielt sich mit Epstein über „außergewöhnliche junge Mädchen” in Albanien, wollte die Pädophileninsel besuchen 
  • Wird wegen „schwerer Korruption” untersucht

Die ehemaligen norwegischen Diplomaten Mona Juul & Terje Rod-Larsen

  • Juul und ihr Ehemann Rod-Larsen, der das International Peace Institute (IPI) leitete, erhielten Finanzmittel und persönliche Darlehen von dem Pädophilen 
  • Beide sind zurückgetreten  

Die Norwegische Kronprinzessin Mette-Marit 

  • Enge Freundschaft und Korrespondenz mit Epstein zwischen 2011 und 2013, besuchte Epsteins Residenz in Florida 
  • Fast 50 % der Norweger sagen, sie sollte keine Königin werden

Die ehemalige schwedische UNHCR-Vorsitzende Joanna Rubinstein 

  • Besuchte 2012 mit ihrer Familie die Pädophileninsel des verurteilten Sexualstraftäters und dankte ihm in einer E-Mail
  • Zurückgetreten

„Civilizations fall because they don’t understand the economic dynamics that have made them successful in their takeoff from the very beginning“

„Warum haben wir nicht erreicht, was alle klassischen Ökonomen für den industriellen Kapitalismus erwartet hatten, nämlich die Entwicklung einer gemischten Wirtschaft, öffentlich-privat, mit steigenden staatlichen Ausgaben für Infrastruktur, um die Kosten niedrig zu halten, und vor allem, um das zu tun, was im industriellen Kapitalismus revolutionär war, nämlich sich vom Feudalismus und den Hinterlassenschaften des Feudalismus zu befreien. Das wichtigste Erbe war die Klasse der erblichen Grundbesitzer, die immer noch das Oberhaus dominierte und die Grundrenten der Landadeligen, vor allem in ihren landwirtschaftlichen Gebieten, schützen wollte.

Immobilienmieten und Wohnungsmieten hatten noch nicht wirklich Fuß gefasst, aber das große Problem, mit dem Großbritannien konfrontiert war, war die Frage, wie man die Bevölkerung angesichts dieser protektionistischen Grundbesitzerklasse ernähren konnte. Ricardo erklärte 1817, was den Aufschwung der britischen Industrie zu blockieren drohte und zumindest ihre Expansion zum Stillstand bringen würde: die Notwendigkeit, Arbeitskräfte zu beschäftigen, um Waren herzustellen, die mit einem Aufschlag verkauft werden sollten, und letztendlich waren laut Ricardo, gemäß der Arbeitswerttheorie, der Preis und der Wert der meisten dieser Produkte auf Arbeit reduzierbar. Dazu gehörte auch die Arbeit, die in den Maschinen der Industriellen steckte, sowie die Produktion von Lebensmitteln und anderen Produkten, die die Arbeiter aus ihrem Lohn bezahlen mussten.“

Ein absolut brillanter, tiefgründiger und erhellender Diskurs des marxistischen Ökonomen Professor Michael Hudson über die Wandlung des westlichen industriellen Kapitalismus zu einem renten- und finanzkapitalistischen System. Er macht den Vergleich mit der Entwicklung des Industriellen Kapitalismus in Großbritannien und Europa im 18. und 19. Jahrhundert und bringt viele Beispiele, dafür wie die Trennung zwischen industriellem und Rentier- bzw. Finanzkapital erfolgt und sich heutzutage vollzieht (vor allem in den USA).

Hochinteressant auch sein Exkurs über die tödliche Abhängigkeit Europas von der amerikanischen renten- und finanzkapitalistischen Klasse (heutzutage gerne auch die Epstein-Klasse genannt) und wie im Zuge der Wandlung des westlichen Kapitalismus zu einer nahezu ausschließlichen Rentenökonomie die Ausplünderung der lohnabhängigen Klassen immer weiter verschärft wird:

„Herr Selenskyj sagt uns also, dass wir lieber das ukrainische Volk sterben lassen sollten. Menschen spielen keine Rolle. Die Kontrolle über Land ist wichtig.

Russland zu schaden ist wichtig. Und die Tatsache, dass ihr Deutschen zweimal gegen Russland verloren habt, im Ersten Weltkrieg und im Zweiten Weltkrieg, vielleicht könnt ihr euch dieses Mal rächen. Lasst uns den Krieg mit militärischem Keynesianismus noch einmal führen.

Wenn ihr die Waffen herstellt, werdet ihr sie tatsächlich in Russland einsetzen. Nun, dieser Kampf zwischen dem in den Vereinigten Staaten ansässigen Rentier-Finanzkapitalismus, der auf dem Monopol der künstlichen Intelligenz, dem Monopol der Computer und der Informationstechnologie basiert, soll die industriellen Gewinne Amerikas ersetzen, die es mit Agrarexporten erzielt hat, die nach 1945 der Schlüssel zur Zahlungsbilanz und zur Dominanz des Systems Amerikas waren. Sie wollen dies durch Monopoleinkünfte für Informationstechnologie und künstliche Intelligenz ersetzen.

Nun, Europa hatte gedroht zu sagen: „Eines der Probleme ist nicht nur, dass Sie Monopoleinkünfte verlangen, sondern dass Sie darauf bestehen, dass wir Europäer diese nicht einmal besteuern. Wir sollen unsere Arbeit besteuern, die Steuerlast auf die Arbeit verlagern, sie von den Unternehmen und den Renteneinkünften wegnehmen und vor allem von den Amerikanern wegnehmen. Und so sagte Trump: „Nun, damit werden wir Schluss machen.

Wir werden euch mit Zöllen belegen und eure Wirtschaft stören. Und eure Unternehmen werden keinen Zugang zum US-Markt mehr haben. Und auch durch die NATO, glücklicherweise haben wir die NATO genutzt, um die Europäische Union zu kontrollieren, wie wir bereits besprochen haben, und sie sind Kapitulationsaffen.

Und sie haben kapituliert und gesagt: Okay, wir werden das Monopol der Vereinigten Staaten nicht besteuern. Wir werden nicht nur beim Gas, sondern auch bei der Informationstechnologie von den Vereinigten Staaten abhängig sein. Wir werden unser gesamtes Lohn- und Einkommenswachstum doch an die Vereinigten Staaten abführen, weil wir auf euch angewiesen sind, um uns vor der Gefahr zu schützen, dass die Russen auf ihrem Weg nach Großbritannien direkt in Deutschland einmarschieren.

Das ist verrückt. Und man könnte sagen, dass Zivilisationen untergehen, weil sie die wirtschaftlichen Dynamiken nicht verstehen, die ihnen von Anfang an zu ihrem Erfolg verholfen haben.“

Man kann ohne weiteres angesichts der heute beobachtbaren Entwicklung des westlichen Ökonomien und Gesellschaften von einem zivilisatorischem Zusammenbruch sprechen, dessen Auswirkungen auf  die allgemeine Bevölkerung erst begonnen haben. Da kommt noch mehr, viel mehr. Und es wird nicht schön sein.

„Politische Reife bedeutet, zu sehen dass die Kommunisten die ganze Zeit recht hatten“

Getting wise with Caitlin Johnston:
„Political maturity is realizing the communists were correct“ („Politische Reife bedeutet, zu sehen dass die Kommunisten die ganze Zeit recht hatten“

Die australische Autorin und Bloggerin, beschreibt ein Phänomen, das einem sehr bekannt vorkommt:

Politische Reife bedeutet letztendlich, sich einzugestehen, dass der wütendste, beunruhigendste Kommunist, den man je getroffen hat, in fast allem Recht hatte.

Wenn man genug lernt, bescheiden genug bleibt und aufmerksam genug ist, kommt man irgendwann zu dieser Erkenntnis. Man erkennt, dass im Allgemeinen die wirklich hochkarätigen Kommunisten von allen Gruppen das klarste Verständnis der Welt haben, und der einzige Grund, warum das für einen selbst nicht immer offensichtlich war, ist, dass man unter einer kapitalistischen Machtstruktur lebt, die ihrer Bevölkerung von Geburt an aggressiv einredet, dass Kommunismus etwas Schlechtes, Schlimmes ist.

Sie haben das klarste und richtigste Verständnis des Kapitalismus. Sie haben das klarste und korrekteste Verständnis von imperialistischer Ausbeutung. Sie haben das klarste und korrekteste Verständnis von westlicher Kriegstreiberei, globalen Machtverhältnissen, weißer Vorherrschaft, institutionellem Rassismus und Frauenfeindlichkeit. Deshalb werden sie immer wieder bestätigt, in allem, von den Militäraktionen der USA über den Faschismus der extremen Rechten bis hin zur missbräuchlichen Natur der sogenannten „moderaten“ Liberalen und der moralischen Verkommenheit der Milliardäre und der Kapitalistenklasse.

Es ist noch offen, wie ihre Vision für die Welt am besten verwirklicht werden kann, denn es wäre eine Welt, die es noch nie gegeben hat, und weil alle ihre Bemühungen, diese Welt aufzubauen, vom kapitalistischen Imperium immer wieder aggressiv angegriffen und sabotiert wurden. Aber keine Gruppe kritisiert die derzeitige Weltordnung so scharfsinnig und treffend wie sie.

Wenn man sein Leben in ausreichend vielfältigen und interessanten Kreisen verbracht hat, ist man in der Vergangenheit sicherlich schon einmal auf ausgesprochen marxistische Menschen gestoßen. Was sie gesagt haben, hat einen vielleicht damals Unbehagen bereitet, entweder weil man noch zu sehr von der Weltanschauung des kapitalistischen Imperiums indoktriniert war oder weil man noch zu sehr mit jugendlicher Unbekümmertheit beschäftigt war, um sich mit den ernsten Themen auseinanderzusetzen, über die sie diskutierten. Und schließlich wird einem klar, dass das Unbehagen, das man empfunden hat, als kognitive Dissonanz bezeichnet wird, also das Gefühl, im Unrecht zu sein.

Vielleicht hat es einen genervt, dass sie ihre Politik viel zu ernst genommen und zu ihrem einzigen Thema gemacht haben, indem sie ständig auf Ungerechtigkeiten und Missstände in allen möglichen Bereichen hingewiesen haben, während man selbst einfach nur entspannen und das Leben genießen wollte. Und schließlich wird einem klar, dass man nur deshalb ohne große Gedanken an Politik dahinleben konnte, weil die eigene Weltanschauung ausreichend mit dem politischen Status quo übereinstimmte, um all die Ausbeutung, Unterdrückung, Ungerechtigkeit und Propaganda, die jeden Aspekt unserer Gesellschaft durchdringen, nicht zu bemerken. Man hat es nicht bemerkt, weil es nicht mit dem damaligen Weltverständnis kollidierte.

Wenn man offen bleibt, weiter über die Welt lernt, bescheiden genug ist, um seine Fehler zu erkennen und entsprechend Kurskorrekturen vorzunehmen, durchschaut man schließlich all diese Verzerrungen und versteht, dass man die Kommunisten völlig falsch eingeschätzt hat.

Natürlich gibt es immer noch einzelne Kommunisten, die Dinge falsch verstehen, und wie die meisten Menschen in dieser psychisch gestörten Welt sind viele von ihnen emotionale Wracks, die noch viel innere Heilung brauchen. Aber es gibt keine Gruppe, die die missbräuchliche Dynamik dieser Zivilisation als Ganzes mit größerer intellektueller Klarheit wahrnimmt.

https://www.caitlinjohnst.one/p/political-maturity-is-realizing-the