Walter Trier (1890 – 1951), deutsch-jüdischer Zeichner, wurde berühmt durch die Illustrationen der Kinderbücher von Erich Kästner. Er entkam dem Zugriff der kriegstüchtigen deutschen Staatsmacht 1936 ganz knapp und ging zunächst ins Exil nach London.
Erstaunlich, wie aktuell seine im Exil angefertigten antifaschistischen Zeichnungen heute wieder sind. Die heutigen Führer des deutschen Imperialismus planen den erneuten Krieg gegen denselben Feind. Sie benutzen dieselbe Sprache wie ihre kriegstüchtigen Vorgänger; die Sprache, die Trier im ersten Bild karikaturistisch kommentiert.
„Kanonen statt Butter – das wäre schön, wenn das ginge. Aber das ist Schlaraffenland. Das geht nicht. Sondern Kanonen ohne Butter.“ (Clemens Fuest, Präsident des arbeitgebernahen ifo-Instituts, 2025).
Bei der zweiten Zeichnung bräuchte der Koch nur das Gesicht des jetzigen statt des damaligen Kanzlers um die heutigen Verhältnisse zu beschreiben. Merz lügt der Bevökerung was vor von einem „hybriden Krieg“, den Russland gegen Deutschland bzw. Europa führen würde und behauptet, „wir“ wären zwar noch nicht im Krieg, aber auch nicht mehr im Frieden mit Russland.
Walter Trier musste Deutschland verlassen wegen seines Widerstandes gegen den Aufrüstungs- und Kriegskurs der seinerzeitigen Regierung (und weil er Jude war). Wir können vorläufig noch in Deutschland bleiben, auch wenn wir zunehmend von den staatlichen Gesinnungswächtern in allen drei Gewalten drangsaliert werden.
Sprechen wir es also aus, wo (und solange) wir können:
Diese Regierung bereitet den Krieg gegen Russland vor – gegen den Willen der Bevölkerung. DAFÜR werden wir verarmt, militarisiert und propagandisiert – mit einem Wort: kriegstüchtig gemacht.
Je mehr ich mich mit KI beschäftige und nach dem initialen Vergnügen, auf diese komfortable und einfache Art Grafiken und Filme zu erzeugen, fängt der ganze Kram an, mich zu langweilen, ja: zu ermüden. Der Zauber ist verflogen, diese KI-Bilder sind irgendwie zu einfach, zu geistlos, zu beliebig, inzwischen auch zu erkennbar. Wenn man ein bißchen geübt ist, erkennt man mittlerweile das KI-generierte Material auf Anhieb. Und es ist dürftig bis öde.
Bei der Animation von Zeichnungen (speziell auch von abstrakten Zeichnungen) kann man ein paar sehenswerte Resultate erzielen, ebenso bei bestimmten bildlichen Darstellungen (zu deren Erstellung man ansonsten ein Kunststudium, ein Atelier und all das einschlägige Material und Werkzeug bräuchte), die ohnehin massiv nachbearbeitet und ergänzt werden und demnach mehr in Richtung Collage gehen bzw. Collagen sind. Vielleicht – in einem gewissen Umfang – auch für Märchen- und Kinderbuchillustrationen
Märchen-Illustration: garantierte Handarbeit, keine KI
Ansonsten bin ich des KI-Overkills, den man überall aufgedrängt kriegt, überdrüssig und verspüre keine große Lust mehr, selber KI zu verwenden (außer zu eng umrissenen Zwecken und für konkrete Projekte). Es verlangt mich förmlich nach dem, was im Schatten der KI schon fast als gute alte „fast-analoge“ Handwerkskunst gelten muss: das ganz normale Zeichnen – ob mit Apple Pencil am iPad, oder gleich mit Bleistift, Farbstiften und Papier (was allerdings am iPad mit den entsprechenden Tools sehr gut imitiert wird).
Es ist schon was anderes, selber Formen, Farben, Figuren, Szenen und deren Kombinationen zu gestalten, als einen Prompt in ein Dialogfenster zu schreiben und dann die KI machen zu lassen.
Die Pilgerreise zum nebelverhangenen unerreichbaren Gipfel der Kreativität, die an Irrtümern und Irrwegen, an Versuchungen und Fallen reich ist, führt bei der aufstrebenden Umrundung des Berges der Kunst unweigerlich immer wieder an die Quelle simpler (na gut, von mir aus auch komplexer) handgemachter Zeichnungen und Grafiken.
Ende vom Lied: Ich wende trotzdem wieder KI an, um die Zeichnungen zum Leben zu erwecken und kleine Märchen-Animation zu erstellen. Stelle mir dabei vor, wie klasse es gewesen wäre, wenn ich vor vierzig Jahren, als die Kinder klein waren, schon solche technologischen Möglichkeiten gehabt hätte. Dabei waren damals alle happy mit den Bildern, die wir gezeichnet haben und denen, die im Kopf entstanden, wenn wir uns dazu Geschichten ausdachten…
In all dem Elend und Chaos einer Welt in der Vorkriegszeit (was Mitteleuropa betrifft), gibt es einen Lichtblick, eine Hoffnung für die Menschheit, sich doch noch zu einer friedlichen, harmonischen und prosperierenden Spezies zu entwickeln.
Diese Hoffnung ist die Volksrepublik China und die Partei, die dieses Land führt. Wer die Planungen für die weitere Entwicklung des „Sozialismus chinesischer Charakteristik“ liest, wird neidisch – angesichts des sich beschleunigenden Abstiegs des Kollektiven Westens, insbesondere angesichts der unverhüllten, immer zügelloseren Kriegsrethorik (ein Begleitphänomen eines wirtschaftlichen Niedergangs, der Krieg, Zerstörung und Neuaufbau als einzigen Ausweg für die imperialistischen Machthaber erscheinen lässt) wünscht man sich, dass solche Klugheit, Weitsicht und verantwortungsbewusstes Planen auch im Westen zu Hause wäre.
Ein utopischer Wunsch, da geplante Entwicklung im Interesse der Bevölkerung und imperialistische Profitabilitätslogik sich gegenseitig ausschließen.
Baizuo und Westmarxisten werden vermutlich einwenden, dass auch westliche Staatsgewalten viel schönes Wortgeklingel ertönen lassen, um ihre machtpolitischen Ränke zu idealisieren, und dass es in China eben nicht anders wäre. Diese post-kolonialistischen Schlaumeier vergessen aber, dass die chinesische KP bisher jedes ihrer selbstgesteckten und in den jeweiligen Fünf-Jahres-Plänen festgeschriebenen Entwicklungsziele erreicht für die Volksrepublik erreicht at. Etliche davon sogar vorzeitig. Mal abgesehen davon, dass Baizuo und Westlinke die einschlägigen Dokumente der KPCh in der Regel gar nicht lesen müssen, um sich selber ihre (schlechte) Meinung über Chiba und sein Gesellschaftssystem zu bestätigen.
„Die Plenartagung hebt hervor, dass die Innovations- und Schaffensdynamik der ganzen Nation im Kulturbereich zu entfachen und für eine prosperierende Entwicklung der sozialistischen Kultur zu sorgen ist. Es gilt in diesem Sinne, die anleitende ideologische Stellung des Marxismus sicherzustellen. Wir müssen fest in der reichen und tiefgründigen chinesischen Zivilisation wurzeln, sollten aber gleichzeitig auch dem Entwicklungstrend der Informationstechnologie folgen. Unsere Aufgabe ist es, eine sozialistische Kultur chinesischer Prägung im neuen Zeitalter herauszubilden, die sich durch starke ideologische Anleitungskraft, großen geistigen Zusammenhalt, überzeugende Werte und internationale Einflussstärke auszeichnet. Ziel muss es sein, den Aufbau Chinas zu einer starken Kulturnation verlässlich voranzubringen. In diesem Zusammenhang ist es von Relevanz, die sozialistischen Grundwerte zu verbreiten und zu praktizieren, ein kräftig prosperierendes Kulturwesen zu schaffen, die Kulturwirtschaft rasch zu entwickeln sowie die Verbreitungs- und Einflusskraft der chinesischen Kultur zu steigern.
Die Plenartagung weist außerdem auf die Notwendigkeit hin, die Gewährleistung und Verbesserung des Wohlergehens der Bevölkerung zu intensivieren und verlässlich gemeinsamen Wohlstand der gesamten Bevölkerung zu fördern. In Einklang mit dem Prinzip alles zu tun, was in unserer Macht steht, müssen wir sicherstellen, dass öffentliche Dienstleistungen allen zugänglich sind, den grundlegenden Bedürfnissen entsprechen und denen eine Grundsicherung ermöglichen, die diese am nötigsten brauchen. Dabei ist es unsere Aufgabe, insbesondere all diejenigen Fragen gut zu lösen, die für die Bevölkerung dringlich und schwierig sind und den Menschen die größten Sorgen bereiten. Auch müssen wir die Kanäle für die gesellschaftliche Mobilität intakt halten und die Lebensqualität der Bevölkerung steigern. In diesem Sinne gilt es, eine qualitativ hochwertige Vollbeschäftigung zu fördern, das System der Einkommensverteilung weiter zu optimieren, ein Bildungswesen zur Zufriedenheit der Bevölkerung zu entwickeln und das Sozialabsicherungssystem zu vervollständigen. Daneben setzen wir darauf, eine qualitativ hochwertige Entwicklung der Immobilienbranche voranzutreiben und den Aufbau der Healthy China Initiative zu beschleunigen. Es gilt, eine qualitativ hochwertige demografische Entwicklung zu fördern und sicheren Schrittes ein gleichmäßiges Angebot an öffentlichen Grunddienstleistungen zu schaffen.
Die Plenartagung weist darauf hin, dass die grüne Transformation in allen Bereichen der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung beschleunigt und China zu einem schönen Land aufgebaut werden soll. Den Leitgedanken, dass klare Flüsse und grüne Berge so wertvoll wie Gold- und Silberberge sind, müssen wir uns fest zu eigen machen und ihn in die Praxis umsetzen.“
Als Wohnstandort ist Oberkassel äußerst beliebt, da es hier viele der in Düsseldorf begehrten großen Altbauwohnungen gibt und der Stadtteil zugleich eine gute und gehobene Infrastruktur bietet. Die in Rheinlage liegenden Wohnungen bieten zum Teil schöne Ausblicke auf die Düsseldorfer Skyline und gehören zu den teuersten Wohnlagen der Landeshauptstadt. Oberkassel hat, wie das benachbarte Niederkassel, einen hohen Anteil an japanischen Einwohnern. Die Japaner machen in dem Stadtteil mit 23,5 % die mit Abstand größte Ausländergruppe aus. Die starke, auch internationale Nachfrage nach Oberkasseler Wohnimmobilien führte in den letzten Jahrzehnten zu einem starken Preisanstieg mit einhergehender Gentrifizierung. Dies führte dazu, dass Oberkasseler Immobilien nicht nur zu den teuersten in Düsseldorf, sondern teilweise auch zu den teuersten Immobilien Deutschlands zählen. (Wikipedia)
Als ich in Weimar lebte, dachte ich, ich hätte meinen endgültigen Platz in Deutschland gefunden. Den ersten, der mich auf gewisse Weise mit dem Aufenthalt und dem Leben in Deutschland versöhnt. Erstens weil das Territorium der DDR auch Jahrzehnte nach der Annektion sehr viele mentale Vibrationen der vier Jahrzehnte Sozialismus aufwies, hauptsächlich natürlich in den Interaktionen mit den Arbeitskollegen und Leuten, die von dort stammten.
Zweitens auch, weil die Dichotomie des deutschen Daseins nirgendwo so deutlich zu Tage zu treten scheint wie ausgerechnet in Weimar, der Stadt Goethes, Schillers, Herders, Bachs und all der anderen Geistesgrößen und Künstler, die noch heute das kaum kriegsversehrte Städtchen zu einem lebendigen Museum der höchsten Gipfel des Denkens und der Kunst machen. Auf der anderen Seite das direkt vor den Toren der Stadt, auf der Rückseite vom Ettersberg, gelegene Konzentrationslager Buchenwald. Man hat hier sozusagen die höchsten Höhen und die tiefsten Höllen der menschlichen Erfahrung beieinander. Und zwar dicht beieinander.
In Düsseldorf ist das anders. Hier ist alles Oberfläche, alles Schein, alles Glitzer und Tand, allerdings im linksrheinischen Stadtteil Oberkassel veredelt und mit der Patina behaglicher Bürgerlichkeit versehen, ausgestrahlt von den eleganten, schönen Altbauten, wo kein Haus wie das andere aussieht, wo man sich nicht sattsehen kann an der gepflegten, kreativen und abwechslungsreichen Bürgerarchitektur vom Beginn des 20. Jahrhunderts.
Die Höllenbereiche, die Abgründe der conditio humana lauern hier nicht so offensichtlich gleich um die Ecke. Sie werden nicht quasi auf dem Silbertablett präsentiert wie in Weimar/Buchenwald, sondern verbergen sich hinter der schnöselig-routinierten Abgeklärtheit der Wohlstandsbürger, der betuchten und gutverdienenden Einwohner dieses Stadtteils, in ihrem Gehabe, in den flüchtigen Gesprächsfetzen, die man beim Einkaufen oder Spazierengehen aufschnappt, in den Hipster-Läden, in den die Young Urban Professionals ihr reichlich bemessenes Spielgeld verplempern, in den vollen Restaurants – überall spürt man, gerade jetzt, im beschleunigten Niedergang der kapitalistischen Reichtumsproduktion, den Tanz auf den Vulkan, der hier stattfindet.
Man schaut mit dem Röntgenblick historisch-materialistischer Bildung (sowie der Kenntnis der aktuellen politökonomischen Verhältnisse) in die Abgründe von Ausbeutung, Gewalt und Verlogenheit, die den Reichtum der wirklich Reichen und die immer noch stattlichen Brosamen für die gehobene Mittelklasse und die Erfüllungsgehilfen der Bourgeois-Eliten möglich machen, und man merkt die Fadenscheinigkeit dieses Zustandes, den die Wohlstandsscheuklappen der Oberkasseler ihren Trägern als „Normalität“ suggerieren.
Man spürt allenthalben, in den zunehmend gereizten Reaktionen auf Kleinigkeiten, in Gesprächen und im Stimmungsklima auf Straßen und Plätzen, dass Leute, die etwas zu verlieren haben – und davon gibt’s hier im Viertel mehr als anderswo – schnell ihre bürgerliche Contenance verlieren, wenn‘s ans Eingemachte geht. Das Eingemachte sind die Vermögenswerte, der Einkommenszufluss, die ganze gehobene und bequeme Situation von „Besserverdienern“, deren Welt wenig zu tun hat mit dem immer härter werdenden Daseinskampf der übrigen lohnarbeitenden Klasse. Technisch gesehen ist auch die Mehrheit der Bewohner Oberkassels der Kategorie „Lohnarbeit“ zuzurechnen, minus den Anteil an Freiberuflen, Selbständigen und Unternehmern, die es hier ebenfalls überdurchschnittlich häufig gibt. Nur heißt der Lohn bei ihnen „Gehalt“ und beläuft sich auf ein Vielfaches der Bezüge einer Verkäuferin, einer Pflegekraft oder eines Kellners.
Die Mehrheit dieser Zeitgenossen wird jeden Angriff auf ihr „Eingemachtes“ als Anschlag auf ein als selbstverständliches empfundenes Privileg wahrnehmen und ihren Status mit Zähnen und Klauen zu verteidigen suchen. Bzw. diejenigen politischen Kräfte unterstützen und ermächtigen, die die Kontinuität dieses schönen Lebens versprechen.
Der amerikanische Präsident lässt unbekannte Leute aufgrund eines vagen Verdachts schlagzeilenwirksam, vor allem aber extralegal und willkürlich, auf hoher See ermorden.
Selbst wenn es hinreichende Verdachtsmomente gäbe, wäre die umstandslose Hinrichtung der verdächtigen Personen ein Verstoß gegen jede nationale und internationale Rechtsnorm, außerdem gegen die in der US-Verfassung klar definierten Prozesse und Zuständigkeiten bei Rechtsverstößen.
Judge Napolitano beschreibt einen Vorgang, der zeigt, in welchem Ausmaß die westliche Vormacht die eigenen Prinzipien und Gesetze mißachtet und welche dämonische Dimension das diktatorische gebaren des Trump-Regimes nach weniger als 12 Monaten Amtszeit bereits angenommen hat:
In Deutschland ist die Forderung nach dem Ende des Staates Israels verboten. Die Strafverfolgungsbehörden verfolgen und ahnden solche Aussagen. Jeder, der diese Forderung oder auch nur die Idee in der Öffentlichkeit äußert, gerät ins Visier des Staatsschutzes, der die pro-zionistische Staatsraison Deutschlands streng exekutiert. Er läuft Gefahr, als Antisemit angeklagt und verurteilt zu werden.
Die Begründung dafür sind die angeblichen Lehren, die Deutschland aus den Verbrechen des Hitlerfaschismus gezogen haben will und die in einer entschiedenen Parteinahme für die damaligen Opfer des Völkermordes (sofern sie jüdisch waren) mündeten, kulminierten – und sich erschöpften.
Das „Nie wieder“ des bürgerlichen Antifaschismus deutscher Provenienz erschöpft sich in dem „Nie wieder Völkermord an JUDEN“. Völkermord an Russen, sofern sie im Donbas leben und ins Visier ukrainischer Nazis geraten, sowie generell Krieg gegen Russen, verträgt sich bestens mit deutscher Staatsräson, ergänzt sie sogar aufs Vortrefflichste um die Hoffnung auf einen nachgeholten Endsieg gegen den alten Feind.
So ergibt sich in und für Deutschland die merkwürdige Situation, dass der eigene Völkermord von damals auf eine bizarre und verquere Weise den heutigen Völkermord, den die damaligen Opfer an den Palästinensern in Gaza und Westbank begehen, RECHTFERTIGT, denn die Parteinahme für das zionistische Staatsprojekt „Israel“ in Palästina ist unbedingt und total. Das schlechte Gewissen der staatlichen Nachfahren Hitlers manifestiert sich als philosemitische Apologetik aller und jeder Verbrechen, die der „jüdische Staat“ begeht und begehen KANN, um sich damit – so die selbstgerechte Logik dieser Ent-Schuldigung – auch von der eigenen (völker-)mörderischen Vergangenheit loszusagen, zu reinigen und – FREIZUSPRECHEN.
Die Schlussfolgerung, die sich jedem verständigen Menschen angesichts des live gestreamten, seit zweieinhalb Jahren andauernden Völkermordes in Gaza aufdrängt, dass nämlich ein Staatswesen seine Existenzberechtigung verliert, das solche Perversionen und Gewaltorgien gegen als Untermenschen und Tiere betrachteten Menschen veranstaltet – das gilt in Deutschland als Verbrechen.
Der zionistische Apartheidstaat „Israel“ hat sich mit seinem rassistischen Vernichtungskrieg gegen die Bevölkerung Gazas aus der zivilisierten Menschheit verabschiedet. Ein ethno-religiös begründeter Siedler- und Kolonialstaat hätte auch ohne Genozid an der einheimischen Bevölkerung des kolonisierten Landes keinen Platz in der Welt des 21. Jahrhunderts – erst recht nicht vor dem Hintergrund des Völkermordes, den dieser Staat vor den Augen der Welt an einer Bevölkerung begeht, die er in einem riesigen Freiluftgefängnis einer Art Eingeborenen-Reservat einsperrt und der er schon in „Friedenszeiten“ nach Gutdünken von Strom-, Wasser-, und Nahrungsmittelversorgung abschneidet.
Ein solcher Staat darf nicht existieren. Nicht weil er „jüdisch“ ist, sondern weil er zionistisch ist. Die zionistische Ideologie erzeugt und verhärtet den rassistischen Überlegenheitswahn, die Vernichtungsbereitschaft gegenüber den minderwertigen „menschlichen Tieren“, deren Konsequenz – ethnische Säuberung und Völkermord – seit zwei Jahren in Gaza zu besichtigen ist.
Der Staat Israel hat mit dem Völkermord in Gaza sein eigenes Ende besiegelt. Er wird sich nie mehr aus diesem Abgrund erheben, er ist so umfassend und endgültig diskreditiert wie es der deutsche NS-Staat im Mai 1945 war.
Es mag noch eine Weile dauern, vielleicht sogar viele Jahre, bis „Israel“ von der Landkarte verschwindet und ein wahrhaft demokratischer palästinensischer Staat seinen Platz einnimmt- ein Staat, in dem keine Ethnie und keine Religion sich als Herrenvolk definiert und in dem Juden, Muslime, Christen und nichtreligiöse Menschen friedlich zusammenleben.
Möglicherweise ist eine „Zwei-Staaten-Lösung“ ein realpolitischer Zwischenschritt auf dem Weg zu einer Ein-Staat-Lösung, doch die Einsicht, die Konsequenz, die NOTWENDIGKEIT aus dem Abgrund von Dehumanisierung und hassgetränkter Perversion, in den „Israel“ sich mit Begeisterung hineingestürzt hat, ist die Beendigung der staatlichen Existenz dieser Entität.
In meiner Wahrnehmung wechselt sich die Präsenz abgrundtiefer Sinnlosigkeit ab mit derjenigen der schier unglaublichen Schönheit der natürlichen Welt um mich herum.
Ein simpler Spaziergang im Park lässt mich der filigranen und unerklärlichen Erhabenheit von Bäumen und Gras, der Wolken am Himmel, des Bellens der Hunde und des Gekrächzes der Krähen gewahr werden. Man muss nicht im Himmel oder nach dem Tod nach einem Gott suchen, wenn man diese überwältigende Schönheit der Erscheinungsformen rings um sich hat. Gleichzeitig ist das alles extrem zerbrechlich, vergänglich und flüchtig, und vielleicht ist es genau das, was in mir den Eindruck einzigartiger harmonischer Glorie auslöst.
Man möchte durch das Wunder dieser Welt schreiten, behutsam wie durch einen phantastischem Traum, mit dicken, weichen Pantoffeln an den Füßen, um nichts zu zerstören. Und auch, um nicht ins Nichts zu fallen, wenn sich die scheinbare Festigkeit der Welt auflöst in ihre molekularen, atomaren, sub-atomaren und Quantenstrukturen – was gefühlt in jedem Moment passieren könnte. Es gab irgendeinen theoretischen Physiker, ich glaube es war Heisenberg, der die subatomare Realität erforschte und von den gewaltigen Räumen und Distanzen zwischen Atomkernen und den sie umkreisenden Elektronen so beeindruckt war, dass er das Gefühl entwickelte, jederzeit in die Leere dazwischen fallen zu können – er schlurfte daraufhin nur noch mit dicken Filzpantoffeln durchs Haus, erzählt man sich. Jedenfalls ist es das, was bei mir von der Anekdote hängengeblieben ist.
Mir fehlt heute die Faszination, der intellektuelle Genuss, die ich früher bei solchen Geschichten und Erkenntnissen empfunden habe. Die Wahrnehmung ist direkter und nimmt keinen Umweg über den Intellekt, laienhaft ausgedrückt. Natürlich ist mir klar, dass Gefühl und Verstand nicht zu trennen sind und dass die auf Wahrnehmung beruhende Einordnung und Benennung einer Sache bereits ein intellektueller Vorgang ist.
Ich glaube, früher habe ich versucht, alle Erfahrungen in Bezug zu meinem Bedürfnis nach Erklärung und Erleuchtung zu setzen. Danach, nach dem Ziel „Höchste Erkenntnis“ bzw. „Wahrheitsfindung“, habe ich sie bewertet und absortiert; auf diese Weise wurden alle Erfahrungen und Erlebnisse (innen wie außen) zu Futter und Brennmaterial für das Streben nach Erkenntnis, nach Erleuchtung. Auf deutsch: sie wurden einem Konzept untergeordnet, und passend gemacht, wenn sie dem Konzept widersprachen. Ich hätte eher die Erfahrungen bezweifelt als das Konzept.
Und heute? Die Konzepte haben ausgedient, die Erfahrungen bleiben. Das ist häufig unangenehm und verwirrend. Wenn man von der Empfindung von galaktischer Sinn- und Aussichtslosigkeit, von bodenloser schwärzester Irrelevanz ALLER Erscheinungen und Phänomene niedergedrückt wird und keine Erklärung spiritueller, psychologischer, religiöser oder anderer konzeptioneller Art dafür hat, manifestiert sich die ganze Wucht dieses Zustandes im Gemüt. Darauf hab ich keinerlei Antwort, keinen Trick, keine Methode, keinen Rat, nichts.
Diese Empfindung scheint jedoch so etwas zu sein wie die andere Seite der Empfindung mysteriöser und kaum zu glaubender Schönheit, die sich an anderer Stelle einstellt. Möglicherweise muss man sich als Inhaber eines menschlichen Körper-Geist-Organismus daran gewöhnen, dass dies eben der Stand der Dinge, die Lage der Nation, die Conditio humana bzw. der Henkel des Bechers ist. Damit leben muss man (also ich) ja sowieso, ob man (also ich) will oder nicht.
Marxisten kämen mir jetzt vermutlich mit „Dialektik, mein Junge, Dialektik!“, Esoteriker mit dem Verweis auf das tiefe dunkle Tal, das auf dem Weg zum Licht zu durchschreiten ist. Am Ende haben sie alle recht und am allerletzten Ende sind auch das alles nur Konzepte, mit denen sich der Verstand abmüht. Oder grämt, oder frustriert, oder unterhält, je nachdem. Der Abgrund ultimativer Sinnlosigkeit lauert an jeder Ecke und hinter jedem Grashalm und umgibt einen auf einmal wie ein kalter Windhauch, der eben noch nicht da war. Und während man noch schauert und sich eventuell selbst bedauert, wird man ebenso unerwartet der gloriosen Schönheit und der zerbrechlichen Harmonie der lebendigen Natur gewahr, die man für eine SEHR kurze Weile das Privileg hat, mit ansehen zu dürfen.
Von den ersten Höhlenmalereien zu iPad Pro und Apple Pencil – die knapp fünfzigtausend Jahre, die dazwischen liegen, sind ein Wimpernschlag in der Geschichte der Spezies. Erst recht in der des Planeten, auf dem die Spezies sich entwickelt hat. Die Empfindungen des Frühmenschen, wenn er mit Ocker, Eisenoxid und Holzkohle Dinge aus seiner inneren und äußeren Erfahrungswelt auf Felswände aufbrachte, dürften nicht viel anders gewesen sein als die des homo sapiens sapiens des 21. Jahrhunderts, der dasselbe mit der Technologie von heute macht.
Lebte der Frühmensch in einer Art Urkommunismus? Gab es Eigentum an „Produktionsmitteln“? Und was sollten diese gewesen sein, außer den gemeinschaftlichen Vorräten, Behausungen usw., die die damaligen Menschen zum Überleben brauchten? Es gab keine Klassen, keinen Staat, es gab keine Produktivkräfte, die Privateigentum und damit eine Klassengesellschaft hervorbringen konnten.
In der kurzen Zeitspanne eines menschlichen Lebens ist es selten, dass das individuelle Denken die Gelegenheit ergreift, sich über den engen Rahmen der unmittelbaren (Über-)Lebensverhältnisse der Konkurrenzgesellschaft zu erheben. Der Verstand ist fast immerzu mehr damit beschäftigt, die zahlreichen Herausforderungen der Anpassung an die menschengemachten Verhältnissen zu meistern, als dass er Muße hat, die menschliche Existenz, vor allem aber die der Spezies als solche, in ihrer Entwicklung über die Jahrtausende zu betrachten. Solche Betrachtungen gelten als sinnlose Zeitverschwendung, als ergebnislose philosophische Nabelschau von Leuten, die zu viel Zeit oder zu viel Geld haben, oder am besten gleich beides. Dabei ist die Neugierde, die zu solchen Überlegungen führt, ein wesentliches Element der Spezies. Ohne sie würden wir vermutlich noch in den Bäumen sitzen oder wären schon ausgestorben.
Die humanoide Sorte Säugetier, die sich gerne als Krone der Schöpfung sieht, ist nicht der Abschluss der Evolution – weder als Spezies noch als Individuum. Warum sollte sie das auch sein? Was Jahrmillionen gedauert hat, um vom behaarten Steppenbewohner, der es mal mit dem aufrechten Gang probiert, beim internetgeprägten Zivilisationsbürger anzugelangen, soll ausgerechnet jetzt, als von der eigenen Auslöschung bedrohter „Menschenaffe mit Atombomben“ evolutionsmäßig zum Stillstand gekommen sein und den Abschluss der biologischen und mentalen Entwicklung der Art darstellen? Sowas gibt’s nicht in der Biologie und in den Naturwissenschaften. Erst recht nicht in den Gesellschaftswissenschaften, die genau die Entwicklungen und Veränderungen untersuchen, die Individuen als Kollektiv durchlaufen.
Dennoch wird – jedenfalls in dem kleiner werdenden Teil der Menschheit, der mental und ideologisch noch von der fünfhundertjährigen westlichen Dominanz bestimmt wird – in der Regel so getan, als wäre der heutige Kapitalismus der endgültige Ausdruck menschlichen Lebens auf diesem Planeten. Diese Ignoranz werden zukünftige Generationen einmal mit leichtem Amüsement verwundert belächeln und sie als Ausdruck einer vor-zivilisatorischen Etappe der Menschheitsgeschichte einordnen, ähnlich wie wir heute die Stammesgruppen des Paläolithikums als Vorstufe der entwickelten technologisch Phase der Spezies betrachten.
Eines fernen oder vielleicht nicht allzu fernen Tages wird die gesellschaftliche Reproduktion der menschlichen Gesellschaften auf dem dritten Planeten nicht mehr von „zivilisierter Barbarei“, also von Privateigentum an Produktionsmitteln und der daraus resultierenden, von Konkurrenz und Ausbeutung geprägten, Überlebenskämpfe bestimmt sein.
Eines Tages wird eine regional organisierte, aber global funktionierende vernünftige Organisation des gemeinsamen Überlebens auf der begrenzten Ressource Erde den Alltag und das Zusammenleben der Spezies bestimmen. Eine geplante Ökonomie, die Raum lässt für individuelle Kreativität auch in unternehmerischer Hinsicht, wird nicht bloß utopische Träumerei weltfremder Idealisten sein, sondern Notwendigkeit und Erfordernis einer Spezies, die – wenn sie nicht den Schritt heraus aus der privatwirtschaftlich organisierten Frühphase der menschlichen Gesellschaft tut – die eigenen Überlebensgrundlagen zerstört.
Dass das kein Wunschtraum bleibt, sondern praktische Schritte in diese Richtung unternommen werden können – das ist das Anliegen der Kommunisten.
Eines Tages machen wir dieses Land wieder zu einer Heimat für alle. Oder wenigstens für die Mehrheit.
Für die, die den gesellschaftlichen Reichtum schaffen, deren Hände und Köpfe Arbeit alles erzeugt, was in einer Gesellschaft benötigt wird. Für die, die in der jetzigen BRD Verfügungsmasse, variabler Kostenfaktor und „abhängig Beschäftigte“ sind. Für diejenigen, die eines ganz sicher NICHT sind: die Eigentümer der Produktionsmittel.
Dieser Zustand gehört geändert. Auch wenn‘s noch Jahrzehnte dauert, vielleicht Jahrhunderte. Die menschliche Intelligenz lässt sich – das ist meine Hoffnung gegen alle Hoffnung – auf Dauer nicht mit der kapitalistischen Idiotie abspeisen. Eine vernünftige, bedarfsorientierte Planwirtschaft, die allen ein anständiges Leben möglich macht, wird die vom privaten Bereicherungsimpuls angetriebene Form der gesellschaftlichen Reproduktion ablösen.
Erst dann können wir wieder sagen: Das ist unsere Heimat, das ist unser Staat.
Am Morgen meines 68. Geburtstages bin ich mit einer Altersdepression aufgewacht. Jedenfalls kommt es mir so vor. Als ob ein Schalter in meinem Gehirn ungelegt wurde und mich in einen mental-emotionalen Zustand befördert hat, den ich nur aus Büchern kannte.
Ein bodenloser Abgrund schwärzester Sinnlosigkeit starrte mich an, und ich starrte zurück – in einer Mischung aus Verwunderung, Ratlosigkeit und Leere. Aber nicht die Leere, die buddhistische Mystiker als Essenz der Wirklichkeit beschreiben und zu verwirklichen suchen. Eher die Art, die einem den Eindruck vermittelt, dass jedes Streben, jede Motivation, überhaupt jede Tätigkeit (physisch und psychisch) von vornherein zum Scheitern verurteilt und eine Übung in Vergeblichkeit ist.
„Life’s but a walking shadow… it is a tale told by an idiot, full of sound and fury, signifying nothing,“ wusste ja schon Macbeth.
Das Gefühl/der Zustand hat mich seitdem nicht verlassen und umhüllt mich wie ein Geist aus dem Jenseits oder aus einer fremdartigen, unverständlichen Galaxie. Fremdartig, weil ich als gewohnheitsmäßiges Sonntagskind das Leben kenne als Leinwand eines großartigen Abenteuers, oder besser: Comics, dessen bunter Abwechslungsreichtum und spannende Geheimnisse nicht nur überall hervorquellen und an jeder Ecke warten, sondern per kreativer Imagination ständig abgerufen, erzeugt und genossen werden können.
Und mit Imagination bin ich reichlich gesegnet. Deswegen fragte ich mich als erstes: Bilde ich mir das jetzt alles ein? Ist dieser Zustand absoluter, endgültiger, unwiderruflicher Sinnlosigkeit ein Gefühl, wie es nun mal im Leben vorkommt und dessen Relevanz und Ausmaß ich mir aufgrund meiner cartoonistischen Einbildungskraft so monströs aufblase, dass ich mich selber davor erschrecke?
Dagegen spricht die beharrliche, untergründige Präsenz dieser Wahrnehmung in meinem inneren Horizont. Sie scheint unbeeinflusst zu sein von den Gedanken, die ich mir über sie mache.
Als Nächstes rufe ich mir ins Gedächtnis, was ich mir in langen Jahren spiritueller und meditativer Übungen eingeprägt habe: was auch immer im Geist passiert, besteht aus denselben flüchtigen Phänomenen, die von einem Körper-Geist-Mechanismus humanoider Art nun mal hervorgebracht werden und deren Substanz Leere ist. Das leuchtet mir ein, das gibt einem das Gefühl, das die simple Beobachtung des Phänomens der angemessene Umgang damit ist.
Das ändert aber nichts an der umfassend demotivierenden und niederdrückenden Wucht der Erfahrung. Ich gehe durch die Landschaft des Alltags, also meines geordneten Mittelschichts-Rentnerlebens mit Frau und Hund, ansässig in der geordneten, gutbürgerlichen Insel der Seligen Oberkassel, wie Falschgeld durch die Hände von Gaunern und Gauklern. Die befremdlichen Aktivitäten der Leute sehe ich wie durch ein umgekehrtes Fernrohr, ihre aufdringliche Gutgelauntheit und ihre irgendwie rührenden kleinen Bestrebungen um Erfolg, Reichtum, und alles, was sie für Glück im Leben halten…
Hinzu kommt die allgegenwärtige Intelligenzbeleidigung, die das Dasein in einem westlichen imperialistischen Land per se darstellt. Die weltweite Krise des westlichen Kapitalismus, der Weg in den Krieg, der von den politischen und medialen Einpeitschern immer schneller und mittlerweile stramm marschierend eingeschlagen wird, die schafsmäßige Ignoranz einer auf Konsum und persönliches Nischenglück konditionierten Bevölkerung – all das hebt auch nicht gerade die Stimmung.
A propos: „Na, wie ist deine Stimmung heute? Hast du schon bessere Laune?“, fragt mich die Gattin, die den Gegensatz zu meiner sonstigen Erscheinungsform und mentalen Disposition natürlich bemerkt. Das ist sie von mir nicht gewohnt. „Ich kenn dich nur fröhlich pfeifend und singend, immer guter Dinge. Ich glaub ich hab dich noch nie niedergeschlagen gesehen, das kenn ich eher von mir, dass ich mal solche Phasen habe…“
Dass es nur eine Phase ist, hoffe ich sehr. Aber das ist ein leerer Spruch, den ich mich sagen hören möchte. Ich kenne zwar das Wort „Hoffnung“, aber der Inhalt oder die Bedeutung des Begriffes ist mir fern wie das andere Ende des Universums. Also google ich erstmal „Depression“ – Symptome, Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten etc. Und siehe da, eine Menge von dem, was ich da lese, entspricht meiner Erfahrung aus den letzten Monaten: Antriebslosigkeit, Überforderung, Müdigkeit, massive Schlafstörungen, Appetitverlust, keine Freude an kleinen Dingen….
Die Überforderung, die ich angesichts einiger Internet-Jobs empfinde (diejenigen, bei denen es um programmiertechnische Aspekte statt designmäßiger geht) baut sich wie eine riesige dunkle Wolkenwand vor mir auf, die mich zu ersticken und erst recht zu paralysieren droht. Ebenso die Zusage, die ich für einen Workshop gegeben habe, den ich im November auf dem Fachtag der Kunst- und Kulturgeragogen geben soll. Ich fühle mich der Aufgabe – eigentlich nichts, was ich nicht leisten könnte – nicht gewachsen und je näher der Termin rückt, umso grauenvoller wird die Vorstellung davon.
Die Arbeit gibt meiner Woche zwar etwas Struktur, darin vergleichbar den Hunderunden, aber auch dazu muss ich mich zwingen. Was soll ich meinen Alten in der Pflegeeinrichtung geben, vermitteln, nahebringen? Die Sinnlosigkeit des Daseins? Sie beglückwünschen, dass ihr unvermeidliches Ende wenigstens schneller eintritt als meins?
Am liebsten würde ich mich verkriechen, meine Tage im Bett verbringen und von der Welt nichts wissen. Und Drogen nehmen, mit denen man all das ausblenden kann, was einen auf die unsägliche Idiotie einer sinn- und nutzlosen Welt hinweist, also ALLES. Drogen, die den inneren chemisch-emotionalen Haushalt soweit stabilisieren, dass die Mühe, so zu tun als nähme man am Leben teil und wäre „einer von ihnen“ (nämlich der Masse scheinbar funktionierender Bürger), nicht so unendlich mühselig, zäh und letztlich bedeutungslos ist.
Ja, am besten wär Verkriechen. Oder Sterben. Nee, Sterben doch lieber nicht. Man muss ja nicht gleich übertreiben. Vielleicht ist es ja doch nur eine Phase.