
Israel ermordet (mal wieder) gezielt ein Verhandlungsteam, das sich aufgrund amerikanischer Vorschläge/Versprechungen in einem Drittland (diesmal Qatar) trifft.
Der ungeheuerliche Vorgang, politische Vertreter der Gegenseite, die man unter dem Vorwand der Diplomatie an einen bestimmten Ort lockt, umstandslos zu ermorden, bricht (mal wieder) ein Tabu, das sich in allen Zeiten und Aspekten der Menschheitsgeschichte bis hin ins Kriegsrecht gehalten hat: die Verhandlungsführer der Gegenseite werden in Ruhe gelassen, um eine Konfliktlösung zu ermöglichen.
Es handelt sich dabei um eine grundlegende zivilisatorische Einstellung und, wenn man so will, Tradition. Israel hält sich nicht daran, und zeigt erneut, dass es sich selbst als außerhalb der Weltgemeinschaft stehend betrachtet, als Schurkenstaat, für den keine Regeln eines minimal zivilisierten Umgangs der Spezies untereinander gelten.
Ein solcher Zivilisationsbruch durch Israel wie die gezielte Ermordung von Verhandlungsteams der Gegenseite geschieht im Falle des zionistischen Kolonialstaats nicht ohne Wissen und Genehmigung seitens der USA.
Bevor auch nur ansatzweise die dämonische Dimension dieses anti-zivilisatorischen und anti-humanen Verbrechens ins Bewusstsein einer ohnehin auf pro-zionistischen Apologetik trainierten westlichen Öffentlichkeit dringt, fliegen passenderweise ein paar russische Drohnen über polnisches Gebiet. Vermutlich aufgrund gegenseitiger elektronischer Störmanöver, das die Drohnen vom Weg zu ihrem eigentlichen Ziel abkommen lässt, möglicherweise auch gezielt abgelenkt oder gleich von interessierter (ukrainischer) Seite in Richtung Polen dirigiert.
Die russische Seite bleibt nüchtern und kommentiert: Es war ein Angriff auf militärische Einrichtungen in der Ukraine. Sie zählt die Angriffsziele in der Westukraine auf und fügt an, dass „auf polnischem Gebiet keine Objekte als Angriffsziele vorgesehen (waren)“, man aber trotzdem „ bereit (sei), zu diesem Thema Konsultationen mit dem polnischen Verteidigungsministerium durchzuführen“, um sich an der Klärung der Situation zu beteiligen.
Sofort hyperventiliert die gesamte politische und mediale Sphäre westlicher Kriegsparteien und deliriert sich selbst in eine Art „Jetzt aber!! JETZT muss es endlich RICHTIG KRIEG GEBEN mit dem RUSSEN!!“-Ekstase.
Der Vorfall kommt wie gerufen: nicht nur kann einer sowieso schon hysterisierten und von ständiger Kriegspropaganda aufgehetzten und -geheizten Öffentlichkeit ein weiterer „Beweis“ russischer Aggression präsentiert werden, dem man JETZT ABER ENDLICH am besten mit sofortigem Weltkrieg begegnen müsste. Die einschlägigen politischen Kampfzwerge in den europäischen Hauptstädten sehen nun mal wieder bewiesen, wie der Russe ihre, in ihrer Weltsicht also „unsere“, „Sicherheit“ bedroht und fühlen sich in ihrem Aufrüstungs- und Konfrontationskurs demonstrativ bestätigt.
Der nicht unwillkommene Nebeneffekt der Sache ist gleichzeitig ein NEBEL-Effekt: er ermöglicht den imperialistischen Kriegsparteien und ihren Medien nämlich, den ungleich größer dimensionierten Vorgang in Doha, die gezielte Ermordung des palästinensischen Verhandlungsteams durch Israel, in die Versenkung zu verschieben. Ein Zivilisationsbruch von wahrhaft monströsem Ausmaß (und nicht einmal der erste dieser Art, den die Militärmaschine des westlichen Siedler- und Kolonialprojektes in Palästina begeht) wird medial mit einem Sturm im Wasserglas um ein paar vom Weg abgekommene unbemannte Flugobjekte ersetzt.
Wer da auf den Gedanken kommt, das eine hätte mit dem anderen etwas zu tun, diene sogar der willkommenen Ablenkung von einem Verbrechen, das im Gegensatz zu ein paar verirrten Drohnen tatsächlich die Aufmerksamkeit und die Verurteilung durch die Weltöffentlichkeit verdient – der liegt wahrscheinlich nicht falsch.