Neunzig Jahre später: Feindbild Russland immer noch Leitbild der BRD-Politik

Ein Facebook Freund schreibt:


Ich bin 1949 in der DDR geboren und habe direkt und persönlich die sowjetischen Soldaten erlebt.

Die momentan in den deutschen Medien und von Politikern und Journalisten verbreiteten Meldungen und Informationen über die generelle grausame Handlungsweise von russischen Soldaten sind falsch. Es werden Lügen über den Charakter und die Erziehung von russischen Menschen verbreitet.
Bei meinem Grundwehrdienst in der NVA habe ich mit sowjetische Soldaten bei Übungungen zusammen gearbeitet. Bei meinen Studien- und Urlaubsreisen in die Sowjetunion, meine Nachbarn mit russischen Wurzeln und bei den Besuchen meiner Freunde in Russland habe ich ein friedliebendes Volk mit humanistischen Haltungen erlebt.

Es sind schlimme Lügen und eine verbrecherische Propaganda gegen russische Menschen und ihre Haltung zum Leben durch deutsche staatliche Organisationen und Personen des öffentlichen Lebens im Umlauf.

Mein Kommentar:

Bin in einer antifaschistischen Familie im Westen aufgewachsen. Opa mütterlicherseits Widerstandskämpfer, Gestapohaft, Strafbataillon; Großonkel Emigration, Kämpfer in der französischen Résistance.

Großvater väterlicherseits als „begrenzt wehrtauglich“ hinter der Front in der Sowjetunion eingesetzt. Kann mich gut an eine Geschichte meiner Großmutter erinnern: „Dein Opa hat Briefe geschickt, in denen er schrieb, wie gut es die Kinder in der Sowjetunion haben, was für tolle Einrichtungen es dort gibt und wie sich um die Kinder gekümmert wird. Das hat genügt, dass ich Besuch von der Gestapo bekommen habe, die mich gewarnt hat, solche ‚Feindpropaganda‘ nicht weiter zu verbreiten.“

Kommt einem bekannt vor?

Erinnert einen an das Heute, mit seiner umfassenden Zensur?

Mit der Hetze gegen jede positive Information aus Russland, mit der umstandslosen automatischen Denunziation aller Informationen, die nicht ins Narrativ vom bösen Russen passen, als „russische Desinformation“?

Tja, da sind wir wieder. Jeder, der auch nur eine kleine Ahnung von deutscher Geschichte hat, sieht und versteht, was hier gerade passiert.

Werden wir WIEDER zuschauen, stumm bleiben, hoffen, „dass es schon nicht so schlimm kommt“, denken „da kann man nichts machen, was sollen wir kleinen Leute schon tun?“?

Ich fürchte: Ja.

Ende eines Gauklers

Er klimperte auf dem Klavier mit seinem Pimmel.
Das weiße Pulver brach ihm das Genick
im übertrag‘nen Sinn. Das echte wird demnächst durch einen Strick
gebrochen. Doch wird nicht der Himmel
die letzte Heimat dieses Gauklers sein,
sondern der Ort, wo Seelen laut im Feuer schrei‘n.

Alles so wie immer

Die Kriegs-Irren drehen immer weiter am Rad und dabei durch.
Und zwar auf eine Weise, die mittlerweile so bizarr ist, dass man eigentlich nur noch schmunzeln muss über all die ernsthaften Anzugträger und selbstwichtigen Welterklärer, die in Talkshows auftreten und medial durchgereicht werden.

Das Neueste ist jetzt, dass im Kriegsfalle – der übrigens nicht mehr als Eventualität, sondern als unausweichlich dargestellt wird und zwar auch nicht erst 2029, sondern jetzt schon in 2027 – dass jedenfalls im Kriegsfall der LKW-Verkehr zusammenbricht, weil die ganzen Osteuropäer dann angeblich in ihre Heimatländer abgezogen würden.

Deswegen muss der deutsche Rentner jetzt ganz dringend darauf vorbereitet werden, dass er in so einem Fall in die Führerkabine der LKWs zu springen hat, um erstens und vorrangig die Bundeswehr zu beliefern, zweitens aber den kriegstüchtigen deutschen Volksgenossen die benötigten Rationen an Nahrungsmitteln und Klopapier zu bringen.

Dieser Irrsinn wird tatsächlich verkündet, medial ausgeschlachtet und mit bedenkenträgerischen Mienen landauf, landab den Leuten eingeredet.

Leuten, die mit ihrem immer komplizierter und teurer werdenden Überleben beschäftigt sind. Leute, die ein oder zwei oder drei Jobs benötigen, um überhaupt noch über die Runden zu kommen. Leute, die demzufolge überhaupt keine Gelegenheit haben, sich aus anderen Nachrichtenquellen als den staatlichen Propagandasendern oder den Konzernmedien zu informieren. Leute folglich, die irgendwie und am Rande zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Obrigkeit sie auf den unweigerlich kommenden Krieg einstimmt.

Alles so wie in den späten 1930er Jahren.

Also alles so wie immer.

Und wenn’s ein Hinterher geben sollte, wird wohl auch alles so wie immer sein: Keiner hat von was gewusst oder alle waren schon immer dagegen, und es war nur die kleine Clique um den Führer, die all das wollte und im Namen der Deutschen den Krieg gegen Russland und die anschließende Zerstörung Deutschlands bewerkstelligt hat.

Rückblick auf die Rheinkirmes

Am Sonntag ging die Düsseldorfer Rheinkirmes am Oberkasseler Rheinufer zu Ende, das größte Volksfest in Nordrhein-Westfalen. 300.000-400.000 Besucher suchen Spaß, Abwechslung, Vergnügen, Unterhaltung und Konsum auf zahlreichen modernen Fahrgeschäften, in Fressbuden, Bierzelten und was sonst noch so zu einem Riesenvolksfest gehört.

Das Düsseldorfer Edelviertel Oberkassel, Hort und Refugium einer zahlungskräftigen Mittel-bis Oberschicht, die in den historischen Altbauten weitgehend unter sich bleibt, wird zwar großräumig abgesperrt, aber die Durchgangsstraßen bleiben für den Verkehr geöffnet, und die Menschenmassen, die von den Parkplätzen und ÖPNV-Haltestellen zur Kirmes drängen, sind natürlich überall zu sehen in diesen acht oder neun Tagen

Viele Oberkasseler verziehen sich während der Rheinkirmes in den Urlaub oder aufs Land, sind also lieber nicht vor Ort. Die, die hierbleiben, sind mit einem erstaunlichen Phänomen konfrontiert, dass Oberkasseler so sonst überhaupt nicht kennen: den Einbruch der Unterschicht nach Oberkassel! 

Nicht unbedingt die lumpenproletarische Unterschicht; etliche der so genannten „Asen“ (Oberkasseler Codewort für „Asoziale“, also Wenigverdiener vorwiegend migrantischer Herkunft, die nicht hierher gehören), die mit ihren tiefer gelegten Teuerkarosseen im Schritttempo die Luegallee Richtung Rheinufer fahren, verdienen vermutlich mehr als manche Einwohner Oberkassels. Jedenfalls definitiv mehr als ich.

Gemeint sind mit der abschätzigen Bezeichnung die Horden aus Krefeld, Duisburg, Mönchengladbach, Neuss und so weiter, die während der Kirmes hier einfallen, laut sind, alles vermüllen, nachts besoffen durch die schönen, von Altbauten gesäumten Straßen Oberkassels torkeln und in die Rabatten pinkeln. Tatsächlich gleicht das Gassi gehen mit dem Hund an einem Kirmeswochenende einem Spießruten- oder Slalomlauf: überall zerbrochene Bierflaschen, Glascherben, Erbrochenes, Müll, Essensreste… Es ist nicht schön.

Ungewohnt für Oberkasseler Bürger ist auch der hohe Anteil erkennbar migrantisch geprägter Mitbürgern, aus denen das Kirmespublikum zu gefühlt 75 % besteht: in der Regel junge, entweder muskulöse oder in der Art der aufgedunsenen ukrainischen Bandera-Spacken dickliche Männer, fast alle bärtig, die mit lauten Stimmen und in Begleitung ihres weiblichen, häufig bekopftuchten Anhangs, erwartungsvoll dem Ort ihres Vergnügens und der Leerung ihres Portmonees zustreben. 

Denn der Spaß ist teuer. Eine Einzelperson gibt für den Besuch von ein bis zwei Fahrgeschäftsattrakionen, ein Bier und einen Döner locker 50 € aus. Wie eine ganze Familie mit vielleicht zwei oder drei Kindern einen Kirmes Besuch finanziell stemmt, will ich mir lieber nicht vorstellen.

Am Ende des Spektakels atmet ganz Oberkassel auf, und mich überfällt schlagartig die Einsicht, dass ich hier wirklich in einem fast irrealen Paralleluniversum lebe: Bekanntlich sieht der Großteil der Stadt (und vermutlich Deutschlands) mehr so aus wie unser Nobelviertel in den letzten neun Tagen: Lärm, Gebrüll und Müll wo man hinkommt, sehr viele Ausländer im Straßenbild (ja ja, ich weiß, die haben alle einen deutschen Pass) und das Gefühl, dass das alles zu viel ist. 

Vielleicht bin ich aber nur zu alt für den Scheiß.

Vorfreude

Der Juli geht zum Glück zu Ende,
der Lohnarbeiter reist behende
am ersten Tag schon vom August
ins Mekka seiner größten Lust:

Zum Ostseestrand, wo Fischer Kruse
in seiner blau gestreiften Bluse
dem Fisch seine Bestimmung schenkt,
ihn zwischen Brötchenhälften zwängt,

um ihn dann mir und meinesgleichen
aus seiner Bude zuzureichen.
Wer dies nicht schätzt, der ist gewiß
kein Kenner (und kein Kommunist!).

Waldkommunismus: Der Besuch des Kängurus


Eines Tages machten sich Bär, Fuchs und Hase auf zu einer Inspektionsreise durch den Nordwald. Sie sollten im Auftrag des Obersten Rates der Freien Tierrepublik untersuchen, wie die Beschlüsse der Großen Tierversammlung umgesetzt wurden und wie die Waldtiere damit zurechtkamen. In der Großen Tierversammlung diskutierten nämlich alle Waldtiere die Anliegen des Waldes und seiner Bewohner und dachten sich neue gute Ideen aus, um das Waldleben noch besser und einfacher zu machen. 

Der neugierige Hase sollte die Waldtiere befragen und alles notieren. Der Fuchs als der Schlaueste von allen Tieren konnte am besten Fragen beantworten und den anderen Tieren die Vorzüge der Tierrepublik erklären. Der Bär war dabei, weil er der stärkste war und eingreifen konnte, wenn Gefahren auftauchten. Zum Beispiel von Menschen, die eigentlich nichts mehr im Nordwald zu suchen hatten, aber immer noch versuchten, Jagd auf die Tiere zu machen und sie zu schwerer Sklavenarbeit in ihren Häusern und Höfen zu verpflichten. 

Besonders auf den Bären hatten sie es abgesehen, denn er war einer der seltenen Buschelbären, so genannt wegen der buschigen langen Rute, die den Buschelbären zu eigen ist. Normale Bären haben bekanntlich nur einen kurzen Stummelschwanz. Schon mehrfach hatten Fangtrupps der Menschen versucht, den Bären einzufangen, um ihn auf ihren Volksfesten zur Belustigung der Besucher zum Tanzen zu zwingen und ihn allerlei Kunststücke aufführen zu lassen.

Außerdem umflatterte sie noch Peter der Rabe, ein Kumpel vom Bären. Peter der Rabe war ein etwas seltsamer Geselle, der meistens in Reimen sprach, weshalb viele sich über ihn lustig machten. Aber das machte ihm gar nichts aus. Im Gegenteil, er lachte dann und freute sich darüber, dass er andere zum Lachen bringen konnte.

Er machte sogar Spottverse über sich selber, wie diesen hier:

Jedenfalls waren Bär und Rabe unzertrennlich und gemeinsam waren sie die besten Beschützer, die man sich denken konnte: der Bär mit seiner Kraft und der Rabe mit seiner Fähigkeit, hoch in die Luft zu fliegen und alle Gefahren schon von weitem zu erkennen.

Als die Gefährten durch das Waldgebiet der Feen und Elfen kamen, rief der Bär seine Kameraden zu Wachsamkeit und Vorsicht auf, denn dort konnte es einem widerfahren, dass man, wenn man vom Weg abkam,  in eine der Magie- und Schabernackzonen geriet und in etwas ganz anderes verwandelt wurde oder dass irgendetwas sehr Seltsames passierte. Aber da war es schon zu spät, der Rabe hatte mit einem seiner Flügel eine solche Zauberzone gestreift und schon stand er still und stumm wie ein Fisch in der Luft, obwohl Fische ja nicht fliegen können.

Auch den Hasen hatte es erwischt, mit seinem Rumgehoppel war er wohl ebenfalls in den Wirksamkeitsbereich des Feenzaubers geraten. Zum Glück blieb er nicht still und stumm an einer Stelle stehen, sondern konnte sich noch bewegen, aber nur rückwärts. Solche Scherze waren typisch für die Waldelfen, die sich einen Spaß daraus machten, unschuldige Wanderer zu foppen und sich darüber scheckig zu lachen. Sie meinten es aber nicht böse, und ihre Zaubersprüche und magischen Feenstaub-Kreise hielten immer nur etwa zehn Minuten lang, dann war alles wieder wie immer.

So konnten unsere Freunde ihre Reise fortsetzen und wollten gerade zwei Eulen, die am Waldrand saßen, befragen, wie sie in der neuen Tierrepublik so zurechtkamen. Die Eulen gelten nämlich, neben den Füchsen, als die weisesten aller Tiere und die Reisenden versprachen sich von einem Eulen-Interview solide und konkrete Informationen.

Da aber raschelte es im Unterholz und ein Tier kam heraus gehüpft, wie die Wanderer noch nie eines gesehen hatten. Die Hüpfer dieses Tieres, das entfernt an einen Hasen erinnerte, waren schon keine Hüpfer mehr, sondern riesig weite Sprünge, die es mit seinen großen Hinterbeinen vollführte.

Das Hüpf-Tier stellte sich als „Känguru“ vor und erklärte, es käme von der anderen Seite der Welt. „Aus dem Südwald etwa?“ fraget der Bär, denn das war das Weiteste, was er außerhalb des Nordwaldes, seiner Heimat, kannte.

„Nein, von der anderen Seite der WELT!“ 

Das konnte sich der Bär aber nun überhaupt nicht vorstellen, dass es eine andere Seite der Welt geben sollte, denn seine Welt war wie gesagt der Wald. Aber der Fuchs, weil er sehr schlau und belesen war, verstand genau, was das Känguru meinte, denn er hatte einmal, als er durch das Fenster einer menschlichen Behausung schaute, einen Globus gesehen und sofort verstanden, was das war.

„Wenn du aber von so weit her kommst, wie hast du dann diese gewaltige Entfernung zurückgelegt?“, wollte er wissen. „So weit ich sehen kann, hast du ja keine Flügel, sondern nur dicke Hinterbeine. Und auch wenn du damit sehr schnell springen kannst, würde es doch Jahre brauchen, bis du hier zu uns in den Nordwald gelangst!“

„Hm“ machte das Känguru und kratzte sich am Kopf. „Das weiß ich nicht mehr! Wir Kängurus haben ein SEHR kurzes Gedächtnis, deswegen bewahren wir alle möglichen Zettel in unserem Beutel auf, auf denen alles aufgeschrieben steht, was wir tun und besorgen müssen!“

Das leuchtete den drei Nordwaldkameraden ein, und der vierte von ihnen, Peter der Rabe, hüpfte von der Buschelrute des Bären auf dessen Kopf und begann, ihm die Kopfhaut zu kratzen. Das machte er immer, wenn der Buschelbär nachdenken musste, denn das beschleunigte die Gedanken des Bären, die normalerweise ziemlich langsam waren und hauptsächlich um Honig und um Schlaf kreisten. Jetzt aber, angeregt vom „Kritze-Kratze“ der scharfen Rabenkrallen, kam dem Bären die Erleuchtung und er platzte heraus: „Ich hab‘s! Du bist bestimmt von euren Feen und Elfen verzaubert worden und auf diese Weise hierher gekommen!“

Mit dieser Erklärung waren alle zufrieden. Nun griff das Känguru in seinen Beutel und holte einen Stapel Bücher hervor, die es als Geschenk für die Nordwaldtiere mitgebracht hatte. Es waren aber lauter Bücher mit gewichtigen, komplizierten Themen, schwer zu lesen und schwer zu begreifen – deshalb fielen sie bei der Übergabe an den Hasen erstmal zu Boden. 

Aber aus den Augenwinkeln hatte der Hase einen der Titel gelesen: „Physikalische und Mathematische Grundlagen der Känguru-Sprungtechnik: Wissenschaftliche  Studie und  Praktischer Leitfaden“ und war wie elektrisiert, den obzwar er ein ziemlich schneller Läufer und auch ein recht guter Hüpfer war – an die Geschwindigkeit und Weite der Känguru-Sprünge kam er bei weitem nicht heran. Schon stellte er sich vor, wie er mit dem Wissen und den Kniffen aus diesem Buch seine Sprungtechnik so verbessern könnte, dass er der ungekrönte König der Hasenwelt sein würde. Mit der Hasenwelt meinte er natürlich vor allem die Welt der Hasendamen, in der die Heiratschancen der Hasenmänner stiegen, je größer und eleganter ihre Sprünge waren.

Die Freunde nahmen die Gastgeschenke dankend an und revanchierten sich mit einer Ausgabe der NORDWALD-FIBEL, dem Manifest der Freien Tierrepublik des Nordwaldes, in dem die Prinzipien und Ziele der Tierrepublik beschrieben wurden.

Das vergeßliche Känguru fand in seinem Beutel sogar noch den Zettel, auf dem der Grund seines Besuches stand, und las den Freunden die Grußadresse der Tiere von der anderen Seite der Welt vor:

„Die Kunde eures erfolgreichen Aufstandes gegen die Tyrannei der Menschen ist zu uns gedrungen! Wir Tiere von der anderen Seite der Welt freuen uns mit euch und für euch, und wünschen eurer Republik alles Gute und immer genug zu essen!

Hier bei uns gibt es sehr wenig Wald, dafür aber ganz viel Wüste und Grasland, und viele Millionen Rinder und Schafe. Wie ihr wißt, sind die ziemlich dumm und glauben den Menschen alles, was die ihnen erzählen. Darum haben wir wohl noch einen langen Marsch vor uns, bis es auch bei uns Freiheit für die Tiere gibt.

Hurra dem vollen Bauch!
Hurra der sicheren Höhle!
Hurra der Tierrepublik Nordwald!
Hurra der Tier-Freundschaft!“

Das fanden die anwesenden Tiere von dieser Seite der Welt richtig klasse, und man verabschiedete sich unter großem Hallo und Hurra, denn das Känguru musste sich auf den Weg machen, sonst wäre der Reisezauber verflogen und es hätte für immer im Nordwald bleiben müssen. 

Nach dieser erstaunlichen Begebenheit hatten unsere Freunde keine große Lust mehr auf weitere Befragungen und Interviews, außerdem neigte sich der Tag seinem Ende zu. Alle hatten inzwischen Durst und Hunger wie ein Bär, obwohl ja nur einer von ihnen ein Bär war. Nur der Hase wollte noch etwas bleiben und in dem Buch lesen, damit er bald so große Sprünge wie das Känguru machen konnte. „Komm doch mit, Hase!“, versuchte ihn der Bär zu überzeugen , „wir gehen in die Waldschänke und lassen uns prächtig auftischen!“

„Geht nur vor!“ antwortete der Hase, „Ich komme später, ich kann das Buch noch nicht weglegen!“

Aber wenig später wurde es zu dunkel zum Lesen und bald darauf fand sich auch der Hase in der berüchtigten Waldschänke „Zur Blauen Eule“ ein. Die Schänke hieß so, weil die Wirtin einmal Streit mit einem Zauberer bekam und dieser ihr aus Rache das Gefieder blau einfärbte. Was der dumme Zauberer nicht wusste, war, dass die Eulenwirtin sowieso schon immer blau sein wollte. Blau war nämlich ihre Lieblingsfarbe, weil ihr Schatz ein Blauwal war. Natürlich verriet sie das dem Zauberer nicht. So wurde sie immer an ihren Schatz den Blauwal erinnert, wenn sie sich im Spiegel sah, denn wie man weiß, lebt der Blauwal im Meer und ist nebenbei das größte Tier der Erde, so dass er garnicht in die Waldschänke hineingepasst hätte. Darum sahen sich die beiden so gut wie nie, aber ihre Liebe war frisch wie am ersten Tag. Vielleicht gerade deswegen!

Klar, dass es sehr spät wurde, denn die Ereignisse des Tages mussten wieder und wieder erzählt werden, jedem fielen andere und neue Details ein, und mit jedem Mal schien den Freunden das Erlebte seltsamer und zauberhafter, so dass sie am Ende nicht mehr wussten, ob sie es wirklich erlebt hatten oder ob alles eine Auswirkung des Feenzaubers in der magischen Zone des Waldes gewesen war. Da sie aber Tiere waren, war ihnen das herzlich egal. Sie lachten und tranken, und lachten noch etwas mehr und bestellten sich noch eine Runde zu trinken, und wann das Gelage geendet hat, wusste am nächsten Morgen niemand zu sagen.

Wahn und Wirklichkeit

Deutschland 2025: Kriegsminister Pistorius klärt darüber auf, dass deutsche Soldaten wieder bereit sein müssen, Russen zu töten; Außenminister Wadephul gibt zu Protokoll, dass Russland schon immer unser Feind gewesen sei; Generalmajor Freuding will mit weitreichenden Cruise Missiles Ziele tief im Inneren Russlands treffen; Kanzler Merz schließlich spricht von Krieg und behauptet, dass Russland uns bereits angreife.

Die Protagonisten des Vierten Reiches haben Blut geleckt, es aber mit ihren Tiernamen-Panzern und Angriffswaffen für ihre ideologischen und praktischen Waffenbrüder bisher gerade mal in die Ukraine geschafft. Am liebsten würden sie vermutlich ihre Bundeswehrmacht wieder in Moskau sehen.

Zur Erinnerung für die säbelrasselnden Berliner Machthaber hier ein kurzes Filmchen über das erste und einzige Mal, an dem deutschen Soldaten in Moskau marschierten: