Krieg? Brauchen wir nicht mehr, wir haben ja die EU, die „Europa“ zerstört

Die Vereinbarungen des US-EU Handelsabkommens sind de facto eine Kapitulation der EU vor dem Druck der Trump Administration. Tatsächlich wird die Verhandlungs“taktik“ der Kommissionspräsidentin von der Leyen von vielen Kommentatoren auch so bezeichnet: Kapitulation. Unternehmens- und Industrieverbände sind entsetzt, selbst der deutsche Kanzler bemäkelt das Ergebnis, rettet sich aber in den Glauben, dass „mehr nicht drin gewesen“ sei.

Kurze Übersicht über den Tribut, den die EU zukünftig an ihre Herren und Meister in Washington zu entrichten hat:

  • Hunderte Milliarden Dollar für US-Militärausrüstung
  • 750 Milliarden Dollar für dreckiges, überteuertes Frackinggas – in nur 3 Jahren
  • 600 Milliarden Dollar Investitionen – nicht in Europa, sondern in den USA
  • 15 % Zölle auf EU-Waren in die USA!

Gegenleistungen der USA: keine.

Die EU hat sich freiwillig von günstigem, sauberem russischen Erdgas (und, in geringerem Umfang Erdöl) abgeschnitten und ist nun dazu verdammt, dass vier- bis sechsmal so teure, „dreckige“ US-Frackinggas zu kaufen (dass die Brüsseler Bürokraten es sich derzeit auch gerade mit dem qatarischen Emir verscherzen, der schon droht, die Erdgas-Lieferung aus Qatar einzustellen oder zu drosseln, lassen wir jetzt mal beiseite).

Der US-Frackinggas Boom hat nach Aussagen sämtlicher Fachleute übrigens seinen Zenith überschritten. Die Förderung wird in absehbarer Zeit zurückgehen, die US-Regierung wird – wie bereits einmal geschehen – Exportrestriktionen verhängen und die Energiepreise in Europa werden NOCH WEITER STEIGEN.

Dieser Kontinent, jedenfalls in Form seiner EU-Staaten, hat es fertiggebracht, sich gleich mit allen dreien der Supermächte dieser Welt anzulegen – Russland, USA und seit neuestem auch noch China, das bis jetzt der Rettungsanker für die europäischen Handelsbeziehungen war.

Europa, die EU werden einen Abstieg erleben, wie sie ihn seit 1945 nicht kannten. Die Deindustrialisierung wird an Fahrt aufnehmen, immer weitere Industrien werden geschreddert, immer weitere Anteile der Bevölkerungen verarmen. Denn dass die lohnarbeitende Klasse für den gigantischen Produktions- und Finanztransfer von Europa nach Amerika geradezustehen hat, „goes without saying“, wie unsere amerikanischen Freunde sagen.

Ob die genannten fantastischen Milliardensummen, die in den nächsten Jahren von der EU in die USA transferiert werden sollen (für Energieträger, für „Investitionen“ und für Waffen) tatsächlich in diesem Umfang fließen werden, sei mal dahingestellt; FALLS sie dies jedoch in nennenswertem Umfang tun sollten, wäre das Ergebnis in etwa mit den Folgen eines Krieges vergleichbar, nur ohne die materiellen Zerstörungen an Gebäuden, Straßen, Transportwegen und sonstiger Infrastruktur.

Kleinmütiger Defätismus geht in großspechenden Hochmut über und identifiziert „die dummen Deutschen“ als revolutionsuntauglich

Verachtung der „dummen Bevölkerung“ ist ein mentaler Makel, der auch in linken Kreisen kursiert. Mit der Arroganz besserwisserischer Durchblicker konstatieren meist Intellektuelle, dass die Leute, vornehmlich die „dumme“ oder „dumm gehaltene“ Arbeiterschaft, einfach zu blöd ist, ihre Lage zu kapieren und die Verhältnisse zu ändern.

Der famose Klaus Linder schreibt dazu auf Facebook:

Leute, die nur noch über den, befürchteten oder erwünschten, „von Deutschen gemachten Nieder- und Untergang Deutschlands“ sinnieren, als wäre vollständige Unterordnung unter die Bourgeoisie der BRD und deren Unterordnung unter die der USA die ausschließende nationale Besonderheit dieses Landes, haben inzwischen nicht nur meine Skepsis, sondern auch meine Verachtung. Vor allem wenn ich zu bemerken glaube, daß die Schablone einer neo-antideutschen Genugtuung an der Kollektivbestrafung wider besseres Wissen um die Klassenverhältnisse dieses Landes von ihnen übernommen wird, stellt sich etwas wie Ekel vor intellektueller Unredlichkeit bei mir ein, egal von wem es kommt. Diese Art Ekel empfinde ich immer, wenn der kleinmütige Defätismus in großsprechenden Hochmut übergeht, kann ich nichts gegen machen. Und auch „deutscher Hochmut gegen die Deutschen“ ist und bleibt nun mal deutscher Hochmut. Ich kenne ihn aus Westdeutschland zu gut.

Ich meine, daß man über Deutschland und die Zukunft gar nicht reden kann und blind bleibt, wenn man sich nicht von dem beharrlichen Auffindem und dem Studium – Studium, nicht allein Erinnerung, so wichtig die ist – der einzigartigen und noch unausgeschöpften Lehren leiten läßt, die die DDR für die Entwicklung und Zukunft des Sozialismus (also auch Deutschlands, also auch der Menschheit) positiv in sich schließt.

Wer es seit „Gorbi!, Gorbi!“ und der Konterrevolution 1990 in diesem Deutschland hier ausgehalten hat, dem nehme ich heute nicht ab, wenn er jetzt die erfreulichen Siege Rußlands als bequemen Schirm nutzt, um seinen Ressentiments gegen die Volksmassen seines Landes freien Lauf zu lassen, indem er „mit ihnen und der Nation abschließt“, weil sie nicht augenblicks „den Widerstand leisten“, den er oder sie „von ihnen“ jetzt erwartet hätte.

So ist es.

Die Versuchung mag naheliegend sein, in einer Art mentaler Genugtuung auf Nies- oder Ejakulationsniveau sich selber und anderen zu versichern, dass „mit diesem Volk“ nun garantiert Hopfen und Malz verloren sein, doch das verschafft dem so bedrängten Gemüt nur kurzfristige Erleichterung.

Mein Verdacht ist, das solcherart strukturierte Gemüter über kurz oder lang ganz im Lager der faschistischen Volksgemeinschaft landen, dieser Fata Morgana bürgerlicher Ideologie zu Kriegszeiten.

Noch gestern Abend, im Gespräch mit einem lieben Menschen, der mir wieder von der hoffnungslosen Dummheit der Welt im allgemeinen und der Deutschen im Speziellen erzählen wollte, kam mir der fröhliche Gedanke, dass bei allen Härten der jetzigen Zeiten eines doch unzweifelhaft gewiß ist: die Unfähigkeit des imperialistischen Weltsystems, ein anständiges Leben für alle herzustellen, liegt nun für alle Welt offen sichtbar auf dem Tisch der gesellschaftlichen Entwicklung.

Sogar die Apologeten der Ausbeuterordnung räumen das ein (wollen das aber natürlich wieder als „Vorzug“ ihres Lieblingssystems verstanden wissen, das sich beständig „selbst kuriert“ aufgrund eines dubiosen Phänomens namens „Markt“).

Und daraus folgt, dass die Systemfrage mit Macht auf die Tagesordnung drängt.

Wie man liest, gilt bei US-Bürgern unter 30 Jahren Sozialismus als positiver Begriff (das Ausmaß einer solchen Verschiebung der Bewertungen kann nur ermessen, wer jemals länger in Amerika war und die dortige Mentalität kennt).

Auch in Deutschland hat, so liest man, der Schrecken, den die Machthaber seit der Annexion der DDR versuchten, mit dem Sozialismus zu verknüpfen, einiges an Wirksamkeit verloren.

Jetzt ist es an den Kommunisten, die Tendenz aufzugreifen und, statt Weltuntergangsdefätismus zu verbreiten, die WIRKLICHE Alternative für Deutschland aufzuzeigen: nämlich diejenige, deren Prototyp schon einmal vierzig Jahre lang im Osten des Landes gültig war.

Absurdität als Unterbrechung des gewohnten Denkens

To whom it may concern

Unter meinen Freunden gibt es gestandene Kommunisten, die voll und ganz bei der Sache sind und im Rahmen ihrer Möglichkeiten das ihrige tun, die Verhältnisse zu kritisieren und die richtigen Fragen zu stellen.

Wenn es allerdings um KUNST und dabei auch noch um Karikaturen und Cartoons geht, fehlt ihnen das Verständnis für ABSURDITÄT.

Das muss ich ausführen:
Absurdität macht den Witz erst aus. Ohne das Unerwartete, die unerklärliche oder absurde Wendung einer Sache, gibt es kein Lachen. Das Unerwartete und Absurde schafft eine Unterbrechung im gewohnten Denken, es erzeugt eine Lücke, die befreiend und erleichternd wirken kann. Alle Witze funktionieren so.

Die besagten Freunde wollen oder können diese Lücke, die eine absurde Zeichnung im Verstand auslöst, nicht akzeptieren. Und das ist schade, denn so bringen sie sich um den Genuß eines Bildes, das nichts sagen oder „erklären“ soll, sondern nur dazu dient, den Verstand kurz anzuhalten und durchzuatmen. Und dann kann man weitersehen.

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So. Nach diesen theoretischen Ausführungen über die Natur von Witz und Karikatur untenstehend wieder etwas auch für kommunistische Hardliner verdauliches Handfestes. Extra für die kommunistischen Kunst-Schrebergärtner, die mit der Nagelschere der korrekten Agitprop der Wildwiese künstlerischer Absurdität zu Leibe rücken!

Verschwörer II

Hatte ich nicht neulich noch gefragt, ob der harmlos wirkenden Zusammenkunft von Igel, Bär und Fuchs nicht ganz andere, sinistre Pläne zugrundeliegen könnten?

Ob die geschickt als Sympathieträger getarnten Verschwörer nicht sogar DEN UMSTURZ aushecken würden?

Jetzt liegen mir zusätzliche Daten vor, die meine schreckliche Vermutung bestätigen!

Aber seht selbst:

Ein Stück „Identität“: Markus und die Kulturbourgeoisie


Hey Markus, wie lange hat denn dein Social Media Team an diesem peinlichen Nulltext gesessen?

Haben zwei oder drei Praktikanten (zusammen mit dem Studienabsolventen) so lange daran gefeilt, bis absolut JEDE nichtssagende Plattitüde und Politikersprechblase untergebracht war?

Also, wenn ich es richtig verstehe, brüstest du dich, deine Landesregierung, dein Bundesland und deine gesamte politische Zunft hier mit folgendem:

– Während ihr unser Land durch euren Krieg gegen Russland und der daraus resultierenden Deindustrialisierung in den Abgrund führt

während euer Kriegsminister uns „kriegstüchtig“ machen will, euer Außenminister zu Protokoll gibt, dass „Russland schon immer unser Feind“ sei, euer oberster Militär mit irrem Blick davon schwadroniert, dass die wahre Freiheit in der Abschaffung der Freiheit läge und mit Langstreckenraketen „die Tiefe des russischen Raumes“ angreifen will

während ihr zum Völkermord in Gaza schweigt und den Völkermördern Waffen liefert

während die lohnarbeitende Mehrheit der deutschen Bevölkerung verarmt und mit ihren Löhnen kaum noch über die Runden kommt,

während all dessen also macht ihr auf KULTUR und lasst euch aufgedonnert und in zu knapp sitzenden Anzügen und Kleidern ablichten, ganz die rüpelhaften primitiven Kulturbourgeois, die ihr seid.

Ja, das passt schon, Markus.

Das ist tatsächlich „ein Stück Identität“.

Nämlich diejenige von arroganten Machthabern, die nur noch in ihrer eigenen Blase Zuspruch finden und die auf die Bevölkerung, die sie für ihren Kriegs- und Verarmungskurs in Geiselhaft nehmen, pissen und ihr dabei erzählen, es würde regnen.

„Deutschland ist unheilbar“

Ja, richtig gelesen: nicht „unteilbar“, sondern unheilbar.

In diesem Video lässt sich der scharfsinnige Dmitri Orlov ab Minute 20:39 in seiner unnachahmlich elegant-brutalen Art über DEUTSCHLAND aus:

Deutschland ist unheilbar. Man könnte meinen, dass die Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg sie gelehrt hätten, sich nicht mit Russland anzulegen. Aber stattdessen haben sie gelernt, dass selbst wenn man einen Krieg gegen Russland verliert, die Russen danach eigentlich recht nett zu ihnen sind.

Es ist also in Ordnung, einen Krieg gegen Russland zu verlieren. Aber sie haben nicht erkannt, dass das damals war und dies jetzt ist und dass Russland die Dinge ganz anders sieht.

Russlands Lehre lautet also: Wenn die Deutschen die Lektion, die sie aus dem Zweiten Weltkrieg lernen mussten, nicht gelernt haben, muss die nächste Lektion so aussehen, dass sie sie gar nicht mehr lernen müssen. Sie wird darin bestehen, dass Deutschland nicht mehr existieren wird.

Die Deutsche sollten sich deshalb an den Gedanken gewöhnen, dass ein Konflikt mit Russland – ein bewaffneter Konflikt mit Russland – das Ende Deutschlands sein wird, das Ende der deutschen Geschichte.

Neunzig Jahre später: Feindbild Russland immer noch Leitbild der BRD-Politik

Ein Facebook Freund schreibt:


Ich bin 1949 in der DDR geboren und habe direkt und persönlich die sowjetischen Soldaten erlebt.

Die momentan in den deutschen Medien und von Politikern und Journalisten verbreiteten Meldungen und Informationen über die generelle grausame Handlungsweise von russischen Soldaten sind falsch. Es werden Lügen über den Charakter und die Erziehung von russischen Menschen verbreitet.
Bei meinem Grundwehrdienst in der NVA habe ich mit sowjetische Soldaten bei Übungungen zusammen gearbeitet. Bei meinen Studien- und Urlaubsreisen in die Sowjetunion, meine Nachbarn mit russischen Wurzeln und bei den Besuchen meiner Freunde in Russland habe ich ein friedliebendes Volk mit humanistischen Haltungen erlebt.

Es sind schlimme Lügen und eine verbrecherische Propaganda gegen russische Menschen und ihre Haltung zum Leben durch deutsche staatliche Organisationen und Personen des öffentlichen Lebens im Umlauf.

Mein Kommentar:

Bin in einer antifaschistischen Familie im Westen aufgewachsen. Opa mütterlicherseits Widerstandskämpfer, Gestapohaft, Strafbataillon; Großonkel Emigration, Kämpfer in der französischen Résistance.

Großvater väterlicherseits als „begrenzt wehrtauglich“ hinter der Front in der Sowjetunion eingesetzt. Kann mich gut an eine Geschichte meiner Großmutter erinnern: „Dein Opa hat Briefe geschickt, in denen er schrieb, wie gut es die Kinder in der Sowjetunion haben, was für tolle Einrichtungen es dort gibt und wie sich um die Kinder gekümmert wird. Das hat genügt, dass ich Besuch von der Gestapo bekommen habe, die mich gewarnt hat, solche ‚Feindpropaganda‘ nicht weiter zu verbreiten.“

Kommt einem bekannt vor?

Erinnert einen an das Heute, mit seiner umfassenden Zensur?

Mit der Hetze gegen jede positive Information aus Russland, mit der umstandslosen automatischen Denunziation aller Informationen, die nicht ins Narrativ vom bösen Russen passen, als „russische Desinformation“?

Tja, da sind wir wieder. Jeder, der auch nur eine kleine Ahnung von deutscher Geschichte hat, sieht und versteht, was hier gerade passiert.

Werden wir WIEDER zuschauen, stumm bleiben, hoffen, „dass es schon nicht so schlimm kommt“, denken „da kann man nichts machen, was sollen wir kleinen Leute schon tun?“?

Ich fürchte: Ja.