Nachts

Nachts. Zur Ruh‘ kommt Mensch und Vieh.
Jetzt öffnen sich die Pforten
zu all den rätselhaften Orten
der Gaukelei und Fantasie,

Wo Pflanzen sprechen, Tiere singen,
Geistgesichter in den Bäumen 
oder deren Zwischenräumen 
wunderliche Träume bringen.

Umringt von namenlosen Wesen,
die dir entfernt bekannt erscheinen,
spürst du:  du kannst von keinem
dieser Bilder dich mehr lösen

Bis am Ende dieser Nacht
die neue Morgenröte glimmt,
und die Bilder mit sich nimmt –
Jetzt bist du aufgewacht!

Fort sind die schwebenden Gestalten,
verklungen das Geraune
der Nebelfeen und Faune.
Alles ist beim Alten.

Es war mal wieder schön.
Nun kannst du schlafen geh‘n.

Irrationalismus als letztes Stadium westlicher „Kultur“

Wissenschaftsfeindlichkeit und Anti-Aufklärung als Zeitgeistphänomen:

Der Kollektive Westen ist in das Zeitalter der finalen Infantilität, Gefühligkeit und Beliebigkeit eingetreten.

Wer nicht einmal mehr weiß, was Mann und Frau ist, wie soll der wissen, was Krieg und Frieden oder Arbeit und Reichtum ist?

Russophober Irrsinn im Quadrat: Neue Normalität im kriegsertüchtigten Deutschland

Eine deutsche Staatsanwaltschaft, weisungsgebunden durch die Berliner Machthaber, ermittelt wegen Feindbegünstigung.

Unfreiwillige Satire, aber 1941 all over again.

Ich will hier nur noch raus.

Verbotene Seife aus Russland! 🪆🇷🇺

Ein Mann bekommt per Post ein kleines Geschenk aus Russland – eine Holzfigur, Seife und eine CD. Jetzt wird er wegen angeblicher Umgehung der EU-Sanktionen angeklagt.

Der Wert des Geschenks beträgt 28 €, die beiden hatten sich auf einer Landwirtschaftsmesse kennengelernt.

„Die Ermittlungen in Sachsen hat Anfang des Monats die Staatsanwaltschaft Schwerin übernommen. Denissen wird vorgeworfen, gegen § 18 Außenwirtschaftsgesetz verstoßen zu haben. Verstöße werden mit einer Freiheitsstrafe von mindestens drei Monaten bis zu fünf Jahren geahndet.“

Falsche Begriffe führen zu falschem Verständnis: „links“ ist „rechts“ und oben ist unten in einer komplett absurden Debatte unter Anhängern des bürgerlichen Staates


Die Diskussionen um die Ermordung von Charlie Kirk kochen hoch. Dabei fällt nicht nur auf, dass recht viele Leute aus dem Lager der woken, linksgrünen Radikalen Mitte seinen Tod explizit feiern und sich dabei – ganz im Gegensatz zu den weltenretterischen „humanistischen“ Inklusions- und Diversitätsparolen, die sie sonst verkünden – als unappetitlich widerwärtige und schadenfreudige Fanatiker outen.

Die zweite Auffälligkeit ist ein Phänomen, das schon länger zu beobachten ist: dem GEGENLAGER zur Radikalen Mitte der linksgrünen Kleinbürger, dem anti-grünen, konservativen bis völkisch-rechtem Kleinbürgermilieu, gilt umstandslos alles als „linksradikal“, „linksextrem“ oder gleich einfach als „links“, was sie an ihren Kontrahenten aus der Radikalen Mitte kritisieren und festmachen.

Es handelt sich um eine Begriffsverschiebung, die den Mainstream-Kleinbürgern der rotgrünen bis schwarzgelben politischen Mitte, der Anhängerschaft der ehemaligen „Volksparteien“, zu Unrecht ein Etikett verpasst, das diese gar nicht verdienen. Denn „links“, gar „linksextrem“ ist an der zutiefst bürgerlichen Status-Quo-Fraktion der gesellschaftlichen Beharrungskräfte gar nichts. Der Begriff „Radikale Mitte“ passt viel besser zu diesen grünen bis schwarzen Spieß- und Kleinbürgern, deren pseudo-aufgeklärte, pseudo-tolerante und pseudo-humanistische Staatsfrömmigkeit nichts anderes ist als die übliche Anpassungsleistung braver kapitalistischer Untertanen an die Erfordernisse des Kapitalstandortes, die ihnen von Regierung und Medien vorbuchstabiert werden.

Die von den schimpfenden AfD-Kleinbürgern ausgemachten „Linksextremen“ sind die eifrigsten und treuesten Fans der Staatsmacht und ihrer repressiven Maßnahmen gegen den Kriegs- und Verarmungskurs, die man sich denken kann. Sie sind die Fanatiker der „Demokratie“, die sie zu schützen beabsichtigen, indem sie sie abschaffen bzw. deren Abschaffung durch den bürgerlichen Staat sie begrüßen, weil ihnen einleuchtet, das das alles „Gegen rechts!“ passiert.

Wirkliche Linksextreme (in der Definition bürgerlicher Soziologen und staatskonformer Politiker) sind Gegner des bürgerlichen Staates, Gegner der kapitalistischen Eigentumsordnung, Gegner des Klassenstaates. Nichts davon trifft auf die Radikale Mitte von CDUSPDFDPGRÜNELINKE zu. Diese ist im Gegenteil der entschiedenste Verteidiger von bürgerlicher Ordnung, kapitalistischer Eigentumsordnung und Klassenstaat.

Jetzt nochmal zu Charlie Kirk:

Dessen Thesen und politischen Ansichten entsprachen mehr oder weniger dem GEGENLAGER der Radikalen Mitte, er äußerte sich gerne anti-woke, pro-trumpistisch, gender & diversity-kritisch usw.

Teil seines Einflusses und seiner Popularität beruhte drauf, das er seine Auffassungen zur Diskussion stellte, dass er gerne und gut debattierte. Er wollte überzeugen ohne zu missionieren. Egal was man von seinen Ansichten hielt, er war in seinem Einsatz für die Verbreitung seiner Ideen geradezu ein Musterbeispiel demokratischer Debattenkultur. „Convince me that I’m wrong“ war seine Devise, mit der er in Debatten mit politischen Gegnern ging. Er hörte zu, argumentierte und versuchte, seine Standpunkte nachvollziehbar darzulegen.

Wer die Ermordung diese Mannes feiert, hat seinen Platz in der Gemeinschaft zivilisierter Menschen verloren und belegt, dass es ihm nicht um Diskussion geht, sondern um rechthaberische Gewalt und diktatorische Definition des Diskussionsraumes. Und das ist nicht „links“ oder „linksextrem“, sondern zutiefst rechts, autoritär und, ja: faschistisch.

Und im übrigen zeigt der Vorfall und die anschließende hitzige Debatte der beiden verfeindeten ideologischen Lager – die sich immer noch beide INNERHALB der bürgerlichen Weltsicht eines kapitalistischen Staatswesens bewegen – dass die herkömmlichen Begriffe von „links“ und „rechts“ nicht mehr tauglich sind, um die widerstreitenden ökonomischen, ideologischen und kulturellen Interessen innerhalb des realen Kapitalismus zu beschreiben.

Kapitalismus funktioniert PERFEKT, und das ist das Problem.

Naja, Sozialismus hatte ja nun noch nicht so viel Zeit um „auf Dauer“ seine Überlegenheit zu zeigen, auch wenn er es in China recht eindrucksvoll tut.

Kapitalismus zeigt seit immer, was er ist – ob er nun als Kolonialismus, Sklaverei, Plünderung des gesamten Planeten oder imperialistische Kriegsmaschine daherkommt.

Kapitalismus funktioniert PERFEKT, und das ist das Problem. Natürlich nicht das der Kapitalisten, aber unseres als Menschheit und als lohnarbeitende Normalbevölkerung.

Die politische Ökonomie des Kapitalismus garantiert der besitzenden Klasse die Konzentration von fantastischem Reichtum und immenser Macht in wenigen Händen und eine uneingeschränkte Kontrolle über die Gesellschaft der Besitzlosen sprich: der Lohnabhängigen.

Sein perfektes Funktionieren ist genau das, weshalb er von den Leuten, die von diesem Funktionieren profitieren, eingerichtet und mit Gewalt aufrecht erhalten wird.

Und da wir irgendwo beginnen müssen, mit der Errichtung einer Gesellschaft, die ein anständiges Leben für alle ermöglicht, werden wir die Produktionsmittel in ihren wesentlichen Teilen einer gesellschaftlichen Kontrolle und Planung unterwerfen müssen, um das Überleben der Mehrheit der Leute auf diesem Planeten zu gewährleisten.

Und diese Art der gesellschaftlichen Reproduktion heißt nun einmal Sozialismus.

Aus den ersten Schritten zu einer solchen Gesellschaft, die in den osteuropäischen Ländern gemacht wurden, ist dabei zu lernen, ebenso wie von dem höchst erfolgreichen chinesischen Experiment einer sozialistischen Marktwirtschaft.

Man muss in diesem Kontext in historischen Dimensionen denken lernen. Der Kapitalismus hatte 500 Jahre, um an seinen jetzigen Punkt des kompletten degenerativen Niedergangs und Verfalls zu kommen. Sozialismus gibt es – mit Unterbrechungen – seit 1917. Wir stehen erst am Anfang der Entwicklung einer Welt, die wahrhaft menschlich und damit sozialistisch ist .

Zwei Meldungen zu Grenzüberschreitungen aus Qatar und Polen

Israel ermordet (mal wieder) gezielt ein Verhandlungsteam, das sich aufgrund amerikanischer Vorschläge/Versprechungen in einem Drittland (diesmal Qatar) trifft. 

Der ungeheuerliche Vorgang, politische Vertreter der Gegenseite, die man unter dem Vorwand der Diplomatie an einen bestimmten Ort lockt, umstandslos zu ermorden, bricht (mal wieder) ein Tabu, das sich in allen Zeiten und Aspekten der Menschheitsgeschichte bis hin ins Kriegsrecht gehalten hat: die Verhandlungsführer der Gegenseite werden in Ruhe gelassen, um eine Konfliktlösung zu ermöglichen. 

Es handelt sich dabei um eine grundlegende zivilisatorische Einstellung und, wenn man so will, Tradition. Israel hält sich nicht daran, und zeigt erneut, dass es sich selbst als außerhalb der Weltgemeinschaft stehend betrachtet, als Schurkenstaat, für den keine Regeln eines minimal zivilisierten Umgangs der Spezies untereinander gelten. 

Ein solcher Zivilisationsbruch durch Israel wie die gezielte Ermordung von Verhandlungsteams der Gegenseite geschieht im Falle des zionistischen Kolonialstaats nicht ohne Wissen und Genehmigung seitens der USA.

Bevor auch nur ansatzweise die dämonische Dimension dieses anti-zivilisatorischen und anti-humanen Verbrechens ins Bewusstsein einer ohnehin auf pro-zionistischen Apologetik trainierten westlichen Öffentlichkeit dringt, fliegen passenderweise ein paar russische Drohnen über polnisches Gebiet. Vermutlich aufgrund gegenseitiger elektronischer Störmanöver, das die Drohnen vom Weg zu ihrem eigentlichen Ziel abkommen lässt, möglicherweise auch gezielt abgelenkt oder gleich von interessierter (ukrainischer) Seite in Richtung Polen dirigiert. 

Die russische Seite bleibt nüchtern und kommentiert: Es war ein Angriff auf militärische Einrichtungen in der Ukraine. Sie zählt die Angriffsziele in der Westukraine auf und fügt an, dass „auf polnischem Gebiet keine Objekte als Angriffsziele vorgesehen (waren)“, man aber trotzdem „ bereit (sei), zu diesem Thema Konsultationen mit dem polnischen Verteidigungsministerium durchzuführen“, um  sich an der Klärung der Situation zu beteiligen. 

Sofort hyperventiliert die gesamte politische und mediale Sphäre westlicher Kriegsparteien und deliriert sich selbst in eine Art „Jetzt aber!! JETZT muss es endlich RICHTIG KRIEG GEBEN mit dem RUSSEN!!“-Ekstase.

Der Vorfall kommt wie gerufen: nicht nur kann einer sowieso schon hysterisierten und von ständiger Kriegspropaganda aufgehetzten und -geheizten Öffentlichkeit ein weiterer „Beweis“ russischer Aggression präsentiert werden, dem man JETZT ABER ENDLICH am besten mit sofortigem Weltkrieg begegnen müsste. Die einschlägigen politischen Kampfzwerge in den europäischen Hauptstädten sehen nun mal wieder bewiesen, wie der Russe ihre, in ihrer Weltsicht also „unsere“, „Sicherheit“ bedroht und fühlen sich in ihrem Aufrüstungs- und Konfrontationskurs demonstrativ bestätigt. 

Der nicht unwillkommene Nebeneffekt der Sache ist gleichzeitig ein NEBEL-Effekt: er ermöglicht den imperialistischen Kriegsparteien und ihren Medien nämlich, den ungleich größer dimensionierten Vorgang in Doha, die gezielte Ermordung des palästinensischen Verhandlungsteams durch Israel, in die Versenkung zu verschieben. Ein Zivilisationsbruch von wahrhaft monströsem Ausmaß (und nicht einmal der erste dieser Art, den die Militärmaschine des westlichen Siedler- und Kolonialprojektes in Palästina begeht) wird medial mit einem Sturm im Wasserglas um ein paar vom Weg abgekommene unbemannte Flugobjekte ersetzt.

Wer da auf den Gedanken kommt, das eine hätte mit dem anderen etwas zu tun, diene sogar der willkommenen Ablenkung von einem Verbrechen, das im Gegensatz zu ein paar verirrten Drohnen tatsächlich die Aufmerksamkeit und die Verurteilung durch die Weltöffentlichkeit verdient – der liegt wahrscheinlich nicht falsch.