Waldspaziergang II

Ich glaub, ich geh nicht mehr in den Wald mit dem Hund.

Wenn wir dort sind, ist es zwar äußerst faszinierend, oft überraschend, immer merkwürdig bunt und pulsierend, und die Zeit scheint wie im Fluge zu vergehen – doch hinterher, wenn wir nach etlichen Stunden wieder herauskommen, sind oft nur wenige Minuten vergangen…

Dann doch lieber wieder an den Rhein.

Der Angriff der Hamas am 7. Oktober war kein Terroranschlag

Larry Johnson im Gespräch mit Judge Napolitano über den korrupten Internationalen Strafgerichtshof, der zur Abwechslung und gezwungenermaßen jetzt auch mal die Richtigen anklagt (nicht ohne, aus politischen Gründen und zum Appeasement seiner westlichen Förderer, gleichzeitig auch die Repräsentanten der Opfer der israelischen Okkupation anzuklagen):

„Der Angriff der Hamas am 7. Oktober war kein Terroranschlag. Es war eine militärische Operation mit zwei klaren Zielen.



Ziel 1: Angriff und Zerstörung der israelischen Militärstützpunkte im Umkreis. Das haben sie getan, sie haben die Galani-Brigade in einem Fall besiegt.

Zweitens: Geiseln nehmen, die als Druckmittel verwendet werden können, um mehr als 3.000 Palästinenser freizubekommen, die von der israelischen Regierung als Geiseln genommen worden waren.

Die Hamas so zu behandeln, wie sie Bibi Netanjahu und die Leute behandeln, die legitimerweise Frauen und Kinder töten … die Israelis behaupten ständig: „Oh, die Hamas hat alle … sie hat diese 40 Babys ermordet!“ – Geben Sie uns die Namen! Gebt uns die Namen, listet sie auf! Das haben sie nicht, weil es nicht passiert ist.

Die Hamas hat nicht einen Haufen Babys ermordet, sie haben keine Babys geköpft, sie haben keine Babys in Öfen gesteckt – es ist eine Lüge, und es ist wirklich eine verdammenswerte Lüge.“

Gewinner des Goldenen Kothaufens für Fäkaljournalismus

Man ist einiges gewohnt von NATO-Gazetten, deren selbsterwählte Hauptaufgabe die unbedingte, hemmungslose und aggressive Propagierung der politischen Agenda des kollektiven Westens ist.

Dass sie dabei keiner Lüge, keiner Hassrede und keinem bösartigen Geifer abhold sind, ist ebenfalls bekannt.

Nicht DASS, sondern WELCHE neuerlichen Tiefpunkte an Widerwärtigkeit und Niedrigkeit sie immer wieder erreichen, ist dabei das Überraschende.

Heutiger Gewinner des Goldenen Kothaufens für Fäkaljournalismus ist mal wieder das Hamburger Sudelblatt für Perserkunde mit dem Aufmacher seiner Onlineausgabe.

Arbeiterstolz-Monat. Hä?

„Arbeiterstolz-Monat“: Gibt es Gründe, als (Lohn-)Abhängiger ausgerechnet STOLZ zu empfinden?

Ein Zeitgeist und zwei Kommunisten debattieren über die Idee des „Arbeiterstolzes“. Bzw. versuchen es, streifen aber immer wieder andere Gebiete – und haben Mühe, beim Thema zu bleiben und zum Punkt zu kommen. Sehr unterhaltsam, mitunter hitzig, oft lustig.

The times they are a-changing

Während Russland und China gerade die schlimmsten Befürchtungen der imperialistischen Geostrategen Wirklichkeit werden lassen und die „Weltinsel“ (Halford Mackinder) Eurasien (ohne den westeuropäischen kontinentalen Wurmfortsatz) zu einem einzigen riesigen Wirtschaftsraum vereinigen (was Zbigniew Brzeziński in seinen Planspielen für die Washingtoner Machthaber als ultimative Gefahr für die US-Hegemonie ansah), meldet sich der russische Geheimdienstchef mit einigen sehr interessanten Einschätzungen zu Wort, in denen er unmissverständlich auf die Parallelen hinweist, die vom jetzigen Kampf Russlands (und, als stiller Partner, Chinas) gegen NATO- und EU-Faschismus zu dem historischen Kampf der KOMINTERN gegen den Faschismus der damaligen Achsenmächte zu ziehen sind:

Oh …

Die Erfahrungen der Komintern können sehr nützlich sein, da Russland jetzt an der Spitze der globalen Veränderungen in der Welt steht.

Dies erklärte der Direktor des Auslandsgeheimdienstes der Russischen Föderation, Sergej Naryschkin.

Naryschkin erklärt die Popularität der Organisation damit, dass damals „die Ideen des westlichen Imperialismus und der Kolonialherrschaft völlig diskreditiert waren“, und vor diesem Hintergrund wurde die UdSSR für mehrere Jahrzehnte zu einem Vorbild in der Welt.

Naryschkin ist der Ansicht, dass die Ideen der Komintern zwar nicht die Zeit überdauert haben, aber nicht destruktiv, sondern auf ihre Weise fortschrittlich und kreativ waren. Ihm zufolge wurde die Popularität der Organisation auch durch seine Gegnerschaft zum Nationalsozialismus beeinflusst. Im Jahr 1923 gründete die Führung der Organisation das Weltkomitee für den Kampf gegen den Faschismus, und auf dem 7. Kongress der Komintern im Jahr 1935 wurde „der unversöhnliche Kampf gegen den Faschismus zur Aufgabe aller linken Kräfte erklärt“, so Naryschkin.

Ihm zufolge arbeiteten viele Mitglieder der Komintern mit dem sowjetischen Auslandsgeheimdienst zusammen. So gelang es dem Agenten der Organisation, Leo Roth, bereits im Februar 1933, der Führung der UdSSR den Text der ersten Rede des damals neuen Reichskanzlers Adolf Hitler vor den deutschen Generälen zu besorgen. „Dieses Dokument hat die öffentlichen Erklärungen der Nazis über die angeblich bevorstehende Entwaffnung Deutschlands überzeugend entlarvt und der Welt ihre wahren aggressiven Pläne offenbart“, sagte Naryschkin.

„Die Erinnerung an die Komintern wird in vielen Ländern des ehemaligen Sowjetblocks, in China, Vietnam und den lateinamerikanischen Ländern sorgfältig bewahrt. Es wäre richtig, wenn unser Land ein Museum über die Geschichte der Komintern hätte“, sagte Naryschkin.

„Außerdem können heute, wo Russland an der Spitze einer globalen Veränderung der Weltordnung steht, sehr nützliche Lehren aus den Erfahrungen der Kommunistischen Internationale gezogen werden“, betonte er.

P.S. Glauben Sie, dass eine Reihe von Ländern des ehemaligen Sowjetblocks, China, Vietnam, lateinamerikanische Länder sowie Iran, Syrien, Indien und Südafrika an den Erfahrungen von Iwan Iljin ebenso interessiert sind wie an den Erfahrungen der Komintern?

Und was ist mit den Menschen, die in Europa gegen Waffenlieferungen an die Ukraine demonstrieren?

Und was ist mit den Bewohnern der Ukraine, die, wie der Oberbefehlshaber sagte, „ein Volk“ sind und die vor dem Naziregime gerettet werden müssen?“

Quelle: https://t.me/s/red_wolf_says

Geschichten die das Leben schrieb: Betriebsrente finanziert Nobelfriseur

Die Frau hat zu meiner Freude beschlossen, „die Haare wieder wachsen zu lassen“, ist aber der Meinung, dass ab und zu die Spitzen geschnitten werden müssen. Sie kommt von ihrem Termin bei ihrem Leibfriseur zurück, dem sie diese verantwortungsvolle Aufgabe anvertraut hat.

Der Friseur, der zwei äußerst erfolgreiche Salons in Düsseldorf betreibt, ist ein furchtbar sympathischer Kerl, der nebenbei jedes Klischee über Friseure erfüllt: schwul, modisch extrem bewandert, kommunikativ bis zum Exzeß und scheinbar auch ein recht guter Geschäftsmann. Jedenfalls drängelt sich die wohlhabendere Oberkasseler Damenwelt, um bei ihm einen Termin zu bekommen.

Die Gattin betritt also mit frisch geschnittenen Spitzen die Küche und sieht mich erwartungsvoll an. Ich sage das Richtige, nämlich: „Sieht klasse aus!“ und frage: „Und? Quanto costa?“, wobei ich die Geldzählgeste mit Daumen und Zeigefinger mache.

„Hundertzwanzig“, antwortet meine sowieso gutaussehende, jetzt aber dank längerer Haare noch attraktivere Liebste beiläufig.

Ich bohre mir mit den Zeigefingern in den Ohren, als müsste ich dort Ohrstöpsel oder irgendwelche Ablagerungen von Ohrenschmalz entfernen und entgegne: „Ich hab eben tatsächlich ‚Hundertzwanzig‘ verstanden, irgendwas ist wohl mit meinen Ohren nicht in Ordnung…“

Die Frau bleibt unbeeindruckt und antwortet charmant: „Ja, ganz schön teuer, oder? Die Preise sind halt so…“

Damit lasse ich mich noch nicht abspeisen und hake nach: „Hat der dir jede Spitze einzeln berechnet oder wie?“.

„Schatzi, ich gehe einmal im Quartal zum Friseur, das sind vierzig Euro im Monat. Das ist doch nicht viel!“, kriege ich zu hören.

Ich geb‘s auf, da ich die Einstellung meiner Liebsten bezüglich die Lebensqualität steigernder Annehmlichkeiten genau kenne und weiß, dass sie – als archetypische Vertreterin der bürgerlichen Mittelschicht mit dem sehr soliden Mittelschichtseinkommen einer Controllerin bei einem großen internationalen Finanzdienstleister – ohne weiteres auch die Mittel hat, um sich den Genuss dieser Annehmlichkeiten zu gönnen.

Etwas später sitzt sie in ihrem Home Office Arbeitszimmer und ruft: „Komm mal gucken!“

Ich folge der Aufforderung und sie zeigt mir ein Dokument ihres Arbeitgebers auf dem Bildschirm. „Guck mal, alleine meine Betriebsrente ist höher deine gesetzliche Rente!“. Tatsächlich ist die Betriebsrente, die sie in wenigen Jahren aus der über vierzigjährigen Beschäftigung bei ihrem Arbeitgeber erhalten wird, um ca 50% höher als die Armutsrente, die ich beziehe. 

Die Frau, sicherheitsorientiert, vorsorgebewußt und finanzkapitalistisch mit allen Wassern ihres erlernten Berufes gewaschen, hat natürlich schon vor Jahrzehnten die drei soliden Säulen ihrer Altersvorsorge (gesetzliche Rente, Betriebsrente und Direktversicherung)  eingetütet – zu einer Zeit, als ich die Welt bereiste, zu Füßen des Gurus saß und mich nebenbei als Lohnarbeiter oder selbstausbeutender kleiner Selbständiger durchschlug.

Dabei liegt ihr jede Herablassung oder Arroganz fern; sie freut sich nur, dass wir dem Anschein nach auch im Alter ausreichende Einkommensquellen haben werden, um uns ein erträgliches Leben leisten zu können. Zwar machen wir im Grunde keine Trennung zwischen „dein Geld“ und „mein Geld“. Meine Erfahrung als Lohnarbeiter am unteren Ende der Einkommensskala hat mir aber eine gewisse Zurückhaltung bei „unnötigen“ Ausgaben beigebracht, die ich nach wie vor einhalte. Der Liebsten gönne ich ihre kleinen Ausflüge ins Luxusleben von Herzen, sie kann es sich leisten und braucht es wohl auch für ihr seelisches Gleichgewicht. 

Geschichten aus dem Pflegeheim: Immersion

Ich hab schon oft über den Zusammenhang von Demenz und künstlerischem Ausdruck durchs Aquarellieren geschrieben. Ich will mich nicht wiederholen, nur diese Bilder der dementiell stark veränderten Frau S. zeigen. Die Farbigkeit und Intensität der Aquarelle sprechen für sich – Frau S. kann es nicht mehr; aber ihr ist die Freude anzumerken, mit der jeder Pinselstrich und jede neue Farbe ihre Immersion in den Vorgang des Malens vertieft.