Hier lässt sich’s leben. Wenn man Geld hat. Und zwar genug davon, um die erstaunliche Mieten zu bezahlen, die inzwischen hier aufgerufen werden.
Die Spekulation mit Wohnraum hat eine Gentrifizierung bewirkt, die nicht mehr zu übersehen ist: in fast jeder Straße Oberkassels Gerüste, Baustellen, Kernsanierungen, Umwandlung der mehrgeschossigen historischen Villen in hochpreisige Eigentunswohnungen (jeweils eine pro Etage). Dann Einzug betuchter Neubesitzer, jeder wieder – einzige Sorge dieser begüterten Schicht – mit mindestens einem Luxus-SUV im Kampf um die spärlichen Parkplätze.
Leute mit normalen Einkommen weichen nach und nach in andere Stadtteile aus, die aber vergleichsweise ebenfalls immer teurer werden.
Für die Miete unserer Dachwohnung ohne Aufzug und ohne Balkon würde wir heute bestenfalls noch irgendein Kellerloch mit der Hälfte an Quadratmetern bekommen. Fürs erste scheinen wir hier aber sicher zu sein, da die Verkaufsabsicht des Hausbesitzers bisher noch keine konkrete Form angenommen hat und unsere Wohnung von den vier Etagen die unattraktivste für potentielle Käufer ist.
Trotzdem hat jede Mietpartei im Haus begonnen, sich „auf dem Markt“ nach anderem Wohnraum umzugucken – eine äußerst frustrierende Erfahrung, die einen im Grunde nur hoffen lässt, dass man durch Glück und Beziehungen irgendwie außerhalb des Rattenrennens des „freien Marktes“ an eine bezahlbare Unterkunft kommt.
In dieser Welt des Eigentuns und ihrer Scheidung von Arm und Reich ist man als freier Eigentümer von nichts als der eigenen Arbeitskraft sein Leben lang Spielball der Interessen der Vermögenden, sogar mit essentiellen Lebensbedürfnissen wie Nahrung und Unterkunft. Noch bizarrer als diese Tatsache ist nur der Umstand, dass das als selbstverständliche Normalität wahr- und hingenommen wird.
In Zeiten der Krise sehen es die neoliberalen Machthaber als erste ideologische Aufgabe an, den Unmut in der Bevölkerung abzublocken durch Ablenkungsgeschichten und Sündenbockprojektionen von der Ursache der Krise: der staatlichen Entscheidung für Krieg, Rüstung und Umverteilung von unten nach oben.
Das Volk soll sich untereinander angiften, sich gegenseitig die Butter auf dem Brot nicht gönnen, dann kann die Regierung in Ruhe ihre Verarmung der Leute vorantreiben und die Konten und Depots der Konzerne, der Rüstungsschmieden und der Superreichen füttern.
Susan Bonath hat die gängige Ablenkungsstrategie und die Hetze gegen die Armen beschrieben und nennt ein paar Fakten und Zahlen:
„Die Hetze gegen die Bezugsberechtigten von Bürgergeld – über eine Million davon sind übrigens zum Aufstocken gezwungene Geringverdiener – basiert auf einer These: Deutschland gebe immer mehr Geld für den Sozialstaat aus. Das mag für die Kommunen stimmen. Beim Bund ist allerdings genau das Gegenteil der Fall: Inflationsbereinigt schrumpft nämlich der Sozialetat in Wirklichkeit – vor allem die Mittel für die Bürgergeld-Leistungen.
(…)
Der Bund hat) den gesamten Sozialetat binnen 13 Jahren um rund sieben Prozent gekürzt. Real zugelegt hat im Bereich Soziales lediglich ein Posten: Die Zuschüsse für die Rentenversicherung sind inflationsbereinigt um etwa 16 Prozent gestiegen. Dies ist allerdings der im Gesamtdurchschnitt alternden Bevölkerung geschuldet. In fast demselben Umfang wuchs nämlich die Anzahl der über 65-Jährigen in Deutschland.“
Von Ignazio Silone, einem italienischen Schriftsteller, ist das Zitat überliefert „Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: «Ich bin der Faschismus» Nein, er wird sagen: «Ich bin der Antifaschismus»“.
Wie prophetisch diese Voraussage war, sieht man in der BRD von 2024: Während die Kriegsregierung einen immer schärferen Kurs der Faschisierung fährt, bei dem im Zuge des Stellverteterkrieges gegen Russland und der als Klimaschutz inszenierten Verarmung der Bevölkerungsmehrheit die Gesellschaft zu einer angeblich „bunten“ und „diversen“ Volksgeneinschaft regierungstreuer Mitmacher formiert wird, gilt im amtlichen und medialen Narrativ umstandslos alles als „rechts“ (wenn nicht gleich als „Nazi“), was die Regierungspolitik auch nur anzweifelt.
Die Regierung bestellt sich inzwischen mit Hilfe ihrer eingebetteten Medien ihre eigenen, als Demonstrationen firmierenden, Aufmärsche, deren vage Losungen („…. bekennt Farbe“, „Gegen Rechts!“, „…. bleibt bunt!“) so beliebig wie verlogen sind, aber immer den Regierungsstandpunkt propagieren.
Gleich zwei Artikel auf RT deutsch (auch dieses Portal dürfte im neudeutschen Staatssprech zumindest als „rechtsaffin“ – weil russisch, also „Putin-Propaganda“ – gebrandmarkt sein) nehmen sich dieses erstaunlichen Phänomens an:
1)
„Remigration und AfD-Verbot: Café Latte und Widerstandskämpfer“ von Tom Wellbrock:
„Früher war Widerstand gegen den Faschismus eine Angelegenheit weniger Leute, die den Mut aufbrachten, sich gegen Unmenschlichkeit zu wehren.
Heute strömen verwöhnte Café-Latte-Genießer zwischen Starbucks und McDonalds auf die Straße und fühlen sich wie Sophie Scholl. Dabei übersehen sie, dass sie sich so verhalten wie die, gegen die die früheren Widerstandskämpfer aufbegehrt haben.“
„Bürger auf der Straße: Von Demonstrationen, Aufmärschen und verkehrten Begriffen“ von Dagmar Henn:
„…was (…) von den Nazis gern und reichlich genutzt wurde, waren Demonstrationen, die von der staatlichen Gewalt mit organisiert und gestützt, aber als Bekundung des „gesunden Volksempfindens“ dargestellt wurden, die den Zweck verfolgten, politische Grenzen zu überschreiten. Darunter finden sich beispielsweise die Bücherverbrennungen des 10. Mai 1933, die ebenso „spontaner Ausdruck berechtigten Volkszorns“ sein sollten, wie die Pogrome vom 9. November 1938. Diese Methode, sich gewissermaßen selbst die gewünschte vermeintliche Zustimmung der Bevölkerung zu inszenieren, findet sich in der deutschen Geschichte nur bei den Nazis.
Leider müsste man ehrlicherweise schreiben, „fand sich“. Das, was am Sonntag in Potsdam stattfand, war eine politische Handlung von genau dieser Sorte: eine rein affirmative, von der Exekutive organisierte und gestützte Veranstaltung, die den Zweck verfolgte, den Schwung zu verschaffen, um mit dem Verbot einer 30-Prozent-Partei eine politische Grenze zu überschreiten. Da war es wieder, das „gesunde Volksempfinden“, diesmal in einer Camouflage „gegen Rechts“, sozial und kulturell aber eine Neuauflage der „spontanen Studentendemonstration“ des Mai 1933.“
Natürlich nicht das Z vom BÖSEN PUTIN ™, der ja an der armen, kleinen unschuldigen und erzdemokratischen Ukraine den erzschurkischen DURCH-NICHTS-GERECHTFERTIGTEN-VÖLKERRECHTSWIDRIGEN-BRUTALEN-RUSSISCHEN-ANGRIFFSKRIEG ™ durchführen lässt, Gott bewahre! Habt ihr gehört, Verfassungsschützer, Gesinnungskontrolleure und Denunzianten? „Gott bewahre“ hab ich gesagt!
NEIN, selbstverständlich meine ich den edlen Douro-Tropfen, den der Weinhändler meines Vertrauens endlich wieder im Angebot hat, der in wunderschönen Holzkisten verkauft wird und leider nicht ganz billig, dafür aber umso köstlicher ist: FAVZ, ein vollmundiger nordportugiesischer Rotwein aus dem Hause Barão de Vilar, VINHOS S.A, das den Brüdern Fernando und Álvaro van Zeller gehört und das sich um die Geschmacksnerven der Rotweinfreunde weltweit verdient gemacht hat:
„Sie verwenden ausschließlich heimische Rebsorten und betonen so den unverwechselbaren Regionalcharakter. Und die Cuvée, die neun Monate in alten Portweinfässern reifte, macht ordentlich Alarm. Unglaublich dichtes und dunkles Purpurrot. Das intensive Bouquet duftet nach schwarzen Kirschen, reifen Pflaumen, Blaubeeren und Aromen wie Kakao, Vanille und Toast von Fassausbau. Am Gaumen fest, kompakt und komplex. Feinreife Weinsäure trifft auf satte Frucht und cremige Tannine, der Nachhall persistent und mit leichten Gewürznoten. Ein starkes Stück Douro!“
Von etlichen Leuten höre ich die populäre und populistische, und durch und durch hetzerische Unterstellung, dass manche („Viele!!“, heißt es gern) lieber Bürgergeld beziehen würden, als arbeiten zu gehen. Damit wird den Leuten unterstellt, sie würden lieber Vater Staat auf der Tasche liegen, statt zu arbeiten und ihren Lebensunterhalt selber zu verdienen.
Sogar unter sogenannten Linken, gar „Kommunisten“, gibt es Flachzangen, die Gefallen daran finden, Bezieher staatlicher Transferleistungen als „Hartzler“ oder „Nazihartzler“ zu bezeichnen.
Diese erfolgreiche Ideologie der Klassenspaltung und der Aufhetzung einer Sorte Proletarier gegen die andere – nämlich die, die noch Lohnarbeit haben und die, die ausgemustert worden sind – ist gelogen.
Nicht die Sozialleistungen sind zu hoch, sondern die Löhne zu niedrig. 50 % aller Renten in der BRD liegen unterhalb der Armutsgrenze, die derzeit bei 1.250 Euro NETTO liegt.
»Probleme in der Sozialsicherung: Bürgergeld nicht der Ursprung Zum anderen bemängeln Ökonomen auch, dass die Sozialleistungen in Deutschland wenig aufeinander abgestimmt sind. Das Problem sei nicht, dass sich arbeiten nicht lohne, sondern dass es sich nicht lohne, mehr zu arbeiten. Also: Von Teilzeit auf Vollzeit zu erhöhen, zum Beispiel. Oder eine Lohnerhöhung anzunehmen – weil dann Sozialleistungen wie das Wohngeld oder der Kinderzuschlag kräftig gekürzt werden. „Für manche lohnt es sich nicht, mehr zu arbeiten und zu verdienen, da ihre Abzüge nach der aktuellen Regelung zu hoch wären“, erklärte jüngst der Wirtschaftsforscher Prof. Andreas Peichl vom Münchner Ifo-Institut gegenüber IPPEN.MEDIA.
Vor allem in Gegenden mit hohen Mieten, etwa in München, lohne sich ein höheres Bruttoeinkommen in bestimmten Einkommensintervallen kaum. Denn dann würden die Sozialleistungen, wie etwa das Wohngeld, so stark gekürzt, dass den Betroffenen teilweise netto sogar weniger bleibt. „Das bedeutet, dass es sich zwar immer lohnt zu arbeiten, aber für manche eben kaum“, erklärt Peichl.
Das Problem sei allerdings nicht plötzlich mit dem neuen Bürgergeld aufgetaucht: „Es besteht seit 50 Jahren, und zwar egal, wer an der Regierung war.“«
Zu der wöchentlichen Mal- und Kreativrunde, die ich auf meiner Arbeitsstelle im Pflegeheim anbiete, kommen in der Regel zwischen sechs und acht Bewohner der Einrichtung. In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass regelmäßig mehr kommen.
Darunter Leute, von denen bisher die Standardsprüche „Ich kann nicht malen, konnte ich noch nie…“ und „Nee, das ist nichts für mich…“ kamen. Lauter Geschädigte des schulischen Kunstunterrichts also, in dem jedenfalls diese Generation danach benotet wurde, wie gut oder schlecht sie ein vorgegebenes Motiv abmalen konnte und so Freude am Gestalten und Spaß an der eigenen Kreativität gründlich ausgetrieben kriegte.
Meine Malrunden sind allerdings so weit entfernt von Kunstunterricht an der Schule wie die NATO vom Sieg gegen Russland. Natürlich wird mit den – dank großzügiger Sponsoren – reichlich angeschafften künstlerischen Materialien und Werkzeugen auch munter kreativ drauflos gemalt und gezeichnet, gelegentlich auch gebastelt und modelliert. Aber die Essenz unserer Zusammenkünfte ist nicht das Resultat, das der Einzelne zu Papier bringt, sondern die Herstellung einer freundlichen, gemütlichen, niedrigschwelligen Atmosphäre.
Wir trinken Kaffee, unterhalten uns über dies und das (meistens über Probleme des Heimalltags), hören Musik (was mich im Laufe der Jahre zu einem Quizshow-tauglichen Experten für deutsches Schlager- und Volksliedgut gemacht hat) und widmen uns dabei Farben, Formen, Stiften, Wasser und was ich sonst noch auftreibe, um der Buntheit (oder auch der Düsternis) des Lebens bildliche Form zu verleihen.
Daraus entsteht (man verzeihe mir den esoterischen Ausdruck) ein Energiefeld, in dem kreative und künstlerische Aktivität fast von alleine entsteht. Einige kommen jede Woche, nur um dabei zu sitzen und ihren eigenen Gedanken oder Tätigkeiten nachzugehen, wie zum Beispiel ein Buch lesen oder einfach an den Gesprächen teilzunehmen. Die Runde lockt auch Bewohner an, die wegen der spezifischen Ausprägung ihrer dementiellen Veränderung (Rastlosigkeit, Unfähigkeit zur Konzentration, haptische Einschränkungen) zwar nicht mitmachen wollen und können, aber „wegen der guten Stimmung“ dabei sein wollen. Die demente Frau N., deren wesentlicher Gedächtnisinhalt darin besteht, dass sie heute noch von dem beiden Rolling Stones Konzerten schwärmt, die sie im Müngersdorfer Stadion besucht hat, erscheint fast immer eine Weile nach Beginn der Runde, setzt sich auf einen Stuhl in etwas fünf bis zehn Meter Entfernung und sieht uns zu.
Heute war wieder eine neue Teilnehmerin dabei: Frau W., Mitte Achtzig, orientiert und offensichtlich durch die Lobeshymnen einer anderen Teilnehmerin dazu bewogen, mal reinzuschauen. Ich erkläre ihr kurz die Materialien und die Handhabung und sie beginnt umstandslos mit einem Aquarell, so als hätte sie nur darauf gewartet, endlich in dieser Richtung kreativ zu werden.
Dabei erzählt sie mir von einem Lied, das sie seit ihrer Kindheit verfolgt (im positiven Sinne), bzw. ihr nie wieder aus dem Kopf gegangen ist, seit sie es zum ersten Mal gehört hat. Sie singt ein paar Zeilen:
„Droben stehet die Kapelle, Schauet still in’s Thal hinab, Drunten singt bei Wies’ und Quelle Froh und hell der Hirtenknab’.“
„DAS möchte ich malen!“ sagt sie. Dank Internet und Apple Music kann ich schnell feststellen, dass es sich hier um ein Gedicht von Ludwig Uhland handelt und kann es zur ungläubigen Freude von Frau W. auch gleich aufrufen und abspielen. Wir hören eine Version vom Montanara-Chor und eine von den Fischer-Chören, und nicht nur Frau W. ist restlos glücklich über die Wiederbegegnung mit diesen Versen und dieser Melodie.
Ihr kommen die Tränen, sie schwelgt in Erinnerungen – „Sie glauben gar nicht, in wievielen Bergen und Tälern ich gewandert bin…!“ – und malt währenddessen beschwingt weiter. Ihre Sitznachbarin kann mit soviel Sentimentalität wenig anfangen und betrachtet sich das Bild kritisch. „Und warum ist da jetzt oben auf dem Berg das Haus? Wieso ist das so rund? Das sieht aus wie ne Kartoffel…“ Frau W. in ihrer exaltierten Gemütsverfassung ist unbeeindruckt und erklärt freundlich, dass das eben das Lied sei und in dem Lied stünde die Kapelle nun mal oben auf dem Berg. Obwohl bereits das Kreuz auf dem Haus auf eine Kirche oder Kapelle hinweist, zeichnet sie jetzt noch Kirchenfenster rein, so das auch Restzweifel an der höheren Weihe des Gebäudes oben auf dem Berg ausgeräumt sind.
Frau W. ist die zweite Teilnehmerin heute, die die kreative Aktivität nutzt, um in die tiefen Wasser der Erinnerungen hinabzutauchen. Auch Frau K., dienstälteste Teilnehmerin der Runde und seit 2017 dabei, kommt mit einer ziemlich konkreten Idee. Sie will den Gutshof zeichnen, den sie als junge Frau mit ihrer Familie, nach Krieg und Vertreibung aus Hinterpommern, als „Neubauern“ bewohnten. Die Gutsbesitzer waren von der sowjetischen Militäradministration oder der DDR-Regierung enteignet worden und nach dem Westen abgehauen. Besonders angetan hat es ihr in ihrer Erinnerung der Eingangsbereich und die Veranda des Gutshauses, wo Tanzveranstaltungen und Feste stattfanden.
Frau K. zeichnet am liebsten mit Ölpastellkreiden und ähnlichen, das Aquarellieren liegt ihr nicht, sie will den klaren, akzentuierten Strich. Ihre Bildideen entnimmt sie ihrer Erinnerung und plant die Umsetzung mit Akribie. Diesmal hat sie sich vorgenommen, alles auf schwarzem Papier zu machen und beschäftigt sich die gesamte anderthalbstündige Zeit unserer Gruppe mit einer Bleistift-Vorskizze und einer weiteren mit weißem Buntstift auf schwarzem Karton. Ich muss innerlich schmunzeln, denn ich weiß, das Frau K. sich hier wieder eine Aufgabe vorgenommen hat, die sie vermutlich bis zum Frühjahr in Anspruch nehmen wird.
Gegen Ende der Runde, als ich schon mit dem Aufräumen beginne, sagt mir Frau W. „Hätte ich gewußt, was Sie hier machen, wäre ich früher schon mal gekommen… Dass ich DAS Lied nochmal höre…!“
„Ja ja, schon klar“, ist meine Antwort. „Sie dachten, das ist so ein langweiliger Malkurs wo man irgendwas lernen und abmalen soll…“
Frau W. nickt. „Ja, dachte ich, aber Frau B. hat mir gesagt, das ich unbedingt mal mitkommen soll, und deswegen bin ich heute mitgegangen. Ich bin froh darüber! Bis nächste Woche!“
Als ich alle auf ihre Wohnbereiche gebracht habe und die Reste unserer Runde aufräume, Tische abwische usw., kommt ein Kollege vom Sozialen Dienst vorbei und bemerkt „Deine Malgruppe wird ja immer größer! Aber Frau B. verbreitet auch überall, wie toll das ist und dass du in jedem Bild alle möglichen Dinge siehst…“ das bezieht sich auf meine Angewohnheit, die in der Runde produzierten Bilder und Zeichnungen allen vorzuzeigen und sie zu kommentieren. Bei den Aquarellen ergibt das, in Kombination mit meiner reichlich vorhandenen Imagination und einem gewissen Hang zum Konfabulieren, oft fantastische Interpretation der Formen und Figuren, die man aus den Bildern herauslesen kann.