Narrativkontrolle in Medien und -politik Voraussetzung für die kollektive Trance, in die westliche Machthaber die Bevölkerung versetzen möchten und dabei einigermaßen erfolgreich sind


Der Krieg gegen Russland, den USA, NATO und EU in der Ukraine gegen Russland führen, ist auch ein Krieg der Worte und der Narrative:

  • Wer Frieden will, ist rechts
  • Wer gegen die Neuauflage des Nazi-Krieges gegen Russland protestiert, ist – selber Nazi!
  • Die ukrainischen Bandera-Nazis sind Kämpfer für Freiheit und Demokratie
  • Waffenlieferungen sind Friedenspolitik
  • Krieg ist Frieden. Unwissenheit ist Stärke. Freiheit ist Sklaverei.

Das imperialistische Narrativ über das Ukraine-Projekt stellt alle Sachverhalte auf den Kopf und hämmert den Leuten das vorgeschriebene Denken in die Köpfe.

Die unerbittlichen Sprachregelungen erfordern auf der einen Seite Adjektive wie „völkerrechtswidrig“, „brutal“ und „unprovoziert“ in Verbindung mit dem ebenso zwingend zu verwendenden Begriff „Angriffskrieg“ für Russlands militärische Sonderoperation;

Andererseits verhüllen diejenigen, die den Krieg geplant, provoziert und finanziert haben, ihre eigene Rolle in diesem geostrategische Schachspiel, indem sie die Bezeichnung „targets“ für ihre militärische Zielauswahl, satellitengestützte Lenkung der Angriffswaffen und Durchführung der Luftschläge ersetzen mit den schönen Wort „points of interests“.

Damit, wie uns die New York Times informiert, konnten die amerikanischen Strategen, die diesen Krieg nicht nur provozierten, sondern bis auf die ukrainischen Fußsoldaten aktiv und maßgeblich FÜHREN, öffentlich abstreiten, an der Zielauswahl, -erfassung und -eliminierung („targeting“) beteiligt zu sein und so die gewünschte Fiktion der Nichtbeteiligung aufrechterhalten.

Ein Krieg der Worte und der Narrative, der untrennbar mit dem tatsächlichen Krieg am Boden vermischt ist und erfolgreich die Gehirne des westlichen Publikums vernebelt und verwirrt hat.

Im Gegensatz zu diesem Krieg der Worte allerdings (und zum Glück für die ukrainische Bevölkerung und die friedliebende Menschheit) VERLIEREN die imperialistischen Kriegstreiber den Krieg am Boden.

Das Entwicklungsgesetz der menschlichen Geschichte

„Wie Darwin das Gesetz der Entwicklung der organischen Natur, so entdeckte Marx das Entwicklungsgesetz der menschlichen Geschichte: die bisher unter ideologischen Überwucherungen verdeckte einfache Tatsache, daß die Menschen vor allen Dingen zuerst essen, trinken, wohnen und sich kleiden müssen, ehe sie Politik, Wissenschaft, Kunst, Religion usw. treiben können; daß also die Produktion der unmittelbaren materiellen Lebensmittel und damit die jedesmalige ökonomische Entwicklungsstufe eines Volkes oder eines Zeitabschnitts die Grundlage bildet, aus der sich die Staatseinrichtungen, die Rechtsanschauungen, die Kunst und selbst die religiösen Vorstellungen der betreffenden Menschen entwickelt haben, und aus der sie daher auch erklärt werden müssen – nicht, wie bisher geschehen, umgekehrt… „

Friedrich Engels am 14. März 1883 am Grab von Karl Marx in London.

Rendite statt Rente

Rente? Wer braucht denn sowas!

RENDITE ist das Zauberwort, das ohnehin schon in dieser Welt den allerschönsten Klang hat – und so eine schöne, regelmäßige monatliche Rendite, die zuverlässig auf dem eigenen Konto eingeht ist doch mal was ganz anderes als die magere staatliche Rente, die der deutsche Durchschnittsprolet maximal bezieht.

Wie? Renditen sind abhängig von Marktentwicklung, Spekulationsgeschhäften und vom gerade erreichten Stand einer kapitalistischen Akkumulation, die speziell in den westeuropäischen Ländern momentan arg zu wünschen übrig lässt, folglich also nicht gerade ein zuverlässiger Garant gesicherter Ruhestandbezüge ist?

Egal! Sagt nur einmal dieses Wort: RENDITE!
Klingt das nicht wunderbar? Verspricht das nicht ein Leben in Luxus, im Überfluss, im Reichtum? Ist das nicht der Wunsch aller freiheitlichen Bürger der einzig menschengerechten Wirtschaftsweise, der MARKTWIRTSCHAFT?

Eben.

Eine falsche Frage

Falsche Frage.
Jedenfalls keine Entweder-Oder-Frage. Sie offenbart aber das ideologische Dilemma von Nationalisten.

Das In-Eins-Setzen von Volk, Staat und Nation (das bürgerliche Machthaber übrigens mit ihren völkischen Kritikern teilen) entspricht der Art und Weise, mit der sie den nationalem Erfolg definieren: zuhause einen schlagkräftigen, modernen Kapitalismus einrichten, der dank seiner Effizienz in der Lage ist, weltweit Geschäfte zu machen, deren Gewinne in den nationalen Kapitalstandort zurückfließen und die Mittel für einen machtvollen Nationalstaat bereitstellen.

Der imperialistische Zugriff auf andere Länder und deren Ressourcen übersetzt sich für eine ambitionierte kapitalistische Standortverwaltung wie die Berliner Regierung so:

„Beim Weltaufteilen und -ordnen können wir nur effektiv mitreden und mitmischen, wenn wir unsere einheimische Bevölkerung optimal bewirtschaften, um die nötigen Mittel für unsere Einmischungen anderswo zu erzielen!“

Die Verarmung der eigenen Bevölkerung für den Krieg gegen Russland, der von deutsch-europäischen geopolitischen Strategen als existenziell definiert wird, IST insofern der „Dienst am eigenen Volk“, den patriotische Jammerlappen beständig vermissen.

Demokratische Machthaber halten ihnen souverän entgegen, das die nationale Größe ja gerade davon abhängt, dass der deutsche Imperialismus sich an Wucht, Durchschlagskraft und militärischer Stärke mit den Supermächten der Welt messen lassen will und muss.

Nur Deutschlands umfassende Bewaffnung und nötigenfalls rücksichtslose Bereitschaft zu deren Einsatz garantiert der deutschen Nation und ihrem Staat den Erfolg, den sich Regierende und Untertanen gemeinsam wünschen – und DIESEM feuchten nationalistischen Traum haben die Kritiker von AfD, BSW und anderen „Unser Volk zuerst!“-Ideologen nichts entgegenzusetzen, weil sie ihn TEILEN.