Genug Internetz

So, es reicht mal wieder mit diesem Internetz. Nichts als das normale Elend des menschlichen Daseins, nichts als vergebliches Anrennen gegen die Art Irrsinn und Wahn, die sich als Politik und Vernunft tarnt.

Die Guten sind verstummt, die Ehrlichen die Dummen und finsterste Idiotie beherrscht den öffentlichen und privaten Diskurs.

Zeit, sich wieder in die Zwischenwelt zu verabschieden, wo man Gleichgesinnte, Nachdenkliche und Verständige aus allen Zeiten und Räumen antrifft.

AI-Videos aus Bildern: teurer Spaß

Mit Googles Veo 3 kann man problemlos AI zur Video-Generierung einsetzen, wird dafür aber kräftig zur Kasse gebeten: ein paar Sekunden Film kosten 250 bis 500 „credits“, und diese muss man für teuer Geld erstmal bei Google kaufen:

Ist natürlich trotzdem ein Spaß und eine Versuchung, hier richtig Kohle zu versenken (der ich aber aus Gründen widerstehen muss).

Hier meine ersten Gehversuche:

Wie’s mal wieder nichts wurde mit dem Waldkommunismus

Im Wald wurde mal wieder der Kommunismus vorbereitet.

Die Igel, wie immer für jeden Scheiss zu begeistern, wollten sofort den Schritt in den vollendeten Kommunismus machen.

Fjodor von den Fuchs-Pionieren ließ sich von der Igelbegeisterung anstecken und wollte unbedingt Kommissar für das Hühner- und Gänsewesen werden, aber die anderen durchschauten seinen Trick und bestimmten ihn erstmal zum Platzwart der Waldlichtung, auf der sie sich immer trafen.

Die Hasen begrüßten den Igel-Vorschlag im Prinzip, gaben aber zu bedenken, dass die Tiermassen ja alle noch die alten Verhältnisse gewohnt waren und vielleicht nicht sofort zum kommunistischen neuen Tier werden könnten.

Der Bär, ein erfahrener alter Haudegen, der schon alles gesehen hatte, lehnte lässig an der Pilzhütte des Wald-Gebietssekretariats und dachte sich seinen Teil.

Nur der Hirsch verstand wieder gar nichts und merkte noch nicht mal, dass Hugo der Hamster, der auf seinem Kopf saß, mal wieder inkontinent war. Aber Hirsche sind halt blöd.

Das reichlich ausgegebene Bier tat ein Übriges und so wurde es mal wieder nichts mit dem Waldkommunismus.

Hurra dem Waldkommunismus!

Igor der Igel vom Wurzelgräber-Kollektiv hatte sich durch wiederholte Plan-Übererfüllung und vorbildliche Arbeitsdisziplin ausgezeichnet. Darum erhielt er anlässlich der monatlichen Vollmondfeier eine Erdbeersahnetorte überreicht.

Es wurde erwartet, dass Igor diese hohe Auszeichnung nicht, wie es Igel-Art war, allein verschlang, sondern mit seinen Freunden und Genossen teilte. Natürlich besaß Igor genug revolutionäres Bewusstsein, um ohne weiteres die Torte in so viele Stücke zu zerteilen, wie Tiere anwesend waren, was von Genossen Stachowitsch, dem Vorsitzende des Kollektivs, auch lobend in seiner kurzen Ansprache erwähnt wurde. Alle hatten nämlich, Tiere die sie waren, immerzu Hunger, und deswegen waren die Reden bei solchen Anlässen immer sehr kurz.

Allerdings kam es zu einer kleinen Verzögerung beim Verzehr der Auszeichnung, weil plötzlich eine Delegation des Südwaldes, bestehend aus verdienten Agitationsmäusen der Roten Käsegarde unter Leitung eines Hasen-Politkommissars auf ihren Flugeulen bzw. -käuzchen auftauchte.

Die Gäste wurden mit den gebührenden Ehren empfangen und wollten nun ihrerseits Reden halten, die die Freundschaft und Verbundenheit zwischen den Tieren des Süd- und des Nordwaldes unterstreichen und lobpreisen sollten. Mit Blick auf die verzehrbereite Erdbeersahnetorte faßten sie sich zum Glück und zur Erleichterung der Anwesenden kurz; normalerweise waren die Mäuse und Hasen des Südwaldes für ihre komplizierten Ausführungen und stundenlangen, theorielastigen Ansprachen bekannt.

Der Hasen-Kommissar sagte aber bloß „Super gemacht, Genosse Igel! Die Torte sieht auch super aus! Es lebe der Waldkommunismus!“ und alle machten sich über die Erdbeertorte her.

Hinterher wurde dann noch erzählt und diskutiert – so ganz konnten es die Besucher aus dem Südwald einfach nicht lassen – und dabei so mancher Becher Elfenwein geleert. Schließlich dämmerte der Morgen und alle wankten entweder nach Hause oder schliefen an Ort und Stelle ein. Die Gäste flogen natürlich auf ihren Eulen nach Hause, denn Eulen und  Käuzchen schlagen bekanntlich des Nachts nie. Deshalb waren sie fit wie ein Stöckelschuh, wie man bei den Tieren sagt.

Geschichten, die das Leben schrieb: alles wie immer auf der Hunderunde 

Hund und ich wollten nur zum Rhein gehen, gerieten aber in eine Art Dimensionenportal oder Wurmloch, dass uns unvermittelt in eine parallele Realität beförderte. 

Unterhalb des Kaiser-Wilhelm-Ringes, dort, wo normalerweise die Rheinwiesen sind, öffnete sich jetzt ein klaftertiefer Abgrund. Aus den Tiefen sah man Flammen und Rauch emporsteigen, in denen in endloser Abfolge allerlei dämonische Fabelwesen um- und durcheinander schwebten, tanzten, flatterten und zuckten, nur um wieder zu verschwinden, ehe sich das Spektakel wiederholte. 

Ein Hinweisschild warnte vor dem Sprung in diesen Abgrund, als ob man nicht von selbst darauf kommen würde, keinesfalls in diesen Höllenschlund zu springen. Entgegen unserer Annahme gab es aber keinerlei Hitzeentwicklung, keine Geräusche oder Gerüche und ähnliche Auswirkungen der sichtbaren Phänomene. Dies deutete darauf hin, dass es sich hier tatsächlich um einen Zwischenzustand in der Grenzzone von dieser und einer anderen Realität handeln musste.

Neugierig näherten Hund und ich uns dem Abgrund, um hineinzuschauen, konnten aber nichts ausmachen als die schon bekannten Erscheinungrn. Auf einmal jedoch stieg von unten ein seltsames Dampfschiff von der Größe eines Toasters empor. Aus einem pilzförmigen Aufbau an Deck dieses merkwürdigen schwebenden Gefährts schallte eine scheppernde Lautsprecherdurchsage, die wieder und wieder – und mit erkennbaren Pathos in der trotz der blechernen Verzerrung gut hörbaren Stimme – das Ende aller Tage ausrief und zu Einkehr und Läuterung aufforderte.

Da nun vor kurzem ein neues Oberhaupt der katholischen Kirche den Stuhl Petri bestiegen hatte, hielt ich es zunächst für möglich, dass es sich hier um eine ganz ausgeklügelte und elaborierte Marketingmaßnahme handeln könnte, mittels derer glaubensmäßig ungefestigte und schwankende Zeitgenossen zurück auf den Pfad christlicher Tugend gelockt werden sollten.  Dann jedoch bemerkte ich die zahlreichen kommunistischen Banner und roten Fahnen, mit denen das viktorianisch anmutende Dampfschiff dekoriert war.

Ehe ich noch diesem Widerspruch auf den Grund gehen konnte, zerrann die Vision und vor uns lagen die Rheinwiesen, wie wir sie kannten. Die ersten Wagen der Rheinkirmes-Schausteller waren eingetroffen und die Spaziergänger und Hundehalter flanierten mitsamt ihren Vierbeinern durch die Landschaft. Alles war wie immer, und doch war nichts wie vorher – was aber dazwischen lag, erzog sich jeglicher begrifflichen Definition und, wenn ich ehrlich bin, auch der Wahrnehmbarkeit.

Ich führte die gesamthafte Begebenheit auf zu wenig Kaffee am Morgen zurück und begab mich zusammen mit dem Hund umgehend auf den Rückweg, um diesem Mangel abzuhelfen.

DAS SANKTIONSLIED

Wer hierzulande nicht pariert
der wird in Zukunft sanktioniert!

RT auf deinem Telefon?
ZACK! Schon setzt es ne Sanktion!
Russophobie ist dir nicht recht?
Sanktionen rücken dich zurecht!

Das Russland uns EUROPA raubt:
Wir sanktioniern euch bis ihr’s glaubt!
In deinem Oberstübchen wohnen
falsche Gedanken? Dann: SANKTIONEN!

Du magst im Winter nicht gern frieren?
Du PUTINKECHT! Wir sanktionieren!

Doch sanktioniern wir DEMOKRATICH,
und euch Russenfreunden rat‘ ich:
Seid klug und huldigt diesen Vieren,
dann müssen wir nicht sanktionieren:

Die Uschi, Stahmer, Merz, Macron –
sie geben vor den neuen Ton
der heute durch Europa schallt,
in Bürgerköpfen widerhallt,
bis alle nur noch einig blaffen
„Zu den Waffen! Zu den Waffen!“

Wer weiter unsre Politik
bemäkelt und in Zweifel zieht,
der weiß ab jetzt, wohin das führt:
Er wird dann nämlich sanktioniert
bis Ärger, Strafen und Verdruß
ihn heilen von dem Russenstuß,
auf dass er wieder Teil werde
der russophoben Kriegerherde.