Noch einmal, Deutschland?

“Play it again, Sam!“ sagte Humphrey Bogart als Clubbesitzer Rick zu seinem Barpianisten. Was dieser auch tat. Was die europäischen und vor allem die deutschen Kriegsprediger in immer schrilleren Tönen in Richtung Russland rufen, läuft auf eine ähnliche Aufforderung hinaus.

Auch wenn Russland nicht nur auf der Klaviatur, sondern mit dem gesamten Orchester, das in Reaktion auf solche unverhohlenen Aufrufe zum Einsatz kommen könnte, ein virtuoser Meister ist, möchte es dieses „Spiel“ vermeiden. Sollten die Kriegseiferer es dazu zwingen, wird die Melodie wie beim vorigen Mal eine sein, die speziell deutschen Ohren nicht behagen wird.

Verständige Menschen fragen sich deshalb länger schon, ob Deutschland es wirklich darauf anlegt, mal wieder aufgespielt bzw. den Marsch geblasen zu kriegen. Die EU- und die BRD-Eliten und ihre politischen Sachwalter gehören allerdings nicht zu der verständigen Sorte Menschen.

Somit bleibt die Frage „Noch einmal, Deutschland?“ einstweilen unbeantwortet.

Politische Charaktermasken und Medien

Beide nehmen jeweils sich selbst und die andere Branche sehr ernst. Die Medien natürlich, weil es heute zum medialen Überlebensmodus gehört, so zu tun, als wären die politischen Charaktermasken, denen sie eigentlich auf die Finger schauen sollten, ihre Dienstherren, deren Entschlüsse sie grundsätzlich so zu kolportieren haben, dass diese nicht infrage gestellt werden. Allenfalls ist eine gewisse geschmäcklerische Kommentierung erlaubt, die aber niemals die Grundsätze des fundamentalen Einverständnisses von Herrschaft und Hofberichterstattern infrage stellen würde.

Die Komplizenschaft der journalistischen Hofberichterstatter ist jedenfalls wirklich fast ebenso gruselig wie die Tatsache, dass der peinliche politische Gartenzwerg Merz und sein pathologischer Russenhaß in Deutschland hingenommen wird als hätte ein böser Gott uns dazu verurteilt, erneut unter einem fanatischen Führer in den Krieg gegen Russland zu ziehen.

Man kann sich‘s nicht erklären; selbst die naheliegende (und sicherlich korrekte) Analyse der Kräfteverhältnisse und Ambitionen des deutschen Imperialismus in der Staatenkonkurrenz als eines (mal wieder) um einen „Platz an der Sonne“ erfolgreicher kapitalistischen Geschäftemacherei bemühten Rudelführer eines europäischen Staatenbundes bringt einen nicht unbedingt weiter.

Es scheint zusätzlich noch eine Komponente ideologischen Wahns und unerbittlicher „Nach mir die Sintflut“-Psychose vorzuliegen, gerade auch bei Charaktermasken wie Merz und ähnlich strukturierten Wichtigtuern, deren Selbstdarstellung wohl die Kompensation für die intellektuelle Dürftigkeit sein soll, die der Mann vermutlich selber verspürt.

Auf deutsch: je impotenter, schmalbrüstiger und generell mental zu kurz gekommen der politische Protagonist, umso wuchtiger das Säbelrasseln und das verbale Lautsprechertum kriegsbereiter Entschlossenheit und Vernichtungswut gegen „den Feind“.

„Der Johnny kommt!! Ach nee, der Russe!!“

Achja, unsere Politiker…

Johnny Nasepuhl ist einer der unterhaltsamsten von ihnen. Ein Comedian, der uns das schmerzlich vermißte 360-Grad-Lenchen und ihre legendären Beiträge zur deutschen Humorkultur dann doch allmählich vergessen lässt.

Johnny hat, im Gegensatz zu seiner Vorgängerin, das betreten-gravitätische Gesichtsfaltenvertiefen bei seinen Stand-up Auftritten einfach noch besser drauf, und sein sorgenvoll-bedenkenträgerischer Dackelblick, während er sinnfreie Fantasiesätze aufsagt, ist unbezahlbar.

Von daher gilt Johnny‘s „Der Russe kommt“-Nummer von 2025 bereits jetzt als neuer Klassiker politischen Kabaretts, die unter Experten und Fans zurecht Kultstatus genießt.

Man muss ihm einfach wünschen, dass sein Einsatz an der Humorfront demnächst mit einem einträglichen Posten bei Rheinmetall, Airbus Defence & Space oder KNDS belohnt wird.

Screenshot

Das europäische „Ja, aber“ ist das „NEIN“ von zahnlosen Memmen, die ihre Kriegsniederlage nicht zugeben wollen

Der „28-Punkte-Plan“ der US-Administration zur Beilegung der Ukraine-Krise, der in den Medien zirkuliert, ist eine UKRAINISCHE Veröffentlichung (durch den „Rada“-Abgeordneten Oleksiy Goncharenko, Mitglied der Partei des Ex-Präsidenten Poroshenko) und angeblich von der ukrainischen Seite „modifiziert“.  

Die Festlegung einer zukünftigen ukrainischen Armee auf eine Stärke von 600.000 Mann und der Ersatz der Klausel, die eine penible Überprüfung der Zahlungen und Waffenlieferungen an die Ukraine vorsieht durch eine „Amnestie für alle“-Klausel (laut „Washington Post“ auf Drängen der Ukrainer) spricht eine deutliche Sprache.

Trotz dieser durchsichtigen Schadensbegrenzungsmaßnahmen durch die Verlierer des Krieges befinden sich die Co-Verlierer, die europäischen Kriegshetzerstaaten und ihre Machthaber, im Zustand kollektiver Schnappatmung und wilder Friedenspanik.

In Südafrika, beim G20-Gipfel, separierten sich die EU-Bellizisten eine Zeitlang vom Rest der Teilnehmer um eine Antwort auf diese aus ihrer Sicht unglaubliche und katastrophale Bedrohung ihrer Kriegspläne zu geben. Diese Antwort konnte natürlich nur in einer Weise ausfallen, nämlich als beleidigte Zurückweisung des Planes. Für die Europäer gilt ausschließlich die Kapitulation Russlands als Lösung des Ukraineproblems:

  • die „Begrenzung“ der ukrainischen Armee auf 600.000 Soldaten würde gewährleisten, dass die Nachkriegsukraine die größte Armee Europas (außer Russland) behält,
  • NATO-Mitgliedschaft der Ukrain soll weiterhin möglich sein
  • ein Einfrieren des Konflikts entlang der derzeitigen Frontlinie

und ein paar weitere delirierend Fantasien der Europäer und der Ukrainer, die Russland niemals akzeptieren wird.

Die Europäer tuen also immer noch so, als wären sie bzw. ihre ukrainischen Schützlinge die Gewinner des Krieges und als hätten sie deswegen ein Mitspracherecht bei der Nachkriegs-Abwicklung.

Das „Ja, aber“ von Merz & Co ist das „Auf keinen Fall“, das man auch im Privatleben gelegentlich hört, wenn ein Gegenüber so tut, als wäre es diskussionsbereit und würde die Gegenposition berücksichtigen. In Wahrheit hat der Gesprächspartner nicht vor, auch nur um ein Jota auf die Wünsche oder Forderungen der Gegenseite einzugehen und beabsichtigt, ausschließlich die eigenen Absichten (in diesem Fall also reines Wunschdenken) durchzusetzen.

Das kann man machen, aber eben nur, wenn man die Möglichkeiten dazu hat, im geopolitischen Macht- und Erpressungsgeschäft also die ökonomischen oder militärischen Mittel, die einem die Durchsetzung seiner Ziele ermöglichen. Dass weder die Europäer noch sogar die Amerikaner (außer um den Preis eines Nuklearkrieges gegen Russland) diese Möglichkeiten haben, macht die „Ja, aber“-Farce der europäischen Politzwerge so lächerlich und armselig.

Auf einem ganz anderen Blatt steht die Fähigkeit und der Willen der Trump-Administration, diesen Plan in Absprache mit Russland so anzupassen, dass er für Russland akzeptabel ist. Das nämlich ist das Realisierungskriterium für den „28-Punkte-Plan“.

Russland hält alle Karten, Russland gewinnt den Krieg. Der russische Präsident hat in seiner Ansprache vor dem Nationalen Sicherheitsrat Russlands deutlich gemacht, dass man seitens der Russen gesprächsbereit ist, weil Russlands Freunde und Alliierte dies bevorzugen. Russlands Präferenz ist jedoch der vollständige militärische Sieg und die bedingungslose Kapitulation des kriminellen Regimes in Kiew. 

Insofern ist der europäische Einspruch gegen den „28-Punkte-Plan“ letztlich ein Manöver, das – wenn es zur von den Europäern gewünschten Fortsetzung des Krieges kommt – den russischen Interessen entgegenkommt:

  • Regime Change in Kiew
  • vollständige Demilitarisierung und Entnazifizierung des Bandera-Staates
  • Option für die jetzt noch ukrainischen Gebiete mit mehrheitlich oder signifikant hoher russischer Bevölkerung, sich für die Vereinigung mit der Russischen Föderation zu entscheiden.

Zwei Seiten einer Münze

‪Diese Politik versammelt allerdings 75% der deutschen Wähler hinter sich. ‬

‪Der Punkt dabei ist, dass denen einleuchtet, dass erstens die Reste des Sozialstaats geschleift werden müssen und zweitens Krieg gegen Russland ansteht, wobei das erste aus dem zweiten folgt. ‬

‪Eine Mehrheit der deutschen Wähler ist tatsächlich genügend propagandisiert, um das dazugehörige Feindbild zu akzeptieren, oder zumindest nicht zu opponieren.‬

‪Und ganz grundsätzlich leuchtet ALLEN, also nahezu 100% der Bürger, fälschlicherweise ein, dass der Staatserfolg auch ihr Erfolg ist und dass die Garantie für einen erfolgreichen kapitalistischen Staat nun mal die wuchtige Kapitalvermehrung am Standort ist – die nötigen Opfer dafür zu bringen, sind sie anscheinend bereit.‬

Kein Anschluß unter dieser Nummer:Poetische Annäherung an deutsche Geopolitik

Donnerwetter, Potzenblitz
da vorne kommt der Fotzenfritz!

Er hebt warnend seine Hand
nach Westen, Richtung Ami-Land:
„Onkel Donald, das ist schlecht
was in der Zeitung steht!

Es ist mir ganz und gar nicht recht,
wenn dieser Krieg zu Ende geht!
Der Russe ist doch unser Feind
(Was auch mein Freund Wolodja meint),
Wir müssen ihn bekriegen!

Denn sollte Putin siegen,
dann haben wir kein Feindbild mehr
um unserem Volk zu sagen:
„Armut und Teuerung sind schwer
und bitter zu ertragen.
Doch muss es sein
weil: BÖSER RUSS‘!“
Das Volk, das glaubt uns diesen Stuss,
es fällt zu gern drauf rein!

Ohne diese Lügenmär
setzten die sich noch zur Wehr
und das wär‘ uns fatal.
Drum wart‘ noch bis zur nächsten Wahl,
sonst hat dich Putin reingelegt…

DONALD?? Scheiße, aufgelegt!

Donnerwetter, Potzenblitz
da hinten heult der Fotzenfritz…