Wo die Erft den Rhein begrüßt

Neuss! Das Elend an der Erft!
Neuss! Die Stadt, die jeden nervt,
der im Schrank noch alle Tassen,
hat und nicht vollendet blöde
ist und es nicht fassen
kann, dass dieser Ort der Öde
überhaupt sich „Stadt“ benennt!

Neuss, das nur Misere kennt!
Ein Ort, so langweilig und grässlich,
dessen Innenstadt so hässlich,
dass ein Laden nach dem andern
sich entscheidet abzuwandern
und der hier verblieb‘ne Rest
gezwungen ist, beim Schützenfest
– misslingt‘s ihm, vorher wegzulaufen –
drei Tage lang sich zu besaufen.

Neuss, du weißt, ich spreche wahr.
“Ich grüße dich, Novesia!“

Kriegspoesie

Man sieht hier drei Politgestalten
wie Sie Panzerbilder halten.
Sie zeigen gern die Bilder her –
Die Rüstungsfirma freut es sehr.
An ihrem Grinsen lässt sich ahnen
dass sie bereits den Einsatz planen.

Der Ausdruck hohler Dümmlichkeit
belegt, wie freudig kriegsbereit
sich diese Säbelrassler geben –
es ist ja schließlich nicht IHR Leben
das gerne sie zum Opfer bringen
wenn sie den Endsieg neu erringen.

Auch du hast dein Schicksal in der Hand: gesungene Lebensweisheit für die Konkurrenzgesellschaft

Man muss dagegen arbeiten, man darf sich nicht aufgeben“, sagt mir ein Freund und Genosse, und meint es in aller Freundschaft und Solidarität.

Das klingt in den Ohren eines Menschen, der sich mit dem abmüht, was bürgerliche Psychologen Depression nennen, natürlich wie Hohn, da diese Appelle für ihn zu der Welt gehören, deren absolute und ultimative Sinnlosigkeit ihn erst in den Zustand befördert hat, in dem er steckt.

Einer meiner liebsten Sprüche stammt tatsächlich von der ehemaligen Chefin der evangelischen Großsekte, Margot Kässmann (die ihren Job verlor, weil sie besoffen Auto fuhr, dabei einen Unfall baute und damit „nicht mehr tragbar“ war als Vorsitzende der EKD). Sie kommentierte das Ganze mit dem Satz:

„Man fällt niemals tiefer als in Gottes Hand“.

Das ist ein Juwel der Weisheit; man muss nicht mal gläubig sein, um die Weisheit darin zu entdecken. Nichts Menschliches sollte uns fremd sein, gerade wenn wir uns als Kommunisten bezeichnen…

Mein wahres Selbst

Man wird im Alter depressiv,
das Leben wirkt beklemmend schief.

Sex and drugs and Rock’n’Roll
sind weder interessant noch toll.

Was dir einst die Welt versüßt
hat seine Reize eingebüßt.

Selbst die Hemden sind bekleckert
Und die Ehegattin meckert
über Angelegenheiten
die dir längst nichts mehr bedeuten.

Warum, so fragst du dich verstärkt,
hab ich früher nicht bemerkt,
was in der Packung „Leben“ drin:
Die Welt ist krank und nichts macht Sinn .

Nachts

Nachts. Zur Ruh‘ kommt Mensch und Vieh.
Jetzt öffnen sich die Pforten
zu all den rätselhaften Orten
der Gaukelei und Fantasie,

Wo Pflanzen sprechen, Tiere singen,
Geistgesichter in den Bäumen 
oder deren Zwischenräumen 
wunderliche Träume bringen.

Umringt von namenlosen Wesen,
die dir entfernt bekannt erscheinen,
spürst du:  du kannst von keinem
dieser Bilder dich mehr lösen

Bis am Ende dieser Nacht
die neue Morgenröte glimmt,
und die Bilder mit sich nimmt –
Jetzt bist du aufgewacht!

Fort sind die schwebenden Gestalten,
verklungen das Geraune
der Nebelfeen und Faune.
Alles ist beim Alten.

Es war mal wieder schön.
Nun kannst du schlafen geh‘n.

Der Autokrat

Tief im Osten liegt ein Staat,
da herrscht ein übler Autokrat,
der alles ganz allein bestimmt
und jedem seine Freiheit nimmt, 
der was dagegen sagt –
so wird es hier beklagt.

Dieser schlimme Finger hat
den Hunger eines Nimmersatt
auf uns, die wir in freien Ländern
an seines Riesenlandes Rändern
ein feines Leben haben –
so hört man viele sagen.

Zwar gibt‘s auch dort, was hier man kennt:
Wahlen, Rechtsstaat, Parlament;
Doch ist der Westen schwer verdrussen
weil Putin™ dort von seinen Russen
geschätzt und hoch geachtet wird –
und das, sagt man uns, ist verkehrt!

Denn Merz und Starmer und Macron,
freuen sich ja sogar schon,
wenn keine Eier auf sie fliegen
für ihre kriegsbereiten Lügen:
„Russland will Krieg!“ – wir ahnen,
dass sie ihn selber planen.

Die Pleiteländer der EU
und auch die Inselaffen 
legen geschäftlich nur noch zu
mit Rüstung, Krieg und Waffen.

Willst du das Volk zum Krieg bewegen,
musst du ihm täglich nahe legen,
dass man das Böse stoppen muss –
und das Böse ist der Russ‘,
der, weil er nun mal Autokrat, 
nur Aggression im Sinne hat.

Erst Kiew, später Polen,
dann kommt er, uns zu holen!
„Oh Schreck lass nach, da kommt er schon!“
Das ist sonst nichts als: Projektion.

Europa wird vor Furcht fanatisch
und dabei selber autokratisch:
Es hat sich in den Krieg verheddert,
die eig‘ne Wirtschaft bald geschreddert, ‚
zerschlägt jetzt noch den Wohlfahrtsstaat –
Doch Putin™ ist der Autokrat?

„Weil der Russe Böses plant
Musst du ärmer werden
und demnächst – du hast‘s geahnt –
dann auf dem Schlachtfeld sterben.

Dazu müssen wir dein Geld
für den Krieg verbraten;
im Gegenzug wird dir erzählt
das Feindbild „Autokraten“.

Wozu? Das darfst du ruhig erfahren:
Wir brauchen diese Waffen,
um doch, nach nunmehr neunzig Jahren,
den Endsieg noch zu schaffen!“