Ballade vom Sozialfaschisten


Der Herr Finanzminister ist
ein deutscher Sozialfaschist.
Er prahlt mit selbstzufried‘ner Miene
mit dem, was schon der Ukraine
an deutschen Geldern zugekommen
und deutschen Bürgern weggenommen
wurde und demnächst noch wird.

Der Bürger denkt „Mich tritt ein Pferd!
Ham die Berliner sie noch alle?“
Sein Denken steckt in einer Falle:
Der Herr Minister macht dies nicht
weil er ein arger Bösewicht
oder auch nur ein Dummkopf sei –
er denkt sich nämlich was dabei!

Er macht‘s, weil Armut, Krieg und Rüsten
der Job ist von Sozialfaschisten,
wenn in der Krise wieder mal
in Deutschland Staat und Kapital
beschließen, dass Geschäft und Macht
ganz viel Gewalt jetzt nötig macht.

DAFÜR die Leute zu verarmen,
dabei moralisch rumzubarmen
und Krieg als edle Tat verkaufen:
DAS macht den Mann und seinen Haufen
zum unverzichtbar’n Instrument
der Bourgeoisie – die keinen kennt,
der dafür so geeignet ist
wie eben ein Sozialfaschist.

Die vier Meere

Die Nordsee ist ein wildes Wasser. 
Ihre Fluten sind viel nasser 
als die der Ostsee beispielsweise: 
die ist dagegen lahm und leise.

Und erst die Südsee! Faul und stumm
plätschert sie in den Tropen rum.
All diese Meere kennt man bestens. 
Doch was ist mit der See des Westen?

Die Westsee wird gern totgeschwiegen
und das kann nur an einem liegen:
Im Gegensatz zu and‘ren Meeren 
Liegt sie im vagen Ungefähren.

Dort wo, weit hinterm Horizont
(und auch davor) das Rätsel wohnt,
das letzte Wort, der Grund des Seins,
wo aufgehoben „deins“ und „meins“,
wo schaurig-tief der Abgrund gähnt
und ewig-still die Leere stiert –
drum wird die Westsee ignoriert,
verleugnet, nirgendwo erwähnt.

Jetzt wisst ihr es. Doch wisst ihr NICHTS!
Das ist der Zweck dieses Gedichts.

Verpasste Erleuchtung

Man hat rein gar nichts in der Hand
in diesem kurzen Leben.
Doch sitzt du mal am Ostseestrand,
den treuen Hund daneben,

strömt dir in jede Ader
ein jenseitiger Frieden.
Gestillt ist aller Hader
mit dem Betrieb hienieden.

Schon wähnst du dich im Einklang
mit Gott, Natur und Welt –
bis dass der Hund auf Möwenfang
sehr laut und kräftig bellt.

Die Mücke

Mücken summen in der Nacht.
Eine hab ich platt gemacht
mit einem Schlag von meiner Hand. 
Ihr Blut – mein Blut! – klebt  an der Wand

Ich sinke langsam in den Schlummer 
Da höre ich den nächsten Summer.
Entrissen Schlafes sanften Armen
kenn‘ ich jetzt keinerlei Erbarmen:

Sämtliche Lampen angemacht
und alle Mücken umgebracht!

Ermüdet sink‘ ich auf die Matte 
und schreite grad durch Hypnos‘ Tor,
spür‘ schon des Traumes weiche Watte –
da dringt ein Summen an mein Ohr….