Wie’s mal wieder nichts wurde mit dem Waldkommunismus

Im Wald wurde mal wieder der Kommunismus vorbereitet.

Die Igel, wie immer für jeden Scheiss zu begeistern, wollten sofort den Schritt in den vollendeten Kommunismus machen.

Fjodor von den Fuchs-Pionieren ließ sich von der Igelbegeisterung anstecken und wollte unbedingt Kommissar für das Hühner- und Gänsewesen werden, aber die anderen durchschauten seinen Trick und bestimmten ihn erstmal zum Platzwart der Waldlichtung, auf der sie sich immer trafen.

Die Hasen begrüßten den Igel-Vorschlag im Prinzip, gaben aber zu bedenken, dass die Tiermassen ja alle noch die alten Verhältnisse gewohnt waren und vielleicht nicht sofort zum kommunistischen neuen Tier werden könnten.

Der Bär, ein erfahrener alter Haudegen, der schon alles gesehen hatte, lehnte lässig an der Pilzhütte des Wald-Gebietssekretariats und dachte sich seinen Teil.

Nur der Hirsch verstand wieder gar nichts und merkte noch nicht mal, dass Hugo der Hamster, der auf seinem Kopf saß, mal wieder inkontinent war. Aber Hirsche sind halt blöd.

Das reichlich ausgegebene Bier tat ein Übriges und so wurde es mal wieder nichts mit dem Waldkommunismus.

Hurra dem Waldkommunismus!

Igor der Igel vom Wurzelgräber-Kollektiv hatte sich durch wiederholte Plan-Übererfüllung und vorbildliche Arbeitsdisziplin ausgezeichnet. Darum erhielt er anlässlich der monatlichen Vollmondfeier eine Erdbeersahnetorte überreicht.

Es wurde erwartet, dass Igor diese hohe Auszeichnung nicht, wie es Igel-Art war, allein verschlang, sondern mit seinen Freunden und Genossen teilte. Natürlich besaß Igor genug revolutionäres Bewusstsein, um ohne weiteres die Torte in so viele Stücke zu zerteilen, wie Tiere anwesend waren, was von Genossen Stachowitsch, dem Vorsitzende des Kollektivs, auch lobend in seiner kurzen Ansprache erwähnt wurde. Alle hatten nämlich, Tiere die sie waren, immerzu Hunger, und deswegen waren die Reden bei solchen Anlässen immer sehr kurz.

Allerdings kam es zu einer kleinen Verzögerung beim Verzehr der Auszeichnung, weil plötzlich eine Delegation des Südwaldes, bestehend aus verdienten Agitationsmäusen der Roten Käsegarde unter Leitung eines Hasen-Politkommissars auf ihren Flugeulen bzw. -käuzchen auftauchte.

Die Gäste wurden mit den gebührenden Ehren empfangen und wollten nun ihrerseits Reden halten, die die Freundschaft und Verbundenheit zwischen den Tieren des Süd- und des Nordwaldes unterstreichen und lobpreisen sollten. Mit Blick auf die verzehrbereite Erdbeersahnetorte faßten sie sich zum Glück und zur Erleichterung der Anwesenden kurz; normalerweise waren die Mäuse und Hasen des Südwaldes für ihre komplizierten Ausführungen und stundenlangen, theorielastigen Ansprachen bekannt.

Der Hasen-Kommissar sagte aber bloß „Super gemacht, Genosse Igel! Die Torte sieht auch super aus! Es lebe der Waldkommunismus!“ und alle machten sich über die Erdbeertorte her.

Hinterher wurde dann noch erzählt und diskutiert – so ganz konnten es die Besucher aus dem Südwald einfach nicht lassen – und dabei so mancher Becher Elfenwein geleert. Schließlich dämmerte der Morgen und alle wankten entweder nach Hause oder schliefen an Ort und Stelle ein. Die Gäste flogen natürlich auf ihren Eulen nach Hause, denn Eulen und  Käuzchen schlagen bekanntlich des Nachts nie. Deshalb waren sie fit wie ein Stöckelschuh, wie man bei den Tieren sagt.

DAS SANKTIONSLIED

Wer hierzulande nicht pariert
der wird in Zukunft sanktioniert!

RT auf deinem Telefon?
ZACK! Schon setzt es ne Sanktion!
Russophobie ist dir nicht recht?
Sanktionen rücken dich zurecht!

Das Russland uns EUROPA raubt:
Wir sanktioniern euch bis ihr’s glaubt!
In deinem Oberstübchen wohnen
falsche Gedanken? Dann: SANKTIONEN!

Du magst im Winter nicht gern frieren?
Du PUTINKECHT! Wir sanktionieren!

Doch sanktioniern wir DEMOKRATICH,
und euch Russenfreunden rat‘ ich:
Seid klug und huldigt diesen Vieren,
dann müssen wir nicht sanktionieren:

Die Uschi, Stahmer, Merz, Macron –
sie geben vor den neuen Ton
der heute durch Europa schallt,
in Bürgerköpfen widerhallt,
bis alle nur noch einig blaffen
„Zu den Waffen! Zu den Waffen!“

Wer weiter unsre Politik
bemäkelt und in Zweifel zieht,
der weiß ab jetzt, wohin das führt:
Er wird dann nämlich sanktioniert
bis Ärger, Strafen und Verdruß
ihn heilen von dem Russenstuß,
auf dass er wieder Teil werde
der russophoben Kriegerherde.