Im Norden löpt dat

Auch im Norden müssen die Leute sich versorgen, und das macht man in Schönberg am besten bei Familie Zupkes REWE oder natürlich bei ALDI NORD, außer man hat Geld genug und geht zum Edel-Edeka hinterm „Penny“.

Der einheimische Nordmann und seine Nordfrau kaufen hier ein, oft begleitet von den gemeinsam gezeugten Nordkindern. Ebenso zahlreiche Touristen, die kistenweise „Flensburger Pils“ aus der REWE-Getränkeabteilung abschleppen und im ALDI den legendären und günstigen Deichkäse und viele andere gute Dinge erstehen, die es nur im Nord-Aldi gibt.

Auffällig ist, dass unglaublich viele Leute – Einheimische wie Touristen – massiv übergewichtig sind, teilweise schon die Kinder. Auch scheint es mittlerweile ein ungeschriebenes Gesetz für Menschen unter vierzig zu geben, das mindestens Oberarm- Tätowierungen vorschreibt.

Gekleidet ist die überwiegende Mehrheit der Besucher dieses hervorragenden Einkaufszentrums anscheinend mit der schlichten, aber sehr preiswerten Mode von STOLZ, dem „Kaufhaus des Nordens“. T-Shirts für 3 Euro, Windjacken für 15 Euro, Jeans ab 20 Euro gehen weg wie geschnitten Brot, wahrscheinlich auch deshalb, weil die Auswahl an großen und Übergrößen sehr reichlich ist.

Über allem schwebt und zirkuliert der wunderbare Klang des nordischen Singsangs, manchmal auch Platt, der die Seele labt und das Herz erfrischt: „Noch‘n büschen mehr?“, wird man an der Wurst- und Käsetheke gefragt, und man weiß: im Norden löpt dat.

Kein Anschluß unter dieser Nummer:Poetische Annäherung an deutsche Geopolitik

Donnerwetter, Potzenblitz
da vorne kommt der Fotzenfritz!

Er hebt warnend seine Hand
nach Westen, Richtung Ami-Land:
„Onkel Donald, das ist schlecht
was in der Zeitung steht!

Es ist mir ganz und gar nicht recht,
wenn dieser Krieg zu Ende geht!
Der Russe ist doch unser Feind
(Was auch mein Freund Wolodja meint),
Wir müssen ihn bekriegen!

Denn sollte Putin siegen,
dann haben wir kein Feindbild mehr
um unserem Volk zu sagen:
„Armut und Teuerung sind schwer
und bitter zu ertragen.
Doch muss es sein
weil: BÖSER RUSS‘!“
Das Volk, das glaubt uns diesen Stuss,
es fällt zu gern drauf rein!

Ohne diese Lügenmär
setzten die sich noch zur Wehr
und das wär‘ uns fatal.
Drum wart‘ noch bis zur nächsten Wahl,
sonst hat dich Putin reingelegt…

DONALD?? Scheiße, aufgelegt!

Donnerwetter, Potzenblitz
da hinten heult der Fotzenfritz…

Endzeit-Ode ohne Happy End

Es läuft ja letztens ziemlich dumm
für das US-Imperium:
Das Land zerfällt, die Armut steigt,
den Ukraine-Krieg vergeigt.
Dazu wächst unaufhaltsam BRICS
trotz Donald’s Wut und Strafzoll-Tricks.

Verzweiflung steigt, Renditen sinken
der Westen, er beginnt zu stinken
nach Angst vor seiner Niederlage –
nicht „ob“ mehr, „wie“ ist jetzt die Frage.

Die Menschheit schnuppert und sie riecht,
wie ein Geruch die Welt durchkriecht
der streng und ziemlich eklig stinkt
je lauter Trump das Liedchen singt,
wie mächtig und wie wunderbar
und great durch ihn America!

Und ist die Panik groß genug,
sind diese Herrschaften am Zug:

Am Düsseldorfer Flughafen lernen schon die Kleinen: der Russe ist kulturlos und lebt in einem leeren Land ohne Natur- und sonstige Sehenswürdigkeiten

Florian Warweg postet diesen Beitrag auf X:

Die Kommentare sind etwa jeweils zur Hälfte zustimmend, also kritisch gegenüber dieser offenkundigen Zurschaustellung der mittlerweile gewohnten Alltags-Russophobie, der man im offiziellen Deutschland an jeder Ecke begegnet. Die andere Hälfte lässt genau die hasserfüllten, feindseligen Kommentare vernehmen, die den russophob abgerichteten Volksgenossen wie giftige Jauche durch die Ritzen der Bretter vor ihren Köpfen quillt.

Das kann ich nicht unkommentiert lassen:

‪Am interessantesten in diesem Thread finde ich die zahlreichen Beispiele der als „Russophobie“ klassifizierten Geisteskrankheit, dieser fanatischen Feindseligkeit gegen ein ganzes Land, seine Bewohner, seine Kultur und seine Geschichte.‬

‪Der reflexhafte mentale Speichelfluß konditionierter Untertanen („Gulag“, „Stalinstatuen“, „Giftangriffe“, „Fensterstürze“, „brutaler Eroberungskrieg“ usw.) beim Wort „Russland“, „Russe“ oder „Putin“ belegt, wie erfolgreich die Kriegshetze der Regierung und der eingebetteten Medien ist. Die hasserfüllten Dummheiten von aufgehetzten Schmalspurdenkern zeigen ebenso, dass die Kriegspropaganda auf einem soliden Fundament von Russenhaß, Antikommunismus und Verdrängung aufbauen kann. ‬

‪Die Verdrängung nämlich des Vernichtungskrieges, den eine Vorgängerregierung des jetzigen Berliner Regimes gegen Russland und die Sowjetunion angezettelt hat und dem ca 27 Millionen Sowjetbürger zum Opfer gefallen sind. Und immer noch wird „der Russe“ entmenschlicht, dämonisiert, als stets gewaltbereites, eroberungswütiges Monster dargestellt, dem „wir“ nur mit überlegener Gewalt, sprich: Aufrüstung und Krieg, entgegentreten können.‬

‪Das kleine Detail, auf einem Kinderglobus von allen Ländern nur Russland, immerhin der größte Flächenstaat der Erde, ohne Symbole der Naturschönheiten oder Sehenswürdigkeiten darzustellen, mag für sich gesehen armselig und lächerlich sein. Es ist aber ein Bestandteil der tödlichen Vernichtungsabsicht, die der deutsche Imperialismus und seine Ideologen immer noch gegen Russland hegen. Alles Menschliche wird diesem „Unvolk“, diesen „Untermenschen“ abgesprochen, jegliche kulturellen und sonstigen Errungenschafren, Schönheiten, Werke etc. werden mit Ignoranz gestraft. Das ganze Land, der Begriff „Russland“ wird zur Chiffre für DAS BÖSE, für DEN FEIND. ‬

‪Wer sich das einleuchten lässt – so wie etliche der Kommentatoren hier – der ist auch bereit für den Krieg gegen das Land, das „immer unser Feind sein wird“ (Außenminister Wadephul). Das Land, gegen das der nächste Krieg geplant wird, in dem deutsche Soldaten „wieder lernen müssen, Russen zu töten“ (Kriegsminister Pistorius).‬

‪So geht Kriegshetze, so soll Kriegstüchtigkeit erzeugt werden, so funktioniert entmenschlichende Propaganda. ‬

‪So geht Faschismus.‬

Ein Alex von Münchhausen kommentiert:

Was mich in dieser Hinsicht sehr traurig macht, dass man fast mit keinem darüber reden kann. Die Indoktrinierung ist restlos vollzogen.

Ich stelle häufig fest, dass eine bestimmte „Filterblase“ – vor allem meine ostdeutschen Freunde mit DDR-Sozialisierung – selbstverständlich nicht auf die antirussische Kriegshetze hereinfällt.

Westdeutsch indoktrinierte Personen, speziell aus den älteren Generationen, sind mit der Muttermilch des transatlantischen Antikommunismus aufgezogen worden und haben diesen umstandslos auf das heutige Russland übertragen. Ähnlich wie man sagt „Kratz an einem Deutschen, und der Nazi kommt zum Vorschein“, sagen diese Leute „Kratz an einem Russen und der Kommunist kommt zum Vorschein“.

Dann gibt es noch die Gruppe von Mitbürgern – die treffe ich hauptsächlich auf der Arbeit – die irgendwie ahnen, das sie von vorne nach hinten verarscht werden, die sich aber lieber bedeckt halten, die auch irgendwie Angst haben, der offiziellen Meinung zu widersprechen. Und die sich keinen Ärger einhandeln wollen.

Es herrscht ein merkwürdiges Schweigen in Teilen – großen Teilen! – der Gesellschaft. So als ob man dem Ganzen entgehen könnte, als wenn es nicht vorhanden wäre, wenn man nicht darüber spricht, am besten auch keine Medien zu dem Thema konsumiert und nichts dazu sagt.

Meine kommunistischen Freunde haben‘s manchmal schwer mit mir

Freundlichkeit und Mitgefühl sind entscheidend zum Verständnis der conditio humana. Wer nicht die eigenen Begrenzungen versteht, kann nicht die Begrenzungen von anderen verstehen.

Gerade Kommunisten sollten sich nicht wie moralische Scharfrichter aufführen, sondern müssen zunächst einmal jedem zugestehen, dass er oder sie nun mal im Rahmen und nach Maßgabe der jeweils eigenen Prägungen, Konditionierungen und Fehler agiert.

Ich erlebe manche kommunistischen Freunde als beleidigte Leberwürste, die zornig und ausfallend werden, sobald man ihre Vorstellungen oder Erwartungen nicht erfüllt. Anstatt zu berücksichtigen, dass in dieser Welt jeder sein eigenes Päckchen zu tragen hat und schon deshalb Verständnis und Solidarität verdient, führen sie sich auf wie Richter, wie Priester der kommunistischen Rechtschaffenheit, die dem anderen zu erklären befugt sind, was er falsch macht.

Wir sollten uns alle mal daran erinnern, dass hier keiner die Weisheit mit Löffeln gefressen hat. Und dass wir bei aller Verschiedenheit nur den ehrenwerten kommunistischen Anliegen nützlich sein können, wenn wir diese eitlen, wichtigtuerischen, besserwisserischen Rechthabereien mal beiseite lassen – und uns zuerst und ganz grundsätzlich gegenseitig als die begrenzten, unperfekten, manchmal irrenden, manchmal richtig liegenden Menschen akzeptieren können, die wir sind.

Nicht das Ideal kann der Maßstab für Freundschaft und Verständnis sein, sondern die Wirklichkeit.

Follow the money – auch in Gaza

Könnte die Aktion vom 07. Oktober 2023 so etwas wie das Nine-Eleven Israels gewesen sein? Der Angriff der Al-Kassam-Brigaden ein Manöver, dass israelische Geheimdienste absichtlich geschehen ließen, es vielleicht sogar (mit-)inszenierten?

Dass Netanyahu jetzt öffentlich die Katze aus dem Sack lässt und die Absicht verkündet, den gesamten Gaza-Streifen zu besetzen (was im groß-israelischen Denken gleichbedeutend ist mit „annektieren“), kommt nicht von ungefähr. Das war nachgewiesenermaßen immer schon das Ziel der zionistischem Expansionspolitik; Gaza stand bereits von 1967 – 2005 unter israelischer Besatzung.

Eine Meldung, die seit einigen Tagen durchs Internet kursiert, spricht von Aussagen israelischer Grenzsoldaten am Gaza-Zaun, nach denen dieser angeblich in der Nacht vom 06. auf den 07. Oktober 2023 einige Stunden lang unbewacht blieb, auf Anweisung „von oben“. Die Meldung konnte ich allerdings auf Anhieb nirgends bestätigt finden, es könnte also auch Fake News sein.

Der als „Terrorangriff“ etikettierte militärische Gegenschlag des Widerstandes gegen die Besatzungsmacht vom 07.10.2023 führte bekanntlich zu einem seitdem von Israel geführten Vernichtungsfeldzug (vor allem gegen die BEVÖLKERUNG Gazas) und erledigt jedenfalls gleich zwei Probleme Israels bei der Wiederaneignung des lukrativen Küstenstreifens:

Einmal macht man einen militärischen Widersacher unschädlich, dessen Nadelstichaktionen die Besatzung zwar nicht beenden, ihr aber immer wieder lästig werden können.

Zum Zweiten und vor allem wird man das unjüdische Menschenmaterial los, dass diese von Jahwe für sein auserwähltes Volk vorgesehene Gegend störenderweise bewohnt – und in zionistischer Sicht sowieso aus mehr oder weniger lebensunwertem Leben, nämlich „menschlichen Tieren“ (so der israelische Verteidigungsminister Yaov Gallant) besteht.

Die Geschäftsmöglichkeiten in dieser potenziell wunderbaren Küstenzone sind jedenfalls keineswegs auf Ferienresorts für US-Millionäre und sonstige Tourismusprojekte beschränkt. Sollten die Meldungen über die gewaltigen Gasvorkommen stimmen, die unter den Gewässern vor Gaza lagern, wird klar, was der eigentliche Grund ist für ethnische Säuberung und Völkermord, die das israelische Regime dort mit westlicher Hilfe ins Werk setzt.

Sentimental Journey

( Eintrag in der Familien-Facebookgruppe):

Ich war übrigens vor ein paar Tagen in Marmstorf, im Osterfeldweg 64a.

Außer Torsten und mir werden sich die wenigsten konkret daran erinnern, aber das war unser Wohnort ab 1964 oder 1965 bis wir 1970 nach Langen zogen.

Es war der Ort, wo Torsten sich im Lichtschacht versteckte, weil er dachte, dass unsere Mutter nicht mehr wiederkommt, als sie mal einkaufen war und länger fortblieb.

Die Reihenhäuser waren neu erstellt als Sozialwohnungsbau-Projekt, es war der Erstbezug als wir dort hinkamen. Außer uns waren dort eine Reihe andere „sozial schwacher“ Familien untergebracht, u.a. uns gegenüber „die Schrottieś“, eine Roma-Familie mit mindestens sieben oder acht Kinder, die wir oft beobachteten, wie sie beim Gruppenfernsehen im Wohnzimmer rhythmisch die Oberkörper bewegten.

Hinter den Reihenhäusern gabˋs eine Wendeschleife, wo wir Fußball spielten, und einen Parkplatz, über den manchmal der Ball flog. Dann musste einer über das stacheldrahtbewehrte Tor klettern um den Ball zu holen. Die Narbe am rechten Unterarm von einer solchen Aktion hab ich heute noch.

Dahinter sind sechsgeschossige Häuser, wo wir gelegentlich „Bimmelstreich“ machten (für die in Hessen aufgewachsenen: Schellekloppe), weil die Leute nicht so schnell unten sein konnten und ihre Wut über den Türlautsprecher abließen.

Heute wirkt das Ganze wie eine solide bürgerliche Mittelschichtsgegend, in der man gerne wohnen würde. Nach sechzig Jahren ist alles gut eingewachsen und sieht freundlich und gepflegt aus. Ich glaube nicht, dass die ursprünglichen Sozialwohnungen noch als solche genutzt werde, es sah eher so aus, als ob die einzelnen Reihenhäuser ins Eigentum der Bewohner (derjenigen, die sich‘s leisten konnten) übergegangen wären.

Aus heutiger Sicht jedenfalls erstaunlich wohlhabend und beinahe schon gutbürgerlich. Und viel, viel kleiner und enger als man es aus der Kindheit und Jugend in Erinnerung hat.

Für unsere Eltern muss es ein zwiespältiger Umzug gewesen sein; Marmstorf war und ist immer noch sehr dörflich. Aus der Innenstadt (Barmbek) in dieses Kaff zu ziehen, war zwar platzmäßig (und bestimmt von den Kosten her) gut für die zuerst sechs-, dann siebenköpfige Familie, aber ich vermute, Hermann und Lilo kriegten erstmal den Kulturschock, da im ländlichen Süden Hamburgs.

Ich fand’s gut, besonders als wir dann in den VfL Marmstorf eintraten und stolz das Grün-Weiße Trikot tragen durften.

Soweit der Bericht von einer Sentimental Journey in die entfernte Vergangenheit in der Hansestadt. Fotos gibtˋs keine, weil wir nur im Auto umhergekurvt sind. Ach doch, die Narbe kann ich euch zeigen:

Nächster Halt: SOZIALISMUS

Wir kommen nicht drum herum: der Kapitalismus in Europa – in den Einzelstaaten wie in dem künstlichen Superstaat „EU‘ – ist am Ende. Die Leute verarmen, Krieg steht an, alles wie 1914 oder 1939.

SOZIALISMUS steht auf der Tagesordnung. Wir wissen doch, wie’s geht! Fünfunddreissig Jahre Konterrevolution haben uns dieses Desaster beschert. Der Kapitalismus ist nicht in der Lage, den Leuten ein anständiges Leben zu gewährleisten, ein Leben ohne Not, ohne Wohnungs- und Arbeitslosigkeit, ohne Krieg und Verarmung.

Es reicht jetzt wirklich mit der ganzen kapitalistischen Scheiße.
Der nächste Halt heißt Sozialismus. Bitte einsteigen!