Das was es meint. Hauptsächlich am Beispiel der medialen Replikatoren imperialistischer Ideologie festgemacht. Die ganz bürgerliche Medienmischpoke kriegt ihr Fett weg.
Super! Die dreihundert Soldaten jüdischen Glaubens kriegen von der Kriegsministerin gleich zehn Militärseelsorger spendiert!
Jetzt kann nichts mehr schiefgehen mit dem diesmal ganz freiheitlich-demokratischen Expansionsdrang des deutschen Imperialismus: wo auf Hebräisch gebetet wird, kann es ja gar keinen Anti-Semitismus wie beim letzten Mal geben, sondern nur bunt-tolerante, garantiert pluralistische Durchsetzung deutscher Interessen in der EU, an der Ostfront und weltweit. Das dann aber knallhart, schließlich lernt man ja gerade wieder „die Sprache der Macht“.
Der „Spiegel“, das Fachblatt für Soziologie und Volkskunde, macht sich Gedanken über den Niedergang der Lebenserwartung im Mutterland von Freiheitundmarktwirtschaft.
Dort sterben die Leute immer früher, nehmen Drogen wie nichts Gutes, selbstmorden sich massenhaft aus dem Reich der Freiheit, das zu bewohnen sie das Glück haben – lauter schwer erklärbare Rätsel also, deren Ergründung den einschlägigen Forschern viel Gelegenheit zum Grübeln und wissenschaftlichen Arbeiten gibt.
Dass die schwerbewaffnete US-„Zivilgesellschaft“ sich zu erheblichen Teilen nicht bewährt im Konkurrenzkampf um ALLES in der besten aller Welten; dass sie diesen gar nicht als lauter Chancen und Gelegenheiten nimmt, sondern an seiner unerbittlichen Absortierung des Menschenmaterials in kapitalverwertungstauglich oder nicht irre wird: das ist dann gleich schon wieder ein individuelles Problem, dessen sich eine andere Gruppe Forscher annehmen darf und wird.
In weiteren Meldungen:
*** Rätselhaftes Massensterben in Schlachthöfen: Forscher ergründen Todesfälle unter Schweinen und Rindern ***
*** Merkwürdige Fallsucht von Dingen Richtung Boden: Forscher perplex über Schwerkraftphänomen ***
*** Während es in vielen Ländern häufig regnet, bleibt in Sahara und Gobi im dritten Jahr in Folge der Regen aus: Forscher ratlos ***
Endlich wieder praktische Lebensberatung vom Finanz-Fachblatt aus Hamburg. Das hat nämlich festgestellt, dass das Geldproblem vieler Leute nicht daran liegt, dass sie zu wenig davon HABEN (weil sie z.B. das Pech haben, (Niedrig-)Lohnarbeiter zu sein).
Nein, sie können einfach nicht mit der wertvollen Ressource Geld UMGEHEN! Da die Natur diesen Rohstoff nun mal ungleichmäßig verteilt (wie beim Regen oder Sonnenschein), müssen die Minderbemittelten nur lernen, mit dem bisschen was sie haben, AUSZUKOMMEN!!
Sie „tun sich schwer im Umgang mit Geld“, weiß der Experte – und wer kennt es nicht: man möchte ja so gerne kameradschaftlich, vorurteilsfrei und tolerant sein, wenn’s ans Bezahlen geht, nur um dann doch wieder zu Hadern mit dem (Nicht-)Loslassen-können, der Anhänglichkeit an die bunten Scheinchen und der Angst vor Enttäuschung und Trennungsschmerz.
Menschlich-allzumenschliche Problemlagen also, und dafür gibt’s natürlich Ratschläge vom Geldpsychologen, der weiß: „das kann man ändern“!
Praktischerweise ist der Beitrag hinter der „Spiegel+“ Paywall versteckt, aber in diesem Fall fällt es gar nicht „schwer“, die weiteren Folgen dieser wunderschönen Lebenshilfe-Serie zu erraten:
*** So lernen Sie, Ihrem Chef zu gehorchen ***
*** Warum denn immer satt zu essen? Fasten ist das neue Schlemmen! ***
*** Wenn’s für die Miete nicht reicht: So lernen Sie, wie man die besten Plätze unter der Brücke erkennt und sichert***
Evo Morales wird offiziell von der bürgerlichen Hofpresse zum „Machthaber“ heruntergestuft – in diesen Kreisen die Bezeichnung für diejenigen Regierungschefs, die sich den imperialen Interessen des Wertewestens in irgendeiner Weise entgegenstellen.
Indem sie zum Beispiel auf unserem Lithium oder Öl sitzen; Bodenschätze, die zufällig in der Erde des dummerweise von ihnen regierten Territoriums liegen, die aber natürlich bloß deswegen nicht unserem strategischen Zugriff entzogen werden dürfen.
Die Bezeichnung „Machthaber“, andrerseits, verbietet sich selbstverständlich z.B. für Regierende wie den chilenischen Millionär-wird-Präsident Piñera oder den brasilianischen Faschisten Bolsonaro, die in UNSEREM Auftrag und Interesse für den reibungslosen Verlauf von Geschäft und Gewalt sorgen.
So nimmt alles seinen korrekten Lauf und das Gute daran ist, dass bei der Vermittlung dieser Fakten jeder Journalist im Reich der Freiheit ganz genau weiß, was er wie zu schreiben hat, damit die Botschaft auch ankommt beim Publikum, welches aus sentimentalem Gerechtigkeitswahn mitunter nicht verstehen will, wie vorzüglich demokratisch und wachstumsfördernd die Affairen der Welt geordnet sind.
Die Anbetung des Privateigentums ist die ultima ratio dieses Kultes und als solche zum unerbittlichen Sachzwang des Überlebens gemacht worden.
Die Priester und das Fußvolk dieses Glaubens sprechen gerne von dem Fortschritt und unermesslichen Reichtums, den ihr Bekenntnis einem fiktiven Subjekt namens „der Menschheit“ gebracht hätte, schweigen aber über das sehr messbare Elend bei Millionen konkreter Menschen, das der Preis dieses Reichtums ist.
Die Preisgabe von Würde und die Versklavung an das sakrosankte Credo des Privateigentums wird in den heiligen Schriften dieser Religion – den Verfassungen, Gesetzestexten und volkswirtschaftlichen Lehrbüchern – als Freiheit und Menschenwürde gepredigt.
Inzwischen ist die Erniedrigung des kollektiven und individuellen Bewusstseins durch den Kult des Privateigentums so weit gediehen, dass bis auf wenige Ausnahmen nicht nur die gesamte Welt seinem Diktat unterworfen ist, sondern reiche Individuen von Würdenträgern (Standortpolitiker, Hofschreiber, Sachverständige) der kapitalistischen Religion servil und devot umworben werden, wenn und damit sie geruhen, die Mehrung ihres Privateigentums in einer bestimmten Region stattfinden zu lassen.
Sonntagmorgendliche Zeitungslektüre: diesmal überrundet die ehemals sozialliberale „Frankfurter Rundschau“ das Hamburger NATO-Kampfblatt in punkto imperiale Anmaßung und macht dabei ungewollt deutlich, wie lohnschreibende journalistische Hofnarren sich den Kopf ihrer Herrschaft zerbrechen und als Transmissionsriemen der obrigkeitlichen Sprachregelungen fungieren.
Dass es um „Europas“ (damit ist in solchen Blättern stets das deutsch-französisch dominierte Weltmacht-Projekt EU gemeint) „Einfluß in Syrien“ geht, ist sowieso klar für verständnisvolle schreibende Begleiter der Herrschaften, die tatsächlich mit Terroristenfinanzierung, Embargos, Bomben und Soldaten diesen Einfluss NEHMEN – wobei dieses Einflussnehmen im nächsten Satz schon wieder euphemistisch auf den Kopf gestellt und die fette Lüge erzählt wird, „deutsche, britische und französische Diplomaten“ wären „um eine Lösung“ bemüht, indem sie „weiter auf Diplomatie“ setzten.
Dass das politische Personal aus genau den Ländern, die in Syrien seit acht Jahren den Krieg finanzieren, organisieren und am Kochen halten, jetzt – nach der sich abzeichnenden Niederlage der westlich gesponserten Terrorgruppen und Söldner („gemäßigte Islamisten“) – schnell noch einen Rest ihres verlorenen Einmischungs- und Erpressungspotentials in Syrien retten wollen, indem sie zusätzlich zu den Sotschi- und Astanaformaten einen Genfer Gesprächsprozess auflegen (der von der syrischen Regierung entsprechend milde belächelt und realistischerweise als westliche Einmischung charakterisiert wird – siehe Interview mit Präsident Assad: https://sana.sy/en/?p=177331): davon kein Wort in dem Text der FR-Schreiberin.
Alles in allem wieder mal ein schönes Beispiel für den Niedergang und das reflektionsfreie Nachbeten amtlicher Regierungsverlautbarungen durch Zeitungen, die in vergangenen Jahrzehnten sich gelegentlich getrauten, die Obrigkeit zu kritisieren. Die Linke heute: der linke Flügel des Imperialismus.
Achgottchen. Die Hamburger Experten für Menschenrechtsfragen, berichten über eine Resolution der UN in der Deutschland und „insgesamt 23 Länder“ China mal wieder anpissen.
„Die Staaten“ (nämlich ziemlich genau diejenigen westlichen Staaten, deren blutige Spur von Krieg und Terror von Lybien über Afghanistan, Irak und Syrien bis nach Venezuela führt) verurteilen die Volksrepublik dafür , dass sie dem von eben diesen 23 Ländern kräftig unterstützten und bewaffneten Terrorismus (tausende der westlichen „gemäßigten Rebellen“, die in Syrien in den Reihen der islamistischen Kopfabschneider kämpfen, kommen aus den muslimischen chinesischen Provinzen) konsequent den Nährboden entzieht. In den Augen der staatlichen Förderer des Regime-change-Terrorismus aus dem Wertewesten also ein schlimmes Vergehem.
Nicht umhin einräumen kann aber selbst das NATO-Sprachrohr von der Elbe, dass die gesamte Welt außerhalb der Zentren des Imperialismus Chinas Vorgehen UNTERSTÜTZT und begrüßt, nämlich mehr als 50 Staaten. Darauf wird verschämt mit „es gab auch Gegenstimmen“ hingewiesen.
Dass es bei all dem Zinnober um genau eine Sache NICHT geht, ist auch klar: um „das Schicksal der Uiguren“.
Manchmal ist es so offensichtlich wie dummerhaftig, wie die Frontpresse des Imperialismus ihre Propaganda strickt.
Eine als Dialog zwischen Wissenschaftlern und Bürgern (Betroffene, Angehörige, Interessierte) gedachte Veranstaltung bringt – inmitten einer Menge teilweise nützlicher, teilweise hanebüchener Informationen über den Stand der Demenzforschung – die Crux des Themas auf den marktwirtschaftlichen Punkt: „Die Firmen verdienen erst, wenn sie die Mittel VERKAUFEN!“, erklärt ein in der Medikamentenentwicklung forschender Universitätsprofessor die sehr zögerliche Investitionsbereitschaft der Pharmabranche auf dem Gebiet der Antidementiva.
Die langen Entwicklungszyklen solcher Medikamente (10 – 15 Jahre bis zur „Marktreife“) sind ein Investitionshindernis. Diese lange Dauer kommt allerdings unter anderem deshalb zustande, WEIL die auf diesem Fachgebiet eingesetzten Gelder nicht gerade üppig fließen. Der Professor antwortet auf eine entsprechende Frage aus dem Publikum, dass sich dieser Zyklus sehr wohl mit mehr Personal in der Forschung, also mit mehr Geld, abkürzen ließe.
Vorläufig könne man nur jedem raten, ein einigermaßen gesundes Leben mit viel Bewegung zu führen, das sei noch die beste Demenz-Vorbeugung.
Ende vom Lied: die Heilung bzw. Linderung einer die gesamte Gesellschaft betreffenden Krankheit (die in den kommenden Jahre eher noch größere Bevölkerungsteile treffen wird; Stichwort „Überalterung“ und „Bewegungsmangel der Smartphone-Generation“) ist zu 100% abhängig von den Gewinnkalkulationen privater Unternehmen.
Nochmal zum Anfang:
Der Satz „Die Firmen verdienen erst, wenn sie die Mittel VERKAUFEN!“ ruft weder Kopfschütteln noch Erstaunen, weder Widerspruch noch Kritik hervor – so sehr ist diese marktwirtschaftliche Grundweisheit JEDEM Beteiligten in Fleisch und Blut übergegangen. Sie ist die conditio sine qua non alles Waltens und Schaltens in der besten aller Welten, auch und erst recht, wenn es um elementare Anliegen menschlichen Zusammenlebens wie Gesundheit und Krankheit geht. Der Satz wird als faktische Feststellung der Kategorie „So ist das Leben“ gehört und verbucht; genauso könnte man sagen „Der Tau verdunstet erst bei Tagesanbruch“.
Der aufgeklärte demokratische Bürger hält sich sogar noch etwas zugute auf die eigene sachgerechte Lebensklugheit, die nüchtern von den Realitäten ausgeht.
Dass einfach die Leute, die Ahnung davon haben, mit den Ressourcen, die nötig sind, das Zeug entwickeln, was zur Heilung, Eindämmung oder Linderung einer Krankheit wie Demenz tauglich ist: auf sowas können nur utopische kommunistische Tagträumer kommen.
Morgenbefehl aus der journalistischen BDI Zentrale für ideologische Rechtglläubigkeit:
Das Gemecker an Hartz4 & Co hat aufzuhören! Die Arbeiterverräterpartei geißelt sich völlig zu unrecht für die umfassende Verarmung, Entrechtung und Drangsalierung der aussortierten menschlichen Kostenfaktoren der unternehmerischen Kalkulationen! In Wirklichkeit war die Umwandlung der staatlichen Armutsbetreuung unter Schröder/Fischer nämlich – ein Erfolg!
So deutlich leitartikelt nicht mal die „Bild“-Zeitung, aus wessen Sicht sie schreibt.
Zwei Überschriften und Einleitungstexte direkt hintereinander, die aus der Sicht devoter journalistischer Hofschranzen so logisch wie zwangsläufig aufeinander folgen müssen.
WEIL der Russe sich dort unten viel zu viel Freiheiten rausnimmt;
WEIL es für den Imperialismus schon eine „Kapitulation des Westens“ ist, wenn sich auch nur EIN Land seiner Dominanz und Kontrolle entzieht (und dann auch noch mit Hilfe des östlichen Untermenschenstaates);
WEIL also „in Syrien passiert, was Putin will“, müssen „wir“ „uns“ im Norden Syriens „einrichten“ – eben gerade so, wie man sich eine Wohnung gemütlich einrichtet, wenn der böse Nachbar diese verlottern läßt und in einigen Zimmern ein veritables Chaos bewohnt.
Einen solchen Messi-Haushalt können wir schon aus hygienischen Gründen nicht zulassen und müssen ihn „entschärfen“. Dass „wir“ ihn überhaupt erst scharf gemacht haben, müssen weder das Publikum noch die Edelfedern des Leitmediums wissen.
So führt eins zum anderen, wenn man den Restverstand nur tief genug ins Rektum der herrschenden Interessen gesteckt hat und sich dabei auch noch schwer was auf die eigene journalistische Unabhängigkeit einbildet.