Lesereport „Der Ukraine-Krieg“ von Lothar Schröter, Teil II

Das Buch ist wirklich gut. Der Major a.d. der NVA und Militärwissenschaftler Schröter ist zwar „Anti-Stalinist“ und lässt sich auch über Präsident Putins Rede am Vorabend der SMO auf eine Weise aus, die so auch in „Spiegel“ oder „taz“ stehen könnte („fürchterlicher Nationalismus“, „erschreckenderweise der Ukraine die Staatlichkeit abgesprochen“ u.ä.), ABER:

Sein Buch ist die übersichtlichste und faktenreichsten Zusammenfassung zum Ukraine-Konflikt, die ich kenne. Vor allem macht es deutlich, dass das Ukraine Projekt inklusive seiner kriegerischen Eskalation seit 2004 („Orangene Revolution“), mindestens aber seit 2014 mit dem Maidan-Putsch langfristig strategisch geplant und von den USA und ihren Vasallen exakt so gewollt war:

Als Mittel und Weg, Russland so umfassend zu schädigen, dass das Land aus der Konkurrenz der Großmächte ausgemischt und idealerweise per Regime Change und Aufteilung in verschiedene Teilstaaten wieder zu dem bequem ausbeutbaren Selbstbedienungsladen wird wie in den Jelzin-Jahren.

Kursk: die NATO liefert nachträglich lauter schlagende Gründe für die russische Militäroperation

Mir kommt gerade folgendes in den Sinn:

Das Eindringen der ukrainischen Armee über die russische Grenze in den Kursker Oblast (Berichten zufolge mit den NATO-trainierten Elitetruppen, die die die Ukraine noch hat, komplett mit NATO-Militärgerät und Waffen ausgestattet, und nach NATO-Standards operierend und angreifend) – ist das nicht nachträglich und erneut der beste Beweis für die Korrektheit der russischen Begründung für die SMO, die bekanntlich gestartet wurde, um das Vorrücken der NATO bis an die russische Westgrenze zu verhindern?

Ich meine, eines solideren Beleges bedarf es doch nicht für die Notwendigkeit für Russland, auf keinen Fall die NATO (und nichts anderes ist die ukrainisch bemannte NATO-Stellvertreterarmee) an seine Grenzen rücken zu lassen.

Genau wegen solcher Übergriffe, exakt um Angriffe auf Russland und seine zivile Infrastruktur zu verhindern, wurde im Dezember 2021 zuerst die NATO zu Gesprächen über eine gemeinsame Sicherheitslösung für alle Seiten aufgefordert.

Als der kollektive Westen dem berechtigten russischen Anliegen im gewohnten hegemonialen „Wir tun was wir wollen und ihr habt uns da nicht reinzureden“-Modus die kalte Schulter zeigte, war Russland zu den militärischen Maßnahmen gezwungen, die der Westen de facto provoziert hatte und im Laufe weniger Monate zu einem umfassenden Stellvertreterkrieg des gesamten NATO-Blocks gegen die Russische Föderation ausbaute.

Die sinnlose terroristische PR-Aktion der NATO-unterstützten AFU in der Region Kursk ist seitens des Kollektiven Westens und seiner ukrainischen Humunculi der schlagende Beweis, dass Russland zurecht die SMO gestartet hat – und sie zuende führen muss und wird, wenn es dergleichen in Zukunft verhindern will.

Kurze Buchbesprechung „Esoteric Hollywood“ (Jay Dyer)

Es stellt sich heraus, dass Jay Dyer in diesem Buch vor allem seine idealistische, kreationistische Sicht auf Aufklärung und Wissenschaft (bei ihm verächtlich „scientism“ genannt) breit tritt. Science Fiction Filme wie „Die Zeitmaschine“ und „Krieg der Welten“ oder die diversen Spielberg-Werke aus dieser Richtung („A.I.“) sind für ihn Manifestationen der satanistischen Agenda, die mit der Aufklärung und ihren Protagonisten über die Menschheit gekommen sei.

Am Allerschlimmsten aber ist nach Dyer die furchtbare Irrlehre des Marxismus, die die zerstörerische Ablehnung von Eigentum und Familie, so Dyer, zum Credo hat und die, als „cultural Marxism“, grausligerweise den kulturellen Mainstream Amerika und speziell Hollywoods bestimmt.

Das Buch erstaunt durch seine Fülle an kenntnisreichen Hintergrundinformationenen und Querverweisen, durch seine philosophischen Bezüge und durch Dyers umfangreiches Wissen über alle möglichen okkulten, magischen und „geheimen“ Bünde, Sekten, Rituale und dergleichen (die er alle ins Werk gesetzt und am Wirken sieht in den ikonographischsten und am meisten stilbildenden Hollywoodproduktionen über die Jahrzehnte).

Es stößt ab durch die (klein-)bürgerliche reaktionäre Weltanschaung, die Dyer propagiert und die er wichtigtuerisch mit ostentativer Gelehrsamkeit zu absoluten Wahrheiten aufbläst.

Ich lese es zuende, aber ich empfehle es nicht.

Die Geschichte hat einen seltsamen Sinn für Humor

Ein Artikel von Irina Alksnis, der kurz und knapp die wesentlichen Konstituenten für Deutschlands Abstieg (und die seiner politisch-psychologischen Struktur) auf den Punkt bringt:

“Vor 80 Jahren haben unsere Vorfahren den Deutschen höchste Humanität und Barmherzigkeit entgegengebracht. Nach allem, was das Dritte Reich in den besetzten Gebieten mit Sowjetbürgern angestellt hatte, ließ Moskau Gnade walten. Deutschland antwortete darauf mit schwarzer Undankbarkeit, es hat seine Lektion nicht gelernt und wird nun dafür bezahlen müssen.

Ironie des Schicksals: Was die Russen 1945 nach biblischen Maßstäben hätten tun dürfen, aber letztlich den Deutschen nicht antun wollten, werden 80 Jahre später die USA erledigen. Die Geschichte hat einen seltsamen Sinn für Humor.“

https://freedert.online/meinung/214484-die-usa-werden-mit-deutschland-tun-was-die-russen-den-deutschen-einst-ersparten