Falsch verstandener Antifaschismus

Ein Facebook-Freund postet dieses Meme:

Ich antworte:

Stephan, du bringst mich immer (naja, manchmal) ans Verseschmieden:


Im dunklen Wald ruft laut die Eule:
„Der Stephan schwingt die Nazi-Keule!“

Ein jeder bringt den Kopfschutz mit
besucht er Stephan Messerschmidt,
denn dieser zetert “Ach!“ und „Weh“
über die blaue AfD.

Auf jeden Zweifler geht mitunter
besagte Nazikeule runter,
Auch wird von Stephan uns erzählt
dass jeder, der die Blauen wählt
im Grunde selber Nazi ist.
Wobei man hier den Sinn vermisst:

Wer Deutschland braun und ärmer macht;
wer rüstet, dass es nur so kracht;
wer Ukrainer-Nazihorden
losschickt, um Russen zu ermorden;
wer, „um Demokratie zu retten“,
die Bürgerrechte legt in Ketten;
Wer gegen jedem, dem das stinkt,
den Staatsanwalt zum Einsatz bringt –

DAS, lieber Nazi-Geisterseher,
das sind doch nicht die AfDer!
Es gibt zur Zeit wohl eine nur
die Kriege plant, und Diktatur.
Wir wissen‘s doch, es ist kein Scherz:
Es ist die Staatsmacht unter Merz.

Faschisten sind heut‘ Demokraten.
Frech rühmen sie sich ihrer Taten:
die, die sie schon inszeniert
(Deutschland deindustrialisiert),
und die, die sie grad vorbereiten:
KRIEG! So wie alten Zeiten,
und zwar gegen den alten Feind –
DAS ist‘s, was man mit „Nazis“ meint.

Im dunklen Wald ruft laut die Eule:
„Der Stephan schwingt die Nazi-Keule!“

Dream #4 (The Time Traveler/The Prophet)

Mein neuestes Hobby ist die Nutzung von KI-Tools für kleine Animationsfilmchen. Ich wollte schon immer die Bilder, die in meinem Inneren entstehen, visualisieren. Vor allem diejenigen, die einem im Traum erscheinen, weil diese eine seltsame, irreale Magie haben, die sie – komischerweise gerade deswegen – sehr real macht. Jedenfalls als komplementärer Teil einer Erfahrungswelt, die meistens auf den Wachzustand und dessen oft unangenehme Erfordernisse reduziert ist: Geld verdienen, Nahrung aufnehmen und ausscheiden, dem Fortpflanzungstrieb gehorchenden Nistbau und Brutpflege treibend, sich mit der barbarischen Idiotie der kapitalistischen Ordnung der Dinge abplagen usw.

Als Kind genügten mir Papier und Buntstifte. Die Welten, die ich damit erschuf, strahlten dieselbe Faszination für mich aus wie heutige KI-Animationen. Je weiter ich in die Sache einsteige, umso länger werden die Filmchen. Inzwischen bin ich schon bei knapp vier Minuten angekommen, was in der Herstellung Stunden und Tage benötigt, vor allem was die akustische Bearbeitung betrifft. Natürlich wäre das alles zehnmal professioneller, wenn ich richtige Profitools nutzen könnte, statt meiner paar frei verfügbaren und der ein-zwei bezahlten Softwarewerkzeuge. Aber das kann ich mir nicht leisten.

Trotzdem finde ich die Resultate auch so schon ganz ansehnlich, weil sie meinen inneren Bildern ziemlich nahe kommen und weil sie dem irrealen, entrückten Traumzustand entsprechen, in dem man die absonderlichsten und den Naturgesetzen widersprechendsten Dinge erleben kann ohne das man sie in Frage stellen würde. Im Traum ist alles Realität. Und umgekehrt?

Die Geschichte vom bösen Roderich

Der Roderich, der Roderich,
Das war ein arger Wüterich!
Gab Ukraine Geld und Waffen
um doch den Endsieg noch zu schaffen.
Die schlugen damit Russen tot,
im Donbass litt man große Not.
Und höre nur, wie bös er war:
Er wollte „Taurus“ liefern gar!

Im Osten stand ein großer Bär,
der schätzte Ruh‘ und Frieden sehr.
Da mit Sanktionen her sich schlich
Der bitterböse Roderich;
Und piekst den Bär, der knurrte sehr,
Und sanktioniert ihn immer mehr.
Da biß der Bär ihn in das Bein,
Recht tief bis in das Blut hinein.
Der bitterböse Roderich,
Der schrie und weinte bitterlich. —
Jedoch nach Hause lief der Bär
als ob Sanktionen gar nichts wär.

Ins Bett muß Roderich hinein,
Litt vielen Schmerz an seinem Bein;
Und Onkel Donald sitzt dabei
Und gibt ihm bitt’re Arzenei.

Der Bär an Rod’richs Tischchen saß,
Wo er den Gaspreis-Kuchen aß;
Aß auch die gute Erdölwurst
Und trank den Wein für seinen Durst.
Sanktionen hat er ausgelacht
Und Rod‘rich in die Laken macht.