Geschichten aus dem Pflegeheim: Corona-Alarm

Nachdem nach den ersten Corona-Fällen letzte Woche das Gesundheitsamt in der Einrichtung war und sämtliche Bewohner durchgetestet hat, stellt sich heraus, dass die bis jetzt ca. 10 Infizierten auf alle Wohnbereiche verteilt sind. Auch zwei Pflegekräfte von zwei verschiedenen Wohnbereichen sind positiv getestet worden.

Seit dem Wochenende sind weitgehende Einschränkungen für die Bewohner verhängt: die Leute sollen in ihren Zimmern bleiben und dort auch die Mahlzeiten einnehmen, Gruppenangebote finden nicht mehr statt, die „Tagesgruppe Demenz“ ebenfalls nicht.

Das ist für die Teilnehmer besonders hart, denn gerade die Dementen verstehen nicht, was das alles soll und wieso sie jetzt plötzlich nicht mehr aus dem Zimmer dürfen. In der Praxis erweist es sich als ein Ding der Unmöglichkeit.

Frau H., eine kleine, freundlich-ängstliche Frau mit Hinlauftendenz („Weglauftendenz“ ist als Ausdruck verpönt, da er andeutet, die Person würde aus Gründen weglaufen wollen, die bei der Einrichtung liegen), läuft wie immer die Flure auf und ab. Ihr Zimmer findet sie in den seltensten Fällen wieder; sie will aber auch gar nicht dort sein, sie KANN gar nicht länger als 5 Minuten am Stück IRGENDWO sein. Selbst in der „Tagesgruppe“ steht sie alle naselang auf und stiefelt los, weshalb ich sie kurzerhand zur offiziellen Kundschafterin der Tagesgruppe ernannt habe.

Ihr Auftrag lautet, uns regelmäßig zu berichten, was auf den Fluren und Gängen so los ist. Sie erfüllt ihre Kundschafterpflichten mit Disziplin und Hingabe und berichtet jedesmal, dass es nicht Neues gäbe. Jedenfalls ist sie durch ihre neue Position um einiges entspannter geworden, da sie wohl das Gefühl hat, etwas Nützliches beizutragen und nicht mehr getadelt oder mit genervten Kommentaren bedacht zu werden, wenn sie mal wieder unterwegs ist.

Kurzum, bei Frau H. ist es völlig zwecklos, es mit irgendeinem Zimmerarrest zu versuchen. Das Maximum was möglich ist: darauf zu achten, dass sie wenigstens den Wohnbereich nicht verlässt.

Ein anderes Mitglied der „Tagesgruppe“, Frau H.2, hat eine geniale Methode gefunden, den Stubenarrest zu umgehen: sie hat einen Toilettenstuhl direkt in ihre geöffnete Zimmertür gestellt und betrachtet von dort aus das Geschehen – immerhin ein kleiner Ersatz für die fehlenden Interaktion mit den anderen Bewohnern und den Mitarbeitern.

Als sie meiner ansichtig wird, winkt sie mich erfreut herbei und sagt „Meine Güte, ich bin ja so froh dass du da bist, du ahnst ja gar nicht, was hier schon wieder passiert ist…“

Ich erwarte eine ihrer wilden Geschichten über nächtliche Besuch ihres Vaters oder anderer längst verstorbener Verwandter, oder – sehr häufig bei ihr – aufgeregte Meldungen über russische Truppen, die eingerückt sind (oder kurz davor sind einzumarschieren), weshalb man jetzt unbedingt Hals über Kopf das Weite suchen müsse… Diesmal ist aber der Auslöser ihrer Besorgnis die Coronanotstandsrealität des Heimes, die sie zwar nicht versteht, aber in ihren Wirkungen auf ihren gewohnten Tagesablauf natürlich spürt. Sie vermischt die neue Situation mit Erinnerungsbruchstücken ihrer Jugend und berichtet mir eine sehr inkohärente Geschichte über Leute, die alles auf den Kopf gestellt und sie in diesen Raum gesperrt hätten.

Ich weiß gar nicht mehr, was hier los ist!“, stoßseufzt sie. „Wenn du jetzt hier bist: versprichst du mir, dass du mich nachher nach Hause bringst?“ Dass ihr Zimmer im Pflegeheim ihr Zuhause ist, entspricht vielleicht der äußeren Realität, ganz sicher aber nicht ihrem inneren Empfinden in diesem Moment.

Na klar!“, antworte ich ihr. „Ich bin heute den ganzen Tag hier und werde immer mal wieder nach dir schauen. Ich kümmere mich darum, dass du nachher nach Hause kommst…“

Das ist einerseits wahr (sie IST ja nun mal hier zuhause), andrerseits unwahr (ich weiß ja, dass sie etwas ganz anderes mit „zuhause“ meint als das Zimmer im Pflegeheim). Meine Antwort erfüllt aber ihren Zweck, Frau H.2 bleibt den Tag über vergnügt auf ihrem Beobachtungs-Toilettenstuhl sitzen und winkt oder zwinkert mir jedesmal fröhlich zu, wenn ich mit verschiedene Aufgaben den Flur hoch oder runter gelaufen komme. Zeit für ein paar Worte und einmal eine kurze Rauchpause ist immer und im Rahmen der besonderen Umstände haben wir für sie das Beste aus dem Tag rausgeholt.

Eine andere Teilnehmerin der „Tagesgruppe“ hatˋs heute besonders schwer. Schon bei Schichtbeginn fängt mich die verantwortliche Pflegefachkraft ab und fragt, ob ich mal zu Frau S. gehen könnte, die würde in ihrem Zimmer sitzen und weinen und wäre „ganz schlecht drauf“.

Frau S. sitzt tatsächlich wie ein Häufchen Elend auf ihrem Bett, Tränen laufen ihr über die Backen (gleich noch ein paar mehr, als ich reinkomme), aber sie strahlt, als sie mich sieht und sagt „Ach wie schön! Mir geht’s heute ganz schlecht, aber als ich gehört habe, dass Sie da sind, war ich gleich ein bißchen erleichtert.“

Sie erzählt mir, dass sie schlimme Rückenschmerzen hat und sich ganz furchtbar alt fühlt – worauf sie lachen muss und sagt „Na, bin ich ja auch mit fast Neunzig!“. Am schlimmsten für sie ist, dass unsere „Tagesgruppe“ nicht stattfindet, das es keinen Kontakt mit den anderen gibt und dass es heißt, die Leute sollen die Zimmer nicht verlassen. Das ist für Frau S., die noch mobil ist und jeden Tag und bei fast jedem Wetter ihre Runden im Garten dreht, die Höchststrafe.

Zusammen mit einem Mitarbeiter allerdings sind Spaziergänge ok, und so biete ich ihr an, sie in den Garten zu begleiten. Das muss ich ihr nicht zweimal sagen. Wir machen einen kleinen Ausflug in den sonnendurchfluteten, aber kalten Garten des Heimes, schauen uns die jetzt völlig entlaubte Riesen-Eiche und den Fischteich an und sind beide froh, nach 10 Minuten wieder im Warmen zu sein.

Der kurze Ausflug reicht aber, um Frau S. mit dem Tag und den Umständen zu versöhnen. „Das ist jetzt wie Weihnachten für mich!“ erklärt sie. Später am Tag berichtet sie mir noch zweimal, dass sie mit ihrem Sohn (der täglich anruft) über dieses tolle Erlebnis gesprochen hat und bedankt sich ein ums andere Mal für den Ausflug.

Um die Mittagszeit komme ich an der Rezeption vorbei und sehe dort eine Kerze brennen. Das bedeutet, dass jemand gestorben ist. Ich schaue mir den bei solchen Anlässen aufgehängten Rahmen mit Namen des Verstorben und irgendeinem christlichen Segensspruch an. Es ist ein Bewohner, der bei den anderen Bewohnern nicht besonders beliebt war (eher im Gegenteil) weil er oft verbal grob und provokant – besonders Frauen gegenüber – auftrat. Bei den Mitarbeitern galt er als „schwierig“, denn er lag meistens im Bett, duschte nicht und. ließ sich ungern waschen, was seinem Zimmer einen leichten Raubtierkäfiggeruch verlieh. Zu mir hatte er allerdings einen guten Draht (oder ich zu ihm). Mir war erstens sein Gestank ziemlich egal und zweitens hatte ich keine Hemmungen, ihm auch zu sagen, dass er stinkt. Vor allem aber hörte ich ihm zu, behandelte ihn nicht wie ein lästigen Störenfried und fuhr gelegentlich mit ihm zum ALDI, was ihm viel bedeutete.

Dieser am heutigen Morgen verstorbene 70-Jährige ist das erste Corona-Opfer der Einrichtung. Er war am Wochenende wegen Atemproblemen ins Krankenhaus eingeliefert und in ein künstliches Koma versetzt worden. Vorerkrankungen wie Arthrose und Diabetes waren vorhanden, gestorben ist er laut Information des Krankenhauses aber an multiplem Organversagen als direktes Resultat der Virusinfektion.

Die Einrichtungsleitung ist jedenfalls aufs Höchste alarmiert, das Gesundheitsamt sitzt dem Heim im Nacken und für alle heißt es jetzt erstmal, mit der Situation einigermaßen zurechtkommen und das Beste draus machen. Wer wirklich unter den Maßnahmen leidet, sind natürlich die Bewohner. Schon ein oder zwei Tage ohne die gewohnten Abläufe, ohne wenigstens die Gemeinschaft mit den anderen beim Essen oder bei den Angeboten des Sozialen Dienstes, und ziemlich viele drehen am Rad.

Ich schnappe mir den Einrichtungsleiter und die PDL und mache ihnen klar, dass es bei EINEM positiv Getesteten (auf „meinem“ Wohnbereich) nicht logisch und geradezu kontraproduktiv ist, jetzt alle Angebote zu streichen. Mit etwas Überredung erhalte ich die Konzession, wenigstens die Kunstgruppe stattfinden lassen zu können – mit der Auflage, dass nicht mehr als 5 Personen teilnehmen, ausreichend Abstand gewahrt und regelmäßig gelüftet wird. Außerdem solle ich versuchen, die Teilnehmer dazu zu bewegen, einen Mund-Nasenschutz aufzusetzen.

Ich sage alles zu, halte mich aber nur an die Abstandsregeln und Teilnehmerbegrenzung. Das Lüften vergesse ich, mit den Masken komme ich meinen Leuten gar nicht erst. Von den Fünfen sind zwei dement, und auch die Orientierten würden sich bedanken für eine solche Zumutung. Außerdem sitzen sie alle im Abstand von 2 Metern, so dass meiner laienhaften Einschätzung nach für Infektionsschutz ausreichend gesorgt ist, zumal bei Leuten, die vor wenigen Tage alle negativ getestet wurden.

Nach der Kunstgruppe räume ich auf, verstaue die Materialien in einer alten Kommode auf einer Empore zwischen den Wohnbereichen. Von dort aus kann ich ein Gespräch mithören, dass zwei gediegen demente Männer – aus zwei verschiedenen Wohnbereichen, was eigentlich gar nicht passieren dürfte – miteinander führen. Sie sitzen in den Sesseln im Foyer, mit ausreichendem Abstand voneinander und unterhalten sich.

D.h. eigentlich spricht nur einer, der joviale und äußerst redselige Herr K., der in dem ebenso jovialen, aber eher schweigsam-freundlichem Herrn K.2, den perfekten Zuhörer für eine seiner unwahrscheinlichen und höchst unterhaltsamen Monologe gefunden hat.

Ich hab ja selber gesungen und Musik gemacht. Für Karneval, für Vereine, für Kirchenchöre, für alles!“, holt Herr K. aus. „Die haben schon zu mir gesagt, Sie sind wohl der zweite Mozart… ja, das war damals, als wir jünger waren. Als wir jung waren, da gab es nicht nur den Mozart, da gab’s noch andere wie den Bach oder den Schiller. Der Schiller war ja ein Dichter! Und wie der dichten konnte, das kann heute keiner mehr!“

So geht es in einer Tour. Ich schaue kurz über die Brüstung und sehe Herrn K. dozieren, während Herr K.2 in seinem Sessel sitzt und sich anscheinend aufs Beste unterhalten fühlt. Leider kann ich dem interessanten Stegreif-Vortrag nicht weiter folgen, bzw. eigentlich glücklicherweise, denn ich hab Feierabend nach acht Stunden im Heim – und bin ehrlich gesagt froh, für heute dem Corona-Hotspot entronnen zu sein.

Geschichten aus der Wirklichkeit: Interview mit einem Kulturschaffenden

WDR3 bringt mal wieder ein Interview mit einem „Kulturschaffenden“, einem Musiker scheinbar. Diesmal geht’s um Urheberrechte und die Uploadfilter im Internet und die anhängige Rechtsprechung und ähnliches Zeug.

Ich höre eine Weile zu, weiß zunächst nicht, wer da spricht und worum es geht, amüsiere mich aber über die genderblödsinnskorrekte Intonation des Interviewten, der ständig über „die Künstler innen“ redet, so dass man sich automatisch fragt, was denn mit den Künstlern draußen ist.

Dann legt der Mann in sachgerechtem Betroffenheitssprech seinen Unmut über die verbreitete Kritik an Uploadfiltern und sonstiger Netzzensur dar und bringt damit die Sache bestens um den marktwirtschaftlichen Punkt:

„Da hängen ja schließlich Urheber- und damit EIGENTUMSRECHTE dran, und Vermarktungsrechte! Das ist oft ja unsere einzige Möglichkeit, Geld zu verdienen!“

Gleich wird er in Tränen ausbrechen, aber der Moderator beendet das Gespräch, bedankt sich für den Besuch im Studio und leitet über zur Musik.

Ein zauberhaftes Beispiel für eine Sorte Zeitgenossen, die sensibel und betroffen jeden Genderquatsch aufs Dämlichste nachsprechen und sich dabei gewisslich als moderne, aufgeklärte, wohlmeinende und generell das Gute, Wahre und Schöne fördernde Schöngeister empfinden – und die die knallharten Konditionen der Konkurrenzgesellschaft, vor allem aber das heilige Gesetz des kapitalistischen EIGENTUMS dermaßen verinnerlicht haben, dass es ihnen wie eine Selbstverständlichkeit des Lebens erscheint, über die man nur insofern nachdenkt, als man zusehen muss, dass man möglichst das Optimum für sich selbst rausschlägt.

#elenddermenschheit
#kapitalismuswaralskindschonscheisse
#grünergenderquatschistausbeutungmitzuckerguss

Barack „I’m good at killing people” Obama

Das Relotius-Blatt aus Hamburg druckt Ausschnitte aus der Biografie von Barack „I’m good at killing people” Obama ab und belegt damit, dass die drohnenmörderische kriegsverliebte Lichtgestalt des demokratischen Imperialismus ein noch viel üblerer selbstgerechter Halunke ist, als man ohnehin schon annehmen musste:

Geschichten die das Leben schrieb: Freitag der 13. und der Handwerkergott

Beim morgendlichen Duschen fällt mir nach einer Weile auf, das ich noch mehr als sonst „das ganze Bad unter Wasser setze“, wie meine Liebste die paar Spritzer zu nennen beliebt, die bei einem Duschgang ihren Weg nach außerhalb der Wanne finden.

Alarmiert begutachte ich den Duschschlauch, von dem eine verdächtige Menge Wasser in einem dünnen Nebenstrahl bestimmungsfremd Ablage, Waschbecken und nähere wie weitere Umgebung einnässt. Das Ding ist hin, das Duschen muß abrupt beendet werden und die Untersuchung im getrockneten Zustand ergibt eine eindeutige Diagnose: ein neuer Duschschlauch muß her. Auch das nötige Werkzeug – eine Rohrzange – fehlt und muß gekauft werden.

Da ich Frühschicht habe, die Gattin noch schläft und ich unnötige Aufregung am Morgen lieber vermeide, hinterlasse ich eine Nachricht direkt über der Mischbatterie der Badewanne:

Dusche bitte nicht betätigen. Duschschlauch ist kaputt, ich besorge nachher im OBI Werkzeug und einen neuen Schlauch – Dein Handwerkergott“

Soweit, so gut, die Schicht geht störungsfrei vorüber und auf dem Rückweg stoppe ich beim Baumarkt meines Vertrauens und besorge die benötigten Sachen. Zuhause steht die aufgrund der sanitären Notlage ungebadete Frau bereits erwartungsvoll neben der Wanne, während ich mit professioneller Miene meine Mitbringsel ablege.

Sodann mache ich mich mit Zuversicht und Kompetenz an die knifflige Aufgabe, den völlig verkalkten Schlauchanschluss von der Mischbatterie zu lösen. Nach wenigen Minuten stellt sich das als ein Ding der Unmöglichkeit heraus – entweder habe ich das falsche Werkzeug oder das Teil ist irgendwie auf molekularer Ebene mit dem Metall der Batterie verschmolzen und mit normalen Mitteln nicht mehr loszukriegen.

Zum Glück hat die Frau eine Verabredung und muss die Wohnung verlassen. „Du machst das mit dem Duschschlauch noch fertig, oder?“ ruft sie mir ermutigend zu und ist verschwunden. Keine 3 Minuten später habe ich mit Hilfe roher Gewalt zwar den Plastikteil des Schlauches losbekommen, das Gewinde allerdings, das ihn am Anschluss der Mischbatterie befestigt, um keinen Millimeter bewegen können.

Fluchend erkenne ich die Grenzen meinen handwerklichen Kompetenz an und beschließe, den einzigen ECHTEN Handwerkergott anzurufen, den ich kenne: den polnischen Superhandwerker P., ein Allroundkönner, der von Trockenbau bis Sanitärinstallation jede handwerkliche Tätigkeit aus dem Eff-Eff beherrscht und jederzeit bereit ist, sich ein bißchen Schwarzgeld dazuzuverdienen.

Zu meinem Glück hat P. heute tatsächlich Zeit und verspricht, in ca. anderthalb Stunden zu erscheinen. Ich bin erleichtert und lege mich erstmal für eine Runde Mittagsschlaf hin. Nach gefühlten 5 Minuten – in Wahrheit einer ganzen Stunde – werde ich geweckt durch die Rückkehr der Frau. Ihr erster Gang führt sie ins Bad, um das Resultat meiner Reparaturtätigkeit in Augenschein zu nehmen.

Als sie feststellt, dass nichts passiert ist, schaut sie mich konsterniert an und fordert eine Erklärung. „Ich konnte das nicht loskriegen. Nicht mit dem Werkzeug, das ich habe. Völlig unmöglich – da bewegt sich nichts! Ich hab’s versucht, aber keine Chance…“ erläutere ich ihr den Sachstand.

Du kannst ja wirklich GAR NICHTS!!“ bricht es aus ihr heraus, wohl angesichts der Vorstellung auf ein zukünftiges Leben ohne Dusche, in dem sie das Wasser zum Haare waschen einzeln in Kännchen aus der Küche schleppen muss um es sich anschließend viertelliterweise händisch über den Kopf zu gießen.

Die Verärgerung der Gattin wächst sekundenweise in eine Dimension höchster Explosivität und Hysterie. „Handwerkergott? Haha!! Und wie stellst du dir das jetzt vor? Willst du das jetzt so lassen oder wie?!?“

Von einer Frau, die keine Zange von einem Hammer unterscheiden kann, läßt sich ein universal kompetenter Mann wie ich natürlich nicht anbitchen. Ich bleibe also cool wie der Nordpol, mit dem Wissen im Hintergrund, dass Super-P. jeden Moment hier auftauchen wird, und antworte lässig: „Naja, dann duschen wir eben mal eine Weile nicht. Wird schon gehen…“

Das hätte ich lieber nicht gesagt, denn nun sprengt die Verärgerung der Liebsten die Hysterieskala nach Xanthippe und wenn Worte Messer wären, hätte ich jetzt ein zerfetztes Gesicht. Unter Beschimpfungen und Flüchen zieht sie sich in die Küche zum Rauchen zurück. Ich genieße meinen Informationsvorsprung in Bezug auf die baldige Lösung unseres Duschschlauchproblems noch ein bißchen – schon um zu beobachten, wohin ihr Zorn sie noch führt – und beichte dann, dass unser polnischer Handwerkergott bereits unterwegs ist.

Innerhalb von Sekundenbruchteilen ist die Luft raus aus all der Aufregung und alles ist wieder gut. Fast! Denn jetzt kriege ich noch hinter die Ohren geschrieben: „Du darfst mich nie so hinters Licht führen! Das regt mich zu sehr auf!“ Eine Antwort in Richtung „Arbeite lieber mal an deinem Hysterieproblem bzw. überprüf mal deine Prioritäten im Hinblick auf die Wichtigkeit von Dingen“ liegt mir auf der Zunge, aber ich finde, ich habe für heute genug Spaß gehabt und muß nicht noch Öl ins fast verloschene Feuer gießen.

Schon klingelt es und unser Superpole steht vor der Tür. Im Handumdrehen hat er mit seinen uralten abgenutzten Rohrzangen (meine frisch gekaufte legt er mit freundlichem Grinsen beiseite und kommentiert „Musst du andere Zange kaufen! Diese hier glatt, brauchst du geriffelt!“) den Schlauch entfernt, alles wieder sachgerecht mit Dichtungen versehen und verschraubt und mir noch ein paar gute Tipps gegen Verkalkung (der Armaturen, nicht meines Gehirns) gegeben.

Als ich ihm Geld geben will, winkt er ab: „Nee, lass sein. Diesmal nicht. Nächstes Mal gibst du wieder Geld, heute nicht!“ Nach ein paar Versuchen, ihn doch zur Annahme eines Geldscheines zu bewegen, gebe ich auf – weiß ich denn, ob der Pole an sich (ähnlich wie der Italiener, besonders der kalabresische) nicht tödlich beleidigt ist durch mein Beharren, ihm Geld zuzustecken? Am Ende so, dass er nie wieder kommt??

So endet dieser Freitag der 13. versöhnlich und finanziell sehr glimpflich. Und ich habe jetzt eine 19,80 teure glatte Rohrzange von Lux-Tools, mit der ich bei jedem Sanitärfachbetrieb Eindruck schinden kann.

US Election 2020 Harris/Biden first speech

Hab den Auftritt von Harris und Biden mitverfolgt, mit deren ersten Ansprachen als gewählte Führungsfiguren des US-Kapitalismus.

Nette Frau, freundlicher älterer Herr, professionll-emotionale, aber nicht zu kitschige Reden, in denen die aktuellen Eckpunkte des demokratischen Imperialismus (Liberalität, Rassen- und Geschlechtergerechtigkeit, Klimaschutz und Pandemiebekämpfung) abgearbeitet wurden.

Wüsste man nicht (wenn man’s wissen WILL), dass all die wohlklingenden Worte den bunten Zuckerguss darstellen über der berechnenden Gewaltherrschaft des westlichen Imperiums bzw. seiner größten Kapitale, die den Planten bis auf ein paar Ausnahmen immer noch dominiert, wäre man gerührt über soviel Goodwill, Weltverbesserungs- und Menschheitsbeglückungsabsichtserklärungen.

Weiß man aber, und als letzten Satz läßt Biden wieder die Redewendung fallen, die er sich scheinbar angewöhnt hat zur Demonstration seiner großmächtigen Identifikation mit dem militärischen Gewaltapparat der Supermacht (und der Entschlossenheit zu deren EINSATZ):

„.. and may God bless our troops“.

Wer da genauer hinhört und -sieht, kann sich nur gruseln.

Wenn Befehlshaber ihren Gott beschwören um ihre Kriegsmaschine zu segnen, ist‘s noch immer schlecht ausgegangen für diejenigen, die mit Leib und Leben für den Erfolg einzustehen haben, den das Militär dem (trans-)nationalen Kapital erzwingen und sichern soll.

Geschichten aus dem Pflegeheim: der (bei Amtseinführung) älteste Präsident der USA ist interessant, aber nicht so interessant wie Schlagerraten

Während die facebook‘sche Schlaumeierei angesichts irgendwelcher Wahlen im Amiland Purzelbäume des Besserwissertums schlägt, muß die werktätige Bevölkerung, also ich, auch (wieder mal) am Wochenende lohnarbeiten gehen.

Mein Klientel im Pflegeheim interessiert bis auf wenige Ausnahmen nicht, wer beim Ami Präsident ist oder wird; die meisten haben keine Ahnung, wer wer ist – auch wenn sie den Amtsinhaber irgendwie schon mal im Fernsehen gesehen haben und irgendwie merkwürdig finden.

Gerade demente Menschen haben ein feines Gespür dafür, wenn hinter der Fassade von Lug und Trug ein narzisstisch -psychopathisches Nichts steckt (Mr Trump) oder ein bis ins Knochenmark in die imperialistische Weltherrschaftsmafia der US-Oligarchie eingebetteter Berufspolitiker.

Beeindruckt hat sie allerdings das ALTER des Wahlgewinners. Dass ein 77-Jähriger demnächst Chef in Amerika wird, finden alle beachtlich. Vermutlich stellen sie sich die eigene Person als Präsident(in) vor.

Nachdem also eine Pflegekraft die Neuigkeit von Bidens Wahlsieg rausgeblökt hatte, wenden wir uns wieder wirklich bedeutsamen Dingen zu, nämlich dem Liederraten und -singen.

Im ersten Bild musste ich die ersten zwei Worte des Titels hinschreiben, ehe jemand drauf kam.

Bild 2, eine Sequenz aus drei Bildchen, besteht rätselmäßig nur aus der ersten Zeichnung, der Rest entwickelte sich als spontane Story. Obwohl das Bilderrätsel eine vergleichsweise schwierige Abstraktionsanstrengung des Denkens erfordert, wurde der Titel erraten: „Man müsste Klavier spielen können“ von Johannes Heesters. Die Fortsetzung des Textes („… dann hat man Erfolg bei den Frauen“) ergab die übrigen Zeichnungen: der Klavierspieler hat zwar Erfolg bei den Frauen und kann auch nach dem Konzert eine abschleppen, aber zuhause wartet seine eigene Frau mit dem Nudelholz – womit er nicht gerechnet hatte, denn sie wollte eigentlich zur Schwiegermutter nach Grevenbroich fahren.

Die Songtitel, die die Bilder drei und vier darstellen sollen, wurden nach ein paar Minuten von meiner sangesfesten und textsicheren Runde erraten. Wer tut es ihnen gleich?

Geschichten aus dem Pflegeheim: Corona-Alarm!

Um die Mittagszeit taucht der Einrichtungsleiter unvermutet im Heim auf. Das alleine signalisiert schon, dass irgendein Notfall vorliegen muss, denn normalerweise ist er – wie die gesamte Leitung – wochenends zuhause.

Er bittet mich, in die Chatgruppe des Sozialen Dienstes die Info zu schreiben, dass ab sofort kein Mitarbeiter mehr seinen Wohnbereich zu verlassen hat, dass auch im Haus nach Möglichkeit nicht rumgelaufen wird und das vor allem der Wohnbereich 1 auf keinen Fall betreten wird. Letzterer steht nämlich mit Wirkung ab jetzt unter Komplettquarantäne – Grund natürlich: ein bestätigter COVID-19-Fall bei einem Bewohner.

Damit sind also die Zeiten vorbei, in denen wir hoffen konnten, dass der Corona-Kelch an unserer Einrichtung vorbeigehen würde. Für die Bewohner des betroffenen Wohnbereiches bedeutet die Vollquarantäne Zimmerarrest und Besuchsverbot. Für die Mitarbeiter wird der Job damit auch nicht einfacher. Eigentlich müssten jetzt alle – zumindest Bewohner und Mitarbeiter des betroffenen Wohnbereiches – getestet werden.

Die an COVID-19 erkrankte Person ist bereits vor 4 oder 5 Tagen getestet worden und hat sich seitdem im Wohnbereich und im Speisesaal unter die Leute gemischt und vermutlich das Virus munter weitergegeben.

Interessant nun die Reaktion des zuständigen Gesundheitsamtes. Wie mir der Einrichtungsleiter erzählt, will man dort sofort den gesamten Wohnbereich in Quarantäne schicken, inklusive der Mitarbeiter. Auf Nachfrage des Einrichtungsleiter, was mit 24 Bewohnern ohne Pflege und Betreuung passieren sollte, rudert das Gesundheitsamt zurück und akzeptiert die jetzige Lösung, bei der die Pflege- und Betreuungskräfte weiterhin, allerdings unter nochmals verschärften Schutzmaßnahmen, zur Arbeit zu kommen haben.

Was den dringend gebotenen Test für Bewohner und Mitarbeiter betrifft, winkt das Amt gleich ab: man komme schon jetzt nicht nach mit den Tests und könne das derzeit einfach nicht leisten. Keine Kapazitäten!

In der Sprachlosigkeit ob dieser Nachricht fällt mir die Volksrepublik China ein, die mal eben 9 Millionen Menschen – GRATIS!! – innerhalb von 5 Tagen testen kann. Das muss diese kommunistische Kommandowirtschaft sein, die „den Menschen“ so furchtbar in seinem Recht auf freies Unternehmertum und Gescnäftemachen unterdrückt

Geschichten aus dem Pflegeheim: Reinigungskräfte brauchen keinen Kaffee! – Teil 2

Die Sache geht in die nächste Runde. Nach dem Einrichtungsleiter greife ich mir heute auch die PDL (Pflegedienstleiterin), eine osteuropäische macht- und karrierebewusste Dame, die hausweit im Ruf einer strengen und ungnädigen Chefin steht.

Psychologisch geschickt komme ich ihr mit improvisiertem Lean Management und Marketing Blabla: “Frau G., manchmal wiegen die Vorteile von Sparmaßnahmen nicht den Imageschaden auf, den sie verursachen…”

Damit habe ich schon mal ihre Aufmerksamkeit. Dass ihre an die Reinigungskräfte gerichtete Kaffee-Regelung so weite Kreise zieht, ist ihr sichtlich unangenehm. Sie versucht sich zu rechtfertigen:

“Die sind aber nun mal von einer Fremdfirma! Da müsste die Fremdfirma für den Kaffee sorgen. Vor allem aber bedienen die sich in ihren Pausen an den Kaffeeautomaten in der Küche – wo sie eigentlich keinen Zutritt haben – und halten keinerlei Hygieneregeln ein.”

Damit hat sie tatsächlich einen gültigen Punkt, denn wie alle Mitarbeiter und Bewohner sind auch die Reinigungskräfte im Zuge der Corona-Schutzmaßnahmen auf die Wohnbereiche aufgeteilt worden und sollen nur in “ihren” Wohnbereich arbeiten. Daran halten sie sich zwar, aber in den Pausen sitzen sie all in oder vor der Cafetria, ohne Mundschutz und dicht beieinander, rauchen, ratschen und trinken Kaffee (bis vor kurzem).

Trotzdem lass ich nicht locker: “Ja, schon klar, aber das kann man ja klar kommunizieren und regeln. Es ist doch wohl kein Problem, wenn die Küche den Putzfrauen morgens zwei oder drei Kannen Kaffee hinstellt, so wie den Wohnbereichen auch, oder? Wissen Sie eigentlich, wieviel Kaffee wir täglich wegschütten, weil keiner den trinkt?”

Die PDL ist noch nicht überzeugt und will wohl auch aus Prinzip erstmal nicht nachgeben. Sie zieht ab, aber ich sehe, dass es in ihr arbeitet.

Beim Mittag begegnet sich Einrichtungsleitung samt Verwaltung und mir in der Cafeteria. Diesmal bringt die PDL das Gespräch von sich aus auf das Kaffeethema. Sie spricht den Einrichtungsleiter darauf an, mit Verweis auf mich und den Imageschaden, den ich ihr untergejubelt habe: “Die sprechen schlecht von uns! Das ist nicht gut…”

Der Chef ist erstmal abwehrend und meint allen Ernstes: “Wissen Sie, was die uns jährlich kosten? Soll ich Ihnen mal die Rechnungen zeigen?”

Zu seiner Überraschung antworte ich: “Ja, gerne. Lassen Sie mal sehen. Denn dass die Diakonie eine Fremdfirma mit den Reinigungsarbeiten betraut, liegt ja wohl ausschließlich daran, dass sie keine Tariflöhne für Hauswirtschaftskräfte bezahlen und die Putzarbeit so billig wie möglich outsourcen will. Stimmt’s?”

Das verschlägt ihm erstmal die Sprache und er bringt sich außer Reichweite in sein Büro.

Beim Mittagessen dann richtet die PDL das Wort an die Küchenchefin:
“Frau K., haben die Reinigungsleute eine Kaffeemaschine? Könnten Sie für die zusätzliche Kaffeekannen bereitstellen?
„Ja, das ist möglich”, antwortet die Küchenfrau sachlich und faktisch.

Jetzt mischen sich andere Schlauberger aus der Verwaltung ein und verteidigen die unsägliche Kein-Kaffee-für-die Putzfrauen-Regelung mit dem Argument, dass sie sich ja auch nicht, wenn sie beispielsweise in eine Behörde oder ein Geschäft kamen, dort am Kaffee bedienten.

Ich sehe, dass hier jetzt ein argumentativer Schlussstrich und eine milde Zurechtweisung für die Untertanengemüter der neoliberalen Beutelschneiderdiktatur erfolgen muss und sage: “Leute! Macht jetzt mal keine Doktorarbeit daraus, wir reden hier von ein paar Tassen Kaffee für die Frauen, die täglich hier alles sauber halten! Jeder hier weiß, dass die Frauen von JEDEM – ob Bewohner oder Mitarbeiter – als Teil der Mitarbeiterschaft angesehen werden. Wollt ihr echt so kleinlich und schäbig sein und denen einen Kaffee verwehren? Ihr habt wohl lange nicht mehr die frommen Losungen durchgelesen, die hier überall an den Wänden hängen…”

Damit ist das Thema fürs Erste durch und dem Anschein nach wird es ab demnächst auch wieder Kaffee für die Reinigungstruppe geben.

Geschichten aus dem Pflegeheim: Reinigungskräfte brauchen keinen Kaffee!

Morgens um 7.30, während ich in Vorbereitung für einen weiteren langen Vormittag in der „Tagesgruppe Demenz“ den Kaffee-Vollautomaten anwerfe um mich mit einem Cappucino zu versorgen, spricht mich eine der Reinigungskräfte an, die ständig in allen Bereichen der Einrichtung Böden wischen, staubsaugen, Geländer und Handläufe säubern, Bewohnerzimmer reinigen usw. (und das alles unter den verschärften Auflagen des Corona-Desinfektionsregimes.

Kannst du mir bitte auch einen Kaffee machen?“ fragt die Kollegin.

Ja klar“, antworte ich.

Den brauch ich ganz dringend jetzt, sonst schlaf ich gleich wieder ein“, ergänzt sie (Arbeitsbeginn für die Putztruppen-Frühschicht ist 6:30 morgens). „Wir dürfen hier nämlich keinen Kaffee mehr trinken.“

Ich glaube, ich habe mich verhört. „Wie bitte? Wieso das denn?“, will ich wissen.

Der ist für die Bewohner und die Mitarbeiter da, nicht für uns, hat die PDL* gesagt“, klärt mich die Kolegin auf.

Ja und? Ihr seid doch auch Mitarbeiter…“, entgegne ich.

Nee, wir sind Fremdfirma.“

Ich fasse es nicht. Der Kaffee, um den es geht, wird hundertliterweise den ganzen Tag über auf allen Wohnbereichen gekocht, zur Verfügung gestellt und von allen getrunken. In der Regel bleibt massenweise übrig von dem Gebräu, das geschmacklich eher in Richtung Batteriesäure geht.

Nicht umsonst habe ich eine private Kaffeemaschine auf der Arbeit, um nicht auf den Einrichtungskaffee angewiesen zu sein. Dennoch habe ich selten etwas Übleres und Kleingeistigeres gehört als diese Neuigkeit der sparsamen PDL. Wobei die Anweisung wohl nicht auf deren Mist gewachsen ist, sondern vermutlich als Anweisung des Diakonievorstandes umgesetzt wird.

Ich kann mich den ganzen Vormittag über kaum beruhigen über soviel bornierte Schäbigkeit und greife mir den Einrichtungsleiter, sobald ich seiner ansichtig werde.

Hören Sie mal, mit ist da das und das zu Ohren gekommen. Ist das wahr?“

Der Chef bejaht.

Das glaub ich jetzt nicht! Ist Ihnen das nicht peinlich?“ frage ich. „Das kann doch wohl nicht wahr sein, dass die Frauen, die sich hier täglich den Arsch aufreißen, damit es hier sauber ist, noch nicht mal von dem schlechten Kaffe trinken dürfen, den wir hier haben.

Und das in einer Einrichtung, in der an jeder Ecke heilige Sprüche und christliche Menschenbilder hängen? Chef? Denken sie mal ganz scharf darüber nach und sprechen Sie ein Machtwort. Da ist die PDL glaube ich ein bißchen übers Ziel hinausgeschossen…“

Der Chef ist etwas betreten und murmelt was von „Ja, die sind nunmal von einer Fremdfirma, und außerdem haben die eine Kaffeemachine im Keller…“ (er weiß ganz genau, dass der Arbeitstakt der Reinigungskräfte kaum Pausen zulässt, geschweige denn einen Gang in den Keller, um zu versuchen, irgendeine verstaubte alte Kaffeemaschine wieder in Gang zu setzen).

Ja, ich überleg es mir noch mal..“ und weg ist er. Mir scheint, er hat etwas fluchtartig Reißaus genommen.

Ich werde die Kaffeefrage weiter verfolgen.

*PDL = Pflegedienstleitung

Geschichten aus dem Pflegeheim: Küchendienst!

In einem durch die Coronamassnahmen ohnehin schon ausgedünnten Angebot wird der Soziale Dienst bestimmungswidrig für Hauswirtschaftsaufgaben eingesetzt, sobald irgendwo jemand krank oder in Urlaub ist oder der Dienstplan am Wochenende noch mehr Personalknappheit vorsieht.

Die geplanten kulturellen, künstlerischen und sonstigen Betreuungsangebote für die Bewohner müssen dann eben ausfallen. Heute also keine Mal- und Kreativrunde, weil der Kunstgeragoge Küchendienst hat.

Alles zu Lasten der Bewohner und zur Schonung der Diakoniekasse (Hauswirtschaftskräfte einzustellen würde Tariflohn kosten; die Küchendienste machen i.d.R. die billigst entlohnten FSJ.er oder Praktikanten).