Wie die USA 2014 den Staatsstreich in der Ukraine steuerten: Victoria Nuland (heute Unterstaatssekretärin im Weißen Haus und neben Biden, Kirby und Sullivan eine der vier Verschwörer zur Sprengung der Nordstream-Pipelines) wählte die neue Marionettenregierung von Kiew aus. Hier ein Mitschnitt ihres legendären „Fuck the EU“-Telefonates mit dem US-Botschafter in Kiew.
Von da an bis zum lange geplanten und durch die hemmungslose Aufrüstung des Kiewer Regimes ermöglichten Krieges gegen Russland dauerte es dann noch ganze acht Jahre.
Anruf beim Telekom-Kundendienst wegen eines technischen Problems. Der Mitarbeiter im Call-Center in Rostock ist freundlich und hilfsbereit, löst auch mein Problem und fragt, wie bei uns das Wetter ist. Wir kommen ein bißchen ins Plaudern und landen nach wenigen Sätzen bei Krieg und Teuerung.
„Dieser Scheiss-Krieg“, höre ich ihn sagen. „Das ist nicht unser Krieg!“ Sowas höre ich natürlich gerne und stimme ihm zu. Er legt noch einen drauf: „Diese Regierung, die wir jetzt haben, das ist die beschissenste Regierung die wir jemals hatten. Die haben Putin doch verarscht! Hat die Merkel doch selber zugegeben!“
Ich glaube, meinen Ohren nicht zu trauen. Sollte es noch Hoffnung geben? Die neuesten Wahlumfragen zeigen nur das gewohnt traurige Bild einer Bevölkerung, die in ihrer Ratlosigkeit und Konfusion sich demnächst die schwarz-blaue statt der rot-gelb-grünen Seife wählt, um sich einseifen zu lassen.
Aber abgesehen davon scheint es mir ein gutes Zeichen zu sein, wenn man schon bei ganz normalen Kundentelefonaten die nüchterne Illusionslosigkeit der Leute hört, mit der die landesverräterische, kriegstreiberische Politik der Regierung kommentiert wird.
Zum Schluß des Gesprächs fragt mich der Telekom-Mitarbeiter, ob ich ihn in der obligatorischen SMS-Anfrage nach einer Bewertung der Servicequalität des Gesprächs gut bewerten könne. Die Antwort fällt mir nicht schwer: „Ehrensache! Da können Sie drauf wetten!“
Vor 78 Jahren befand sich ein maßgeblicher deutscher Regierungspolitiker im Krieg gegen Russland in einer aussichtslosen Lage, ganz ähnlich wie seine heutigen Nachfolger bei dem derzeitigen gleichen Vorhaben.
Und ganz wie dieser eloquente, so ruhig und vernünftig, so bedächtig und wohlintoniert redende Politiker davon spricht, dass noch nichts verloren sei und dass sich das Kriegglück in dieser für das Abendland entscheidenen Auseinandersetzung zwischen Gut (wir) und Böse (der Russe) durchaus noch wenden könne, genauso hören sich seine heutigen Nachfolger an, wenn sie den Endsieg des westlichen Kriegsbündnisses und seiner Kiewer Marionetten beschwören.
Tatsächlich sind die Parallelen verblüffend. Wie werden in 80 Jahren die heutigen „Wir kämpfen bis zum Sieg (der Ukraine)!“-Reden der Scholzens, Habecks, Bidens, Baerbocks und Selenskijs in den Ohren der Nachgeborenen klingen? Nicht viel anders als diese interessanten Ausführungen von Herrn G.
So langsam kriegen sie’s mit. Und machen auch gar kein Hehl mehr aus der Erpressungspolitik mit Sanktionen, die die USA und der kollektive Westen betreiben:
Senator Marc Rubio (Florida) ist äußerst besorgt darüber, dass Brasilien gerade mit China ein Abkommen geschlossen hat, dass den gegenseitigen Handel ent-dollarisiert und die Währungen Brasiliens und Chinas benutzt.
Rubio fürchtet, dass das bewährte Erpressungsmittel „Sanktionen“ in wenigen Jahren überhaupt nichts mehr nützen wird: „They’re creating a secondary economy in the world, totally independent of the Untided States“, barmt der Republikaner.
Damit hat er recht. Der Albtraum des globalistischen Hegemons ist wahr geworden. Die Welt außerhalb des westlichen Oligarchenfeudalismus befreit sich gerade von der Kontrolle, dem Terror und der Erpressbarkeit durch die frühere Supermacht.
An end to U.S. siege warfare is the nightmare of right extremists like Marco Rubio: "We won't have to talk about #sanctions in five years because there will be so many countries transacting in currencies other than the #Dollar that we won't have the ability to sanction them". pic.twitter.com/AGOX0i26Yg
Ich habe meinen Malrundenteilnehmern versprochen, dass wir in der Osterwoche Eier bemalen, und so kommt es auch! Aber nicht irgendwelche Eier, sondern richtig große, mit viel Platz für Dekoration und Farbe.
Fragt sich nur, welche. Meiner Einschätzung nach haften Fasermaler, Filzstifte, Brush Pens und dergleichen am besten auf der Styroporoberfläche der überdimensionierten Eier, die größenmäßig irgendwo zwischen Hühnerei und Straußenei liegen.
Herr B., der immer als erster da ist, legt bereits mit seinen gewohnten Aquarellfarben los, während ich noch mit dem Transfer der übrigen Teilnehmer beschäftigt bin. „Herr B., das wird nichts mit den Aquarellfarben, nehmen Sie lieber die Filzstifte oder die Acrylfarben – die haften auf der Oberfläche besser!“, rufe ihm zu, aber er trägt unverdrossen die Aquarellfarbe auf. Ich kann mich nicht weiter um ihn kümmern, weil ich schon auf dem Weg in die Wohnbereiche bin, um den Rest der Truppe einzusammeln.
Als ich zurückkomme, ist aus Herrn B.s Osterei ein wunderbar anzusehendes marmoriertes Kunstwerk geworden. Er hat die Aquarellfarbe geduldig und in verschiedenen Mischungsverhältnissen von Farbe und Wasser immer wieder neu aufgetragen und so ein Ergebnis erzielt, das durch den nicht deckenden Farbauftrag die wabenförmige Struktur der Styoroporoberfläche schön sichtbar macht.
„Gut, dass Sie nicht auf mich gehört haben!“, sage ich ihm und räume mir selber gegenüber ein, dass die „fehlerhaften“, die nicht passend oder untauglich scheinenden Herangehensweisen oft die interessantesten und schönsten Resultate bewirken. Jedenfalls in der Kunst bzw. im kreativen Prozess.
Herr B. ist jedenfalls stolz wie Bolle auf sein Osterei und will gleich noch ein weiteres gestalten, natürlich auch wieder mit Aquarellfarben, diesmal in Rot statt in Grün.
Alle sind inzwischen eifrig und guter Dinge mit dem Eierbemalen beschäftigt, als ein Pflegekollege eine Bewohnerin im Rollstuhl zu uns bringt. Frau D., eine orientierte (Pflegejargon für nicht dementiell veränderte) Neunzigjährige, ist in eigener Einschätzung eine Hobbykünstlerin mit Schwerpunkt auf Basteln und Handarbeiten. Sie beschäftigt sich mit Stickbildern , Basteleien, Handarbeiten jeglicher Art usw., hat sich aber noch nie in unserer Malrunde blicken lassen. Ich glaube, das hält sie für etwas unter ihrer Würde.
Außerdem hat sie hat die Selbsteinstufung, die ich immer wieder von den Leuten höre: „Ach, Malen ist nichts für mich, das kann ich nicht…“ Zum Glück versuchen es die meisten dann doch mal, und bleiben in der Regel dabei.
Vor allem, weil ich ihnen als erstes immer die Grundvoraussetzungen meiner Angebote nahebringe:
Erstens – Wenn man etwas nicht kann, kann man folglich darin auch nichts falsch machen, weil man nicht weiß, wie „richtig“ geht.
Zweitens – Es gibt beim Malen und Zeichnen nichts zu erreichen, nichts nachzumachen, keinen Vorgaben zu folgen – wir überlassen die Arbeit den Farben, dem Wasser und dem Papier.
Wer das erstmal geschluckt hat, kommt irgendwann ganz von selbst auf den kreativen Dreh, mehr und mehr gestalterische Möglichkeiten auszuprobieren.
Frau D. hat gehört, dass wir heute Eier bemalen wollen und hat sich entschlossen, doch mal die Nase in die Malgruppe zu stecken. Bevor sie auch nur an ihrem Platz ist, erzählt sie mir, dass sie selber Stab-Eier und Deko-Eier aller Art macht (oder gemacht hat), sich schwer auskennt und, so lässt sie durchblicken, gewissermaßen eine Koryphäe der Ostereiermalerei ist.
Ich zeige mich entsprechend beeindruckt und ihr die Arbeitsmaterialien. Inzwischen haben wir nämlich herausgefunden, dass Ölpastellkreiden die besten Werkzeuge sind, um Styropor zu bemalen. Auch mit Acrylfarben lassen sich gute Resultate erzielen.
Ich habe vor einiger Zeit, als wir dank einer Spende des örtlichen Lions Club aus dem Vollen schöpfen konnten, Acrylstifte angeschafft und sehe nun die Gelegenheit, diese zum Einsatz zu bringen. Ich führe Frau D. Kurz die Handhabung vor (die Stifte müssen geschüttelt werden, damit die Farbe nach unten fliesst, außerdem sollte man sie nach Gebrauch gleich wieder verschließen und sie mit der Spitze nach unten senkrecht lagern).
Sie nimmt alles zur Kenntnis, beginnt ihr Osterei zu bemalen und ich widme mich wie in diesem Angebot üblich, nach und nach jedem einzelnen Teilnehmer, drehe meine Runden um die Tische, sorge für Getränke usw. Frau D. habe ich nicht vergessen, beachte sie aber auch nicht weiter.
Nach etwa 20 Minuten meldet sie sich mit verärgerter Stimme und bittet darum, wieder nach oben gebracht zu werden. „Das gefällt mir überhaupt nicht!“ erklärt sie definitiv und entschieden. „Das funktioniert alles nicht!“
Ich erkenne, was sie meint: die Acrylstifte erzeugen einen eher schmalen Strich; ein breiterer Farbauftrag erfordert einiges an Geduld und ist von der Haptik her – mit einer Hand das Ei halten, mit der anderen Strich für Strich einen gleichmäßigen. Farbauftrag versuchen – auch für eine nicht-demente Neunzigjährige eine ziemliche Herausforderung.
Frau D. ist erkennbar sauer und wiederholt auf dem Weg nach oben immer wieder, dass ihr das alles „überhaupt nicht gefallen hat“. Ich entschuldige mich bei ihr, das ich ihr überhaupt die Acrylstifte empfohlen habe. Mir ist klar, dass ich bei etwas mehr Aufmerksamkeit jetzt nicht eine frustrierte alte Dame zurück in ihren Wohnbereich bringen, sondern eine zufriedene Eiermalerin unten sitzen haben würde.
Sie mault noch eine Weile vor sich hin und fordert mich dann auf, sie in ihr Zimmer zu begleiten. Sie wolle mir mal zeigen, wie Ostereier aussehen müssen. Und richtig, dort hat sie nicht nur einen Strauß Stab-Eier, sondern einen ganzen Karton Ostereier in verschiedene Größen, alle filigran mit Stoffbordüren, kleinen Röschen und ähnlichem beklebt, alles selbstgemacht und alles in einer Art „Sofakissen-Stil“, wenn ich einen Ausdruck dafür finden müsste.
Ich würdige ihre Arbeiten, die tatsächlich einen hohen Grad an Präzision, Geduld und Geschick für feine Handarbeit erfordern. Sie kramt in ihrer Kiste und schenkt mir eines der „Sofakissen“-Eier. „Das können Sie mal denen da unten zeigen!“, fordert sie mich auf, und ich komme dem nach, indem ich mir das Ei als Ohrring anhänge und zur Freude der anderen so dekoriert wieder im Gruppenraum erscheine.
Natürlich sind alle schwer beeindruckt von der professionellen Qualität des geschenkten Eies. Aber unserer bzw. ihre chaotisch bemalten Rieseneier finden meine Leute dann doch insgesamt genauso großartig. Vor allem, weil wir sie inzwischen mittels Zahnstochern zum Aufrechtstehen gebracht haben und sie somit auf den Tischen in den Wohnbereichen platziert werden können.
Ein Blog, das von M.K. Bhadrakumar, einem indischen Ex-Berufsdiplomaten, betrieben wird und äußerst lesens- und bedenkenswerte Beiträge zu geopolitischen Fragen und solchen der Multipolarität bietet.
Im aktuellen Posting über den Besuch des chinesischen Präsidenten in Moskau schreibt Bhadrakumar folgendes:
„Russische Medien berichteten, dass Präsident Wladimir Putin eine außergewöhnliche Geste machte, als Präsident Xi Jinping den Kreml nach dem Staatsdinner letzte Woche am Dienstagabend verließ, indem er ihn zur Limousine begleitete und verabschiedete.
Beim Handschlag zum Abschied soll Xi geantwortet haben: „Gemeinsam sollten wir diese Veränderungen vorantreiben, die es seit 100 Jahren nicht mehr gegeben hat. Take care.“
Xi spielte damit auf die vergangenen 100 Jahre der modernen Geschichte an, in denen sich die Vereinigten Staaten von einem Land nördlich von Mexiko in der westlichen Hemisphäre zu einer Supermacht und einem globalen Hegemon entwickelt haben.
Mit seinem ausgeprägten Sinn für Geschichte und seinem dialektischen Denken erinnerte Xi an die intensiven Gespräche mit Putin, in denen es um die gegenwärtigen Realitäten ging, die das unipolare Moment der USA auf den Müllhaufen werfen, und um die Notwendigkeit, dass China und Russland sich zusammentun, um den Übergang der Weltordnung zu Demokratisierung und Multipolarität zu konsolidieren.“
Ich möchte euch diesen kurzen Vortrag empfehlen, den Garland Nixon am 25. März beim „Summit Against Hypocrisy“ in Washington gehalten hat. Er geht darin auf einige Probleme ein, die jeder Kommunist oder Sozialist kennt und die regelmäßig bei der Diskussion mit Leuten entstehen, die sich aus den bürgerlichen Leitmedien informieren und deren Propaganda wiederholen – weil sie es nicht besser wissen. UND: weil sie mit der Infragestellung ihrer Glaubenssätze nicht nur sich selber in eine unangenehme innere Position bringen, sondern obendrein auch noch in ihrem sozialen Umfeld zu Außenseitern werden (oder Angst davor haben).
Wie man so mit diesen Menschen kommuniziert und diskutiert, dass sie sich nicht antagoniziert und bevormundet fühlen, sondern selber anfangen, sich Gedanken über die Validität ihrer ihnen durch die imperialistische Propaganda indoktrinierten Glaubenssätze zu machen, indem man sie auf die Widersprüche in genau dieser Propaganda aufmerksam macht – das schildert Garland auf ein Weise, die nachvollziehbar und nützlich ist.
Kleiner Ausschnitt in Übersetzung:
Man muss verstehen, was Fehlinformationen in unserer heutigen Gesellschaft sind. Man muss eine Definition haben. Ich glaube, dass viele Menschen in unserer Gesellschaft bei diesem Thema verwirrt sind, weil sie die aktuelle Definition von Fehlinformation nicht verstehen.
Ich werde Ihnen sagen, was ich denke, was es ist. Das Entscheidende ist, wie Sie die Realität sehen. Was ist Realität? Man kann eine philosophische Diskussion über die Realität führen: Ist es das, was man glaubt, ist es das, was man anfassen kann usw. Und wir haben die Neocons, die Technokraten – und für sie basiert die Realität auf einem Konsens.
Wir bringen eine Gruppe von Leuten zusammen, wir entwickeln ein Narrativ – was auch immer es ist – wir erhalten einen Konsens der Leute in unserer Gruppe und wir sagen: „Bumm! das ist unsere Realität!“ Es ist eine konsensbasierte Realität, sie basiert nicht darauf, was für uns wahr ist, ob man es anfassen kann, ob man es glaubt. Wir stellen einen Konsens her, einen Konsens, der für das, was wir erreichen wollen, funktioniert.
Fehlinformation, Desinformation ist alles, was diesen Konsens widerlegt. Und das ist es, was die Menschen verwirrt. Denn wir denken, dass Fehlinformation und Desinformation etwas mit Wahrheit zu tun haben – ist sie wahr oder falsch, ist sie beweisbar, ist sie all das, worüber wir nachdenken.
Aber wenn man versteht, womit man es zu tun hat, dann ist Fehlinformation alles, was gegen eine Realität, ein Narrativ, das auf einem Konsens beruht, verstößt. Und das ist kein wissenschaftlicher Konsens.
„Unter einer bestimmten Bedingung verwandeln sich Geld und Ware in Kapital. Diese Bedingung ist die Spaltung der Gesellschaft in „einerseits Eigner von Geld, Produktions- und Lebensmitteln, denen es gilt, die von ihnen geeignete Wertsumme zu verwerten durch Ankauf fremder Arbeitskraft; andrerseits freie Arbeiter, Verkäufer der eignen Arbeitskraft und daher Verkäufer von Arbeit.“ (Karl Marx: Das Kapital. Erster Band. In: Marx/Engels: Werke, Bd. 23, S. 742)