
Die Ausbildung (oder das Fehlen derselben) der politischen Charaktermasken der herrschenden Klasse
Die Ausbildung (oder das Fehlen derselben) der politischen Charaktermasken der herrschenden Klasse zu bemäkeln ist ähnlich unsinnig wie Bodyshaming zu betreiben, weil einem irgendein Politiker zu dick, zu dünn oder zu sonstwie ist.
Herrschaftskritik sollte das Wesen der Herrschaft kenntlich machen, nicht das Aussehen oder die Ausbildung ihrer Verwalter. Diese können nämlich auch übergewichtig und ohne Studienabschluß ganz hervorragend ihren Dienst an Lohn, Preis und Profit, also an der Reichtumsvermehrung des Kapitalstandortes, versehen.


Geschichten die das Leben schrieb: Alarm im Wohnzimmer
Zurückgekehrt von der letzten Runde mit dem Hund entledigen die Frau und ich uns unserer mehrstufigen Schichten winterlicher Bekleidung, versorgen den Hund und begeben uns ins geräumige Wohnzimmer, um verschiedenen Lieblingsbeschäftigungen nachzugehen. Diese bestehen, in meinem Fall, aus Musik hören, Zeichnen und mich im Internet amüsieren, im Falle der Liebsten in der Einnahme einer zentralen Sofa-Position, diverse Fernbedienungen zur Hand, im endlosen Bemühen, die Mediatheken leerzugucken.
Diesmal scheint ihre Auswahl bereits auf eine Sendung oder Übertragung gefallen zu sein. „Ich guck dann mal schön meine Sendung weiter!“, verkündet sie, auch um mir klar zu signalisieren, dass der Platz vor dem monumentalen Bildschirm auf jeden Fall vergeben ist.
Das ficht mich nicht an, da ich sowieso lieber in meiner Ecke sitze und bei guter Musik zeichne und surfe. Bevor ich allerdings die Kopfhörer aufgesetzt habe und mir eine geeignete Playlist aufrufen kann, dringt der Ton der Fernsehsendung ungefiltert an mein Ohr.
Klangfarbe und Intonation ist die eines professionellen Spaßmachers, heutzutage „Comedian“ genannt, der seine einstudierten Witzchen mit möglichst wirksamer Lacheffektivität beim Publikum platzieren will. Das scheint ihm auch zu gelingen: „Was sollen wir nun aber machen, wenn Putin seine Raketen auf UNS schießt?“ fragt der Hofnarr scheinheilig, wie selbstverständlich unterstellend, dass das Publikum ohnehin soweit NATOisiert ist, dass es umstandslos „Putin“ erstens als Chiffre für alles Böse auf der Welt übersetzt und zweitens deswegen natürlich nicht weiter darüber aufgeklärt werden muss, dass dieser iwanesische Erzschurke, wenn ihm danach ist, einfach mal Deutschland bombardiert statt die Ukraine.
Die Antwort auf die selbstgestellte Frage des Possenreißers ist mir entfallen, aber sie geht in die Richtung „Unsere Truppe ist ein Memmenhaufen, der gar nicht richtig zu- bzw. zurückschlagen kann, Ausrüstung und Material kaputt oder fehlt! Alles Bruch bei der Truppe! Politik versagt, indem sie unserer Wehr nicht genügend Kriegsmaterial an die Hand gibt!“.
Haha, klatsch-klatsch, das Publikum versteht, was gemeint ist und applaudiert dem als Spaß verkleidetem Vorwurf an die Verantwortlichen, zu wenig Kriegsbereitschaft zu finanzieren. Was zwar überhaupt nicht stimmt – schließlich hat der deutsche Imperialismus gerade ein gigantisches Aufrüstungspaket von 100 Mrd. Euro geschnürt, um nach eigener Aussage die führende Militärmacht Europas zu werden – aber Hofnarren im Schließmuskel der Herrschenden erfüllen ihre humortherapeutische Zäpfchenfunktion gerne durch das mentale und verbale Einrennen offener Türen.
Jedenfalls wende ich mich der Frau zu und raunze sie einigermaßen bissig an „Was ist das denn für eine Scheisse? Der Russe will uns mal wieder bombardieren und unsere Truppe ist nicht schlagkräftig genug oder was erzählt der Möchtergernwitzbold da? Mach das bitte aus oder stell es leise!“
Damit mache ich keine Pluspunkte bei ihr, im Gegenteil: “Spinnst du?! Ich will das gucken! Weißt du eigentlich, wie das nervt, wenn ich was gucke und du quatscht ständig dazwischen? Ich guck das jetzt und du hältst die Schnauze!“
Das sitzt, denn natürlich hat sie recht – ihre Programmwahl geht mich nichts an, zumal ich sowieso vorhatte, den Rest des Abends unter Kopfhörern zu verbringen. Ich werfe erst ihr einen (so hoffe ich) vernichtenden Blick zu und schaue dann in Richtung Fernseher, wobei ich den „Comedian“ sowie die Einblendung „Nuhr 2022“ sehen muss.
Das Entsetzen verleiht mir wieder die Sprache: „Achduscheisse, Dieter Nuhr..“, bringe ich hervor. „Dann wundert mich gar nichts mehr. Das Humorzäpfchen im Rektum der Herrschenden! Aber wenn du demnächst dann Rosamunde Pilcher guckst, warne mich bitte vorher, das ist nämlich die nächste Stufe…“
Meine Liebste bleibt ungerührt und ignoriert mich erstmal. Inzwischen habe ich mir Kopfhörer übergestreift und verdränge den Nuhr-Müll mit lauter Rockmusik. Nach einer Weile erhebt sich die Gattin – die Sendung scheint vorbei zu sein – und verschwindet in der Küche. Nach kurzer Zeit erscheint sie mit zwei Gläsern Wein, gibt mir einen Kuss und flötet: „War doch gar nicht so schlimm, oder?“
Ich bin versöhnt und beschließe, nie wieder ihre Fernsehgewohnheiten und Programmentscheidungen zu bekritteln.

Geschichten aus dem Pflegeheim: Man (Frau) muss Abwechslung haben!
Kaffeezeit im Wohnbereich. Dialog zwischen zwei stark dementen Damen:
Dame 1 so: „Hast du dir einen Liebhaber bestellt?“
Dame 2: „Einen Liebhaber? Ich habe mir drei bestellt. Ich mache es mit dreien!“
Dame 1 (nickt anerkennend): „Das ist richtig! Man muss Abwechslung haben!“

Krieg? Nerv mich nicht.
Beobachtung: es wird immer stiller um den NATO-Krieg gegen Russland (der hierzulande offiziell „ Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine“ getauft wurde – eine Sprachregelung, die staatliche und Konzernmedien auch einigermaßen konsequent durchhalten). Zwar wird noch, immer mit eindeutiger Parteinahme und stets aus Sicht der ukrainischen Seite, die eine oder andere Meldung von der Front verbreitet, aber in der Öffentlichkeit abseits der amtlichen und medial hergestellten EINZIGEN MEINUNG, die man zu diesem Konflikt zu haben hat, sieht es ganz anders aus.
Im privaten Bereich, am Arbeitsplatz, in der Familie herrscht Schweigen, bestenfalls genervtes Abwinken, zu dem Thema. Man ist vorsichtig geworden, sofern man nicht gleich inzwischen so ermüdet und gestresst ist von der Geschichte, dass man nichts mehr davon hören will.
Im ersten halben Jahr des russischen Eingreifens in den ukrainischen Bürgerkrieg wurde ich von der Liebsten alle paar Tage gefragt „Und? Was gibt’s Neues vom Krieg?“. Worauf ich versuchte, so sachlich und neutral wie möglich den mir verfügbaren Kenntnisstand über Motive und Handlungen der staatlichen Akteure dieses Krieges zusammenzufassen. Und zwar so, dass es für eine mit NATO-Propaganda aufgewachsene bürgerliche Westdeutsche wie meine Gattin verdaubar, verständlich und aufklärend ist – übrigens eine sehr gute Übung gerade für Kommunisten.
Seit einiger Zeit bleiben diese Fragen aus.
Am Arbeitsplatz, wo es von Anfang an als „schwieriges Thema“ galt (in Pflege und Betreuung gibt es jede Menge ukrainische und russische Kollegen) herrscht mittlerweile fast ängstliches Schweigen zum Thema „Ukraine-Krieg“. Es ist ein regelrechtes Tabu-Thema geworden, als ob die Leute Angst hätten, etwas Falsches zu sagen. Sogar, wenn aus irgendeinem Grund das Gespräch darauf kommt, wird ausgewichen, umschifft, das Thema gewechselt. Ein spürbarer Unwille, sich verbal (und wohl auch gedanklich) auf die Frage einzulassen, was da eigentlich aus welchen Gründen in der Ukraine geschieht, ist fast greifbar. Immerhin ist dieser Krieg ja DIE Thematik, die vom politischen bis ins private Leben nahezu alles dominiert, mit spürbaren Auswirkungen auf die Lebensführung der Leute.
Die Gleichschaltung der öffentlichen Meinung durch die umfassende Parteinahme für das Kiewer Regime durch NATO-Block und BRD-Regierung hat ihre Spuren hinterlassen. Hinzu kommt eine Ermüdung in der Bevölkerung nach dem Motto „Um Gottes Willen, der Scheiss-Krieg nervt schon genug, hör bloß auf, auch noch darüber rumzudiskutieren. Es reicht ja wohl, dass alles teurer wird und der Lohn kaum noch ausreicht…“

Geschichten aus dem Pflegeheim: Ausflug nach Absurdistan, aber voll Hallelujah und so
Weihnachts-Dienste im Pflegeheim sind immer gemütlich und aufgelockert. Die rauschende Weihnachtsparty, die ich kurzerhand ausgerufen habe, garnieren wir mit lecker Rotwein und abenteuerlichen Rätseln und Geschichten, die ich mir, in Interaktion mit den Leuten, situativ flexibel aus den Rippen schneide.
Womit wir schon voll im Thema sind, denn auf die Eingangsfrage, welcher Sohn (der Eltern Josef und Maria) eigentlich heute gefeiert wird, gibt es bereits eine Menge ratloser Gesichter und einige höchst unterhaltsame Antworten. Eine Bewohnerin schlägt vor: „Eva?“, worauf ich weit ausholen und sozusagen im wahrsten Sinne des Wortes bei Adam und besagter Eva anfangen kann, die bekanntlich nach einem Zoff mit Gott ungerechterweise von diesem aus dem Paradies gepflegten Faulenzertums verjagt wurden.
Da ich bei solchen Stegreif-Acts in der Regel die Rollen aller beteiligten Figuren annehme, ist jedenfalls für spannende Unterhaltung und eine garantiert alternative und wenig Diakonie-kompatible Version der biblischen Stories gesorgt. Dafür habe ich in dem mehrheitlich dementen Klientel vor mir ein aktives, aufmerksames Publikum aus gebannten Zuhörern.
Das Motto-Poster der Veranstaltung gestalten wir gemeinsam, d.h. ich lasse mir von den Zuschauern sagen, was alles zu einem anständigen Weihnachtsbild gehört. Der Weihnachtsmann ist zur Freude meiner Truppe schon ein wenig angetrunken, als es ans Geschenke verteilen geht. Er versucht zwar noch, seine leeren Weinflaschen hinter seinem Geschenkesack zu verstecken, aber das umgestürzte Glas verrät ihn natürlich! Sowas gefällt besonders dem dementen Teil der Bewohnerschaft.
Das Glas wiederum lockt auch die beiden Mäuse Hans und Franz an, die auf diese Weise endlich mal an einen guten Schluck Wein kommen, usw. Wie immer kamen wir vom Hölzchen aufs Stöckchen und streifen während unseres Ausflugs nach Fantásien die interessantesten und absurdesten Themen. Insgesamt also wieder ein unterhaltsamer Weihnachtsnachmittag und -abend, der zur vollen Zufriedenheit meiner gemischten dementen und orientierten Truppe ausfällt.

Geschichten die „Der Spiegel“ schrieb: es geht immer noch eine Umdrehung verheuchelter
Sind diese Meldungen eines Hamburger NATO-Blättchens nicht wunderbarster Ausdruck des grassierenden Irrsinns namens Imperialismus?
Zwar ist es dem „Spiegel“ eine Schlagzeile wert, wenn über einen Dressurreiter zu viele Details der branchenüblichen Tierquälerei ans Licht kommt, aber klar ist: Tierquälerei muß irgendwie leider sein, damit sich das Geschäft der „Investoren“ mit dem Pferdehandel lohnt.
Weiter unten eine Nachricht über einen der seriösen Kriminellen, die vermittels und durch ihre Tätigkeit als Funktionsträger des deutschen Imperialismus für (allerdings hauptsächlich anderswo, vor allem in der Ukraine) reichlich anfallende Leichen gesorgt haben:
Die betreffende Charaktermaske – einstmals als Außenminister maßgeblich an der Einfädelung des Staatsstreiches in der Ukraine beteiligt, jetzt als nomineller Vorsteher des Kapitalstandortes zuständig für ideologische Erbauung und moralische Aufrüstung angesichts ihr ungemütlicherer Lebensbedingungen für die Bevölkerung – stellt auch gleich mal klar, WIE moderne Demokraten dem „sehnlichen Wunsch nach Frieden“ am besten gerecht werden: mit noch mehr und immer mehr WAFFEN für das naziverseuchte Regime, das in Kiew unseren Krieg gegen den Russen führt!
So fügt sich weihnachtsmäßig alles zum Ganzen, und der Nachweis, dass gerade in der Jahreszeit, zu der die wundergläubigen Christen ihren wundertätigen Messias feiern, die marktwirtschaftsübliche Heuchelei immer neue Dimensionen erreicht, ist mal wieder aufs Schönste erbracht.


Elendskij in Washington: Party im Irrenhaus
Zum Washingtoner Auftritt der eigens eingeflogenen ukrainischen Marionette der US-Kriegsherren und deren medialer Aufbereitung:
Mir hat der Auftritt des republikanischen Anführers Mitch McConnell gereicht, den ich bei Tucker Carlson gesehen habe.
Und das erschreckend infantile Getue von Kamala Harris und Nancy Pelosi mit der blau-gelben Nazifahne, die der Koksclown ihnen mitgebracht hatte. Diese klimaktierenden Hexen schmachteten den Komödianten an wie Schulmädchen, wobei man nicht sagen konnte, ob das gefaked oder echt war.
Die gesamte Washingtoner Elite wirkt wie eine gruselige Truppe debiler Satanisten, die gerade noch mit sabberndem Speichel ihre russophoben Talking Points in die Fernsehkameras aufsagen können. Die abgründige Dummheit, die offensichtliche und dreiste Beleidigung jedweder Intelligenz auf Seiten des Publikums, die rotzfreche Verachtung jedes Diskurses, ist so schockierend und bizarr, dass man sich in ein Panoptikum von Freaks oder eine Irrenanstalt versetzt fühlt.
Die Bilder aus dem US-Kongress sind so erschütternd, weil sie die Verkommenheit und irreparable Idiotie der westlichen Herrscher zeigt – und damit ihre Gefährlichkeit, weil diese gestörten Psychotiker aufgrund ihres Geldes und ihrer Waffen die Welt jederzeit in einer nuklear verstrahlten Trümmerhaufen verwandeln können.
Man muss jede Hoffnung aufgeben. Oder vielleicht hoffen, dass Russland und China genügend militärische Stärke haben, das Armageddeon zu verhindern, das die amerikanischen Weltkriegsfanatiker vorbereiten.

Die Finsternis, die in der Welt herrschen wird
Prophezeiung: Die Finsternis, die in der Welt herrschen wird, falls der Kollektive Westen die derzeitige Auseinandersetzung um Fortführung oder Ende seiner Dominanz über die Welt gewinnt, wird um einiges schwärzer sein als die Düsternis, in die seinerzeit der deutsche Faschismus die Welt einhüllen wollte.


































































































