Es gibt keine Hierarchie der Gefühle

Ich sitze morgens auf der Bank im Sonnenlicht, schaue mir das Treiben der Menschen an und höre schöne Musik über Kopfhörer. 

Mir geht auf, wie ich früher innerlich eine Hierarchie der Gefühle installiert hatte, wobei das höchste der Gefühle – der Edelste der Zustände, die Krönung des Daseins – eindeutig das Konzept der Erleuchtung war.

Die Erleuchtung, die überwältigende Erfahrung der Einheit des gesamten Daseins, rangierte unangefochten auf Platz 1 meiner inneren Hierarchie von Empfindungen, Gefühlen, Zuständen. Ich befand mich im Grunde in einer Meisterschaft um das Erringen dieses Titels.

In diesem Moment, mit der Sonne im Gesicht und der Musik in den Kopfhörern, den zufriedenen Hund vor mir sitzend, mit all den Menschen, die ihren verschiedenen Tätigkeiten nachgehen und alle nach ihrer kleinen Glücksnische streben, sehe ich, dass es keine Hierarchie der Zustände und Gefühle gibt, dass alles gleichwertig ist. 

Erleuchtung ist genauso viel oder wenig wert wie tiefste Verzweiflung. Das kleine Glück im Winkel ist so viel oder wenig wert wie Enttäuschung und Trauer. 

Es gibt keine Hierarchie. Man kann kategorisieren so viel man will, aber es gibt keine Hierarchie. Klar hat man angenehme Gefühle lieber als unangenehme, aber das sagt nichts über ihre Wertigkeit, über ihre inhärente qualitative Identität aus.

Die Umkehrung: Nie wieder?

Ein israelischer Soldat, der mit einem Vorschlaghammer das Gesicht einer Jesusstatue zerschlägt. Das ist kein Kollateralschaden, sondern eine bewusste, dokumentierte und verbreitete Handlung. Die systematische Zerstörung der kulturellen und religiösen Identität eines Volkes war auch das Anliegen der deutschen Faschisten, die genau das mit der jüdischen Bevölkerung Europas vorhatten. Diejenigen, die das überlebt haben — oder deren Vorfahren es taten — schworen: Nie wieder!

Das Foto spricht für sich. Was die Psychoanalyse als Identifikation mit dem Aggressor beschreibt — die unbewusste Übernahme der Methoden des Täters durch das Opfer — hat offenbar in dem zionistischen Projekt seine dunkelste historische Gestalt angenommen.

Ich hatte zunächst Zweifel, ob dieses Foto authentisch ist, und hab es weder geteilt noch kommentiert. Aber man muss wohl davon ausgehen, dass dem israelischen Regime keine Abscheulichkeit und keine Grausamkeit zu drastisch ist, um sie nicht zu begehen – wobei dies ja immerhin keine Gewalt gegen lebende Menschen darstellt, sondern einfach nur die Verachtung der Zionisten gegenüber jedweder anderer Religion und Kultur zeigt.

So geht’s, wenn man sich selber für das auserwählte Volk hält und auf andere, die man als minderwertig und auslöschenswert ansieht, herab schaut.

Dabei müssten Israelis ja aus ihrer eigenen Bibel bzw. ihrem Talmud die Geschichten kennen, in denen von der Anmaßung berichtet wird, die tiefen Stürzen vorausgeht. Sie KÖNNTEN es auch aus ihrer eigenen Geschichte kennen, nämlich aus der umgekehrten Perspektive, wie völkische und rassistische Überlegenheitsideologien die zum Feind erklärte Menschengruppe dehumanisiert und zum Abschlachten freigibt… man kommt jedenfalls schwer ins Grübeln über umgekehrtes Karma, historische Ironie und über das erstaunliche Phänomen, dass Opfer ein paar Generation später die furchtbarsten und unmenschlichsten Wesenszüge der Täter übernehmen können.

Der lange Rede kurzer Sinn: wenn schon ein eindeutig pro-zionistisches Mainstream-Blatt wie „The Telegraph“ von den Schandtaten der Besatzungsmacht berichtet, dann sieht es wahrlich zappenduster aus mit dem Image des Siedler- und Kolonialstaates, der sich seit immerhin 78 Jahren mit westlicher Hilfe in Palästina hält und der seine ethnische Säuberungen und seinen Völkermord an der einheimischen Bevölkerung mittlerweile vor den Augen und den Kameras der ganzen Welt betreibt.

https://www.telegraph.co.uk/world-news/2026/04/20/image-soldier-striking-jesus-christ-statue-israel/?WT.mc_id=tmgoff_fb_photo_striking-jesus-christ-statue-israel

Schöne Neue VUCA-Welt: „Empowerment“ zur Selbstverarsche

Ich teile hier mal einen „junge Welt“- Artikel, der dort leider hinter einer PayPal steht. Da ich aber momentan Bezieher eines zweiwöchigen kostenlosen Abos bin, kann ich ihn kopieren und hier posten.

Und zwar aus dem Grunde, weil es ein wirklich lesenswerter, Hintergründe beleuchtender Beitrag ist über die Art und Weise, wie im neoliberalen Kapitalismus in seiner Endphase über Arbeiten, Arbeitswelt und die Anpassung des Menschenmaterials an die verschärften Ausbeutungs- und Konkurrenzbedingungen gedacht wird.

Und nicht nur gedacht, sondern gehandelt. Jeder, der aktiv im Berufsleben steht, wird auf die eine oder andere Art und Weise mit diesen scheinbar rationalen und sachzwanggerechten, in Wirklichkeit aber zutiefst ideologischen und idiotischen Glaubenssätzen in Berührung gekommen sein.

In meiner aktiven Zeit als Grafiker und Ersteller von Business-Internetauftritren hatte ich einige Kunden aus dem „Change Management“ Bereich, die diesen Quatsch zu Ihrer Einkommensgrundlage gemacht haben.

Zitat: „Den gefühlten Zustand von Perspektivlosigkeit und Orientierungsverlust hat der britische Kulturtheoretiker Mark Fisher als »kapitalistischen Realismus« bezeichnet. Dieser schaffe »eine Art alles durchdringender Atmosphäre«, die unsere arbeits- und lebensweltliche Perspektive okkupiert und dabei wirkt »wie eine unsichtbare Barriere, die unser Denken und Handeln einschränkt«. So verbreitet sich das Gefühl, dass »der Kapitalismus nicht nur das einzig gültige politische und ökonomische System darstellt, sondern dass es mittlerweile fast unmöglich geworden ist, sich eine kohärente Alternative dazu überhaupt vorzustellen«“

Agile Ausbeutung

Neoliberale Menschenführung in Zeiten von Krise und Unsicherheit. Über »Empowerment«, »Mindsets« und die »VUCA-Welt«
Von Hermann Bueren

In nahezu allen Branchen gilt Agilität im Sinne von Beweglichkeit und Schnelligkeit als Merkmal erfolgreicher Unternehmensführung und einer modernen Arbeitsorganisation. Vorbild für viele Unternehmen sind die Softwareprojekte der IT-Branche mit ihren projektförmigen Arbeitsabläufen und der Steuerung der Teamarbeit. Im Internet existiert ein großes Netzwerk von Firmen, Stiftungen und professionellen Unternehmensberatungen mit zahlreichen Blogs und Webseiten zur agilen Arbeit.

Diese »agile Community« ist davon überzeugt, dass die Welt immer komplexer und immer turbulenter wird. Nur wenn Beschäftigte über ein agiles »Mindset« verfügen und mit »Empowerment« die Herausforderungen der Arbeit angehen würden, könne das Unternehmen in einer immer komplexer und undurchsichtiger werdenden Welt bestehen, lautet die Argumentation. Im Diskurs der Community firmiert dies unter der Bezeichnung »VUCA-Welt«. Während VUCA als Erklärungsansatz fungiert, mit dem agile Unternehmen die gegenwärtige Welt deuten, haben Mindset und Empowerment appellativen Charakter: Die Beschäftigten werden aufgefordert, sich mental und psychisch auf diese Welt einzustellen.

Die Ungewissheit der Welt

Bei Eingabe des Stichworts VUCA in Suchmaschinen finden sich auf zahlreichen Webseiten Einträge, die Krisenszenarien entwerfen. Das liest sich dann beispielsweise so: »Angesichts der Schnelllebigkeit der heutigen Welt ist die Anforderung an Change Management extrem gestiegen. Rahmenbedingungen für Mensch, Unternehmen und Wirtschaft verändern sich immer schneller: Technische Innovationen kommen in immer kürzeren Abständen auf den Markt, die Komplexität der Welt wird größer und unübersichtlicher, und durch die Globalisierung nimmt die Vernetzung und interkulturelle Zusammenarbeit zu. Dazu kommen der demographische Wandel, der den Arbeitsmarkt verändert, ökonomische Krisen und ein sich schnell wandelnder Wettbewerb. Stets gibt es Neuland zu erkunden; die Welt wandelt sich rasant. Wir können heute nicht absehen, welchen Veränderungen wir schon morgen gegenüberstehen. Diese Unwägbarkeit, die unsere Zeit ausmacht, hat einen Namen: VUCA.«¹

Ursprünglich stammt der Begriff aus den Lehrplänen des United States Army War College und sollte zunächst auf die geopolitischen Veränderungen Ende der 1980er Jahre hinweisen. Die These von der Veränderung der Welt in Richtung von mehr Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität (VUCA) verbreitete sich in Chefetagen, unter Führungskräften und in der Beratungsbranche sehr schnell, schien sie doch eine zutreffende Beschreibung der von Umbrüchen und Unsicherheiten geprägten Verhältnisse des neoliberalen Kapitalismus zu sein.

Obgleich nur eine These, hat das VUCA-Szenario eine gewisse Plausibilität. Diese leuchtet allerdings nur auf den ersten Blick ein. Zwar werden reale Trends aufgegriffen, aber dann so dargestellt, als handele es sich dabei um unumstößliche Fakten. Zugleich wird ihre Wirkungskraft in die Zukunft projiziert, obwohl es sich meist nur um Annahmen und Werturteile handelt. Wo die Grenze zwischen Fakten, die auf gesichertem Wissen, und Aussagen, die auf modellhaften Annahmen beruhen, verläuft, ist nicht wirklich auszumachen. Insofern setzt sich das VUCA-Welt-Szenario generell einem Ideologieverdacht aus. Es vermengt Trends mit Fakten, macht aus Annahmen Gewissheiten. Ideologisch ist es, weil es die zukünftige Welt als Fortsetzung von Trends behauptet, die weder unumstößlich noch naturgegeben sind, und dadurch einer Unveränderbarkeit und Alternativlosigkeit das Wort redet. Den Beschäftigten verbleibt dann nur noch, sich den Anforderungen des »Change Management« zu fügen und die Unsicherheiten einer VUCA-Welt zu ertragen. In diesem Sinne hat VUCA große Übereinstimmung mit einem anderen Akronym: TINA (»There is no alternative«), das von der ehemaligen englischen Premierministerin Margaret Thatcher stammt und zum Mantra neoliberaler Politik wurde.

Dass die Welt komplex ist und immer krisenanfälliger zu werden scheint, ist nicht von der Hand zu weisen. So betrachtet, hat das VUCA-Welt-Szenario gewisse Parallelen zu Analysen, die die kapitalistische Gegenwart als eine tiefgreifende »Polykrise« (Adam Tooze) oder »Multiple Krise« (Ulrich Brand) bezeichnen, die alle wirtschaftlichen, politischen und sozialen Bereiche durchdringt. Das Szenario analysiert aber keine realen Verhältnisse, wie sie im Kapitalismus in Form von Rezession, Arbeitsplatzabbau oder prekären Arbeitsverhältnissen an der Tagesordnung sind, sondern bleibt bei einer Aneinanderreihung einzelner Phänomene stehen.

Die richtige Haltung

Zu Zeiten fordistischer Arbeitsorganisation wollten Unternehmen noch durch feste, vorgegebene Arbeitsabläufe, durch eine Fixierung der geforderten Leistung sowie mit Hilfe von detaillierten Arbeitsanweisungen (»one best way«) Ordnung und Klarheit in den Arbeitsabläufen herstellen. Bei Unklarheiten bekamen Beschäftigte Vorgaben oder schriftliche Anweisungen, im Zweifelsfall sollten sie bei ihren Vorgesetzten Auskunft einholen. In der VUCA-Welt gelten Ungewissheiten dagegen nicht per se als Defizite oder Risiken für den Unternehmenserfolg. Im Gegenteil: Sie werden zu Herausforderungen umdeklariert, die die Beschäftigten hinzunehmen und zu meistern haben. »Arbeitnehmer müssen lernen, den neuen Begebenheiten mit wachem Verstand zu entgegnen«, heißt es auf der Webseite eines beruflichen Bildungsträgers. »Es geht oft darum, Ereignisse und Entwicklungen zu antizipieren. Sie müssen kreativ sowie unvorhersehbar sein und sich zudem flexibel auf Veränderungen einstellen. Nur so kann die VUCA-Welt das Positive in der Arbeitswelt befördern.«² Beschäftigte sollen lernen, Herausforderungen mit dem »richtigen« Mindset und dem Glauben an die eigene Kraft (Empowerment) zu begegnen.

Um was handelt es sich bei einem Mindset? In der Alltagssprache wird der Begriff im Sinne von Denkweise, Einstellung, Haltung oder Mentalität verwendet. Ursprünglich entstammt der Begriff der Bildungsforschung in den USA. Ende der 1990er Jahre entstanden an der psychologischen Fakultät der Stanford University, die für ihren Austausch mit den IT-Unternehmen im benachbarten Silicon Valley bekannt ist, eine Reihe von empirischen Studien. Ziel war es, grundlegende Informationen zur Veränderungsbereitschaft unter Schülern und Studenten zu erlangen. Als Ergebnis hielten die Studien fest, dass für eine Veränderungsbereitschaft die persönliche Einstellung beziehungsweise die richtige Haltung eine ausschlaggebende Rolle spiele. Zwar seien auch äußere Umstände oder das eigene Können für Erfolg oder Misserfolg bedeutsam, aber wichtiger sei – wie die Bildungsforscherin Carol S. Dweck es in ihrem 2006 erschienenen Buch »Mindset: The New Psychology of Success« nannte – eine wachstumsorientierte Denkhaltung. Unterschieden werden dabei Individuen mit einem »fixed« Mindset, die sich und ihre Mitmenschen für wenig veränderbar halten, und Menschen mit einem »growth« Mindset, die überzeugt sind, eigene Fähigkeiten »durchaus substantiell ausbauen« zu können.

Vor allem in IT-Unternehmen und bei Unternehmensberatungen stößt die Mindset-Diskus­sion auf große Resonanz. Nur wer über ein agiles Mindset verfüge, sei in der Lage, auf die ständigen Veränderungen an seinem Arbeitsplatz zu reagieren. Ging die Bildungsforschung noch davon aus, dass jeder Mensch über beide Mindset-Ausprägungen verfügt, also sowohl »fixed«- als auch »growth«-Eigenschaften hat, so hat sich in der Rezeption der Fokus eindeutig in Richtung »growth« verschoben. Der persönlich oder an seinen Arbeitsanforderungen wachsende Mitarbeiter dient als Galionsfigur einer agilen Arbeitskultur, da er uneingeschränkt anpassungsbereit und für die Turbulenzen der VUCA-Welt gewappnet sei.

Das erinnert frappierend an die Ideologie des »positiven Denkens« eines Dale Carnegie und eines Predigers wie Norman Peale, die aus der evangelikalen Denktradition der USA stammten und die Ansicht vertraten, mit einer positiven und optimistischen Grundhaltung sei alles möglich und erreichbar.³ Beschäftigte mit einem »fixed« Mindset laufen dagegen Gefahr, sich selbst ins Abseits zu manövrieren und als Außenseiter oder gar Widerständler im Team identifiziert zu werden. Was das bedeutet, lässt sich im Begleittext eines Podcasts von zwei Coaches für Führungskräfte nachlesen. Hier heißt es: »Wer ein fixed Mindset hat, (…) sieht Fehler möglicherweise als Bedrohung und als eine Abwertung seiner ganzen Person an. Es folgen Anpassungsschwierigkeiten, die wir dann gerne als ›Widerstand‹ beschreiben.«⁴ Damit wird der Mindset-Begriff zu einer personalpolitischen Allzweckwaffe, die relativ beliebig und willkürlich zur Ausgrenzung und Abwertung von Beschäftigten verwendet und zur Ausübung hierarchischer Macht genutzt werden kann.

Empowerment

In der Regel wird unter »Empowerment« eine Form der Selbstermächtigung oder Selbstbefähigung verstanden. Ursprünglich entstanden ist dieser Begriff in den USA bereits in den 1960er Jahren in den verarmten Stadtvierteln mit überwiegend schwarzer Bevölkerung. Vor dem Hintergrund von rechtlich-politischer und sozialer Diskriminierung entstand hier ein neuer Ansatz stadtteilbezogener Sozialarbeit. Den Ausgangspunkt des Konzepts bildet die Überzeugung, dass Armut und soziale Deklassierung nur überwunden werden können, wenn die Armen sich »empowern«, also sich selbst für die Verbesserung ihrer Lage einsetzen. Verbunden war damit ein Aufruf zur Überwindung aller gesellschaftlichen Machtstrukturen, die Passivität und Ohnmachtsgefühle erzeugen. Der Begriff drückt also die Erfahrung aus, dass durch gemeinsames (!) politisches Handeln Energien und Kräfte entstehen, welche ehemals ohnmächtige und marginalisierte Menschen und Gruppen aktiv und »mächtig« werden lassen.

Hatte der Begriff also ursprünglich in der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung einen kollektiven Bezugsrahmen, so verschob sich seine Bedeutung in der Folgezeit immer mehr zu einem Empowerment im Sinne einer individuellen Fähigkeit und eines (selbst-)therapeutischen Verständnisses. Er fügt sich ein in ein neoliberal geprägtes Bild von Menschen, die für ihr Leben selbstverantwortlich sind, und kommt in Hinblick auf die Intentionen des ursprünglichen Begriffs einer völligen Umkehrung gleich: Aus der Erfahrung kollektiver Stärke ist im neoliberalen Leitbild eine individuelle Befähigung geworden. Damit dient Empowerment nicht mehr der Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse, sondern therapeutischen Zwecken, mit der Absicht, durch den Glauben an die eigene Kraft die Selbstwahrnehmung zu verändern.

Diese Umdeutung des Begriffs findet sich auch im Managementdiskurs. Als »empowert« gilt ein Team, wenn es selbständig und kreativ auf Marktzwänge, Kundenwünsche oder Wettbewerbssituationen reagiert. Macht wird dabei verstanden als Glaube des Teams an die eigene Kraft und an die Fähigkeit, den Herausforderungen der VUCA-Welt zu begegnen. Übrig bleibt von der Selbstbefähigung lediglich ein Auftrag zur Eigenveränderung, um den Anforderungen der Arbeit gerecht zu werden: »Die Macht, die Empowerment verspricht und verleiht«, schreibt Ulrich Bröckling, »haben die Bemächtigten auf sich selbst zu wenden, und diese subjektive Faltung soll sie produktiver machen, als äußere Autoritäten es je vermöchten.«⁵

Die Erosion des Urvertrauens

Schon immer haben Unternehmen ihre Arbeitskräfte mit Appellen und Aufrufen traktiert, um Motivation und Leistung zu steigern. Unterfüttert wurden diese Appelle mit der Aussicht auf Einkommensverbesserungen, einen gesicherten Arbeitsplatz oder einen beruflichen Aufstieg. In der BRD-Nachkriegsgesellschaft wurde die Lebensqualität vieler Menschen durch den steigenden Lebensstandard, erweiterte Freizeit- und Konsummöglichkeiten (Urlaubsreisen) und verringerte Wochenarbeitszeiten tatsächlich verbessert. Ungeachtet der fortbestehenden Klassengegensätze bildete sich in der lohnabhängigen Bevölkerung Vertrauen in die sozialen und ökonomischen Verhältnisse heraus. Man lebte in der unausgesprochenen Gewissheit, »dass alles irgendwie so weitergeht wie bisher, dass man so weitermachen kann wie bisher, dass jede und jeder in etwa weiß, was sie oder er als Nächstes tun kann oder muss«.⁶

Heute sind die ökonomischen und materiellen Spielräume, die in den 1950er und 60er Jahren noch vorhanden waren, längst geschlossen. Geradlinige Berufswege, ein gesichertes Normalarbeitsverhältnis oder verlässliche Beschäftigungsaussichten sind inzwischen eher die Ausnahme als die Regel. Immer kleiner werden unter den gegenwärtigen Bedingungen von Stagnation und Krise die Verteilungsspielräume unternehmerischer Personalpolitik. Beschäftigte werden mit Entlassungen, erhöhten Anforderungen und innerbetrieblichen Bewertungssystemen konfrontiert, die ihren Leistungswillen in Form von Rankings oder Beurteilungen permanent erfassen und analysieren. Daten aus Beschäftigtenbefragungen der Gewerkschaften zeigen einen ungebrochenen Trend zu erhöhtem Arbeitseinsatz und Überstunden. Auswertungen verschiedener Krankenkassen belegen einen Anstieg der psychischen Belastung und eine Zunahme von Erschöpfungszuständen in der Arbeitswelt.

Perspektivloser Kapitalismus

Vor diesem Hintergrund entpuppt sich der unternehmerische Appell an Mindset und Empowerment als eine schlichte Rhetorik der Aktivierung, deren Überzeugungskraft durch die realen Prozesse der Verwertung von Arbeitskraft der Boden entzogen wird. Das im fordistischen Unternehmen mehr oder weniger vorhandene Gefüge von Kontinuität und Verlässlichkeit hat sich inzwischen aufgelöst. Agile Unternehmen werden immer mehr zu labilen Gebilden, die unter den Vorzeichen verschärften Wettbewerbs und der Marktkonkurrenz die eigenen Arbeitsprozesse ständig verändern und an die Bedingungen der Kapitalakkumulation anpassen. Der »permanent change« – von Beratern und Management als Markenzeichen für eine kreative, agile Unternehmenskultur gefeiert – wird zum Kern einer Menschenführung, die auch noch Führungsaufgaben und Verantwortung an die Beschäftigten delegiert.

Alle Rhetorik kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das VUCA-Szenario im Grunde eine Arbeitswelt ohne Perspektive und ohne Alternative beschreibt. Die kommunizierte Botschaft, die aus diesem Szenario spricht, läuft auf die Feststellung hinaus, dass die Mehrwertproduktion weiterlaufen wird und unter beschleunigten Bedingungen weiterlaufen muss, auch wenn die Zeiten immer unsicherer werden. Den gefühlten Zustand von Perspektivlosigkeit und Orientierungsverlust hat der britische Kulturtheoretiker Mark Fisher als »kapitalistischen Realismus« bezeichnet. Dieser schaffe »eine Art alles durchdringender Atmosphäre«, die unsere arbeits- und lebensweltliche Perspektive okkupiert und dabei wirkt »wie eine unsichtbare Barriere, die unser Denken und Handeln einschränkt«. So verbreitet sich das Gefühl, dass »der Kapitalismus nicht nur das einzig gültige politische und ökonomische System darstellt, sondern dass es mittlerweile fast unmöglich geworden ist, sich eine kohärente Alternative dazu überhaupt vorzustellen«⁷.

Gestörte Lebensentwürfe

Fisher skizziert eine gefühlte Welt, in der Menschen sich abstrampeln, obwohl es immer fraglicher wird, was aus ihren Lebensentwürfen und Perspektiven in der Zukunft wird. Personalabbau, die Schließung ganzer Standorte, die Digitalisierung der Arbeitsprozesse, der Einsatz von KI und Robotik sprechen eine deutliche Sprache: Sie sind Ausdruck einer ökonomischen Krise sowie von tiefgreifenden Umbrüchen in der kapitalistischen Arbeitsorganisation und durchkreuzen in vielerlei Hinsicht die Lebensentwürfe vieler Menschen. Sie ackern sich ab und gehen über ihre Leistungsgrenzen bis zur Selbstausbeutung. Dabei geht es nicht mal mehr darum, etwas zu gewinnen, sondern nur noch darum, zu verhindern, dass es nicht noch schlimmer wird. Die Hoffnung auf ein gutes, sorgenfreies Leben haben die meisten Beschäftigten nicht aufgegeben, aber die Wege dorthin sind voller Hürden. Jede und jeder hat inzwischen in seinem Bekanntenkreis Freunde oder Bekannte, die prekär oder unterqualifiziert arbeiten, jeder kennt jemanden, der schon mal arbeitslos war, oder hat selbst Kinder, die trotz guter Abschlüsse nicht über Praktika oder befristete Jobs hinauskommen.

Laut einer OECD-Studie ist die mittlere und untere Mittelschicht inzwischen kleiner als Mitte der 1990er Jahre. Seit vielen Jahren stagnieren oder sinken Einkommen und Lebensstandard in vielen Haushalten: »Seit der Zeit der Babyboomer ist es für jede nachfolgende Generation schwieriger geworden, in die mittleren Einkommensgruppen aufzusteigen.« (DLF, 25.1.2026) Auch das Vertrauen darauf, es mit Fleiß zu etwas zu bringen, erweist sich inzwischen als Illusion. Eine Studie des Ifo-Instituts für Wirtschaftsförderung vom November 2025 zeigt eine deutliche Abnahme sozialer Mobilität. Hatte das Land in den 1970er Jahren eine ähnlich hohe Mobilität wie andere europäische oder skandinavische Länder, so gehört Deutschland inzwischen unter den entwickelten Volkswirtschaften zu denen mit den niedrigsten Aufstiegs­chancen – vergleichbar mit den USA.

Laut einer Studie von Dieter Sauer, Ursula Stöger, Joachim Bischoff, Richard Detje und Bernhard Müller zu Ressentiments und rechtspopulistischen Einstellungen in der Arbeitswelt breitet sich unter den Beschäftigten ein »Regime der Unsicherheit« aus. Ihre Studie stützt sich auf Ergebnisse von Befragungen von Teilnehmern gewerkschaftlicher Bildungsseminare. Als subjektive Verarbeitungsmuster betrieblicher Veränderungen lassen sich Sauer et al. eine Artikulation von Abstiegs- und Existenzängsten, zunehmende Schwierigkeiten, die eigene Berufslaufbahn zu gestalten, und eine Tendenz zur Entsolidarisierung beobachten. Die Befragten berichten auch von einer immer resignativeren Haltung, von empfundener Machtlosigkeit unter den Kollegen und dem Gefühl des Nicht-mehr-Mithalten-Könnens aufgrund steigender Arbeitsbelastungen.⁸

Wer vom Verkauf seiner Arbeitskraft leben muss, kann sich seiner Existenz im Kapitalismus nie sicher sein – dieser Gedanke ereilt die in Forschung und Entwicklung arbeitenden Akademiker des Autozulieferers Aumovio genauso wie die angelernten Lagerarbeiter im Zalando-Logistikzentrum in Erfurt, bei denen jeweils mehrere tausend Arbeitsplätze laut Ankündigung des Managements in 2026 gestrichen werden sollen. Es ist naheliegend, dass gerade vor der Entlassung stehende Beschäftigte Angst vor der Zukunft, Gefühle von Ohnmacht, ja sogar eine »adressatenlose Wut« verspüren, so die Studie. In ihrer Not und aus ihrer Ohnmacht heraus neigen inzwischen viele dazu, nach unten, nach Leiharbeiterinnen, Geflüchteten oder vermeintlichen Faulenzern zu treten.

Raus aus der VUCA-Welt

Für das Erleben und die Verarbeitung von Krisenprozessen und Zukunftsängsten spielen, wie Didier Eribon in »Rückkehr nach Reims« schreibt, die Alltagserfahrungen eine entscheidende Rolle dabei, »ob zum Beispiel am Arbeitsplatz die praktische Solidarität überwiegt oder die Angst vor der Konkurrenz um den eigenen Job, ob man sich dem informellen Elternnetzwerk einer Schule zugehörig fühlt oder an den alltäglichen Schwierigkeiten in einem Problemviertel verzweifelt«⁹. Er greift an anderer Stelle seines Buches einen Gedanken von Jean-Paul Sartre auf, der das mobilisierende Moment für den Zusammenhalt zwischen migrantischen und einheimischen Mitgliedern innerhalb der Arbeiterklasse hervorhebt und auf die Bedeutung von Alltagserfahrungen für die Selbstwahrnehmung hinweist. In Zeiten der Passivität wachse die Gefahr, »dass rassistische Kategorien die sozialen ersetzen«. In Situationen der Mobilisierung und des Kampfes hingegen würden sich die Arbeiter als solidarisch-mobilisierbare Gruppe selbst wahrnehmen und gemeinsam agieren. Solidarische Alltagserfahrungen und Mobilisierungen in kollektiver Form (als Team, als gewerkschaftliche Betriebsgruppe) stärken die eigene Selbstwirksamkeit und können, wie Nicole Mayer-Ahuja betont, insbesondere dann zu »Rohstoffe(n) für Klassenformierung« werden, wenn Arbeitskonflikte im Unternehmen und Tarifkämpfe geführt werden.¹⁰

Unsicherheit oder Arbeitsbelastungen können, wenn die Verarbeitung dieser Erfahrungen einen kollektiven Charakter bekommt, auch zum Ausgangspunkt von Widerstand und Gegenwehr werden. Im Betrieb können das gemeinsam organisierte Gesundheitszirkel, eine vom Betriebsrat initiierte Arbeitsgruppe (nach Paragraph 28a BetrVG) oder die Teambesprechung ohne Vorgesetzte sein, in denen die Kollegen ihre Erfahrungen austauschen und nach Wegen zur Überwindung arbeitsbedingter Belastungen suchen. Zur Thematisierung von Belastungsfaktoren eignet sich auch die im Arbeitsschutzgesetz vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung. Seit 2013 steht die Ermittlung psychischer Belastungen als Anforderung explizit in diesem Gesetz.

Dies sind kleine Schritte, und sie erscheinen auf den ersten Blick wie der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Bedeutsam sind sie dennoch, denn sie durchkreuzen die gewohnten, individuellen Verarbeitungsmuster, die eine neoliberale Menschenführung den Beschäftigten einbläut, und können ein Ansatzpunkt sein, durch Austausch und gemeinsames Handeln sich aus der kapitalistischen Perspektivlosigkeit zu lösen. Nichts fürchten Management und Unternehmensleitungen mehr, als wenn sich Beschäftigte politisch und kollektiv über Interessen verständigen und ihr Geschick selbst in die Hand nehmen.

Damit solche Aktivitäten nicht vereinzelt bleiben, braucht es eine gesellschaftliche Bewegung, die soziale Leidenserfahrungen thematisiert und deren gewohnte psychologisch-medizinische Deutungsmuster hinterfragt. Denn im Kern sind diese als »Protest oder somatisierter Widerstand gegen ein unerträgliches System«¹¹ zu verstehen. Sie signalisieren ein körperliches und seelisches Stoppsignal gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen und sind somit Ausdruck einer unbewussten, psychosomatischen Revolte. Aufgabe einer gesellschaftlichen Bewegung ist es, diese stumme Form der Revolte auf eine politische Ebene zu bringen und in bewussten Widerstand zu verwandeln.

https://www.jungewelt.de/artikel/521200.arbeitswelt-agile-ausbeutung.html

Die Partei „Die Linke“ ist eine Partei des Klassenfeindes

Ich glaube, es ist ein Fehler, die zweite sozialdemokratische Partei namens „Die ‎Linke“ zum Lager der „‎Linken“ zu rechnen. Abgesehen davon, dass diese Bezeichnungen heutzutage fast jede Bedeutung verloren haben.

Man muss realistisch bleiben und akzeptieren, dass diese Partei – egal wie viele „wohlmeinende“, „ehrliche“, von mir aus „naive“ Leute darin aktiv sind, die sich im weitesten Sinne als „Linke“ verstehen – voll und ganz eine Partei des Klassenfeindes ist.

Es sind Karrieristen, Trickser, es sind auf Machtbeteiligung beim Verwalten des Kapitalstandorts schielende Betrüger, die ihre sozialen Phrasen jederzeit für ein Zipfelchen Mitsprache und ein einträgliches Pöstchen über Bord werfen werden.

Vor allem aber ist „Die Linke“ eine Gruppierung, die die imperialistischen Kriege ideologisch rechtfertigt und die gemeinsam mit den politischen Vertretern der europäischen Eliten den Feldzug gegen Russland unterstützt.

Die „Bürgersozialisten“, wie Marx sie genannt hat, haben nur eine einzige Funktion: potentiell aufmüpfige Bürger unter dem Dach des bürgerlichen Staates und der kapitalistischen Ordnung zu halten und substantielle Kritik an den URSACHEN von Krieg, Verarmung und Ausbeutung zu unterdrücken. Kommunisten sollten nicht um den heißen Brei herumreden, sondern dies klar erkennen und benennen.

Vergesst diese „Linke“ endlich, sie ist Produkt und Teil des Staates und des Systems, dessen Abschaffung das Ziel der Kommunisten ist.

Alte kosten zu viel und sind‘s selber schuld

Bestandsaufnahme einer bitteren Realität im kriegstüchtigen Großdeutschland:

Das Durchfüttern der Alten ist ein Kostenfaktor und damit ein Hemmnis für den kriegsbereiten Kapitalstandort. Die Alten haben gefälligst selbst dafür zu sorgen, dass sie dem Staat nicht zu sehr auf der Tasche liegen – entweder indem sie weiter lohnarbeiten gehen oder indem sie rechtzeitig auf „die beiden zusätzlichen Säulen der Alterssicherung, die betriebliche und private Vorsorge“ setzen.

Zum Schluss landet auch diese je-Autorin wieder bei dem verhängnisvollen bürgerlichen Idealismus, der sich bei Staat und Kapital beklagt, dass ihr Gesellschaftssystem gar nicht so nett zu allen ist, wie der Bürger es gerne hätte: „Es müsste nur den Willen geben, das Rentensystem generell, das alle Menschen betrifft, grundlegend zu verbessern.“

Dass es im Kapitalismus auch immer nur am guten Willen liegt bzw. scheitert! Damit sind wir dann – wie üblich im Reich der Freiheit – in der Sphäre des freien Willens und der guten Absichten angelangt. Und siehe da: so ist der Mensch eben! Es hat halt nicht jeder den guten Willen, da gibt es gute und weniger gute Absichten, und letztlich ist doch irgendwie sowieso jeder des anderen Wolf.

https://www.jungewelt.de/artikel/521028.arbeiten-bis-zur-bahre.html

Pulp fiction in Pete Hegseth‘s brain

Für die durchgedrehten Knalltüten des Washingtoner Gewaltkultes namens Trump Administration ist die Welt tatsächlich ein einziger Hollywood-Film. Oder sie sind tatsächlich so bretzelblöd, dass sie ein von Quentin Tarantino erfundenes Bibelzitat für echt halten und es in einer offiziellen US-Army-Veranstaltung zur Rechtfertigung ihrer völkerrechtswidrigen Angriffskriege heranziehen.

Oder beides.

Dass mentale Fäkalpumpen wie der frühere Fernsehansager Hegseth in den Vereinigten Staaten überhaupt irgendein öffentliches Amt bekleiden können, dass der Mann vom US-Kongress, immerhin die Legislative der Vereinigten Staaten von Amerika, nach einer Anhörung als Verteidigungs- bzw. Kriegsminister bestätigt wurde, sagt viel über den Zustand der westlichen Vormacht.

Der nachweisliche evangelistisch-fundamentalistische Fanatiker, Volltrottel und Alkoholiker Hegseth hat inzwischen acht oder mehr der besonneneren Top-Militärs entlassen bzw. in den Ruhestand versetzt, und richtet die US-Kriegsmaschinerie konsequent an der Ideologie evangelikal-zionistischen Endzeitsekten aus.

Die vorrangige Sorge aller zurechnungsfähigen und verständigen Menschen in Gesellschaft, Kultur und Politik kann heutzutage nur sein, ob und wie sich der anti-zivilisatorische Amoklauf und die kollektive geistige Umnachtung der politischen Machthaber und der hinter ihnen stehenden US-Oligarchie noch aufhalten lässt.

Pete Hegseth just prayed over the Iran war. He used the fake Bible verse from Pulp Fiction.

At the Pentagon’s monthly worship service yesterday, the Secretary of Defense stood up, told military leaders what they hear in worship should „inform“ their war decisions, and then read a prayer calling for „great vengeance and furious anger“ on Iran. He said the prayer was called „CSAR 2517,“ standing for Combat Search And Rescue, and was based on Ezekiel 25:17.

It wasn’t.

It was from Pulp Fiction. Specifically, it was the speech Samuel L. Jackson’s character recites before executing an unarmed man. Tarantino wrote those lines himself.

They are not in any Bible. They are in a Quentin Tarantino movie. The actual Ezekiel 25:17 has one sentence. The rest, including „the path of the righteous man is beset on all sides by the inequities of the selfish and the tyranny of evil men,“ was invented for a 1994 film about hit men eating hamburgers.

„The path of the righteous man is beset on all sides by the inequities of the selfish and the tyranny of evil men. Blessed is he who, in the name of charity and good will, shepherds the weak through the valley of darkness, for he is truly his brother’s keeper and the finder of lost children. And I will strike down upon thee with great vengeance and furious anger. And you will know my name is the Lord when I lay my vengeance upon thee.“

The Secretary of War read a fictional hit man’s execution speech to bless an actual war.

And then he said this: „Fifteen minutes ago I was talking about blockades with Admiral Cooper, and now we’re going to study the Lord’s word. May what we talk about, how we worship today, inform the remainder of our day and the remainder of our week.“

The man coordinating a naval blockade and potential strikes on Iran is citing Bible verses that don’t exist. From a movie. To bless a war that has killed more than a thousand people and threatens to starve millions more.

Pope Leo responded to Hegseth’s earlier violent prayers on Palm Sunday. The Pope quoted actual scripture, Isaiah 1:15: „Even though you make many prayers, I will not listen. Your hands are full of blood.“ Archbishop Reinhard Marx of Munich called Hegseth’s sermons „shameless blasphemy.“

This is the man in charge of American war.machine.

The Crusader-tattooed former Fox News host who prayed for „overwhelming violence“ at his confirmation. Who has fired Army leadership out of paranoia. Who invoked a movie as scripture to justify killing Iranians.

You can’t make this stuff up.

Geschichten die das Leben schrieb: Korrespondenz mit der Kämmerin des Regenten

Wenn Armutsrentner aufgrund ihrer prekären finanziellen Situation gezwungen sind, einer Lohnarbeit nachzugehen, kann es vorkommen, dass sie den Arbeitsweg mit dem eigenen Kraftfahrzeug zurücklegen. Bekanntlich ist laut Arbeitsrecht der Hin- und Rückweg zur Arbeit nicht vom Ausbeuter zu übernehmen, sondern von dem Ausgebeuteten selber – der so auch noch dafür bezahlen muss, dass er seine Arbeitskraft dem Kapitalisten oder Dienstgeber zur Verfügung stellt..

Nun wollen es mitunter die Umstände, dass man es etwas eiliger hat, weil man vielleicht seinen Hund von dessen Unterbringungstätte abholen muss – auch dies selbstverständlich Kosten, die der Lohnarbeiter selbst zu tragen hat. Was leistet er sich dann auch so ein Haustier? So geht er arbeiten in der Gewissheit, dass er zwei von den 4,5 Stunden der Dienstzeit nur arbeitet, um die Unterbringung seines Hundes bezahlen zu können.

Kommt er dann aus irgendeinem Grunde später als geplant in den verdienten Genuss seines Feierabends – Verzögerungen an der Arbeitsstätte, Verkehrsprobleme –  , dann ist es durchaus möglich, dass er, um rechtzeitig vor Schließung der Aufbewahrungstelle seines Vierbeiner dort einzutreffen, etwas zügiger die gewohnten Wege und Straßen durchfährt. 

Wenn es dann auch noch der böse Zufall will, dass die Gemeinde oder Stadt an ausgerechnet diesen Wegen und Straßen vorübergehend jene modernen stummen Raubritter, die sogenannten Mobilen Blitzgeräte, installiert hat, mit denen arglose Pendler wegelagernd beraubt werden – dann hat der geplagte lohnarbeitende Armutsrentner die goldene Arschkarte gezogen. 

In meinem konkreten Fall sogar zwei davon, denn tatsächlich war ich dumm beziehungsweise übermüdet genug, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen in dieselbe Blitzerfalle zu rasen. Wobei „rasen“ übertrieben ist, denn ich überschritt die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h um vernachlässigenswerte 22 km/h.

Wie auch immer, die Stadt Neuss bestraft mich für dieses Vergehen mit zwei saftigen Bußgeldbescheiden, die sich auf zusammen 250 € belaufen, und einem „Punkt in Flensburg“. Nach einigen Telefonaten und einem E-Mail-Austausch mit den recht freundlichen, aber unerbittlichen Mitarbeiterinnen der Neusser Bußgeldstelle wurde mir gnädig gewährt, diesen Betrag in erträglichen Monatsraten abzustatten.

Der entsprechende Bescheid ging mir heute zu, ich nahm den erneuten Diebstahl an meinen kargen Überlebensressourcen ohnmächtig hin, hatte dann aber noch eine Nachfrage. In einem Anfall von Schabernack setzte ich darauf nachstehendes Schreiben auf und versendete es an die mir telefonisch bekannte Frau B. von der Bußgeldstelle. Auf deren huldvolle Antwort bin ich jetzt schon gespannt.

Re: Eurer Gnaden zu Füßen gelegt: AZ 801.16832.9-2619 und AZ 801.17452.9-2619

Edle Frau B.!

Seid gegrüßt!

Ich habe entsprechend Euren Schreiben die beiden Daueraufträge – AZ 801.16832.9-2619 und AZ 801.17452.9-2619 – angelegt. Die Bankgeschäfte der Heutigen erfolgen ja – auf mir unverständliche Weise – über lebendige Tafeln, in die man Worte und Ziffern mittels eines Buchstabenbretts hineinschreibt!

Ab 20.05.2026 fliessen also die Dukaten meines Straf-Obolus an die Raubritterkasse des Regenten. Als gesetzestreuer Untertan verstehe ich natürlich, dass im Fürstentum Novesia alle Gäule und Gespanne sich an die hoheitlich vorgegebenen Langsamkeiten zu halten haben!

Wie nun, so frage ich Euch als Kämmerin unserer Edlen Herrschaft, wäre es aber, wenn ich – wofür ich täglich bete – ein günstiger Zufall oder eine milde Gabe mich in die unverhoffte Lage versetzte, den gesamten Obolus auf einmal zahlen zu können? Ist das möglich oder bin ich nun auf den monatlichen Ablass festgelegt?

Halten zu Gnaden, dass dies ja auch die hoheitliche Kasse von lästigen Obliegenheiten wie Nachverfolgung und Kontrollen entlasten würde!

Tut kund Eure Gnade und lasst mich wissen, wie der Hohe Herrscher zu richten gedenkt.

Wisset, dass ich Euren Dienst zu schätzen weiß!

Gott befohlen!

Die frechen kleinen Hutis: die Bösen oder Gutis?

Die jemenitische Ansar‘Allah-Bewegung, die die Regierung in Sana‘a bildet, ist mit der Islamischen Republik Iran verbündet und istneben der palästinensischen Hamas die EINZIGE Kraft, die dem Völkermord der zionistischen Siedlerprojektes in Gaza direkt militärisch etwas entgegengesetzt hat.

In den Mainstream-Medien der Epstein-Welt und seltsamerweise auch in vielen unabhängigen Medien wird diese Bewegung immer nur als „Die Houthis“ bezeichnet – ein Begriff, bei dem ich zumindest mir immer eine Bande kleiner lustiger Hüte vorstelle, die irgendwelche niedlichen Streiche aushecken.

Grund genug für eine Nachfrage bei meiner neuen Lieblings-KI Claude:

„Warum wird die Ansar‘ Allah Bewegung – die Regierung des Jemen – in westlichen Medien beharrlich „Die Houthis“ genannt?“

„Eine sehr berechtigte Frage — hier sind die wesentlichen Gründe:

  1. Historische Herkunft des Namens
    Der Name „Houthi” geht auf die Familie al-Houthi zurück, deren Mitglieder die Bewegung gegründet haben. Noch heute ist die Familie al-Houthi das Gesicht der Bewegung: vom Gründer Hussein Badreddin al-Houthi bis zu seinem Halbbruder Abdul-Malik al-Houthi, dem derzeitigen Anführer. Erst während der Konferenz des nationalen Dialogs 2013–2014 begannen sie, sich „Ansar Allah” zu nennen, als sie sich von einer lokalen Widerstandsbewegung zu einer nationalen politischen Kraft entwickelten.

    Mit anderen Worten: Westliche Medien übernahmen den älteren Namen — und behielten ihn bei, auch als die Bewegung sich selbst umbenannte.
  2. Framing und politische Implikationen
    Das ist der eigentlich interessante Punkt. „Houthis” zu sagen hat mehrere diskrete Effekte:
    ∙ Es personalisiert die Bewegung auf eine Familiendynastie — und verkleinert sie damit implizit zu einer Clique statt einer Regierung.
    ∙ Es verweigert die Legitimität des Selbstnamens. „Ansar Allah” (Helfer/Anhänger Gottes) ist der Name, den die Bewegung selbst wählt und der ihren politisch-religiösen Anspruch ausdrückt. Diesen zu übernehmen würde ihre Selbstdefinition anerkennen.
    ∙ Die internationale Berichterstattung neigt dazu, den Houthis jede eigenständige Handlungsfähigkeit abzusprechen und sie als bloße iranische Stellvertreter darzustellen — eine Erzählung, die leichter aufrechtzuerhalten ist, wenn man den Namen der Bewegung selbst marginalisiert.
  3. Die Terrorismus-Designierung
    Die USA haben Ansar Allah zeitweise als „Specially Designated Global Terrorist”-Gruppe eingestuft , was es für westliche Regierungen und Medien politisch schwierig macht, den Eigennamen zu verwenden — denn das käme einer gewissen Anerkennung gleich.
  4. Schlicht Gewohnheit und Trägheit
    Ein nicht zu unterschätzender Faktor: Journalisten und Redaktionen folgen einmal etablierten Konventionen. „Houthis” ist kürzer, einprägsamer und im westlichen Nachrichtenraum seit Jahren etabliert. Das hat eine eigene Logik jenseits bewusster politischer Entscheidung.

Fazit: Die Beibehaltung des Namens „Houthis” ist also nicht neutral — sie spiegelt eine Kombination aus historischer Trägheit, bewusster Delegitimierungsstrategie und der Weigerung wider, einer Bewegung, die der Westen mehrheitlich als Feind betrachtet, den symbolischen Gewinn des Eigennamens zu gönnen. In der westlichen Welt werden sie schlicht abwertend „Houthi” genannt. ​​​​​​​​​​​​​​​„

Seniler Soziopath mit Mentaldurchfall

Das hat kein Teenager mit Samenstau geschrieben, der zu viele Energydrinks konsumiert hat und bei den Kumpels auf dicke Hose machen will.

Das stammt ungelogen von der Frontfigur einer Supermacht mit dem zweitgrößten Atomwaffenarsenal der Welt.

Das hat der senile Soziopath verfaßt, der im Weißen Haus für die US-Oligarchie den politischen Geschäftsführer mimt. Der bösartige Narzisst, der minderjährigen Mädchen sein Geschlechtsteil in den Mund zu stecken versucht und sie ohrfeigt und beschimpft, wenn sie sich angeekelt weigern.

Der armselige Aufschneider und Großsprecher, der sich als Friedensbringer in sein Amt wählen ließ und jetzt Kriege führt, um Rohstoffe zu rauben, um seine Zugehörigkeit zum Epstein-Syndikat vergessen zu machen und um die rassistische Eroberungs- und Völkermordpolitik des kolonialistischen Siedlerprojektes in Palästina zu unterstützen.

Osterbotschaft in Sepia

Ich hab mal so drauflos gequatscht ohne vorher zu wissen, was ich erzählen soll oder will. Mir war danach.

Falls ihr euch wundert, warum ich stellenweise leicht verwuschelt, etwas undeutlich und fast schon besoffen klinge:

Ich hatte hinterher bemerkt, dass das entspannte Jazz-Gedudel, das ich im Hintergrund laufen hatte, die Stimme doch ziemlich überlagerte. Daraufhin hab ich per Adobe Podcast Enhancer die Sprache hervorgehoben und die Musiklautstärke reduziert. Das ging ein bißchen zulasten der Sprachklarheit. Ist aber trotzdem noch ok und jetzt ganz gut verständlich, fand ich.