
Ich sitze morgens auf der Bank im Sonnenlicht, schaue mir das Treiben der Menschen an und höre schöne Musik über Kopfhörer.
Mir geht auf, wie ich früher innerlich eine Hierarchie der Gefühle installiert hatte, wobei das höchste der Gefühle – der Edelste der Zustände, die Krönung des Daseins – eindeutig das Konzept der Erleuchtung war.
Die Erleuchtung, die überwältigende Erfahrung der Einheit des gesamten Daseins, rangierte unangefochten auf Platz 1 meiner inneren Hierarchie von Empfindungen, Gefühlen, Zuständen. Ich befand mich im Grunde in einer Meisterschaft um das Erringen dieses Titels.
In diesem Moment, mit der Sonne im Gesicht und der Musik in den Kopfhörern, den zufriedenen Hund vor mir sitzend, mit all den Menschen, die ihren verschiedenen Tätigkeiten nachgehen und alle nach ihrer kleinen Glücksnische streben, sehe ich, dass es keine Hierarchie der Zustände und Gefühle gibt, dass alles gleichwertig ist.
Erleuchtung ist genauso viel oder wenig wert wie tiefste Verzweiflung. Das kleine Glück im Winkel ist so viel oder wenig wert wie Enttäuschung und Trauer.
Es gibt keine Hierarchie. Man kann kategorisieren so viel man will, aber es gibt keine Hierarchie. Klar hat man angenehme Gefühle lieber als unangenehme, aber das sagt nichts über ihre Wertigkeit, über ihre inhärente qualitative Identität aus.