Damals wie heute: Kampf gegen die Bedrohung Europas durch die Barbarenhorden aus dem Osten

Eine hochinteressante Rede eines früheren deutschen Ministers zum Geburtstag des damaligen Kanzlers.

Auch damals wurde in Europa Krieg geführt, auch damals stand die Seite, die behauptete, nur ihre zivilisatorischen Werte gegen die Barbarenhorden aus dem Osten zu verteidigen, bereits vor dem Untergang, während sie noch ihren kurz bevorstehenden endgültigen Sieg verkündete.

Bis auf die persönlich eingefärbten Lobeshymnen auf die Person des Kanzlers („Führer“) selbst könnte der Inhalt der Ansprache in weiten Teilen der Website der EU-Stelle gegen Desinformation (EUvsDesinfo) entlehnt sein oder aus heutigen Politikerreden stammen.

Die Verteidigung Europas gegen feindliche Desinformation, die Beschwörung eines in seinen Werten geeinten Kontinents gegen die Bedrohung aus dem Osten, die Beschreibung des Feindes als bösartige, inhumane Autokratie („Bolschewismus“) – all das klingt erstaunlich aktuell und verweist auf die ungebrochene Kontinuität des europäischen Abwehrkampfes, den seine politischen und medialen Eliten meinen, gegen die von ihnen ausgemachte Bedrohung der europäischen Zivilisation führen zu müssen.

Hört man sich die Ansprache an, ahnt man, woher die EU-Kommisionspräsidentin und andere führende Politiker (insbesondere die Deutschen) ihre Inspiration und ihre apokalyptische Diktion genommen haben und nehmen.

https://youtu.be/qL97JR35Scg

Betreutes Denken: Verschwörungstheoriegefahr lauert!

Garland Nixon spricht in seinem aktuellen Beitrag auf YouTube über Wokeness und die Heucheleien und Widersprüche der „regelbasierten Weltordnung“ der ehemaligen Hegemonialmacht.

Abgesehen davon dass der Beitrag gewohnt informativ, witzig und gut begründet ist, fällt die Einbettung („Kontext“) auf, die die deutsche YouTube Version meint, vornehmen zu müssen.

Da der Alphabet-Konzern, zu dem Google und YouTube gehören, das englische Wort „World Order“ erkannt hat, bekommt der Nutzer die Einordnung verabreicht, die im Rahmen betreuten Denkens vorzunehmen ist:

Direkt unter Garlands Video wird der Link zum Wikipedia-Eintrag über Verschwörungstheorien angezeigt, damit dem unbedarften Nutzer sofort klar ist, dass Kritik an der 1991 von den USA ausgerufenen Neuen Weltordnung auf jeden Fall mit dem Etikett „Verschwörungstheorie!“ markiert ist.

So bleibt die Redefeiheit gewahrt und jeder bürgerliche Verstand weiß schon selber die Schlüsse zu ziehen, die der VT-Stempel auf (oder unter) dergleichen Beiträgen nahelegt.


Die Sprache der Machthaber

Die Sprache der Regenbogenarmbindenfrau ist verräterisch. Es ist die Sprache der Machthaber, die in abgehackten, knüppelnden Sätzen die von ihnen verordnete Realität den Lesern um die Ohren hauen. So reden und schreiben Diktatoren, die dem Publikum per einfacher Sprache in kürzesten imperativen Sätzen die Grenzen des Denkens aufstecken. Jeder Satz ein Befehl, jeder Satz eine Gesetzesvorlage, die die Herrschaftsverhältnisse klar macht und Dissidenten mit Strafe droht.

Ein Business Meeting auf Ibiza

Pepe Escobars Artikel über die aktuelle Entwicklung in NATOstan enthält einen interessanten Part über eine Businesskonferenz auf Ibiza, zu der Escobar als Sprecher eingeladen war.

Die Zeiten sind düster, wenn man bis zu einem gewissen Grad die Hoffnungen auf die kapitalistische Vernunft von Untermehmensvertretern setzen muss, um den Angrund von Wahnsinn und Anmaßung noch zu vermeiden, in den die Weltkriegs-Hybris der politischen Eliten des Westens ihre Länder stürzt.


„Ich war zu Gast bei einem hochkarätigen Wirtschaftstreffen, an dem hauptsächlich Spanier, aber auch Portugiesen, Deutsche, Briten und Skandinavier teilnahmen: hochrangige Führungskräfte aus den Bereichen Immobilien, Vermögensverwaltung und Investmentbanking.

Unser Panel trug den Titel „Globale geopolitische Verschiebungen und ihre Folgen“. Vor der Podiumsdiskussion wurden die Teilnehmer aufgefordert, darüber abzustimmen, was ihnen in Bezug auf die Zukunft ihres Unternehmens die größten Sorgen bereitet. An erster Stelle standen Inflation und Zinssätze. An zweiter Stelle stand die Geopolitik. Dies war ein Vorgeschmack auf eine sehr lebhafte Debatte.

*** Wenn ein EU-Hagiograf durchdreht ***

Ich – und die Zuhörer – ahnten nicht, dass dies ein wilder Ritt werden würde. Der erste Vortrag kam von der Direktorin eines „Zentrums für europäische Politik“ in Kopenhagen. Sie bezeichnet sich selbst als Professorin für Politikwissenschaft und ist Beraterin von EU-Chefgärtner Borrell.

Nun, ich nahm die Haltung einer Grinsekatze ein, nachdem sie einen Tsunami von Klischees über „europäische Werte“ und die bösen Russen ausspuckte und sich vor der Zukunft Europas „fürchtete“. Wenigstens sorgte der tadellos diplomatische Lanxin Xiang für unmittelbare Erleichterung. Er ist ein liebenswerter Charakter, der immer ein fröhliches Lächeln auf den Lippen hat und einer der wenigen führenden China-Experten ist, der tatsächlich weiß, wovon er spricht, und das in fließendem Englisch.

Lanxin Xiang ist u. a. emeritierter Professor des Graduate Institute of International and Development Studies in Genf, Direktor des Instituts für Sicherheitspolitik am China National Institute for SCO International Exchange und geschäftsführender Direktor der Washington Foundation for European Studies. (…)

Professor Xiang bot eine meisterhafte Darstellung der amerikanischen Besessenheit, ein „Taiwan-Problem“ zu fabrizieren, und wie Europa, das bereits durch den Stellvertreterkrieg der USA gegen Russland in Bedrängnis geraten ist, sehr vorsichtig sein muss, wenn es darum geht, China zu belehren.

Als ich an der Reihe war, ging ich aufs Ganze, indem ich all diese EU-Presseerklärungen als absoluten Unsinn abtat und betonte, dass Europa bereits von den sprichwörtlichen „amerikanischen Interessen“ bei lebendigem Leib aufgefressen wird. So kurz wie möglich erklärte ich den gesamten geopolitischen Hintergrund des Krieges in der Ukraine.

Nun, das alles wurde vor hochrangigen Geschäftsleuten vorgetragen, die The Economist, Financial Times und Bloomberg als ihre Hauptinformationsquellen konsumieren. Ihre Reaktion würde Bände sprechen.

Vorhersehbarerweise flippte die von der EU bezahlte Bürokratin völlig aus, schrie vor Empörung und spielte das vorgegebene Drehbuch voll aus: Sie drohte, die Bühne zu verlassen, und beschuldigte mich, „vom Kreml bezahlt“ zu werden. Ich forderte sie unumwunden auf, „mir mit Fakten zu widersprechen“. Es wurden keine Fakten geliefert. Nur Angst und Verwirrung, gemischt mit Andeutungen von Absagekultur.

Der erfahrene Moderator Struan Robertson von der Bank of America Merrill Lynch sorgte dafür, dass die Dinge zivilisiert blieben, indem er Lanxin Xiang mehr Zeit gab, die chinesische Mentalität zu erklären, und den Raum für eine Reihe sehr guter Fragen öffnete.

Am Ende waren die Zuhörer begeistert. Viele kamen, um sich persönlich für die Informationen zu bedanken, die sie nie in El Pais, Le Monde oder The Economist finden werden. Eine Minderheit im Saal war einfach nur fassungslos – aber unsere Debatte muss sie zumindest über viele vorgefasste Meinungen nachdenklich gemacht haben.“

Link zum Original-Artikel:
https://strategic-culture.org/news/2023/05/20/adventures-in-natostan-sparks-flying-in-ibiza-locked-down-bilderberg-in-lisbon/

„Der Stürmer“ für Intellektuelle tritt nach

Da sich rational nicht mehr bestreiten läßt, dass Artemowsk von Wagner PMC und russischer Armee befreit wurde, muß jetzt aber wenigstens noch ein bißchen nachgeholzt und -gehetzt werden. Irgendwas wird sich da doch finden lassen. Ist doch schließlich der Iwan, der schon aufgrund seiner slawischen Untermenschnatur zu jeder bösen Tat fähig ist!

Und richtig: das Relotiusmagazin findet tatsächlich zwei Babuschkas aus der Verwandtschaft eines getöteten Wagner-Kämpfers, die sich bitterlich beschweren, dass ihr Sohn bzw. Neffe dort angeheuert hat und in Ausübung seines Jobs gestorben ist – ein Risiko, das ihm gut bekannt war und für das er außergewöhnlich gut bezahlt wurde. Aus hochdotierten Profi-Soldaten – den besten der Welt, laut einhelliger Meinung aller (auch westlicher) Experten für diesem Gebiet – deren Berufsrisiko den Tod auf dem Kriegsschauplatz untrennbar beinhaltet, werden so im Bleistiftumdrehen „unsere Kinder“, und diese lieben Kleinen wurden nun vom abgrundtief bösen Prigoshin im Grunde vom Spielplatz weggelockt und „in den Tod geschickt“.

Damit ist schon per Haupt-Schlagzeile unseres Lieblingslügenblättchens wieder klargestellt, dass egal was der Russe treibt, er auf jeden Fall Dreck am Stecken hat. Und sofern es mit Militärischem zu tun hat, nicht nur Dreck, sondern mörderische Bosheit, Ströme von Blut und eine arttypische Feindschaft gegen alles Gute, Menschliche, Schöne und regenbogenfarben Diverse, also Westliche.

Der durchschnittliche mittelschichtsdebile „Spiegel“-Leser schüttelt das liberale Haupt und seufzt wohlig auf, in der Gewißheit, dass er’s ja sowieso schon immer gewußt hat, und in Dankbarkeit zu seinem Nachrichtenmagazin, welches ihm diese freie Meinung, die er sich als freier Bürger ganz eigenständig gebildet hat, mal wieder bestätigt. Er fragt sich noch kurz, ob das jetzt eventuell Auswirkungen auf seinen Herbsturlaub haben könnte, verneint innerlich diese Frage und macht sich noch ein Bier auf: Bürgerwelt in Ordnung!

Panik in Kiew

Das einzige Feld, auf dem NATO- und Ukro-Faschisten bislang einige Erfolge vorweisen konnten, war die psychologische Kriegsführung und die propagandistische Narrativkontrolle, jedenfalls im kollektiven Westen.

Damit steht’s jetzt auch nicht mehr zum Besten. Ukrainische Medien machen sich Gedanken darüber, wie man die Befreiung von Artemowsk durch russische Trupoen schönreden kann. (1)

Sie machen Elendskij ein paar konkrete Vorschläge, die dieser in seiner Not gleich aufgreift (2)

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1)

„Wie soll ich reagieren?“

Unter diesem Titel erschien ein Beitrag eines ukrainischen Senders. Ich werde den Namen des Senders nicht nennen, um nicht zu werben.

Sie schreiben, dass das CIPsO (Center of Information and Psychological Operations) dringend auf die Befreiung von Artemovsk (Bakhmut) reagieren muss, und bieten Zelensky sogar Optionen an, ich zitiere:

„1) Noch ein paar Tage lang so tun, als ob in den letzten Häusern schwere Kämpfe stattfänden. Die Präsenz einer Reihe von Videos in den sozialen Netzwerken wird es jedoch nicht erlauben, die Augen für lange Zeit davor zu verschließen.

2) Leiten Sie dringend ein öffentlichkeitswirksames Verfahren gegen jemanden aus der Zeit von Janukowitsch ein. Sie können jemandem die Staatsbürgerschaft entziehen.

3) Starten Sie eine Offensive an anderer Stelle und lenken Sie die Aufmerksamkeit der Medien ab.

4) Auf die Flanken von Bakhmut vorrücken und sagen, dass der Kampf um Bakhmut noch andauert.“

Quelle: https://t.me/s/ukr_leaks_eng


2)

🤡Zelebobik vom Boden aus: „Bakhmut ist derzeit nicht in russischer Hand“

„Ich kann die taktischen Ansichten unseres Militärs nicht mit Ihnen teilen… aber wir verstehen, dass ein bisschen mehr und wir werden gewinnen… Heute erfüllen die Militärs sehr wichtige Aufgaben, sie sind in Bakhmut, an welchen Punkten – werde ich nicht mitteilen, aber das deutet darauf hin, dass Bakhmut heute nicht von der Russischen Föderation eingenommen wird. Es kann keine zwei oder drei Interpretationen geben“

kommentierte der Präsident von Bakhmut aus (wie Sie auf dem Bild sehen können).
Das war nur ein Scherz, er war schon seit Wochen nicht mehr in der Ukraine… Wir wissen nicht, wer dieses Wrack von einem Land regiert.

Quelle: https://t.me/s/DDGeopolitics

Selbstoptimierung im neoliberalen Kapitalismus: Euthanasie für Wohnungslose

Das ist alles so gruselig, dass man es nicht glauben will.

Muß man aber, in realistischer Einschätzung des Ausmaßes an neoliberaler Bearbeitung des kollektiven Unterbewussten im westlichen Freiheitsstall.

Von den Nützlichkeitserwägungen, die das bürgerliche Individuum über seinen eigenen Marktwert und seine Tauglichkeit für die kapitalistische Arbeitswelt anstellt über die zahllosen Selbstoptimierungsbemühungen, -Kurse, -Angebote usw. die eine noch effizientere Anpassung an die Erfordernisse der Kapitalvermehrung im Unternehmen versprechen hin zur Entsorgung überflüssigen Menschenmaterials ist es kein großer Schritt.

Als Nächstes dann Soylent Green.

Der Hund bellt, die Karawane zieht weiter

Wenn’s nach den Informationskriegs-Anstrengungen des Westen und seiner ukrainischen Marionetten ginge, würde die blau-gelbe Fahne schon über dem Kreml wehen. Geht’s aber nicht, und die Dinge auf dem Kriegsschauplatz nehmen ihren Lauf entsprechend der Kräfteverhältnisse:

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Chroniken des Informationskriegs

von Elizabeth Musina, Journalistin, Expertin auf dem Gebiet der Informationssicherheit, Analystin der Nachrichtenagentur „Telecentre“

Die ukrainische Armee hat endlich eine öffentlichkeitswirksame Gegenoffensive gestartet, allerdings nur im Internet. Am 11. Mai sollen die ukrainischen Streitkräfte die Regionen Cherson und Belgorod sehr intensiv angegriffen, den Dnjepr überquert und in Richtung Orekhovsky sogar chemische Waffen eingesetzt haben. Natürlich stellte sich all dies als eine vom Zentrum für Information und psychologische Operationen der Ukraine erstellte Desinformation heraus.

Gefälschte Nachrichten über die Erfolge der ukrainischen Streitkräfte wurden in viele Informationskanäle in Telegram geworfen, mit dem offensichtlichen Ziel, Panik in der russischen Gesellschaft zu säen und zu versuchen, die russische Armee zu demoralisieren. Das ukrainische Zentrum wird natürlich von den Amerikanern gefüttert. Ende 2022 wurden 30 Millionen Dollar pro Monat für die Entwicklung von antirussischen Telegram-Kanälen bereitgestellt. Im Zentrum für Information und psychologische Operationen der Ukraine wurden mehr als 100 Offiziere rekrutiert, die täglich Dutzende von Füllungen erstellen. Die Cybersaboteure setzten darauf, die interne Situation in Russland zu untergraben.

So führten ukrainische Spezialisten im Jahr 2021 eine groß angelegte Operation mit dem Codenamen „Wolodja“ durch, um das Vertrauen der Russen in die höchsten Ränge der Macht zu untergraben und den Präsidenten persönlich zu diskreditieren. Die Ergebnisse dieser „Arbeiten“ wurden vom Zentrum für Information und psychologische Operationen der Ukraine deutlich aufgezeigt: Nach den Ergebnissen einer im Mai dieses Jahres durchgeführten Umfrage lag die Vertrauensquote für Wladimir Putin bei 80,9 %. Der Sieg hat wieder nicht funktioniert.

Übrigens ist die ukrainische CIPSO das Ergebnis größerer privater Geheimdienstkampagnen des Westens. Einem Bericht der University of Pennsylvania zufolge gibt es mehr als 7.000 Brainstorming-Zentren in Nord-, Mittel- und Südamerika, fast 7.500 in Europa und etwa 3.600 in Afrika und Zentralasien. Durch Gehirnwäsche führen sie einen Informationskrieg gegen Russland: Sie verbreiten Fälschungen über das Versagen der russischen Armee, die Erfolge der Streitkräfte der Ukraine und einen drohenden Atomkrieg. Russland reagiert auf diese Purzelbäume mit Würde und Zurückhaltung.

Auch an der Informationsfront gibt es keine Veränderungen. Wie in dem guten alten Sprichwort: Der Hund bellt, die Karawane zieht weiter.

Quelle: https://t.me/s/soroka_belaya_en

Wir schnüren ein Paketchen mit Bomben und Raketchen

Die Machthaber in Berlin müssen sich einerseits zähneknirschend und buckelnd dem unbedingten hegemonialen Anspruch des „engsten Verbündeten“ aus Washington beugen (und sich von diesem sogar kriegerische Anschläge auf die deutsche Energie-Infrastruktur gefallen lassen), wollen andrerseits aber trotzdem im imperialistischen Konzert der wertewestlichen Weltordnungsbemühungen eine entscheidende Rolle spielen. 

Darum pumpen sie jetzt wuchtige 2,7 Milliarden Euro in den ukrainischen Stellvertreterkrieg gegen Russland, nett formuliert als „Rüstungspaket“, das „geschnürt“ wird – so als ob die nette Bundesregierung unter Onkel Olaf ein Geschenkpaket für den lieben Nazi-Neffen in Kiew verpackt. Zwei Komma Sieben Milliarden Euro – es wurden für kleinere Summen schon ganze Kriege geführt.

Mit irgendwelchen Wünschen der deutschen Bevölkerung hat das nichts zu tun; im Gegenteil. Sämtliche Umfragen belegen, dass eine große Mehrheit der Deutschen gegen die Lieferung von weiteren Kriegsgerät an die Ukraine und für Friedensverhandlungen ist.

Wieso machen die BRD-Machthaber das also? Erstens wollen sie entscheidend mitreden und -bestimmen, wenn es um das Ukraine-Projekt der NATO und den Krieg gegen Russland geht. Wer (Waffen) bezahlt, bestimmt auch mit. Die Lieferungen sichern Einfluss in der jetzigen und der zukünftigen Rest-Ukraine (vorausgesetzt, die Ukraine besteht weiterhin als Staat).

Zweitens fallen solche Entscheidungen – entgegen dem Volkswillen und als Ausdruck einer beispiellosen Militarisierung, Kriegsökonomie und einer immer brutaleren Umverteilung von unten nach oben und in die Kriegskasse des Berliner Regimes – weil in der bürgerlichen Demokratie die Machthaber per Wahlen ermächtigt werden, sich eine ganze Legislaturperiode lang über den Willen der Bevölkerung hinwegzusetzen. Als Legitimation dient ihnen die parlamentarische Mehrheit, die die Regierung trägt und die – so die demokratische Begründung – in freien und geheimen Wahlen zustande gekommen ist.

Rein legalistisch und prozedural also alles in Butter und völlig in Ordnung: sobald die Regierung durch Wahlen eingesetzt ist, beruft sie sich offensiv auf ihre UNABHÄNGIGKEIT von Wählerwillen und will das als demokratische Tugend gewürdigt wissen.

Das Volk hat die imperialistischen Ambitionen seiner Obrigkeit gefälligst hinzunehmen und mitzutragen – ideologisch und materiell. Ideologisch indem es Tag und Nacht von Regierung und angeschlossenen Medien bearbeitet wird (eine fast flächendeckende Beherrschung des medialen Raumes und der öffentlichen Meinungsbildung ist so garantiert), materiell durch die Beschlüsse der Regierung, die ökonomischen Verhältnisse des Kapitalstandort so herzurichten, dass die Verarmung der Bevölkerung die Ressourcen für Aufrüstung, Militarisierung und Krieg hergibt.

Auch gegen diese Maßnahmen ist kein Einspruch möglich – schließlich „habt ihr uns ja gewählt.“ Eine Opposition gibt es nur dem Namen nach; die parlamentarischen Oppositionsparteien sind bis auf seltene Einzel-Ausnahmen allesamt auf NATO-Kurs und streiten mit der Regierung höchstens über Ausmaß und Umfang der Militarisierung und der Kriegsbeteiligung.

All das geht einher mit einer Gleichschaltung der Medien- und Meinungslandschaft, die nicht Ihresgleichen suchen muß: kollektives Strammstehen für den Krieg gegen Russland kennt man in Deutschland schließlich noch aus anderen Zeiten, unter einem anderen Kanzler. Was damals noch mit drastischem Zwang und unappetitlicher Gewalt durchgesetzt werden musste, ist heute veröffentlichter Meinungskonsens von „Bild“ bis „Tagesschau“, von „Spiegel“ bis „Lanz“.

https://www.deutschlandfunk.de/bundesregierung-schnuert-ruestungspaket-in-hoehe-von-2-7-milliarden-euro-100.html