Mein Oberkassel

Als Wohnstandort ist Oberkassel äußerst beliebt, da es hier viele der in Düsseldorf begehrten großen Altbauwohnungen gibt und der Stadtteil zugleich eine gute und gehobene Infrastruktur bietet. Die in Rheinlage liegenden Wohnungen bieten zum Teil schöne Ausblicke auf die Düsseldorfer Skyline und gehören zu den teuersten Wohnlagen der Landeshauptstadt. Oberkassel hat, wie das benachbarte Niederkassel, einen hohen Anteil an japanischen Einwohnern. Die Japaner machen in dem Stadtteil mit 23,5 % die mit Abstand größte Ausländergruppe aus. Die starke, auch internationale Nachfrage nach Oberkasseler Wohnimmobilien führte in den letzten Jahrzehnten zu einem starken Preisanstieg mit einhergehender Gentrifizierung. Dies führte dazu, dass Oberkasseler Immobilien nicht nur zu den teuersten in Düsseldorf, sondern teilweise auch zu den teuersten Immobilien Deutschlands zählen.  (Wikipedia)

Als ich in Weimar lebte, dachte ich, ich hätte meinen endgültigen Platz in Deutschland gefunden. Den ersten, der mich auf gewisse Weise mit dem Aufenthalt und dem Leben in Deutschland versöhnt. Erstens weil das Territorium der DDR auch Jahrzehnte nach der Annektion sehr viele mentale Vibrationen der vier Jahrzehnte Sozialismus aufwies, hauptsächlich natürlich in den Interaktionen mit den Arbeitskollegen und Leuten, die von dort stammten. 

Zweitens auch, weil die Dichotomie des deutschen Daseins nirgendwo so deutlich zu Tage zu treten scheint wie ausgerechnet in Weimar, der Stadt Goethes, Schillers, Herders, Bachs und all der anderen Geistesgrößen und Künstler, die noch heute das kaum kriegsversehrte Städtchen zu einem lebendigen Museum der höchsten Gipfel des Denkens und der Kunst machen. Auf der anderen Seite das direkt vor den Toren der Stadt, auf der Rückseite vom Ettersberg, gelegene Konzentrationslager Buchenwald. Man hat hier sozusagen die höchsten Höhen und die tiefsten Höllen der menschlichen Erfahrung beieinander. Und zwar dicht beieinander.

In Düsseldorf ist das anders. Hier ist alles Oberfläche, alles Schein, alles Glitzer und Tand, allerdings im linksrheinischen Stadtteil Oberkassel veredelt und mit der Patina behaglicher Bürgerlichkeit versehen, ausgestrahlt von den eleganten, schönen Altbauten, wo kein Haus wie das andere aussieht, wo man sich nicht sattsehen kann an der gepflegten, kreativen und abwechslungsreichen Bürgerarchitektur vom Beginn des 20. Jahrhunderts.

Die Höllenbereiche, die Abgründe der conditio humana lauern hier nicht so offensichtlich gleich um die Ecke. Sie werden nicht quasi auf dem Silbertablett präsentiert wie in Weimar/Buchenwald, sondern verbergen sich hinter der schnöselig-routinierten Abgeklärtheit der Wohlstandsbürger, der betuchten und gutverdienenden Einwohner dieses Stadtteils, in ihrem Gehabe, in den flüchtigen Gesprächsfetzen, die man beim Einkaufen oder Spazierengehen aufschnappt, in den Hipster-Läden, in den die Young Urban Professionals ihr reichlich bemessenes Spielgeld verplempern, in den vollen Restaurants – überall spürt man, gerade jetzt, im beschleunigten Niedergang der kapitalistischen Reichtumsproduktion, den Tanz auf den Vulkan, der hier stattfindet.

Man schaut mit dem Röntgenblick historisch-materialistischer Bildung (sowie der Kenntnis der aktuellen politökonomischen Verhältnisse) in die Abgründe von Ausbeutung, Gewalt und Verlogenheit, die den Reichtum der wirklich Reichen und die immer noch stattlichen Brosamen für die gehobene Mittelklasse und die Erfüllungsgehilfen der Bourgeois-Eliten möglich machen, und man merkt die Fadenscheinigkeit dieses Zustandes, den die Wohlstandsscheuklappen der Oberkasseler ihren Trägern als „Normalität“ suggerieren.

Man spürt allenthalben, in den zunehmend gereizten Reaktionen auf Kleinigkeiten, in Gesprächen und im Stimmungsklima auf Straßen und Plätzen, dass Leute, die etwas zu verlieren haben – und davon gibt’s hier im Viertel mehr als anderswo – schnell ihre bürgerliche Contenance verlieren, wenn‘s ans Eingemachte geht. Das Eingemachte sind die Vermögenswerte, der Einkommenszufluss, die ganze gehobene und bequeme Situation von „Besserverdienern“, deren Welt wenig zu tun hat mit dem immer härter werdenden Daseinskampf der übrigen lohnarbeitenden Klasse. Technisch gesehen ist auch die Mehrheit der Bewohner Oberkassels der Kategorie „Lohnarbeit“ zuzurechnen, minus den Anteil an Freiberuflen, Selbständigen und Unternehmern, die es hier ebenfalls überdurchschnittlich häufig gibt. Nur heißt der Lohn bei ihnen „Gehalt“ und beläuft sich auf ein Vielfaches der Bezüge einer Verkäuferin, einer Pflegekraft oder eines Kellners.

Die Mehrheit dieser Zeitgenossen wird jeden Angriff auf ihr „Eingemachtes“ als Anschlag auf ein als selbstverständliches empfundenes Privileg wahrnehmen und ihren Status mit Zähnen und Klauen zu verteidigen suchen. Bzw. diejenigen politischen Kräfte unterstützen und ermächtigen, die die Kontinuität dieses schönen Lebens versprechen.

Beifall von der falschen Seite

Nach ethnischen Kriterien sortierte Bevölkerungsgruppen in Lager sperren und sie dort vernichten: wer macht denn sowas?

Kann man den israelischen Führer mit dem ehemaligen deutschen Kanzler vergleichen? DARF man das überhaupt? Oder ist diese Montage ein anti-semitisches Pamphlet, das Äpfel mit Birnen vergleicht? Für diesem Fall distanziere ich mich vorsichtshalber aufs Entschiedenste von dem Machwerk!

Wenn Terrorismus amtlich wird

Der amerikanische Präsident lässt unbekannte Leute aufgrund eines vagen Verdachts schlagzeilenwirksam, vor allem aber extralegal und willkürlich, auf hoher See ermorden. 

Selbst wenn es hinreichende Verdachtsmomente gäbe, wäre die umstandslose Hinrichtung der verdächtigen Personen ein Verstoß gegen jede nationale und internationale Rechtsnorm, außerdem gegen die in der US-Verfassung klar definierten Prozesse und Zuständigkeiten bei Rechtsverstößen.

Judge Napolitano beschreibt einen Vorgang, der zeigt, in welchem Ausmaß die westliche Vormacht die eigenen Prinzipien und Gesetze mißachtet und welche dämonische Dimension das diktatorische gebaren des Trump-Regimes nach weniger als 12 Monaten Amtszeit bereits angenommen hat:

https://judgenap.substack.com/p/when-presidents-kill-c8c

Die Ein-Staat-Lösung für Palästina

In Deutschland ist die Forderung nach dem Ende des Staates Israels verboten. Die Strafverfolgungsbehörden verfolgen und ahnden solche Aussagen. Jeder, der diese Forderung oder auch nur die Idee in der Öffentlichkeit äußert, gerät ins Visier des Staatsschutzes, der die pro-zionistische Staatsraison Deutschlands streng exekutiert. Er läuft Gefahr, als Antisemit angeklagt und verurteilt zu werden.

Die Begründung dafür sind die angeblichen Lehren, die Deutschland aus den Verbrechen des Hitlerfaschismus gezogen haben will und die in einer entschiedenen Parteinahme für die damaligen Opfer des Völkermordes (sofern sie jüdisch waren) mündeten, kulminierten – und sich erschöpften.

Das „Nie wieder“ des bürgerlichen Antifaschismus deutscher Provenienz erschöpft sich in dem „Nie wieder Völkermord an JUDEN“. Völkermord an Russen, sofern sie im Donbas leben und ins Visier ukrainischer Nazis geraten, sowie generell Krieg gegen Russen, verträgt sich bestens mit deutscher Staatsräson, ergänzt sie sogar aufs Vortrefflichste um die Hoffnung auf einen nachgeholten Endsieg gegen den alten Feind.

So ergibt sich in und für Deutschland die merkwürdige Situation, dass der eigene Völkermord von damals auf eine bizarre und verquere Weise den heutigen Völkermord, den die damaligen Opfer an den Palästinensern in Gaza und Westbank begehen, RECHTFERTIGT, denn die Parteinahme für das zionistische Staatsprojekt „Israel“ in Palästina ist unbedingt und total. Das schlechte Gewissen der staatlichen Nachfahren Hitlers manifestiert sich als philosemitische Apologetik aller und jeder Verbrechen, die der „jüdische Staat“ begeht und begehen KANN, um sich damit – so die selbstgerechte Logik dieser Ent-Schuldigung – auch von der eigenen (völker-)mörderischen Vergangenheit loszusagen, zu reinigen und – FREIZUSPRECHEN. 

Die Schlussfolgerung, die sich jedem verständigen Menschen angesichts des live gestreamten, seit zweieinhalb Jahren andauernden Völkermordes in Gaza aufdrängt, dass nämlich ein Staatswesen seine Existenzberechtigung verliert, das solche Perversionen und Gewaltorgien gegen als Untermenschen und Tiere betrachteten Menschen veranstaltet – das gilt in Deutschland als Verbrechen.

Der zionistische Apartheidstaat „Israel“ hat sich mit seinem rassistischen Vernichtungskrieg gegen die Bevölkerung Gazas aus der zivilisierten Menschheit verabschiedet. Ein ethno-religiös begründeter Siedler- und Kolonialstaat hätte auch ohne Genozid an der einheimischen Bevölkerung des kolonisierten Landes keinen Platz in der Welt des 21. Jahrhunderts – erst recht nicht vor dem Hintergrund des Völkermordes, den dieser Staat vor den Augen der Welt an einer Bevölkerung begeht, die er in einem riesigen Freiluftgefängnis einer Art Eingeborenen-Reservat einsperrt und der er schon in „Friedenszeiten“ nach Gutdünken von Strom-, Wasser-, und Nahrungsmittelversorgung abschneidet.

Ein solcher Staat darf nicht existieren. Nicht weil er „jüdisch“ ist, sondern weil er zionistisch ist. Die zionistische Ideologie erzeugt und verhärtet den rassistischen Überlegenheitswahn, die Vernichtungsbereitschaft gegenüber den minderwertigen „menschlichen Tieren“, deren Konsequenz – ethnische Säuberung und Völkermord – seit zwei Jahren in Gaza zu besichtigen ist. 

Der Staat Israel hat mit dem Völkermord in Gaza sein eigenes Ende besiegelt. Er wird sich nie mehr aus diesem Abgrund erheben, er ist so umfassend und endgültig diskreditiert wie es der deutsche NS-Staat im Mai 1945 war. 

Es mag noch eine Weile dauern, vielleicht sogar viele ‎Jahre, bis „Israel“ von der Landkarte verschwindet und ein wahrhaft demokratischer palästinensischer Staat seinen Platz einnimmt- ein Staat, in dem keine Ethnie und keine Religion sich als Herrenvolk definiert und in dem Juden, Muslime, Christen und nichtreligiöse Menschen friedlich zusammenleben. 

Möglicherweise ist eine „Zwei-Staaten-Lösung“ ein realpolitischer Zwischenschritt auf dem Weg zu einer Ein-Staat-Lösung, doch die Einsicht, die Konsequenz, die NOTWENDIGKEIT aus dem Abgrund von Dehumanisierung und hassgetränkter Perversion, in den „Israel“ sich mit Begeisterung hineingestürzt hat, ist die Beendigung der staatlichen Existenz dieser Entität.

Dudeismus in Düsseldorf

Der Film „The Big Lebowski“ (1998) von den Coen Brothers hat im Laufe der Zeit nicht nur Kult-Status erlangt, sondern eine Religion gestiftet, die den herkömmlichen Sekten in nichts nachsteht – ja, sie meiner Ansicht nach weit übertrifft:

„Dudeismus ist eine satirische Weltanschauung, die auf der Filmfigur “The Dude” aus dem Film The Big Lebowski basiert und eine entspannte, fatalistisch-entspannte Lebensweise propagiert. Inspiriert vom chinesischen Taoismus und den Gedanken Epikurs, fordert der Dudeismus dazu auf, “es leicht zu nehmen” (Take it easy) und sich dem Fluss des Lebens hinzugeben. Die Bewegung wurde 2005 gegründet und hat eine weltweite Gemeinschaft von registrierten Anhängern, die sich selbst als “Dudisten” bezeichnen. (…)

Ob Dudeismus als vollwertige Religion anzusehen ist, ist ungeklärt. Es gibt derzeit über 800.000 Benutzer, die sich auf der Dudeismus-Website als „Priesterinnen und Priester“ (offizielle Anhänger) registriert haben (…). 

Die zentrale Schrift ist The Tao Dude Ching / The Dude De Ching (2009), in dem das Tao Te Ching mit Dialogen und Handlungssträngen aus dem Film The Big Lebowski verbunden wird.Es finden auch regelmäßige Treffen von Anhängern des Dudeismus (Dude / Lebowski Fests) statt.

Seit 2018 besteht die Website „Abide University“ mit dem Ziel, „vernünftige und pragmatische Ansätze zum guten Leben“ zu erarbeiten.“

Das hört sich insgesamt so solide an, dass auch ich mich ab sofort zum Dudeismus bekenne, natürlich in seiner kommunistischen Variante.

Europäische Dystopie: Freedom is Slavery, War is Peace, Ignorance is Strength

„This is Europe as one community. This is the Europe that I love. This is the Europe that we must protect at all costs. And we must do that together. “

(2025 State of the Union Address by President von der Leyen)

Das gruselige Stück Propaganda, dem das obige Zitat der ungewählten deutschen EU-Machthaberin entnommen ist, kann man – wenn man einen robusten Magen und starke Nerven hat – hier vollständig nachlesen. Man sollte es sogar, wenn man wissen will, welche dystopische Zukunft für den Kontinent die transatlantisch-europäischen Eliten, für die von der Leyen spricht, hinter dem Nebel ihres freiheitlich-demokratischen Wortgeklingels vorgesehen haben.

Auch du hast dein Schicksal in der Hand: gesungene Lebensweisheit für die Konkurrenzgesellschaft

Man muss dagegen arbeiten, man darf sich nicht aufgeben“, sagt mir ein Freund und Genosse, und meint es in aller Freundschaft und Solidarität.

Das klingt in den Ohren eines Menschen, der sich mit dem abmüht, was bürgerliche Psychologen Depression nennen, natürlich wie Hohn, da diese Appelle für ihn zu der Welt gehören, deren absolute und ultimative Sinnlosigkeit ihn erst in den Zustand befördert hat, in dem er steckt.

Einer meiner liebsten Sprüche stammt tatsächlich von der ehemaligen Chefin der evangelischen Großsekte, Margot Kässmann (die ihren Job verlor, weil sie besoffen Auto fuhr, dabei einen Unfall baute und damit „nicht mehr tragbar“ war als Vorsitzende der EKD). Sie kommentierte das Ganze mit dem Satz:

„Man fällt niemals tiefer als in Gottes Hand“.

Das ist ein Juwel der Weisheit; man muss nicht mal gläubig sein, um die Weisheit darin zu entdecken. Nichts Menschliches sollte uns fremd sein, gerade wenn wir uns als Kommunisten bezeichnen…