Geschichten die das Leben schrieb: Auf Jahre keinen Sex

Kürzlich erst sprachen die Frau und ich über die bedauerlicherweise nachlassende Frequenz unserer sexuellen Aktivität, wobei wir uns einig waren, dass es nicht an schwächer gewordener Attraktivität des Partners oder mangelnder Gelegenheit liegt, sondern an der mit dem Alter immer größeren Erschöpfung durch die Lohnarbeit.

Die morgendliche Runde mit dem Hund ist heute aus irgendwelchen Gründen meine Aufgabe, und so mache ich mich bei Außentemperaturen von -10° bereit, der winterlichen Kälte zu trotzen und entsprechend warme Kleidung anzuziehen. Ich durchsuche die Schubladen nach warmen Socken, besser noch warmen Kniestrümpfen, damit einem nicht gleich die Beine abfrieren wenn man im eisigen Wind am Rhein eine Stunde spazieren geht.

Glücklicherweise finde ich ein Paar lange braune Kniestrümpfe, von denen sich beim Anziehen herausstellt, dass sie aus Stretchmaterial sind, so dass man sie bis über die Knie und den halben Oberschenkel hochziehen kann wie eine Strumpfhose.

Die Frau so (beobachtet den Bekleidungsprozess): „Was ist DAS denn??“

Ich: „Kniestrümpfe; die Jeans ist mir zu dünn in der Kälte…“

Die Frau: „Na, DAMIT gibt’s auf Jahre keinen Sex…“

Geschichten aus dem Pflegeheim: Die Erfindung der Musik

Zwischen Frühstück und Mittagessen sind 5 – 7 Bewohner zu betreuen und zu beschäftigen, die im Speisesaal des Wohnbereiches sitzen bleiben – teils weil sie zu dement oder zu müde sind, um woanders hinzugehen, teils weil sie es alleine in ihren Zimmern nicht aushalten.

Die Mehrzahl von ihnen ist normalerweise in der wochentäglichen „Tagesgruppe Demenz“, aber in Pandemiezeiten ist gerade im Pflegeheim nichts normal und die Tagesgruppe findet nun schon seit 7 Monaten nicht mehr statt.

Meine Aufgabe besteht darin, die Leute zu beschäftigen bzw. zu UNTER- und der ohnehin überlasteten Pflege VOM Hals zu halten. Unbeschäftigte, sich selbst überlassene Bewohner, speziell Demente, neigen nämlich dazu, entweder Unsinn anzustellen oder den überforderten Pflegekräften durch ständiges Auf- und Ab- und Hin- und Herlaufen oder durch häufigen Betreuungsbedarf den letzten Nerv zu rauben.

Selbst wenn sie mal nichts brauchen oder wollen ist es ein überaus trauriger Anblick, eine Gruppe alter Menschen stundenlang alleine in einem Raum sitzen zu sehen, meistens stumm, viele vor sich hin dämmernd und mehr oder weniger sediert in die Gegend starrend. Außerdem verstößt es gegen die Fürsorgepflicht der Einrichtung, die Leute einfach sich selbst zu überlassen.

Heute bringe ich zusätzlich zu Flipchart, Malstiften und Audio-Equipment einen Eimer mit ausgedienten, sehr stabilen Röhren aus Hartpappe mit, von ungefähr doppelter Länge der Innenröhre einer Küchenrolle und vom selben Durchmesser. Den Eimer habe ich irgendwo im Haus rumstehen sehen und sogleich für den Einsatz in meiner Runde für gut befunden.

Kaum habe ich den Raum betreten, in dem bereits sieben erwartungsfrohe Bewohner sitzen, ergibt sich auch schon die Möglichkeit des Einsatzes meiner Pappröhren: ich sehe, wie Frau S. – eine freundliche 90-Jährige mit mittelschwerer Demenz – fröhlich im Takt zu einem Strauß-Walzer mit den Füßen wippt und erkennbar von der Musik angeregt ist und begleite den Rhythmus mit einer der Röhren.

Das ruft sofort die Aufmerksamkeit der Runde hervor, und damit ergibt sich der weitere Ablauf wie von selbst: Jeder der Anwesenden erhält zwei Röhren und nach kurzer Einübung veranstalten wir ein regelrechtes Trommelkonzert. Zur Inspiration meiner Truppe spreche ich über die Erfindung der Musik – ein hervorragendes Thema, um gleich eine Runde Gedächtnistraining zu machen.

Mit ein bißchen Nachhilfe kommt Frau S. darauf, dass sicherlich der Rhythmus, also das Trommeln, der Ausgangspunkt aller menschlichen Musik war. An dieser Stelle rege ich die Fantasie meiner Schützlinge mit einer weiteren Story direkt aus der ungeschriebenen „Geschichte der grauen Vorzeit“ an und erzähle von Uga-Uga, dem Affenkönig, der in der Steppe ein paar Mammutknochen entdeckte.

Erst wusste er nicht, was er damit fangen sollte, aber nach einer Weile Rumspielen mit den Knochen entdeckte er, dass sich damit ganz hervorragende Rhythmen hervorbringen ließen- die Geburtsstunde der Musik! (Die kleine Anleihe bei Kubricks „2001 – A Space Odyssey“ verschweige ich der Runde, weil das den Rahmen gesprengt hätte).

Jedenfalls sind die Trommler glücklich und erfreut über die eigene musikalische Darbietung und wir beschließen spontan, nächste Woche an Karneval ein Gratiskonzert im Wohnbereich zu geben. Ich selber bin etwas erhitzt und außer Atem, denn um die Geschichte von Uga-Uga dem Affenkönig möglichst plastisch wiederzugeben, konnte ich natürlich nicht darauf verzichten, auch seine affenmäßigen Trommeltänze und -gesänge vorzuführen – zur Erheiterung meiner Leute und der vom Getrommel herbeigelockten Pflegekräfte und sonstigen Mitarbeiter des Wohnbereiches, die sich das Spektakel entweder kopfschüttelnd oder amüsiert eine Weile mit anschauen.

Damit ist der Vormittag auch schon wieder überstanden und das Mittagessen naht. Wir beenden die Runde mit dem Klassiker „Wir haben Hunger Hunger Hunger, haben Hunger Hunger Hunger, haben Hunger Hunger Hunger, haben Durst…“ zu Trommelbegleitung.

Geschichten aus dem Pflegeheim: Seemannsgarn

Noch mehr Flipchart-Illustrationen:

Das wogende Meer bei strahlender Sommerhitze wird natürlich von Walter dem Wal hervorgerufen, der – neugierig wie er ist – mal kurz auftaucht um sich das Fischerboot anzugucken.

Kann er ja nicht wissen, dass seine gewaltige Wasserverdrängung den beschaulichen Fischfang von Käptn Kuno zu einer abenteuerlichen Berg- und Talfahrt werden lässt!

Meine dementen Zuschauer sind fasziniert und fiebern mit. Begleitet wird das Multimedia Event von der bewährten Spotify Playlist „Seemannslieder und Meeresrauschen“.

Die Nachricht, dass „Walfische“ gar keine Fische sind, wird von der Runde mit Erstaunen aufgenommen. Man nimmt es aber wohlwollend zur Kenntnis und irgendwie ist es auch egal, denn hauptsächlich führt es uns zum nächsten Lied, das tatsächlich einige mitsingen können: der „Ballade von Mackie Messer“ aus der Dreigroschenoper – wohl das einzige Bisschen proletarische Kultur, das hier im tiefen Westen in den Köpfen hängengeblieben ist.

„Spiegel“-Online Schlagzeile am Abend, nachdem bereits tagsüber gleich die ersten VIER Hauptmeldungen die Bosheit des Feindes im Osten ausgelotet hatten

Jetzt hat die Hamburger NATO-Gazette in ihrem stürmerischen Drang nach Regime Change im Kreml einen weiteren Schurkenstaat ins Boot geholt, nämlich die im Grunde noch gefährlichere, weil erstens erfolgreichere und zweitens auch noch kommunistische, „Autokratie“ bzw. „Diktatur“ in China.

Die fällt zwar nicht so unmittelbar in deutsche Zuständigkeit wie der alte Feind in der europäischen Nachbarschaft, muß aber natürlich durch eine höchst eigene „Indo-Pazifische Strategie“ der deutschen EU-Führungsmacht ebenfalls eingehegt werden. Dass die Freie Presse in Form ihrer Qualitätsmedien da nicht abseits stehen kann und will versteht sich von selbst.

Die richtige Sprachregelung ist schon gefunden: dort unten, beim Chinamann, herrscht natürlich ein „Regime“ (dass dort einfach bloß regiert wird wie bei uns, kann schon deswegen nicht sein, weil der Chinese seinen Staatsladen entgegen unseren Werten kommunistisch aufgezogen hat).

Wie es „Regime“ nun mal an sich haben, wird dort – regimetypisch – natürlich gelogen und Propaganda betrieben, dass sich die Balken biegen. Nicht nur das – sogar AUSLANDSpropaganda betreibt das gelbe Schlitzauge, versucht also frecherweise, SEINE Sicht der Welt auch außerhalb seines Reiches zu verbreiten, also schon wieder etwas, was wir im Leben nicht machen würden – unsere „Deutsche Welle“, unser DLF, unsere Goethe-Institute und staatlichen Medien verbreiten bekanntlich ausschließlich neutrale, sachliche und unparteiische Informationen, wenn sie dem heimischen und auswärtigen Publikum erklären, wie feindlich Russen und Chinesen dem Wertewesten gesonnen sind.

Dummerweise ist die kommunistische Supermacht inzwischen so erfolgreich, dass wir gar nicht umhin können, die sagenhaften Geschäftsmöglichkeiten zu nutzen, die sich unserer freien Unternehmerschaft dort unten bieten – das darf und kann unsere Leitmedien aber nicht davon abhalten, die Wahrheit über die grundsätzlich fiesen Machenschaften der furchtbaren Machthaber dort aufzudecken.

Und hier kriegt das Hamburger Fachblatt für die Ermittlung der Gelben und Roten Gefahr ganz elegant die ideologische Kurve, indem es die beiden Superschurkenstaaten in einen gemeinsamen Sack steckt, „Regime”, “Lüge“ und „Propaganda“ drauf stempelt und kräftig mit den Dachlatten westlich-imperialer Chuzpe und Selbstgerechtigkeit auf diesen schönen Popanz einprügelt.

Die liberale wertewestliche Leserschaft, gewöhnt an den lügenden, betrügenden Iwan, erfährt zu ihrem Entsetzen, dass eben dieser Lügen-Russe dem noch hinterfotzigerem Chinesen als Blaupause der eigenen Lügengeschichten dient, was der klare Beweis für doppelte, wenn nicht mehrfach potenzierte Bosheit und Gefährlichkeit dieser beiden Feinde des freien Westens ist.

Wer jetzt noch Zweifel an der berechtigten Warnung besorgter Blätter wie „Spiegel online“ vor der Gefahr aus dem Osten hegt, wird mit dem ultimativen Beleg für wirklich finsterste Absichten und Motive konfrontiert; einem Etikett, das den so Etikettierten schlichtweg aus dem Kreis der zivilisierten Menschen und Nationen ausschließt: die „Propaganda“ dieser zwei „Regime“ bedient nämlich – Achtung, Gänsehaut!“ – VERSCHWÖRUNGSNARRATIVE!

Somit ist evident, dass hier nur ein Fall von unbedingt abzuwehrender und zu bekämpfender Täuschung und Irreführung vorliegen kann, dem unsere eigene Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe sowie unsere generell tugendhafte Informationspolitik nur dann erfolgreich die Wahrheit entgegensetzen kann, wenn hinter der unbestreitbaren Überlegenheit unserer freien westlichen Lebensweise eine ebenso unbestreitbare (und vor allem unschlagbare) Militärmacht steht.

Den zuständigen Weltordnungspolitikern genau dies immer wieder in Erinnerung zu rufen und sie anzuspornen, in ihren Anstrengungen zur Einhegung der russisch-chinesischen Gefahr nicht nachzulassen und dabei alle, wirklich ALLE Mittel und Möglichkeiten (natürlich bei fortdauernden Geschäftsgang) in Betracht zu ziehen: darin sehen freiheitliche Journalisten ihre Aufgabe.

Der „Spiegel“ ist auch hier federführend.

Journalistische Schnappatmung beim Hamburger Fachmagazin für Feindaufklärung

Der Regime Change in Russland will nicht so recht in die Pötte kommen, da muss man als NATO-Speerspitzenblatt schon mal nachhelfen, gleich alle vier Aufmacher dem leider vom Falschen regierten Lebensraum im Osten widmen und jeden „Oppositionellen“ im Reich des Bösen einzeln abfeiern. Und natürlich die komplett menschenrechts-; freiheits- und sowie westwertfeindlichen Scheußlichkeiten der iwanesischen Polizei anprangern: diese zeigt – unglaublich – doch tatsächlich „Präsenz auf den Straßen Moskaus“! Nein! Doch!! Oh!!!

Und das auch noch „immens“, also etwas, was westliche Polizeikräfte nie im Leben tun würden.

Doch es kommt noch schlimmer: „Das Stadtzentrum der Hauptstadt wurde weitgehend abgeriegelt“! Jeder weiß, dass in den Hauptstädten der Freiheit, wie Washington, Paris, Hamburg oder Berlin zum Beispiel, die Polizei nie und nimmer gewaltsam gegen irgendwelche Protestler vorgehen würde, sondern höchstens mal Blumen an Demonstranten verteilt, mit Gelbwesten kuschelt und G20-Gegner zum Kaffee einlädt.

Aber der RUSSE: er ist und bleibt einfach Untermensch. Jedenfalls der FALSCHE RUSSE, der, der im Kreml sitzt. UNSER Russe natürlich, der tapfere Alexej, ist alleine deswegen schon quasi ein Heiliger, weil er wunderbarerweise etwas zuwege brachte, was noch nie ein Mensch vor ihm erreichte: er überlebte einen Giftanschlag mit einem absolut tödlichen Gift; einem Gift, dass bei Kontakt in kleinsten Mengen jeden sofort ins Jenseits, unseren Mann für den Kreml allerdings trotz doppelt und dreifacher Wirkstoffkonzentration in (wahlweise) Trinkbechern, Unterhosen usw. nicht ins Jenseits, sondern direkt nach Berlin und in die Arme unserer Freiheitskanzlerin beförderte.

Damit ist eigentlich schon klar, dass der Wechsel im Kreml fällig ist und Deutschland dabei mal weder die entscheidende Rolle zu spielen gedenkt. Dass das beim letzten Mal ziemlich schief gegangen ist, muß ja nichts heißen!

Geschichten aus dem Pflegeheim: Der Hundestuhl

Die möglicherweise nicht demente, aber sehr kommunikative und häufig von Halluzinationen heimgesuchte 90-jährige Frau B. schreckt in einem Gruppenangebot heute plötzlich hoch (und verursacht ziemliche Aufregung bei den anderen Anwesenden – allesamt dementiell veränderte Menschen um die 90 Jahre) mit dem Ausruf „Da ist ja ein Hund!!“.

Sie beugt sich vor, um besser zu sehen; die anderen, angesteckt durch die überraschende und aufregende Neuigkeit, beginnen ebenfalls nach dem „Hund“ zu suchen, schauen unter den Tisch und um sich herum, während Frau B. weiter vor sich hin murmelt „Also das gibt’s doch gar nicht, wie kommt denn hier ein Hund rein…“

Keiner begreift so recht, wie, warum und woher jetzt ein Hund kommen soll, aber alle sind sofort bereit, sich auf dieses Abwechslung versprechende Ereignis einzulassen. Frau B. rollt mittlerweile mit ihrem Rollstuhl einen oder zwei Meter nach vorne, wohl in Richtung des nur von ihr bemerkten Hundes, und packt einen schwarzen Bürostuhl an Lehne, Sitz, usw. an. „Ach nee, das ist ein Stuhl!“, läßt sie sich leicht enttäuscht vernehmen, und die andern lachen und seufzen – halb erleichtert, dass nicht wirklich ein Hund anwesend ist, halb belustigt über Frau B.s Irrtum.

Ich ergreife die Gelegenheit um ein paar Sätze über die täuschende Erscheinung von Formen und Phänomenen zu sagen und die Leute eigene Erlebnisse damit erzählen zu lassen. Jeder kennt das natürlich; wer hat nicht schon mal in den nachts über einen Stuhl geworfenen Kleidungsstücken einen unheimlichen Gesellen oder Geist gesehen?

Auch die Verwandlung eines Stuhls in einen Hund ist schnell und anschaulich illustriert, und niemand trägt es Frau B. nach, dass sie die Runde mit ihrem Fehlalarm in Aufregung versetzt hat.

Wer isses?

Hat der „Spiegel“ hier etwa Wahrheitsserum verabreicht bekommen und beschreibt ausnahmsweise mal korrekt, wie die Lage der Bevölkerung ist?

Natürlich nicht. Dreimal darf der abgeneigte Leser raten, welchen Schurkenstaat sich das Hamburger Fachblatt für Ostkunde hier wieder vorgeknöpft hat.

Angesichts der ziemlich akkurat beschriebenen Schilderung der Lebensverhältnisse in der großdeutschen EU-Führungsmacht geht das SPON-übliche Russen-Bashing allerdings ziemlich nach hinten los:

Geschichten aus dem Pflegeheim: Ein bißchen Spaß muß sein

Frau H., Teilnehmerin der „Tagesgruppe Demenz“ (die coronabedingt jetzt schon seit fast einem halben Jahr nicht mehr stattfindet), hat ebenso wie die anderen Teilnehmer zu kämpfen mit dem Verlust ihrer gewohnten Tagesstruktur, der Gemeinschaft mit den anderen und dem ausgedünnten Angebot sozialer Betreuung. Selbst in den Phasen des kompletten Heim-„Lockdowns“ war es unmöglich, sie dazu zu verpflichten, ausschließlich in ihrem Zimmer zu bleiben.

Bei ihr und einigen anderen Bewohnern mit Demenz war klar, dass wir am besten damit fahren (und den Leuten am besten gerecht werden), wenn wir ihren Bewegungsdrang so wenig wie möglich einschränken. Erstens ist sie gar nicht in der Lage, den Grund der Einschränkungen zu verstehen und zweitens ist ein erzwungener Zimmerarrest unzulässig (“freiheitsentziehende Maßnahmen” müssen richterlich angeordnet werden). Der Schaden in Psyche und Lebensqualität der Bewohner übersteigt das potentielle Covid-19-Infektionsrisiko vermutlich bei weitem.

Seitdem jedenfalls sieht man Frau H. sowie ihre anderen dementen Kollegen des Wohnbereichs täglich die Gänge auf und ab schieben, meistens mit ihren Rollatoren, manchmal wackelnd und unsicheren Trittes einfach so. Sie halten es in ihren Zimmern einfach nicht aus. Inzwischen dürfen wieder kleine Gruppenangebote von maximal 4 festen Leuten stattfinden – was zur Folge hat, dass diejenigen, die an dem jeweiligen Vor- oder Nachmittag nicht “dran sind“, sehnsüchtigen Blickes vor den gläsernen Türen des Gruppenraumes stehen und nicht kapieren, warum sie da nicht rein dürfen.

Natürlich versuchen sie’s dann doch, und dann muss Ihnen erneut und vergeblich erklärt werden, dass das jetzt leider nicht möglich ist. Der meistgehörte Satz seit Monaten auf dem Wohnbereich ist „Frau X (Herr Y), gehen Sie bitte zurück in ihr Zimmer!“. Inzwischen dürfen die Leute zum Glück wieder das Zimmer verlassen, sofern sie eine Maske tragen – eine weitere Hürde besonders für Demente, die meistens nicht daran denken (können), sich so ein Ding vor Mund und Nase zu binden.

Frau H. jedenfalls, als Raucherin, braucht jetzt umso mehr Ihre Rauchpausen, um den ganzen Druck der ungewohnten und unangenehmen Situation loszuwerden. Heute begleite ich sie auf den Balkon, wo sie sich schwer seufzend in den Stuhl fallen lässt, sich die Zigarette anzünden lässt und dann zu mir sagt: „Ich bin so abgeledert, das kannst du gar nicht glauben! Mir ist so komisch, als ob ich nicht mehr leben würde. Ich weiß gar nicht mehr, was das alles soll…“

Sie zieht an ihrer Zigarette und fährt fort: „Aber dann…. (sie sieht mich mit einem schelmischen Lächeln an und fängt an zu singen):

Ein bißchen Spaß muss sein, dann ist die Welt voll Sonnenschein,
Und wenn wir beide uns gut verstehen,
dann kann es weitergehen!“

Ein weiterer, jetzt schon leichterer Seufzer und sie beendet ihre Raucherkontemplation mit der Bemerkung: „Wenn das der liebe Herrgott nicht hören kann, dann ist dem nicht zu helfen!“

„Wie China in Schach gehalten werden soll“

Die Selbstverständlichkeit, mit der die bürgerlichen Hofmedien die imperialistischen Pläne und Ziele ihrer Obrigkeiten kennerisch begleiten, wird in all ihrer Frechheit kenntlich, wenn man sich es mal umgekehrt vorstellt:

„Immer mehr asiatische Länder verabschieden Konzepte für den Mittelmeer-Raum“ o.ä.