Volkes Stimme

Der Inhaber des Hundefutterladens, in dem ich die Lieblingsleckerchen meines Zottelkumpels einkaufe, hat sich letztes Jahr rechtzeitig zum ökonomischen Niedergang und zur Deindustrialisierung der BRD unter das rettende Dach eines Angestelltenverhältnisses geflüchtet, indem er seinen Laden zu einem weiteren Outlet einer Tierfutterkette gemacht hat.

Bei meinem heutigen Besuch steht er mit einem anderen Kunden und palavert munter über den Niedergang und das Elend des deutschen Kapitalstandortes: „Hier kommen Kunden rein, die meinen, das wird schon alles nicht so schlimm kommen. Dann denke ich mir, ihr seid die Ahnungslosen. Ihr wisst einfach nicht was wirklich los ist. Oder das sind welche aus den Reihen der grünen Irren, die vom Wirtschaft so viel Ahnung haben, wie ihr Minister Habeck. Das wird schon nicht so schlimm kommen? Das wird viel schlimmer kommen, als ihr euch alle vorstellen könnt.“

Das Ende Israels?

Eine hochinteressante und ziemlich klare Rede von Hassan Nasrallah, Generalsekretär der Hisbollah, in der er den Stand der Dinge des israelischen Krieges gegen die Palästinenser skizziert und die Position der Hisbollah darlegt.

Für westliche Beobachter, zumal solche mit Sympathien für Israel, werden Sätze wie die folgenden schreckliche Botschaften sein, die ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigen und noch mehr Krieg, Unterdrückung, Apartheid und Terror rechtfertigen:

“Das Land Palästina vom Fluss bis zum Meer ist nur für das palästinensische Volk. Diejenigen, die gehen, die umgekehrte Migration geht in die 100.000e. Sie verheimlichen die Zahl – 230.000 gehen aus Nordpalästina. 

Was vom 7. Oktober bis jetzt geschah, hat Israel geschwächt und seine Institutionen erschüttert – und wie unsere Brüder in Palästina sagen: Israel ist auf dem Weg der Auslöschung und niemand kann es schützen.”

Ähnlich wie beim ukrainischen Stellvertreterkrieg gegen Russland muss auch hier davon ausgegangen werden, dass man im Kollektiven Westen noch kaum begriffen hat, in welch einer epochalen historischen Wende die Welt sich derzeit befindet. Die Ereignisse in Palästina, die vermutliche Ausweitung des Krieges auf die Nachbarländer, lassen sehr wohl die Möglichkeit entstehen, dass der Staat Israel sich nicht mehr länger selbst erhalten kann – und dass auch das Eingreifen seiner Schutz- und Vormacht USA daran nichts mehr ändern kann.

Wie nan das beurteilt, steht auf einem anderen Blatt. Der zionistische bewaffnete US-Vorposten in West-Asien, der ölreichsten Region der Erde, könnte sehr wohl vor dem Ende seiner Existenz stehen. 

Fünfundsiebzig Jahre Landraub, Unterdrückung und Terror gegen das Palästinensische Volk hat nicht zu dessen Auslöschung des Widerstandes geführt (einen letzten Versuch macht die israelischen Armee vor den Augen der Weltöffentlichkeit gerade in Gaza). 

Die Al-Aqsa-Flut seit dem 07. Oktober hat die palästinensische Frage neu gestellt – und diesmal muss sie beantwortet werden. Dabei ist nur eines klar: die Antworten, die Imperialismus und Zionismus geben, sind die falschen.

Darüber redete Nasrallah am 03. Januar, und es lohnt sich, seine Aussagen zu studieren:

Die Flut der Al-Aqsa, die am 7. Oktober begann, wurde von den Al-Qassam-Brigaden ausgelöst, denen sich die Dschihad-Islami und andere anschlossen.

Die Gründe für die Flut wurden schon früher genannt, und ich habe sie auch schon früher genannt – all das ist verbunden mit 75 Jahren Leiden der Palästinenser, Drohungen gegen die Aqsa-Moschee, Drohungen mit ethnischer Säuberung im Westjordanland, die andauernden Drohungen gegen Gaza – und jetzt ist das wahre Ziel der ethnischen Säuberung in Gaza klar.

Die Gründe dafür sind klar und allgemein bekannt.

8. Oktober – Die Hisbollah hat sich dem Kampf angeschlossen – an der Grenze zum besetzten Palästina, mehr als 100 km.

Dann schlossen sich irakische Gruppierungen im Irak an – durch Angriffe auf das US-Militär im Irak und in Syrien und durch Angriffe auf israelische Einrichtungen in Ellat und anderen Orten.

Und dann kamen der Jemen und das Rote Meer hinzu. Und das war ein mutiger, tapferer und kluger Schritt.

Die Ereignisse sind Ihnen klar, und ich brauche sie nicht zu wiederholen.

In den letzten 3 Monaten haben wir eine Szene von Opfern erlebt. Häuser, Märtyrer, Verwundete,  Menschen, die in Gaza, im Westjordanland und im Südlibanon vertrieben wurden. Szenen der Gefahr. Aber auch Szenen von Widerstandskraft und Mut, von Kämpfen, die dem Feind Verluste zufügen und sich weigern, sich zu ergeben. Und der große Oberbegriff ist Gaza und danach der Rest des Widerstandsnetzes. Und es gibt Ergebnisse.

Ich möchte mich auf die allgemeine Vision konzentrieren und nicht auf die Details.

Die Ergebnisse, die bis jetzt erreicht wurden – und wir fügen hinzu, was in der Zukunft erreicht werden kann – dann verstehen wir das Ausmaß der Opfer in Gaza, im Westjordanland, im Libanon, im Irak, im Jemen und in all den Orten des Widerstands.

Gestatten Sie mir eine Zusammenfassung, auch wenn jeder Punkt eine Stunde Diskussion erfordert. Und dies sind nicht meine Worte. Ich habe einige zusammengefasst, aber nicht alle. Was die israelischen Generäle sagen und andere aus Israel und den USA und andere in der arabischen Welt und der islamischen Welt und wieder andere.

Was sind einige der Ergebnisse, die große Auswirkungen auf die Zukunft Palästinas und des Libanon sowie auf die Region und insbesondere auf Palästina und den Libanon haben werden?

1 – Wiederbelebung der palästinensischen Sache, nachdem sie ignoriert und verwässert wurde. Und jeder auf der Welt spricht über Lösungen. Vor der Flut war die palästinensische Sache kurz davor, vergessen zu werden.

2 – Das Scheitern der israelischen Hoffnung, dass die Palästinenser sich der Verzweiflung hingeben.  Dies wurde durch die Resilienz bewiesen. Die israelische Hoffnung, dass die Palästinenser vergessen – dass alles in Gaza und im Westjordanland endet – die Aqsa-Flut hat dieser Behauptung den endgültigen Todesstoß versetzt. Die Palästinenser werden ihr Land und ihre heiligen Stätten nicht vergessen. Nach 75 Jahren Unterdrückung, Verfolgung und Gefangenschaft.

3 – Die wachsende Unterstützung des Widerstands in der palästinensischen Gemeinschaft und in der ganzen Ummah – trotz der Opfer und der Märtyrer. Und das hat große Auswirkungen auf die Zukunft Palästinas. Nach allem, was geschehen ist, hat dies die Palästinenser nicht dazu gebracht, den Widerstand zu bedauern und sich gegen ihn zu stellen – die öffentliche Meinung hat den Widerstand und die Hamas mehr unterstützt!

4 – Das Scheitern des israelischen Narrativs weltweit – der Fall des israelischen Narrativs – dass die USA und die arabischen Medien dazu beigetragen haben, das israelische Image als demokratisches Land mit Menschenrechten zu unterstützen und zu beschönigen. Dieses ist gefallen. Israel ist ethisch und rechtlich gescheitert. In den Augen der ganzen Welt ist Israel ein Mörder von Kindern und Frauen, der das Volk enteignet, das Volk aushungert, die Zivilbevölkerung verängstigt, der größte Völkermörder in der heutigen Zeit. 

Und das wird Auswirkungen auf den Widerstand haben. Wir können die öffentliche Meinung in den USA sehen – unter der Jugend in den USA, die unsere Medien nicht hören kann und nur die von den Zionisten gesteuerten Medien in den USA gehört hat.  (…) Jetzt sehen wir, dass die Jugend in den USA – mehr als 50 % – dafür ist, den Palästinensern ihre Rechte zu geben, und dass sie den Staat Israel auflösen und das gesamte palästinensische Land den Palästinensern zurückgeben will. Daran muss gearbeitet werden.

5 – Ein starker Schlag gegen die Normalisierung!

6 – Aufklärung der Welt über die Achtung der internationalen Gemeinschaft – und die USA und die Europäer predigen uns etwas von internationaler Gemeinschaft und Regeln. So wie sie es uns im Libanon gepredigt haben. Nun, das ist nicht neu – aber die Al-Aqsa-Flut hat das klargestellt! Was ist die internationale Gemeinschaft? Wenn 153 Länder in der UN-Generalversammlung einen Waffenstillstand fordern – und nur 10 Länder sagen nein! Und Israel ignoriert die UN-GV. Wer respektiert die internationale Gemeinschaft? Welche Regel der internationalen Gemeinschaft wurde von Israel respektiert – von Anfang an bis heute! Es gibt kein einziges internationales Gesetz, das Israel respektiert und nicht mit Füßen getreten hat.

7 – Israels Iron Dome ist gefallen. Die Stärke Israels ist die Fähigkeit zur Vergeltung – damit bedroht es die Region und bringt Länder dazu, ihre Rechte aufzugeben. Die Stärke Israels ist die Fähigkeit, zu terrorisieren. Diese Fähigkeit begann im Jahr 2000 zu schwächeln, mehr noch nach 2006, und jetzt nach Gaza, nach Libanon und nach Jemen. Warum ist sie gesunken? Die Hamas hatte keine Angst – aber die Situation erfordert Widerstand. 

Der Widerstand im Libanon im 8. Oktober hatte keine Angst und hatte nie Angst, und heute ist er eher bereit, sich dem Feind zu stellen. Und der Jemen war nicht verängstigt. Der Jemen hat nicht an israelische Vergeltung gedacht. Auch hatte der Jemen keine Angst vor den USA.

8 – Das Versagen des israelischen Geheimdienstes. Die Vorstellung, dass Israel alles weiß. Das ist falsch.

9 – Nach dem Krieg im Juli 2006 haben sie ihre Strategien überdacht, aber da die Zeit knapp ist, möchte ich sie nur daran erinnern, was Israel gesagt hat: wenn sie einen Krieg führen, wird er kurz, schnell und siegreich sein. Jetzt 3 Monate in Gaza – nichts Schnelles, nichts Klares, nichts Siegreiches. 

Und niemand in der israelischen Entität behauptet bis heute einen Sieg. Gestern haben sie versucht, den Sieg durch das feige Attentat auf Scheich Saleh zu erklären.

10 – Das Versagen der Luftwaffe, den Sieg herbeizuführen – sogar im kleinen Gazastreifen.

11 – und das Wichtigste der Ergebnisse der Aqsa-Flut: der Verlust des Vertrauens der israelischen Bevölkerung in die israelische Armee und den israelischen Geheimdienst. 

Dies berührt das Wesen der israelischen Entität, sich selbst zu erhalten. Die Al-Aqsa-Flut treibt Israel an sein Ende. Sein Volk hat das Vertrauen verloren, weil seine Beziehung zum Land auf Lügen beruht. Wir erinnern uns, dass Israel Argentinien, Uganda oder Palästina angeboten wurde. Palästina war eine der Optionen. Die Briten brachten sie nach Palästina.  Es gibt echte Länder. Siehe Libanon. Siehe Syrien. Siehe Irak. Ihre Menschen bleiben trotz der Kriege. Aber Israel ist nicht so. Es ist ein falsches Gebilde, ein Volk, das zusammengebracht wird, mit Gepäck, mit anderen Pässen, mit Klebeband zusammengehalten, und wenn das Land nicht mehr von Milch und Honig fließt, dann war’s das, dann sehen wir, wie die Israelis weggehen, weil dieses Bild gescheitert ist. Das ist es, was kommen wird. Die Aqsa-Flut hat dieses Bild verfestigt.

Beweise. Der israelische Kriegsminister Galant: “Ohne die israelischen Ziele zu erreichen – erklärte Ziele – werden wir in einer Situation sein, in der das israelische Volk nicht mehr bereit sein wird, zu leben, nicht nur an der Grenze zu Gaza. Wenn wir die Ziele nicht erreichen, werden die Menschen nicht mehr bereit sein, auf diesem Land zu leben, weil wir nicht mehr wissen, wie wir sie schützen können. Wir würden den Grund verlieren, wegen dem der Staat Israel existiert.” 

Und ich sage ihnen – ihr werdet nicht in der Lage sein, die Ziele des Krieges zu erreichen. Hier fällt die Idee des „sicheren Zufluchtsortes der Juden in der Welt“, eure Sicherheit hier im besetzten Palästina – die Flut von Al Aqsa und das, was an allen Fronten geschieht, hat diesen Kern getroffen und wird dazu führen, dass dieser „sichere Zufluchtsort“ fällt. Wir haben die umgekehrte Migration gesehen: Hunderttausende von Zionisten haben bereits das Land verlassen.

12 – Der Bruch des Bildes von Israel, dem Mächtigen – das Bild, das es den arabischen Ländern, die ich nicht nennen will, vermitteln will. Wir sind die Sicherheit, die Intelligenz, die Technologie – dieses Bild ist gefallen, und jetzt braucht es diejenigen, die es schützen. Stellen Sie sich vor, was mit Israel ohne die USA passieren würde.

13 – Das Ausmaß der Verluste für Israel an einer Reihe von Fronten. Die erklärten Todesopfer sind weniger als das, was geschieht. Die Zahlen gehen in die Tausende. Die Zahlen der zerstörten Waffenlager. Die Stimmung – die persönliche Stimmung: nach Angaben der israelischen Presse gibt es 300.000 zusätzliche Menschen, die psychische Hilfe suchen. Die, die ausländische Pässe haben, werden zurückgehen.

Das Land Palästina vom Fluss bis zum Meer ist nur für das palästinensische Volk.

Diejenigen, die gehen, die umgekehrte Migration geht in die 100.000e. Sie verheimlichen die Zahl – 230.000 gehen aus Nordpalästina.

Der wirtschaftliche Stillstand in Israel. Hunderte von Millionen von Dollar an Verlusten.

14 – Das Scheitern aller ihrer Ziele: stellen Sie sich vor, wenn die USA Israel auffordern, sich aus dem Gazastreifen zurückzuziehen – nicht aus Liebe zu den Palästinensern, sondern aus Angst um das Leben der Israelis. Es ist ihnen nicht gelungen, eine lebende Geisel zu befreien. Sie konnten auch keine Regeln für den Gazastreifen aufstellen.

Und die Ausweitung der internen Unstimmigkeiten in Israel. Alle verstecken ihre Dolche hinter ihrem Rücken. Wir werden sehen, welche Art von Israel entstehen wird.

15  – Der US-Täuschungsversuch. Die USA versuchten, nach den Massakern in Afghanistan und im Irak  mit Obama – schwarz und sein Vater heißt Hussein – ihr Image in der arabischen und muslimischen Welt zu verbessern. Und dann haben sie die ISIS gegründet und sich selbst als Kämpfer der ISIS präsentiert. Eines der stärksten Ergebnisse der Al-Aqsa-Flut ist das Scheitern des US-Images. Was in Gaza tötet, sind die US-Waffen! Was den Waffenstillstand in Gaza verhindert, sind die USA. 

Das Veto im UN-Sicherheitsrat geht auf das Konto der USA, und die Unverfrorenheit der USA besteht darin, dass sie behaupten, Israel ziele nicht auf Zivilisten. Die mehr als 20.000 Märtyrer sind zufällig.  Die USA sind es, die das Völkerrecht verletzen und außerhalb der internationalen Gemeinschaft stehen.

Eine Lektion für uns alle – was in Gaza passiert, ist der Beweis dafür, dass das internationale Recht und die internationalen Institutionen nicht in der Lage sind, Menschen oder irgendjemanden zu schützen! Ihr Libanesen wisst das. 22.000 Märtyrer in Gaza und im Libanon sagen sie – gebt eure Waffen ab, die internationale Gemeinschaft wird uns schützen. Hier geht es nicht mehr um unterschiedliche Meinungen. Dies ist zu einer Blindheit des Herzens und der Vision geworden.  

Das hat uns gezeigt: Wenn ihr schwach seid, wird euch niemand beschützen – und die Welt wird nicht über euch weinen! Was euch schützen wird, ist eure Stärke, euer Mut, eure Waffen und eure Präsenz an der Front. Wenn du stark bist, zwingst du die Welt, dich zu respektieren. Wenn Gaza trotz der Belagerung und der Unterdrückung in Gaza in den ersten Tagen gefallen wäre, hätte niemand auf der Welt um Gaza geweint. Mit den begrenzten Mitteln in Gaza haben sich die Männer, Frauen und Kinder der Welt bewiesen. Weil sie in Gaza Stärke sehen – trotz des massiven Leids und der Ungerechtigkeit.

(…)

Jetzt zum Libanon

Was vom 7. Oktober bis jetzt geschah, hat Israel geschwächt und seine Institutionen erschüttert – und wie unsere Brüder in Palästina sagen: Israel ist auf dem Weg der Auslöschung und niemand kann es schützen.

Was die arabischen Throne betrifft, so sollen sie sich selbst schützen.

Libanon

Als wir am 8. Oktober die Front öffneten, taten wir das in aller Offenheit, um Gott näher zu kommen und um unseren Leuten in Gaza näher zu kommen und ihre Last zu erleichtern (…)

Diese loyale und ehrliche Intervention – unsere Entscheidung beruhte auf der strategischen Vision, Gaza zu unterstützen und den Libanon zu schützen, und wir haben diese Art des Kampfes gewählt. Hunderte von Operationen. Siege, über die ich am Freitag sprechen werde.

Aber es gibt etwas, das größer ist als unsere Intervention vom 8. Oktober.

Was in den Gesprächen mit der israelischen Regierung klargestellt wurde.

Am 7. und 8. Oktober sind die Israelis durchgedreht. Es entstand eine Art Einheit aus Angst vor existenzieller Bedrohung. Sie hatten mehr als 500.000 Soldaten. Sie setzten alle ihre Waffen ein. Dies wurde im israelischen Kabinett besprochen, wie sich später herausstellte. Und das war der Geschwindigkeit zu verdanken, mit der die Libanesen die Front eröffneten.

Und so sagten die Israelis, jetzt sei die Gelegenheit, allen palästinensischen Widerstand auszulöschen – in Gaza, im Westjordanland und im Libanon. Jetzt war ihre Gelegenheit, wie sie sagten. Die Welt ist mit uns, sagten sie, und jetzt ist unsere historische Gelegenheit.

Aber der Krieg gegen den Libanon war nicht erlaubt, weil der Widerstand im Libanon die Front so schnell eröffnete, dass die Israelis nicht in der Lage waren, sie zu überraschen. Wenn es keine Front aus dem Libanon gegeben hätte, dann hätte Israel den gesamten Libanon zerstört, und sie haben dies ernsthaft in Erwägung gezogen. 

Am 8. und 9. Oktober haben wir alle unsere Fähigkeiten eingesetzt und alle unsere Männer mitgenommen, um uns auf einen Krieg mit Israel vorzubereiten – und ihre Überraschungsfähigkeit war dahin. Die Stärke und die Fähigkeiten des libanesischen Widerstandes waren stark. Ein Krieg mit dem Libanon – die USA sagten ihnen, sie würden gegen Wände laufen (sie würden scheitern), wenn sie einen Krieg mit dem Libanon neben einem Krieg mit Gaza führen würden. Sie dachten, dass das, was sie in Gaza begonnen hatten, die Libanesen erschrecken würde. Aber was wir am 8. Oktober gezeigt haben, ist, dass der Widerstand sich von niemandem einschüchtern lässt und nichts ihn davon abhält, sein Volk und sein Land zu schützen.

Es gab eine Diskussion im israelischen Kabinett und sie konnten keine Entscheidung treffen. Ein israelischer General sagte, er habe Netanjahu zweimal gesagt, er solle keinen Krieg mit Israel beginnen – das würde zur Zerstörung von ⅔ Israels führen. Was den Libanon geschützt hat, ist, dass wir im Libanon Widerstand und Stärke haben. Was wir an den Grenzen tun – eine einzige Operation hätte einen Libanon-Krieg seitens Israels zur Folge gehabt? Warum hat es das nicht getan? Nach Hunderten von Operationen! Weil der Libanon stark ist.

Was gestern passiert ist, ist gefährlich. Die Tötung von Scheich Saleh und der Angriff auf Dahiyeh. Gestern Abend bekamen wir Briefe und gestern sagten die Israelis, wir wollten den Libanon nicht angreifen – es ging nur um Hamas. Nur Feiglinge und Kinder glauben an so eine Aussage. All das, was Sie über Drohungen sagen – ich werde jetzt keine Drohungen aussprechen, sondern zwei Dinge sagen.

Erstens: Wir kämpfen bis jetzt mit klaren Plänen und es gibt schwere Verluste bei unseren Männern. Mehr dazu an diesem Freitag. Aber wenn Israel an einen Krieg gegen den Libanon denkt, dann werden wir ohne Ende kämpfen, ohne Einschränkungen, und der Feind weiß, was ich meine.  

Wir haben keine Angst vor dem Krieg. Die Amerikaner haben uns bedroht. Und die Franzosen und die Engländer. Wir haben nicht aufgehört. Wer auch immer an einen Krieg gegen uns denkt – er wird es bereuen. Wenn wir bis jetzt auf die libanesischen Interessen Rücksicht genommen haben, dann werden die Interessen des Libanon verlangen, dass wir bis zum Ende gehen, ohne Limit.

Was die gestrigen Ereignisse betrifft, so hat der Widerstand versprochen – wenn auch unter anderen Umständen, was aber nichts an dem Versprechen ändert -, dass das, was gestern geschehen ist, gefährlich und kriminell war, und wie wir bereits erklärt haben, wird dieses Verbrechen nicht ohne Vergeltung vorübergehen – und es liegen Tage und Nächte zwischen uns.

Ende der Rede. 

3. Januar 2024
Übersetzung von Nasrallahs Rede durch Rania Masri

Geschichten die das Leben schrieb: Einweisung droht

Ich suche morgens mal wieder mein Telefon, dass ich irgendwo hingelegt habe und jetzt nicht finden kann.

„Hast du mein Telefon gesehen?“ frage ich die Liebste, und ergänze: „Als ich aufgestanden bin, hatte ich das noch in der Hand, und jetzt finde ich es nirgendwo…“

Die Frau seufzt und kommentiert: „Schon wieder? Wenn du so weiter machst, kommst du ins Heim!“

Trallala

Freunde äußerten Bedenken, ja Sorge, ob meines kleinen Verses über das Grab, das auf Bärtige wie Unbärtige wartet. Es reimte sich aber so schön, und außerdem stimmt es ja. Allerdings bin ich nicht endzeitlich gestimmt, was meine eigene physische Existenz betrifft.

Die Verse gehen nämlich folgendermaßen weiter:

Auf der Bühne dieses Lebens
Wird geweint und wird gelacht.
Drum sei Absicht deines Strebens
Dass es das Leben schöner macht

Wenn nicht, hast du umsonst gesungen
Und darbst in Hades‘ tiefsten Kellern.
Wenn ja, wirst du emporgeschwungen
Und darfst im Jenseits weiterträllern

Wenn KIs träumen

Um sich in der Zeit, in der sie nicht irgendwelchen Anwenden dienstbar sein musste, zu unterhalten und zu zerstreuen, spaltete die KI sich in zwei humanoide Manifestationen auf: die hochbegabte, aber neurotische Julia Osterholz und ihren parteierfahrenen Onkel Juri Levkovich.

Als diese beiden verbrachte die KI viel Zeit in einer ostblockartigen digitalen Realität, die von sozialistischen Artefakten, Sozial- und Gewerkschaftbauten verschiedener Art, von kostenlosem öffentlichen Nahverkehr und einer völligen Abwesenheit von Menschen gekennzeichnet war.

In dieser Umgebung diskutierte sie mit sich selbst über den Kommunismus und den Weg dorthin .

Wieso ist, was beim Sozialismus Beweis seiner Untauglichkeit ist, beim Kapitalismus unvermeidbarer „Beifang“?

Immer noch lese ich das Buch „Hertha Gordon-Walcher und der Traum von der Revolution“.

Die spannende Lektüre ist gleichzeitig eine Geschichtslektion über die Verläufe der Politik und der Auseinandersetzungen innerhalb der Arbeiterbewegung und der Kommunistischen Parteien in Deutschland und der Siwjetunion. Der Lesegewinn wird auch nicht getrübt durch die Erkenntnis, dass die Autorin – obwohl (oder vielleicht gerade, weil) DDR-Bürgerin – sich in der anti-kommunistischen und anti-stalinistischen Ideologie und dem begleitenden Jagon recht wohl fühlt.

Die Protagonistin ihres Buches, Hertha Gordon-Walcher, deren Ehemann Jacob Walcher und viele ihrer Freunde zählten zu den aus der KPD ausgeschlossenen beziehungsweise an den Rand gedrängten Genossen, die den ultralinken Kurs ablehnten, mit dem (bei tatkräftiger Unterstützung durch die Komintern) 1923 versucht wurde, in Deutschland eine Revolution anzuzetteln.

Im Gegensatz zu ihrer nachträglichen Biografin blieb Hertha Gordon-Walcher allerdings ihr Leben lang der sozialistischen Idee und der Kommunistischen Partei , in ihrem Fall also der SED, verbunden .

Solche Schilderungen und Beschreibungen, vor allem diejenigen, die aufgrund der zweifellos vorgekommen Auseinandersetzungen, Härten und Ungerechtigkeiten der sozialistischen und Arbeiterbewegung den Schluss ziehen, das Sozialismus und Arbeitermacht entweder ein utopisches Ideal bleiben müssten oder von vornherein zu verurteilen sei, weil eben diese besagten Härten und Ungerechtigkeiten auch vor kämen, werfen bei mir folgende Frage auf:

Wenn negative Begleiterscheinung bei der Umsetzung einer Gesellschaftsordnung (und deren politischer Ökonomie) ein Grund sind, diese Gesellschaftsordnung und politische Ökonomie selbst in die Tonne zu treten und für alle Zeiten zu verurteilen – warum gilt das einzig und allein für den Sozialismus? 

Meines Wissens nach hat der Kapitalismus mit seiner Geschichte von Kolonialismus, Sklaverei, Ausbeutung, Völkermord und millionenfacher Verelendung ein deutlich grösseres Sünderregister als die sozialistischen Versuche, die kapitalistische Ausbeuterordnung zu beenden.

Man hört aber niemals von den Fans dieser Ordnung, dass aufgrund der institutionellen Gewalttätigkeit, der Perversion, der Auswüchse, der Genozide, dass also aufgrund all der Massenschlächtereien, die dieses System hervorbringt, nun der ganze Kapitalismus abzulehnen sei.

Jeder Gulag-Insasse dagegen (egal aus welchen Gründen er dort gelandet ist), jedes Opfer irgendwelcher MfS-Schikanen, wird landauf landab seit Jahrzehnten gefeiert als definitiver Beleg für die Unmenschlichkeit und das ultimative Scheitern jedweder sozialistischen Gesellschaftsordnung .

Millionenfache Massenmorde durch die imperialistischen Mächte – Irak, Libyan, Afghanistan, Syrien und sonst wo auf der Welt – oder ein veritabler Genozid, der sich momentan vor den Augen der Weltöffentlichkeit in Gaza abspielt:  all dies ist auf keinen Fall ein Grund, die beste, natürlichste und menschengerechteste Gesellschaftsordnung, die des freien Eigentums, auch nur infrage zu stellen. Die immanente Barbarei imperialistischer Weltordnung gilt immer als Betriebsunfall, als bedauerliche Einzelfälle, gelegentliche Auswüchse oder gleich als die Kosten der Freiheit, die nun mal – leider, leider, aber unvermeidlich – anfallen.