Posts by kstrathus
Geschichten aus dem Pflegeheim: die Leuchttürme und die Möwen
Der größte Ausstellungserfolg der letzten Zeit in der Pflegeeinrichtung, die das Glück hat, mich als Kunstgeragoge zu beschäftigen, war und ist diese Ausstellung mit Leuchttürmen, die die Teilnehmer der „Mal- und Kreativrunde“ gebastelt haben.
Das äußerst niedrigschwellige Angebot – bei denen ich und eine Assistentin den Teilnehmern auch noch beim Ausschneiden und Aufkleben zur Hand gehen mussten, wenn diese das haptisch oder aus Gründen ihrer dementiellen Veränderung nicht alleine schaffen konnten – fand bei der Umsetzung, vor allem aber bei der Ausstellung der anschließenden Resultate bei Teilnehmern und bei den übrigen Bewohnern und Besuchern der Einrichtung extrem großen Anklang.
Leuchttürme scheinen eine besondere Magie auszustrahlen oder auf irgendeine Weise den Wunschträumen und Sehnsüchten vieler Menschen Ausdruck zu verleihen.
Nachdem wir in der letzten Woche bereits die Leuchttürme erstellt hatten, fügten wir diesmal Möwen hinzu, denn ein Leuchtturm ohne Möwen ist wie Rauchen ohne Aschenbecher, wie ein Becher ohne Henkel, jedenfalls, so der allgemeine Konsens, einfach nur ein halber Leuchtturm.
Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, habe ich soeben bei Temu magnetische Mini-LED-Lichter bestellt, die demnächst unsere Leuchttürme auch noch ihrem wahren Zweck zuführen werden, nämlich zu leuchten, was das Zeug hält.










Seek not to fight with him who knocks at the door of peace
با مردی که نرمخو است، تند سخن مگو.
با کسی که درِ صلح را میکوبد، جنگ مجو.
Speak not harshly to a man of gentle speech.
Seek not to fight with him who knocks at the door of peace.
Saadi (Abū-Muhammad Muslih al-Dīn bin Abdallāh Shīrāz), 1210 – 1295
Let’s fill our hearts and souls with roses and flowers

بیا تا گل و لای این جهان برکنیم
گلاب و گل را در دل و جان پر کنیم
Come, let’s shake off the dust of this world
Let’s fill our hearts and souls with roses and flowers.
Hafiz (Schams ad-Din Mohammad, ca. 1315–1390)
„No stupid rules of engagement“: Faschistische Kriegsführung der verbrannten Erde im Iran
Die USA und Israel führen nicht nur einen Angriffs-, sondern einen Vernichtungskrieg gegen den Iran.
Die deutsche Bundesregierung unterstützt diesen Krieg ausdrücklich und macht sich damit zur Komplizin des Gemetzels. Sie verstößt damit gegen Artikel 26 GG (Verbot des Angriffskrieges):
„Von Art. 26 I verboten ist nicht nur die aktive Beteiligung an einem Angriffskrieg mit eigenen Truppen, sondern auch jede aktive Unterstützung eines anderen Staates bei dessen militärischer Aktion. Dabei ist entscheidend, ob Deutschland in einer deliktsvölkerrechtlich vorwerfbaren Weise Beihilfe zum Angriffskrieg eines fremden Staates leistet. Rein passives Verhalten, das sich in einer bloßen Nichtverhinderung eines von einem anderen Staat vorbereiteten Angriffskriegs erschöpft, wird indes von Art. 26 I nicht erfasst.
Das Verbot des Art. 26 I geht über das völkerrechtliche Gewaltverbot hinaus, indem es schon die Vorbereitung eines Angriffskriegs und alle vorsätzlichen friedensstörenden Handlungen verbietet. Darunter können etwa Kriegspropaganda oder das Schüren gewaltbereiten rassistischen Hasses fallen.“

„Sie schlagen, wenn sie am Boden liegen“: USA und Israel bombardieren iranische Schulen und Krankenhäuser ohne „dumme Einsatzregeln“
Von Ben Norton
Die USA und Israel haben innerhalb einer Woche 20 Schulen und 13 Krankenhäuser im Iran bombardiert. Kriegsminister Pete Hegseth prahlte damit, „Tod und Zerstörung“ zu verbreiten, um einen Zusammenbruch zu provozieren, ohne „dumme Einsatzregeln“. Die Vereinigten Staaten und Israel zerstören absichtlich zivile Gebiete im Iran und bombardieren brutal Schulen, Krankenhäuser und Wohngebiete, um nicht nur den Staat zu zerstören, sondern auch die iranische Gesellschaft selbst zum Zusammenbruch zu bringen.
US-Kriegsminister Pete Hegseth beschrieb die Strategie der verbrannten Erde in einer Pressekonferenz des Pentagon am 4. März.
„Dies sollte nie ein fairer Kampf sein, und es ist auch kein fairer Kampf. Wir schlagen zu, während sie am Boden liegen, und genau so sollte es auch sein“, prahlte Hegseth.
Er fügte stolz hinzu, dass die USA und Israel „den ganzen Tag lang Tod und Zerstörung vom Himmel“ auf den Iran regnen lassen.
Hegseth merkte an, dass das US-Militär in den ersten vier Tagen des Krieges gegen den Iran (mit dem Namen „Operation Epic Fury“) „doppelt so viel Luftwaffe“ eingesetzt habe wie bei der „Shock and Awe“-Invasion im Irak 2003.
In einer weiteren Pressekonferenz am 2. März verurteilte der US-Kriegsminister internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen und verkündete: „Unabhängig davon, was sogenannte internationale Institutionen sagen, führt Amerika die tödlichste und präziseste Luftangriffskampagne der Geschichte durch.“
Hegseth prahlte, dass die USA ohne „dumme Einsatzregeln“ kämpfen. Seinen eigenen Angaben zufolge greift das Pentagon gezielt zivile Gebiete an und kümmert sich nicht um die Regeln der Kriegsführung.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation haben die USA und Israel in den ersten fünf Tagen des Krieges, den Donald Trump und Benjamin Netanjahu am 28. Februar begonnen hatten, mindestens 13 Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen im Iran bombardiert.
Laut UNICEF haben Washington und Tel Aviv in der ersten Kriegswoche mindestens 20 iranische Schulen bombardiert.
Außerdem zerstörten sie eine Entsalzungsanlage und beraubten damit Dutzende iranischer Dörfer ihrer Wasserversorgung.
Die USA und Israel töteten in der ersten Woche mehr als 1.300 Iraner. 30 % der Opfer waren Kinder.
CNN und die New York Times bestätigten unabhängig voneinander, dass das US-Militär am ersten Tag des Krieges eine Grundschule in der Stadt Minab im Süden des Iran bombardiert hat.
Die USA bombardierten die Schule zweimal im Abstand von 40 Minuten, um sicherzustellen, dass es keine Überlebenden gab.
Das US-Militär tötete mindestens 168 Kinder und 14 Lehrer.
Kriegsminister Hegseth veröffentlichte eine Karte der Gebiete im Iran, die von den USA bombardiert wurden, und die Grundschule in Minab befand sich eindeutig in der Angriffszone.
Das meinte Hegseth, als er damit prahlte, dass das US-Imperium „sie schlägt, während sie am Boden liegen“, ohne „dumme Einsatzregeln“.
Das Gemetzel der USA und Israels ist so extrem, dass sogar einige rechte Medien im Westen, wie die konservative britische Zeitung The Telegraph, zugeben mussten, dass „Teheran eine ‚Apokalypse‘ aus brennenden Krankenhäusern und unter Trümmern begrabenen Kindern [ist]“, da die USA und Israel absichtlich zivile Gebiete bombardieren.
Was Washington und Tel Aviv im Iran auslösen wollen, ist nicht nur ein Regimewechsel, sondern die Zerstörung des Staates und der Zusammenbruch der iranischen Gesellschaft.
Dies wurde von einigen israelischen Beamten in einem Bericht der Financial Times offen zugegeben.
Die FT zitierte den israelischen Verteidigungsminister Israel Katz, der erklärte, dass „jeder vom iranischen Terrorregime ernannte Führer … ein eindeutiges Ziel für die Eliminierung sein wird“.
Der Plan Tel Avivs besteht darin, alle iranischen Führer zu töten, damit das Land nicht mehr regiert werden kann und einfach im Chaos versinkt.
https://open.substack.com/pub/geopoliticaleconomy/p/us-israel-bomb-iran-schools-hospitals-collapse
„Ein weiser Mann unter Unwissenden ist wie ein schönes Mädchen in der Gesellschaft blinder Männer“ (Saadi)

Saadi (Abu-Muhammad Muslih al-Din bin Abdallah Shirazi) ist ein persischer Dichter und Mystiker, der 1219 in der süd-iranischen Stadt Shiraz geboren wurde.
Shiraz ist als „Stadt der Poeten, der Liebe, der Rosen und der Paradiesgärten“ nicht nur im Iran sondern auch im Ausland bekannt.
Shiraz, die Stadt der Dichter entwickelte sich zum Literaturzentrum des Landes, da hier die beiden bekannten Dichter Persiens Hafiz und Saadi in prachtvollen Mausoleen in malerischen und schönen Gartenanlagen begraben sind.

Als »Inbegriff der Sittenverfeinerung« wurde Saadi’s „Gulistan“ („Rosengarten“) in Persien jahrhundertelang dem Unterricht der Jugend zu Grunde gelegt und von allen Büchern nach dem Koran am meisten auswendig gelernt. Viele Zitate sind sprichwörtlich geworden. In der späteren persisch-türkischen Dichtung spielte man gern auf die Nachtigallen an, die zuerst den Gulistan lesen müssen, um die Geschichte der Rosen zu verstehen.
Saadi schildert in seiner Einleitung die Entstehung seines ›Rosengartens‹:
Er habe eines Nachts über sein vergangenes Leben nachgedacht. Im Bewußtsein, wie rasch das Dasein verfließe, und im Kummer, kostbare Zeit vertan zu haben, trieb es ihn weg von seinen Freunden, um die ihm noch bleibenden Tage in Einsamkeit zu leben und zu schweigen. Ein Freund in Freud und Leid besuchte ihn und plauderte wie gewohnt.Doch Saadi schwieg, seinem Gelöbnis getreu. Voller Ärger und Empörung schwor der Freund, er werde nicht gehen, ehe Saadi mit ihm spricht, ». . . denn das Herz der Freunde zu kränken ist schlecht«. Notgedrungen mußte der Dichter sein Schweigen brechen. Es war gerade Frühling geworden, »Nachtigallen auf den Zweigen sangen, Tauperlen auf den Rosen lagen« und die Freunde verbrachten die Nacht im Gespräch wandelnd im Garten.
Am Morgen pflückte der Freund Rosen, Basilien, Hyazinthen und Amaranten. Saadi sagte zu ihm: »Auf den Bestand des Gartens kann man nicht vertrauen, und auf die Verheißungen des Rosengartens nicht bauen.« Er erinnerte den Freund an einen Spruch der Weisen: »Du sollst den Dingen, die nicht währen, nicht Einlaß in dein Herz gewähren . . .« »Was ist denn zu tun?«, fragte der Freund.
In diesem Augenblick faßte Saadi den Plan zu einem Buch des Rosengartens, »dessen Blätter der Herbststurm nicht zerreißen und dessen Frühlingslust das Rad der Zeit nicht zerstören kann«. Er versprach dem Freund, daß die Schönheit seines Gartens immer bestehen werde. Dieser glaubte ihm und erinnerte an das arabische Sprichwort: »Der Edle hält, was er verspricht«.
Noch am gleichen Tag begann Saadi zu schreiben, und er vollendete sein Buch »noch ehe die Rosen jenes Gartens verwelkt waren . . .«









Bürgerlicher Staatsidealismus: Selbstverarschung nach Maß
Patrick Baab re-postet dieses Meme auf Facebook:

Das zieht etliche zustimmende und einige kritische Kommentare auf sich. Meiner gehört zur zweiten Gruppe:
Patrik Baab meint es gut, aber seine bürgerlich-idealistische Weltsicht verhindert leider eine klaren Blick auf die Umstände, die er mit solchen Memes zu kritisieren meint.
Die kriegstüchtigen Regierungen, denen von empörten Bürgern verantwortungsloser Umgang mit „unserem Steuergeld“ vorgehalten wird, sind aus staatlicher Sicht (und nur das ist die für sie maßgebliche) sehr verantwortungsvoll bei ihrer Ausstattung des Standortes mit den nötigen Gewaltmitteln und den anhängigen Planungen zu deren Anwendung.
Der Bürger dagegen hält hartnäckig an seinem Idealismus fest, dass die Verwendung „unserer Steuergelder“ irgendwie etwas mit ihm und seinem Wohlergehen zu tun hätte.
Er möchte nichts davon wissen, dass er alle paar Jahre eine Mannschaft von politischen Standortverwaltern ermächtigt, über genau diese Steuereinnahmen so zu verfügen, wie es nach Maßgabe der Staatsinteressen für nötig erachtet wird.
Dass diese Staatsinteressen nicht die seinen und diesen in der Regel diametral entgegengesetzt sind, davon möchte der Bürger erst recht nichts wissen. Auch wenn sein Idealismus ständig von der Realität blamiert wird, möchte er davon nicht lassen.
Sonst müsste er sich nämlich eingestehen, dass weder Staat noch Ökonomie in seinem Interesse eingerichtet sind. Und dann würde er, als vernünftiges Wesen, tätig werden, um die Verhältnisse so zu ändern, dass sie ihm an seinesgleichen nützen.
Und das – so haben es ihm diejenigen, die die Steuergelder unter anderem für Aufrüstung und Krieg und grundsätzlich für die solide Profitabilität des Standortes einsetzen, von klein auf an erzählt – wäre ja Kommunismus, also verboten und überhaupt gegen die Menschnatur, die uns innewohnt und die andauernd nach ganz viel Kapitalismus („Freiheit“) und Ermächtigung seiner politischen Manager („Demokratie“) verlangt.
Uhlen und Nachtigallen




Vor drei Jahren sollte ich auf der Grundlge des §140 StGB wegen angeblicher „Befürwortung eines völkerrechtswidrigen Angriffskrieges“ eine fette Geldstrafe zahlen.
Hat eigentlich schon jemand den derzeitigen Bundeskanzler wegen Verstoß gegen §140 StGB angezeigt?
Haha, Spaß.
Jeder weiß, dass die Epstein-Klasse außerhalb des Gesetzes steht.
Das Strafrecht ist für die Untertanen. Und was ein Angriffskrieg ist, bestimmt bekanntlich nicht das Völkerrecht, sondern diejenigen, die ihn führen (ihrer ist natürlich keiner, und wenn, war er furchtbar nötig).
Die entpolitisierte Mittelschicht: „Für sich nur war ihr Trachten und ihr Sinn“

Und ich, ich sah ein Banner vor uns eilen,
das wirbelnd sich im Kreise weiter schwang,
als achte' es vor irgendwas zu weilen;
und hinter ihm kam einer solchen Schar
Gedräng, daß ich nicht glaubte, daß die Zahl
der Toten je so groß, so greulich war.
Nachdem ich einige daraus erkannt,
erblickt' ich auch und wußte den, der feige
die große Absage an sich selbst getan.
Auf einmal ward mir klar, und ich begreife,
daß dies die Rotte der Verzagten sei,
die Gott mißfielen und des Feindes Reife.
Nie lebten diese, sie waren allzuschwach;
sie sind entblößt, und jene Mischung schlimmer
Mücken und Wespen sticht und neckt sie wach,
daß tränenüberströmt ihr Angesicht
und, aufgenommen von dem ekligen Wurm,
zu ihren Füßen Blut und Eiter bricht.
Dies ist die klägliche Geschicht'
von denen, welche lebten ohne Tadel
und ohne Ruhm; vermischt mit ihnen sind
der schlechten Engel Schar, die, voller Unmut,
nicht treu Gott waren, doch sich nicht empörten,
für sich nur war ihr Trachten und ihr Sinn.
Der Himmel stieß sie aus, damit sie nicht
die Schönheit mindern; auch die tiefe Hölle
nimmt sie nicht auf, daß nicht die Sünder dort
sich etwa ihrer noch als Größe rühmten.
Dante Alighieri: Göttliche Komödie, Inferno, Dritter Gesang, Verse 22-69
„Die klägliche Geschicht‘ von denen, welche lebten ohne Tadel und ohne Ruhm“, die weder der Himmel und nicht einmal die Hölle haben wollen….
Ich glaube, Dante hatte eine Vision der Sofa- und Smartphonezombies von heute, der entpolitisierten Mittelschicht, der umfassend propagandisierten Lohnarbeiterklasse, die von Klasse nichts mehr weiß noch wissen will, die sich verausgabt beim Versuch zurechtzukommen und deren ganze mentale Kraft dafür verbraucht wird, den inneren Schutzwall aus Ignoranz und Selbstzufriedenheit aufrecht zu halten, den sie zu brauchen meint um die Verhältnisse ertragen zu können.