Bürgerlicher Staatsidealismus: Selbstverarschung nach Maß

Patrick Baab re-postet dieses Meme auf Facebook:

Das zieht etliche zustimmende und einige kritische Kommentare auf sich. Meiner gehört zur zweiten Gruppe:

Patrik Baab meint es gut, aber seine bürgerlich-idealistische Weltsicht verhindert leider eine klaren Blick auf die Umstände, die er mit solchen Memes zu kritisieren meint.

Die kriegstüchtigen Regierungen, denen von empörten Bürgern verantwortungsloser Umgang mit „unserem Steuergeld“ vorgehalten wird, sind aus staatlicher Sicht (und nur das ist die für sie maßgebliche) sehr verantwortungsvoll bei ihrer Ausstattung des Standortes mit den nötigen Gewaltmitteln und den anhängigen Planungen zu deren Anwendung.

Der Bürger dagegen hält hartnäckig an seinem Idealismus fest, dass die Verwendung „unserer Steuergelder“ irgendwie etwas mit ihm und seinem Wohlergehen zu tun hätte.

Er möchte nichts davon wissen, dass er alle paar Jahre eine Mannschaft von politischen Standortverwaltern ermächtigt, über genau diese Steuereinnahmen so zu verfügen, wie es nach Maßgabe der Staatsinteressen für nötig erachtet wird.

Dass diese Staatsinteressen nicht die seinen und diesen in der Regel diametral entgegengesetzt sind, davon möchte der Bürger erst recht nichts wissen. Auch wenn sein Idealismus ständig von der Realität blamiert wird, möchte er davon nicht lassen.

Sonst müsste er sich nämlich eingestehen, dass weder Staat noch Ökonomie in seinem Interesse eingerichtet sind. Und dann würde er, als vernünftiges Wesen, tätig werden, um die Verhältnisse so zu ändern, dass sie ihm an seinesgleichen nützen.

Und das – so haben es ihm diejenigen, die die Steuergelder unter anderem für Aufrüstung und Krieg und grundsätzlich für die solide Profitabilität des Standortes einsetzen, von klein auf an erzählt – wäre ja Kommunismus, also verboten und überhaupt gegen die Menschnatur, die uns innewohnt und die andauernd nach ganz viel Kapitalismus („Freiheit“) und Ermächtigung seiner politischen Manager („Demokratie“) verlangt.