Joachim Ringelnatz vor 102 Jahren über eine Situation, an der sich in Deutschland offensichtlich seit hundert Jahren wenig geändert hat. Mit Ausnahme der vierzig Jahre Sozialismus in einem Drittel Deutschlands natürlich.
Donnerwetter, Potzenblitz da vorne kommt der Fotzenfritz!
Er hebt warnend seine Hand nach Westen, Richtung Ami-Land: „Onkel Donald, das ist schlecht was in der Zeitung steht!
Es ist mir ganz und gar nicht recht, wenn dieser Krieg zu Ende geht! Der Russe ist doch unser Feind (Was auch mein Freund Wolodja meint), Wir müssen ihn bekriegen!
Denn sollte Putin siegen, dann haben wir kein Feindbild mehr um unserem Volk zu sagen: „Armut und Teuerung sind schwer und bitter zu ertragen. Doch muss es sein weil: BÖSER RUSS‘!“ Das Volk, das glaubt uns diesen Stuss, es fällt zu gern drauf rein!
Ohne diese Lügenmär setzten die sich noch zur Wehr und das wär‘ uns fatal. Drum wart‘ noch bis zur nächsten Wahl, sonst hat dich Putin reingelegt…
DONALD?? Scheiße, aufgelegt!
Donnerwetter, Potzenblitz da hinten heult der Fotzenfritz…
Es läuft ja letztens ziemlich dumm für das US-Imperium: Das Land zerfällt, die Armut steigt, den Ukraine-Krieg vergeigt. Dazu wächst unaufhaltsam BRICS trotz Donald’s Wut und Strafzoll-Tricks.
Verzweiflung steigt, Renditen sinken der Westen, er beginnt zu stinken nach Angst vor seiner Niederlage – nicht „ob“ mehr, „wie“ ist jetzt die Frage.
Die Menschheit schnuppert und sie riecht, wie ein Geruch die Welt durchkriecht der streng und ziemlich eklig stinkt je lauter Trump das Liedchen singt, wie mächtig und wie wunderbar und great durch ihn America!
Und ist die Panik groß genug, sind diese Herrschaften am Zug:
Dichtet, musiziert und malt! Auch wenn keiner euch bezahlt! Tanzt und sprecht und deklamiert was auf der Seele euch pressiert! Selbst wenn die Kunst ganz brotlos ist – Alles andre ist doch Mist!
Macht in der Welt der Konkurrenz euch lieber einen faulen Lenz mit Zeit und Raum für das Absurde. Ich sage euch: Nur damit wurde und wird in euch die Einsicht reifen durch die wir diese Welt begreifen:
Nämlich als die Theaterprobe fürs Primitive und fürs Grobe, in der die Menschen ausprobieren – nicht sehr verschieden von den Tieren – ein Dasein, das erbärmlich ist, wo einer stets den andern frisst.
Die Uraufführung kommt erst dann wenn jede Frau und jeder Mann die Muße hat und freie Zeit für künstlerischen Zeitvertreib. Wenn selbst die Arbeit, die man braucht, von jener Art ist, die nicht schlaucht.
Der Kampf um Obdach, Lohn und Brot bringt manchen Reichtum, andren Not. Die „andren“ sind die große Masse. Doch bilden sie vereint die Klasse, die diese Mühsal stoppen kann und Freiheit bringt dem Arbeitsmann.
Das ist absurd! rufst du mit Runzelstirn. Ich hätt’ vom Leben keinen Dunst! Genau! Lass das Absurde dir in‘s Hirn und widme dich erst mal der Kunst!