Da darf man nicht zu zimperlich sein, weiß der „Spiegel“, und erst recht kein Weichei wie dieses „Hochhaus im Gazastreifen“, das einfach eingestürzt ist, „nachdem es von israelischen Raketen beschossen wurde“.
Ja, was kann denn die israelische Armee dafür, wenn diese Terroristen ihre Hochhäuser so wackelig bauen, das sie beim ersten Raketenbeschuss gleich einstürzen?
Außerdem geht die Vernichtung von Medienbüros und Menschen sowieso in Ordnung, weil sich laut IDF in dem Gebäude auch „militärische Ressourcen“ befanden, die die Hamas absichtlich in dicht besiedelten Gebieten bzw. mit Menschen vollgepackten Gebäuden versteckt.
Da bombardiert Israel doch am besten gleich das gesamte Freiluft-KZ Gaza – 365 Quadratkilometer mit über 2 Millionen Éinwohnern, die nirgendwo anders hinkönnen – denn „militärische Ressourcen“ der Hamas befinden sich da überall.
Ach, das machen sie sowieso? Und haben grad ein paar Stunden vorher das Shati Flüchtlingslager angegriffen und zwei Frauen und sieben Kinder getötet? Na, dann ist der Sache der Demokratie und der Freiheit ja wieder bestens gedient.
Er hat eine Rakete auf uns abgeschossen! Oh Gott!! Droht jetzt der Weltuntergang?
Bei näherem Hinlesen stellt sich heraus, dass irgendein Schrottteil einer Trägerrakete beim Rücksturz auf die Erde vermutlich nicht in der Atmosphäre verglühen wird, sondern irgendwo runtergeht. Wäre nicht das erste mal in der Weltraumfahrt.
Warum ist das Ganze dem Hamburger Insidermagazin für antichinesische Aufklärung überhaupt eine Meldung wert, außer das man den schlitzaugigen Kommunistenlümmeln damit wieder mal ans Beim pissen kann?
Darum:
„(Die) ausgebrannte Stufe (…) hatte vor wenigen Tagen das Kernmodul der zukünftigen Raumstation »Tianhe« ins All geschossen, wurde anschließend nicht mehr gebraucht und stürzt nun ab.“
Da sprechen blanker Neid und Furcht aus den Zeilen der westlichen Kolonialjourmalisten, die in ihrer wertewestlichen Filterblasenarroganz nicht verkraften können, dass eine nicht-weiße, nicht-imperialistische, nicht nach globaler Dominanz strebende Macht wie die chinesische Volksrepublik technologisch nicht nur aufgeschlossen hat zu den auf Kolonialismus, Sklavenhandel und Massenmord gegründeten freiheitlich-demokratischen Weltherrschern aus Europa und USA, sondern dabei ist, diese zu überholen.
Wenn der „Spiegel“, das ehemalige Nachrichtenmagazin, mal nicht gegen den Iwan austeilt, nimmt er sich genauso zielerfassungsgenau den noch schlimmeren, weil tatsächlich sozialistischen Feind noch weiter im Osten vor.
Heute Abend ist der Aufmacher des nationalen Fachblattes für Feindaufklärung der Beitrag eines Professors für Journalismus, nebenher Volkswirt, der weiß, was er seinem Zeilenhonorar schuldig ist und schon zum Einstieg den freiheitlich-demokratischen Meinungsblitzkrieg eröffnet:
Der Chinese, von dessen Markt„wir“ – das so volksgemeinschaftliche wie verlogene „Wir“ kommt in der Kolumne ständig vor, so als sei sich der Autor der Brüchigkeit seiner beschworenen Einheit von Kapital und Lohnarbeit sehr bewusst – leider abhängig sind (was wiederum “gefährlich“ ist; warum, wird nicht erklärt), zeichnet sich durch eine psychologische Konstante aus, die uns aufgeklärten Demokraten völlig fremd ist: MACHTHUNGER!
Auch hierfür bemüht sich der Professor gar nicht erst, irgendwelche Belege anzuführen, sondern setzt das schlechte Urteil über den Konkurrenten aus Fernost beim Publikum voraus. Alles was dieser Staat da hinten so anstellt, um seinen Interessen in der Staatenkonkurrenz Geltung zu verschaffen, kann per definitionem unmöglich irgendeinen anderen Grund haben als schieren „MACHTHUNGER“ (wobei die Zielsetzungen des chinesischen Staatsladens ohnehin bei Demokraten wie Müller Verdacht auslösen, denn ein paar hundert Millionen Leute aus der Armut holen und in den nächsten 30 Jahren einen Sozialismus mit Wohlstand für alle Bürger aufzubauen KANN in seiner Perfidie einfach nur daran liegen, das dieser Staat in Form seiner Führung „machthungrig“ ist.)
Nachdem die á priori Boshaftigkeit der asiatischen Supermacht somit hinreichend erhärtet ist, holt Experte Müller verbal zum Weltkrieg aus: dass „der heraufziehende weltweite Konflikt“, den er beschwört, ausschließlich – und gegen den erklärten Wunsch der chinesischen Volksrepublik nach friedlichen Beziehungen zum gegenseitigen Vorteil – vom absteigenden “Westen“ betrieben wird (auf eine Weise, die kriminell und erpresserisch zu nennen nicht unsachlich wäre), interessiert Müller nicht.
Der Feind ist „autoritär und zunehmend aggressiv“, was jede Feindseligkeit unsererseits gegen ihn natürlich rechtfertigt. Ein Mitglied der BRD-Intelligenzija, das im verbreitetsten Publikationsorgan der Bourgeosie unverhohlen die Konfrontationstrommel schlägt: so wird das Publikum eingestimmt auf die kommenden Töne aus dem Kanzleramt, falls die Kandidatin der reaktionärsten, kriegstreiberischsten Gruppierung innerhalb des imperialistischen Parteienspektrums im Herbst erfolgreich sein sollte.
Meine übliche Reaktion – Sarkasmus, Ironie, Satire – auf die aberwitzige Verlogenheit, mit der die imperialistischen Weltordner in Washington und Berlin samt ihren aggressiven Kettenhunden in Kiew und anderswo den offensichtlich von ihnen gewünschten Waffengang ansteuern und vorbereiten (immer kongenial begleitet und so genießerisch wie russophob kommentiert von der bürgerlichen Hofschranzenpresse) fällt mir schwer angesichts des Momentums, das die Sache inzwischen entwickelt hat.
Eigentlich bin ich nur noch sprachlos gegenüber der berechnenden Chuzpe, mit der die Verhältnisse rund um die Ukraine von den westlichen Propagandamedien auf den Kopf gestellt werden, mit der aus dem Aggressor der Bedrohte und aus dem von allen Seiten und seit Jahren bedrängten, sanktionierten, mit Lügen und Frechheiten provozierten Russland der Schurke in diesem Spiel gemacht wird.
Die Westen will den Krieg. Seine ukrofaschistischen Subordinierten, die in dem Failed State zwischen Polen und Russland am Ruder sind, sowieso. Die Frage ist, ob die imperialistischen Herren bereits jetzt die Gelegenheit gekommen sehen, unter dem Vorwand „der Ukraine gegen Russland beizustehen“, ihren Krieg zu führen. Dass die Führungsmacht der Nordatlantischen Terror-Organisation davon absieht, ihre Kriegsschiffe in das Schwarze Meer zu schicken, nachdem die Russische Förderation mal kurz „die Instrumente gezeigt“ und eine deutliche Warnung ausgesprochen hat, läßt auf einen Kern von Restvernunft in den imperialistischen Zentralen hoffen.
Es gibt die alte Regel aller Propagandisten, dass eine Lüge erstens nur oft genug wiederholt werden und zweitens nur ungeheuerlich genug sein muss, damit sie sich im Bewusstsein der Massen festsetzen und schließlich geglaubt werden kann. Diesem Prinzip scheinen Biden, Merkel & Co zu folgen, wenn sie allen Ernstes von dem Land, dem sie miltäriach, propagandistisch und diplomatisch bis kurz unterhalb der bewaffneten Auseinandersetzung auf die Pelle rücken, einen „Rückzug der Truppen“ fordern – IN RUSSLAND!! Nicht irgendwo auf der Welt, wie es NATO, USA und EU in ihrem alltäglichen Gang von Geschäft und Gewalt praktizieren, sondern in Russland selbst! Würde umgekehrt Russland von den USA verlangen, seine Truppenbewegungen z.b. an der Grenze zu Mexiko oder Kanada sofort zu beenden, kann man sich die Kommentare westlicher Politiker und Presstituierten vorstellen.
Die imperialistischen Staaten unter Führung der USA haben sich – ähnlich wie mit ihren islamistischen Kopfabschneider-Hilfstruppen im arabischen Raum- mit den ukrofachistischen Nationalisten auf einen Handel eingelassen, den sie zwar zu steuern beabsichtigen, bei dem sie aber nicht sicher sein können, dass diese fanatisierten und hochaggressiven Gläubigen und Nationalisten nicht die Hand beißen werden, die sie füttert.
Die Meldung der NATO-Postille aus Hamburg jedenfalls hat es in sich in ihrer vorgeblich harmlos-neutralen, journalistischen Tarnung: „Putin läßt aufmarschieren“ ist angesichts des Aufmarsches der NATO-Kriegsübung „Defender 2021“ rings um Russland ein so starkes Stück professioneller Desinformation, dass sich Sender-Gleiwitz-Vergleiche geradezu aufdrängen.
„Was hat er vor?“ rätselt der „Spiegel“ heuchlerisch, und will die Antwort nicht wissen, die jeder in Russland (und jeder auf der Welt, wenn er‘s denn hören will) kennt: erstens Russlands Interessen verteidigen gegen das westliche Interesse, aus Russland eine abhängige, am besten aufgespaltene, Kolonie westlichen Kapitals zu machen, die nicht mehr als Störenfried westlicher Weltordnungspläne auffällig wird. Zweitens und vor allem aber niemals einen Angriff auf russisches Territorium zuzulassen. Die Krim IST russisches Territorium, egal was die NATO-Imperialisten und erst recht die Ukrofaschisten daherhalluzinieren.
Beide Kriegstreiber kennen hoffentlich die alte russische Weisheit: Russland BEGINNT keine Kriege, es BEENDET sie.
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Edit / 2 Stunden später:
Nachdem ich einen Beitrag im „Vineyard of the Saker“ gelesen habe, erscheint mir meine Einschätzung einer imperialistischen „Restvernunft“ als vielleicht zu optimistisch:
„Then there is this: the US has informed the Turkish authorities that they will not send two USN ships into the Black Sea. This is politically a good sign, but in military terms, this is what the US should be doing if they were preparing for war. Why? Because any USN ship in the Black Sea at the moment of the initiation of a conflict would be sunk withing minutes: not only do the Russians have formidable missiles – Bal and Bastion – they had SIX advanced diesel-electric submarines of the 636.3 class ready to “greet” them. Keep in mind that engaging submarines without air cover is another form of collective suicide.“
Der eigentliche Dreh- und Angelpunkt der Pandemiedebatte, des regierungsamtlichen Durcheinanders bei der Lockdownpolitik und der äußerst geringen Akzeptanz der erratischen Maßnahmen der staatlichen Krankenhauskonzern-Bilanzschutzwächter: die Kapitalistenverbände stellen mal eben klar, was geht (nämlich den Leuten ihre Freizeit soweit zu vermiesen und einzuschränken wie nur möglich) und was nicht (auch nur die allergeringsten Einschränkungen der Kapitalverwertung in den Betrieben).
Zuviel unproduktives Geld auf den Konten? Keine Ahnung, wohin mit den Millionen? Weit und breit keine lukrative Anlagemöglichkeiten in Sicht??
Das Hamburger Börsenblatt gibt Entwarnung und verkündet eine frohe Botschaft: deutscher Geist und deutsches Geld garantieren NOCH MEHR Geld!
Der mit ganz viel staatlichen Fördermitteln, Steuergeldern und unschlagbar günstigen Krediten (plus Abnahmegarantien für das damit hergestellte Produkt) hergestellte „Erfolg“ hiesiger Pharma-Klitschen lockt die wohltätige Branche der „Investoren“ an wie Scheisse die Fliegen.
Der simple Hinweis auf die systemgemäß sachgerechte Vermehrung von Kapital als Grund, „warum sich Investoren um deutsche Biotech-Start-ups reißen“, reicht dem Bistums-Blatt des aufgeklärten Marktwirtschaftlers aber nicht; dieser „Erfolg“ muß kennerisch und en detail im Artikel erläutert werden – konsequenterweise natürlich hinter einer Paywall: Zeitgenossen, die dafür kein Geld übrig haben, gehen die Feinheiten kapitalistischer Geldvermehrung sowieso nichts an.
### Fuchs warnt Gänse vor weiterer Eskalation im Gänsestall: Zaun befestigen geht gar nicht ###
### Bekannter Vergewaltiger warnt Frauen vor weiterem Tragen von aufreizender Bekleidung, seit der Frühling die Temperaturen im Grenzgebiet zur Polarregion erhöht hat ###
### SUV-Fahrer warnt Fußgänger vor weiterer Eskalation am Zebrastreifen und erhebt schwere Vorwürfe gegen kinderwagenschiebende Mütter ###
Da ist man schon auf „Spendengalas“ aktiv und beweist damit unschlagbare „soziale Verantwortung“, und dann sowas: Pandemie kommt daher und bringt das „Leben“, also die Geschäftemacherei, dieser hervorragenden Vertreterin der bundesdeutschen Leistungsträger zum Stillstand!
Und das ist noch nicht alles: zu allen Überfluss muß die Dame sich jetzt plötzlich „an Regeln halten“!!
Gottseidank gibt es das Hamburger Fachblatt für Millionärspsychologie, das so verständnisvoll wie kennerisch diese Charaktermaske einer unternehmerischen Vorzeigebürgerin in einem „Langzeitporträt“ begleitet.
Je mehr China zur Bedrohung für die westliche Vorherrschaft wird, umso mehr häufen sich die propagandistischen Versuche, die Volksrepublik mit der bewährten Menschenrechts- und Freiheitsverlogenheit des Imperialismus anzupissen.
Jetzt hat das Reich von Demokratie und Marktwirtschaft, also der vereinte wertewestliche Freiheitsstall, in dem gerne mal Journalisten verfolgt werden, die Polizeigewalt dokumentieren (Frankreich) oder in dem Reporter bestraft werden und die Ausrüstung beschlagnahmt kriegen, wenn sie von Demos berichten (Spanien), entdeckt, dass der neue Hauptfeind im Prinzip noch schlimmer ist als der Russe, bei es dem bekanntermaßen pressefreiheitsmäßig auch schon zappenduster aussieht.
Der Chinese: noch übler!
Der Beweis: die ausländischen Journalisten dort!!
Die wurden nämlich in Form eines australischen Reporters solange vor der Ausreise festgehalten, bis sie zu einer Person befragt werden konnten, die gegen chinesische Gesetze verstoßen hat. Eine Praxis, die im wertewestlichen Paradies niemals passieren könnte und die die diktatorische Gemeinheit des Chinamannes beweist.
Ohne dass es extra erwähnt werden muss, entnimmt der kundige Freiheitsuntertan dem Subtext solcher Meldungen auch so die Botschaft, dass all das natürlich seine Ursache in der kommunistischen Verfasstheit dieses leider fürs Geschäftemachen benötigten aber im Grunde untragbaren Staatswesen hat.
Der aufgeklärte Demokrat gruselt sich ein bisschen und ist mal wieder froh, in einem Land leben zu dürfen, dessen leuchtende Freiheitsidylle den Endzustand menschlicher gesellschaftlicher Entwicklung darstellt.
Das wahre Drama der derzeitigen pandemiebedingten Schulschließungen, des Homeschoolings und dessen Auswirkungen auf Familien und Schüler sind nicht soziale und psychologische Folgen für die Kinder und Jugendlichen – Millionen müssen in unzumutbar beengten häuslichen Verhältnissen zuhause den Schulstoff bewältigen, Hunderttausende aus den ärmeren Teilen der Bevölkerung können sich die Technik für Homeschooling nicht leisten; laut einer Studie zeigen bereits ein Drittel der BRD-Schüler Verhaltensauffälligkeiten und psychische Störungen durch die staatlicherseits erzwungene Dauer-Ausnahmesituation.
Nein, das wahre Drama sind natürlich die fehlenden Einkommen, die als Resultat des Bildungs-Lockdowns so zwangsläufig folgen werden wie der Blitz dem Donner, wie für den „Spiegel“ und jeden aufgeklärten Freiheits-Insassen feststeht.
Treffender kann man die Funktion des staatlichen Bildungswesens im Kapitalismus nicht auf den Punkt bringen: Schule und Bildung als Selektionsrampe für die Verteilung der Verdienstmöglichkeiten in der Klassengesellschaft.
Wer da nicht mithalten kann – und das werden aufgrund des Corona-Lockdowns und der Schulschliessungen anscheinend einige sein – wird schon in jungen Jahren auf den Haufen „nicht tauglich für die Leistungsgesellschaft und ihren Konkurrenzkampf“ absortiert bzw. kommt dann eben nur für die mies bezahlten Jobs in Frage.
Von letzteren gibt es zwar reichlich, aber bei weitem nicht genug für die Massen von Lohnarbeit suchenden Leuten, die irgendwie einen Lebensunterhalt benötigen. Den wiederum gibt es im Reich der Freiheit bekanntermaßen erstens nur GEGEN andere und (wenn man das Pech hat, zu dem Millionenheer der für die Kapitalvermehrung nicht benötigten menschlichen Kostenfaktoren zu gehören) zweitens nur unter entwürdigender „zum Leben zu wenig/zum Sterben zu viel“ staatlicher Vollkontrolle.
Die ökologisch-vegan-genderbewusste Mittelschicht, die hierzulande die Entscheidungsträger der politischen Kaste bildet oder zumindest wählt, hat mit dem Lockdown eher kein Problem, da sich ihr Nachwuchs in der Regel einer soliden Ausstattung mit den technologischen Mitteln für Remote Schooling, Home Office (samt den zugehörigen Kenntnissen, Internetverbindungen etc.) erfreuen kann, und im Zweifel Mami oder Papi zuhause ist und bei den schulischen Anforderungen Unterstützung geben kann.
Ein weiterer Aspekt des Lebens in der besten aller Welten, die sachkundige Qualitätsmedien in der Kategorie „Leider unvermeidlich“ abbuchen.