Der völkische Beobachter von der Elbe schaut in den SPIEGEL und entdeckt bei der Konkurrenz von „RT Deutsch“ gar Furchtbares: der Feindsender will unsere Demokratie destabilisieren!!
Genaueres muss man eigentlich gar nicht mehr wissen, denn ohnehin ist klar: was vom Iwan kommt, ist sowieso und per definitionem PROPAGANDA, und während unsere „Deutsche Welle“, unser DLF oder unsere staatlichen Wahrheitsfernsehkanäle ARD, ZDF usw. selbstverständlich nichts als Fakten liefern, liegt doch wohl auf der Hand, dass hinter einem RUSSISCHEN Sender nur „Putin“, also der Feind, stecken kann.
Und wie mit dem umzugehen ist, weiß man an der deutschen Medienfront schon seit 80 Jahren. Unsere Demokratie verbietet zwar leider die bewährten Methoden von damals, als das Hören von Feindsendern noch mit Zuchthaus bestraft wurde, aber die Aufklärung über die perfiden Methoden dieser Russenlümmel lässt sich das Hamburger Fachblatt für Ostkunde nicht entgehen:
Der tolle Super-Impfstoff unserer tollen deutschen Firma Biontech (in diesem Fall sind die türkisch-stämmigen Inhaber mal voll in die Volksgemeinschaft eingemeindet) steht zurecht in der Hitparade der Vakzine an erster Stelle. Der Beliebtheitstrend zeigt steil nach oben, weiß das Polling- und Marketingmagazin aus Hamburg!
Gleichzeitig muss man aber auch etwas kritisch sein, denn das an sich makellose Unternehmen wollte im Verbund mit dem US-Pharmagiganten Pfizer deutlich oberhalb des letztlich vereinbarten Preises absahnen. Das ist natürlich im Reich der Freiheit nicht nur zulässig, sondern sozusagen geboten: schließlich muß unternehmerische Initiative dieser Güteklasse, von der eine ganze Nation zu profitieren gedenkt, anständig vergütet werden.
Diesmal allerdings haftet dem Ganzen ein Geschmäckle an, weil es sich um Schutz und Gesundheit des Volkskörpers handelt, der zur Realisierung der erwarteten Kapitalvermehrung am Standort BRD-EU ja noch gebraucht wird. Da ist wohl ein bisschen mehr patriotische Rücksichtnahme zu erwarten von ansonsten vorschriftsmäßig unternehmerisch denkenden Geschäftsleuten.
Immerhin hat es die Aussicht auf staatlich garantierte millionenfache Abnahmemengen den Pharmamanagern leicht gemacht, einem Preis pro Impfdosis von lachhaften 16 Euro zuzustimmen, womit bei der marktwirtschaftlichen Einordnung des Geschäfts wieder alles zum Besten steht und Freiheit und Rechtsstaat triumphieren.
Schon deswegen belohnt das heimische Publikum die innovativen Pioniere und Helden der Coronabekämpfung völlig zu recht mit dem Spitzenplatz in der Beliebtheitsskala!
Dagegen der Chinese mal wieder! Da hat er nun echte Kapitalisten zugelassen in seinem Reich der Mitte, heimst Erfolg auf Erfolg auf jedem entscheidenden technologischen Gebiet ein, holt hunderte Millionen Leute aus der Armut und kriegt‘s wieder nicht hin, einen anständigen freiheitlichen Laden auf die Beine zu stellen: will er doch seine Vakzine den Hungerleiden und chronischen Pleitestaaten im globalen Süden einfach zu Sonderkonditionen überlassen oder gleich für lau:
DAS ist nämlich das wahre Virus: der Kommunismus! Und der ist dem Chinamann einfach nicht auszutreiben, weshalb jedem freiheitsdurstigen EU- und BRD-Bürger einleuchten muss, dass wir ausschließlich aus Sorge um die Menschenrechte der Gelben Gefahr – die in Wahrneit eine rote ist! – am besten direkt vor Ort begegnen müssen und jedenfalls schon mal (bei allen guten Geschäften, die wir mit diesen gerissenen Schlitzaugen machen und weiterhin machen wollen) den kommenden Krieg gegen diese Feinde unserer Werte vorbereiten müssen.
Jetzt hat die Hamburger NATO-Gazette in ihrem stürmerischen Drang nach Regime Change im Kreml einen weiteren Schurkenstaat ins Boot geholt, nämlich die im Grunde noch gefährlichere, weil erstens erfolgreichere und zweitens auch noch kommunistische, „Autokratie“ bzw. „Diktatur“ in China.
Die fällt zwar nicht so unmittelbar in deutsche Zuständigkeit wie der alte Feind in der europäischen Nachbarschaft, muß aber natürlich durch eine höchst eigene „Indo-Pazifische Strategie“ der deutschen EU-Führungsmacht ebenfalls eingehegt werden. Dass die Freie Presse in Form ihrer Qualitätsmedien da nicht abseits stehen kann und will versteht sich von selbst.
Die richtige Sprachregelung ist schon gefunden: dort unten, beim Chinamann, herrscht natürlich ein „Regime“ (dass dort einfach bloß regiert wird wie bei uns, kann schon deswegen nicht sein, weil der Chinese seinen Staatsladen entgegen unseren Werten kommunistisch aufgezogen hat).
Wie es „Regime“ nun mal an sich haben, wird dort – regimetypisch – natürlich gelogen und Propaganda betrieben, dass sich die Balken biegen. Nicht nur das – sogar AUSLANDSpropaganda betreibt das gelbe Schlitzauge, versucht also frecherweise, SEINE Sicht der Welt auch außerhalb seines Reiches zu verbreiten, also schon wieder etwas, was wir im Leben nicht machen würden – unsere „Deutsche Welle“, unser DLF, unsere Goethe-Institute und staatlichen Medien verbreiten bekanntlich ausschließlich neutrale, sachliche und unparteiische Informationen, wenn sie dem heimischen und auswärtigen Publikum erklären, wie feindlich Russen und Chinesen dem Wertewesten gesonnen sind.
Dummerweise ist die kommunistische Supermacht inzwischen so erfolgreich, dass wir gar nicht umhin können, die sagenhaften Geschäftsmöglichkeiten zu nutzen, die sich unserer freien Unternehmerschaft dort unten bieten – das darf und kann unsere Leitmedien aber nicht davon abhalten, die Wahrheit über die grundsätzlich fiesen Machenschaften der furchtbaren Machthaber dort aufzudecken.
Und hier kriegt das Hamburger Fachblatt für die Ermittlung der Gelben und Roten Gefahr ganz elegant die ideologische Kurve, indem es die beiden Superschurkenstaaten in einen gemeinsamen Sack steckt, „Regime”, “Lüge“ und „Propaganda“ drauf stempelt und kräftig mit den Dachlatten westlich-imperialer Chuzpe und Selbstgerechtigkeit auf diesen schönen Popanz einprügelt.
Die liberale wertewestliche Leserschaft, gewöhnt an den lügenden, betrügenden Iwan, erfährt zu ihrem Entsetzen, dass eben dieser Lügen-Russe dem noch hinterfotzigerem Chinesen als Blaupause der eigenen Lügengeschichten dient, was der klare Beweis für doppelte, wenn nicht mehrfach potenzierte Bosheit und Gefährlichkeit dieser beiden Feinde des freien Westens ist.
Wer jetzt noch Zweifel an der berechtigten Warnung besorgter Blätter wie „Spiegel online“ vor der Gefahr aus dem Osten hegt, wird mit dem ultimativen Beleg für wirklich finsterste Absichten und Motive konfrontiert; einem Etikett, das den so Etikettierten schlichtweg aus dem Kreis der zivilisierten Menschen und Nationen ausschließt: die „Propaganda“ dieser zwei „Regime“ bedient nämlich – Achtung, Gänsehaut!“ – VERSCHWÖRUNGSNARRATIVE!
Somit ist evident, dass hier nur ein Fall von unbedingt abzuwehrender und zu bekämpfender Täuschung und Irreführung vorliegen kann, dem unsere eigene Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe sowie unsere generell tugendhafte Informationspolitik nur dann erfolgreich die Wahrheit entgegensetzen kann, wenn hinter der unbestreitbaren Überlegenheit unserer freien westlichen Lebensweise eine ebenso unbestreitbare (und vor allem unschlagbare) Militärmacht steht.
Den zuständigen Weltordnungspolitikern genau dies immer wieder in Erinnerung zu rufen und sie anzuspornen, in ihren Anstrengungen zur Einhegung der russisch-chinesischen Gefahr nicht nachzulassen und dabei alle, wirklich ALLE Mittel und Möglichkeiten (natürlich bei fortdauernden Geschäftsgang) in Betracht zu ziehen: darin sehen freiheitliche Journalisten ihre Aufgabe.
Der Regime Change in Russland will nicht so recht in die Pötte kommen, da muss man als NATO-Speerspitzenblatt schon mal nachhelfen, gleich alle vier Aufmacher dem leider vom Falschen regierten Lebensraum im Osten widmen und jeden „Oppositionellen“ im Reich des Bösen einzeln abfeiern. Und natürlich die komplett menschenrechts-; freiheits- und sowie westwertfeindlichen Scheußlichkeiten der iwanesischen Polizei anprangern: diese zeigt – unglaublich – doch tatsächlich „Präsenz auf den Straßen Moskaus“! Nein! Doch!! Oh!!!
Und das auch noch „immens“, also etwas, was westliche Polizeikräfte nie im Leben tun würden.
Doch es kommt noch schlimmer: „Das Stadtzentrum der Hauptstadt wurde weitgehend abgeriegelt“! Jeder weiß, dass in den Hauptstädten der Freiheit, wie Washington, Paris, Hamburg oder Berlin zum Beispiel, die Polizei nie und nimmer gewaltsam gegen irgendwelche Protestler vorgehen würde, sondern höchstens mal Blumen an Demonstranten verteilt, mit Gelbwesten kuschelt und G20-Gegner zum Kaffee einlädt.
Aber der RUSSE: er ist und bleibt einfach Untermensch. Jedenfalls der FALSCHE RUSSE, der, der im Kreml sitzt. UNSER Russe natürlich, der tapfere Alexej, ist alleine deswegen schon quasi ein Heiliger, weil er wunderbarerweise etwas zuwege brachte, was noch nie ein Mensch vor ihm erreichte: er überlebte einen Giftanschlag mit einem absolut tödlichen Gift; einem Gift, dass bei Kontakt in kleinsten Mengen jeden sofort ins Jenseits, unseren Mann für den Kreml allerdings trotz doppelt und dreifacher Wirkstoffkonzentration in (wahlweise) Trinkbechern, Unterhosen usw. nicht ins Jenseits, sondern direkt nach Berlin und in die Arme unserer Freiheitskanzlerin beförderte.
Damit ist eigentlich schon klar, dass der Wechsel im Kreml fällig ist und Deutschland dabei mal weder die entscheidende Rolle zu spielen gedenkt. Dass das beim letzten Mal ziemlich schief gegangen ist, muß ja nichts heißen!
Hat der „Spiegel“ hier etwa Wahrheitsserum verabreicht bekommen und beschreibt ausnahmsweise mal korrekt, wie die Lage der Bevölkerung ist?
Natürlich nicht. Dreimal darf der abgeneigte Leser raten, welchen Schurkenstaat sich das Hamburger Fachblatt für Ostkunde hier wieder vorgeknöpft hat.
Angesichts der ziemlich akkurat beschriebenen Schilderung der Lebensverhältnisse in der großdeutschen EU-Führungsmacht geht das SPON-übliche Russen-Bashing allerdings ziemlich nach hinten los:
Die Selbstverständlichkeit, mit der die bürgerlichen Hofmedien die imperialistischen Pläne und Ziele ihrer Obrigkeiten kennerisch begleiten, wird in all ihrer Frechheit kenntlich, wenn man sich es mal umgekehrt vorstellt:
„Immer mehr asiatische Länder verabschieden Konzepte für den Mittelmeer-Raum“ o.ä.
Nämlich INFLUENCER, bzw. Laschet. Gleich viermal hämmert uns das Hamburger Boulevardblatt aus dem Hause Relotius in der kurzen Meldung diesen Deppenbegriff aus dem Marketing-Hohlsprech (der zu Recht an eine Infektionskrankheit erinnert) um die Ohren.
Politikersöhnchen „Joe“ Laschet verdient sein Geld mit dem Anziehen ausgeliehener Bekleidung einer Modefirma (und nicht – wie das Foro nahelegt – auf Wettbewerben für selbstzufriedene Gesichtsausdrücke). Mit den Leihklamotten posiert er dann für Bilder im Facebook-Minderjährigennetzwerk („Instagram“) und findet dafür an die hunderttausend gleichgesinnte volljährige Teletubbies („Follower“).