Kindheit in Hamburg

Kindheit in Hamburg 1

Auf der Rasenfläche vor den Mietwohnungsblocks in der Amandastraße, Nähe Schlump, spielten wir unsere Kinderspiele. Neben Cowboy-und-Indianer waren das Versteckspielen, Klingelstreiche und die Versuche, beim Schlachter eine Wurst zu erbetteln, außerdem Mutproben wie Regenwürmer essen. Vor allem aber spielten wir Fußball.

Hier hier segnete mein brandneuer, zum achten Geburtstag erhaltener Lederfussball das Zeitliche, als er bei seinem ersten Einsatz auf die verkehrsreiche Hauptstraße „Am Schulterblatt“ geschossen und dort von einem Auto platt gefahren wurde – ein traumatisches Ereignis meiner Kindheit.

Kindheit in Hamburg 2

Unser Großvater nahm meinen Bruder und mich gerne mit in den Hamburger Hafen an die Landungsbrücken, wo wir den Barkassen, Schleppern, Hafenrundfahrtsschiffen und dem sonstigen Treiben im Hafen zusahen.

Am Anlegesteg zeigte er in das Wasser hinunter und erzählte uns von dem Haifisch, der hier wohnte. Dazu sang uns das Lied von Mackie Messer aus der Dreigroschenoper vor. Davon war ich aufs äußerste beeindruckt, sowohl vom Haifisch mit den Zähnen im Gesicht wie von dem gemeinen Verbrecher Mackie Messer.

Wir (ich jedenfalls) waren noch sehr lange davon überzeugt, dass der Haifisch genau hier a den St. Pauli Landungsbrücken zu Hause war.bei

„Humor, Satire und Mitleid“: Kobayashi Issa

夏山や 一足ずつに 海見ゆる
Natsu-yama ya/ Hitoashi zutsu ni/ Umi miyuru

Die Sommerberge.
Bei jedem meiner Schritte,
konnte ich mehr sehen.

Kobayashi Issa (1763 – 1828)

„Issa war ein Haiku-Dichter, der seine Gedichte stets aus der Perspektive der Schwachen und Machtlosen schrieb.

Es ist klar, dass sich hinter seinen Gedichten die vielen Schwierigkeiten verbergen, denen er ausgesetzt war, und die Tatsache, dass er trotz seines anerkannten Haiku-Talents kein reiches Leben führen konnte.

Sein Stil besteht jedoch nicht in tragischen Ausdrücken, sondern vielmehr in der Art und Weise, wie er mit Humor über sein Leben schreibt. In seinen späteren Jahren sagte der Haiku-Dichter Masaoka Shiki (1867-1902), der das moderne Haiku begründete, dass es drei Hauptmerkmale von Issas Haiku gibt: Humor, Satire und Mitleid.

Issas Haiku-Stil, in dem er seine persönlichen Eindrücke direkt zum Ausdruck brachte, unterschied sich sehr von dem damaligen Haiku-Mainstream, in dem die Dichter ihre Gefühle durch objektive Darstellungen von Landschaften ausdrückten.

Freude, Traurigkeit und Not sind Dinge, die jeder im Leben erleben kann. Issa griff diese Themen auf und schrieb Haiku mit einfachen Ausdrücken, die jeder verstehen konnte. Auf diese Weise wurden Issas Gedichte universell und überwanden Unterschiede in der Zeit oder im Lebensumfeld. Das könnte der Grund sein, warum Issas Haiku auch heute noch von vielen Menschen geliebt werden.“

Begegnung im Park

Heute zum ersten Mal einen der „Besucher“ gesehen, als ich die übliche Parkrunde mit dem Hund ging. Der Extraterrestrier schien überraschter zu sein als ich und verschwand nach einigen Sekunden fassungslosen Rundumblickens schnell wieder ins Innere seines Raumschiffes. War sein Verhalten auf das aufgeregte Bellen meines Hundes zurückzuführen oder hatte es tiefere, gar fundamental-eschatologische Gründe?

Ich werde es nie erfahren, denn kurz darauf hob das merkwürdige Raumschiff ab und verschwand in einem Lichtblitz im herbstlich-grauen Nieselregen. Als Hund und ich nach Hause gingen, fragten wir uns beide, ob das Geschehen, dessen Zeugen wir soeben wurden, tatsächlich stattgefunden hatte oder eine Auswirkung der Übernächtigung (bei mir) bzw. des neuen Nassfutters (beim Hund) gewesen war.